Mehr zu AutorInnen mit P Testberichte
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Pro & Kontra
Vorteile
- witzif, sarkastisch, kurzweilig, einfach gut!
- mal ganz andere Schauplatz als sonst
- spannend, Tatsachenbericht, beeindruckend
- wirklich lustige Fantasy
- sehr gute und glaubhafte Schilderung der Figuren und ihres Innenlebens, sehr interessanter Stil
Nachteile / Kritik
- ich traurere um bonzo der kater, das Wildschwein mit Genickbruch und natprlich die Kuh die auf die tretmine getreten ist!
- mir gefällt das Ende nicht so gut
- das Thema ist wahrlich nicht positiv
- irgendwann zu Ende
- Einstieg war aufgrund des Stils für mich erst etwas schwierig, nichts von Frankfurt
Tests und Erfahrungsberichte
-
Patterson,J.-..denn zum Küssen sind sie da: Thriller um die Zusammenarbeit zweier Massenmö
28.04.2003, 23:31 Uhr von
emmtie
Da wollen wir YOPI einmal eine 2.Chance geben (wenn auch nur auf Bewährung). Und dabei geht es ga...4Pro:
sehr gute und glaubhafte Schilderung der Figuren und ihres Innenlebens, sehr interessanter Stil
Kontra:
Einstieg war aufgrund des Stils für mich erst etwas schwierig, nichts von Frankfurt
Empfehlung:
Ja
Nach jeder Menge historischen Romanen war es mal wieder Zeit einen richtig spannenden Thriller zu lesen und meine Wahl fiel auf James Pattersons „ .. denn zum Küssen sind sie da“.
Das Buch steht schon relativ lange bei mir im Regal, aber da vor einiger Zeit der Film zu diesem Buch im Fernsehen lief und wir ihn aufgezeichnet haben, wurde es Zeit das Buch zu lesen, BEVOR ich mir den Film anschaue. Denn trotz all den Kinobesuchen und Fernsehabenden bin ich doch immer noch ein „Buchmensch“ und ich finde viel von der Faszination und dem Besonderen, beim Lesen eines Romans die Personen und das Umfeld des Buches quasi in seinem eigenen Kopf entstehen zu lassen, gehen verloren, wenn man eine filmische Umsetzung des Stoffes kennt. Alleine die Tatsache, dass ich bei diesem Buch schon wusste, wer die Hauptdarsteller des Filmes sind, hat mir den Einstieg ins Buch etwas erschwert, weil ich insbesondere bei der männlichen Hauptperson des Buches nicht unbedingt Morgan Freeman sehen würde. Aber zum Glück kann ich so etwas recht schnell verdrängen.
Zum Einsteig wieder ein Handlungseinführung; wieder nur kurz angerissen und hoffentlich nicht zu viel verraten. Wenn ich etwas hasse, ist es das Ende oder große Teile der Handlung vor dem Lesen zu kennen und daher will ich euch das auch nicht antun:
Alex Cross, schwarzer Polizeidetektiv und Psychologe aus Washington, macht sich zusammen mit seinem Partner auf den Weg nach North Carolina, nachdem er erfährt, dass seine Nichte, die dort studiert, seit 4 Tagen vermisst wird. Als er dort ankommt, muß er erfahren, dass nicht nur seine Nichte verschwunden ist, sondern noch mehr Frauen. Ein skrupelloser Verbrecher, der sich selbst Cassanova nennt, hat diese Frauen scheinbar entführt und hält sie in einen Versteck als eine Art Harem. Und einige der Frauen wurden später tot aufgefunden.
Was auffällt, ist die Tatsache, dass höchste FBI-Ebenen mit dem Fall betraut sind und so gut wie keine Infos fließen. Und der Grund dafür scheint eine Verbindung zu einem Massenmörder in Los Angeles zu sein, der scheinbar Infos zu den Fällen in North Carolina hat. In irgendeiner Form haben die beiden Killer scheinbar Kontakt. Ist dies eventuell sogar eine Art perverser Wettstreit?
Als eine der Frauen, die gefangen gehalten werden, fliehen kann, aber aufgrund der Tatsache, dass sie unter Drogen stand, keinen Hinweis auf den Täter oder den Aufenthaltsort der anderen Frauen machen kann, versucht Cross mit ihrer Hilfe Licht ins Dunkel zu bringen.
Meine Meinung:
„.. denn zu Küssen sind sie da“ ist ein unheimlich spannender Thriller mit vielen unerwartete Wendungen, bei dem wirklich erst auf den letzten Seiten alle offenen Fragen geklärt werden.
Zwei stilistische Punkt haben mir an diesem Buch gut gefallen: Zum einen hat Patterson sein Buch in sehr viele kleine, in sich fast abgeschlossen Kapitel unterteilt. Bei 450 Seiten gibt es 123 dieser Kapitel. Somit hat der Autor sich selbst fast gezwungen, sehr schnell auf den jeweiligen Punkt im Handlungsfaden zu kommen, Denn wenn man rechnet, erkennt man, dass im Durchschnitt kein Kapitel länger als 4 Seiten ist. Somit erklärt sich das zweite stilistischen Mittel fast automatisch: Ein sehr schöner, sachliche, aber dabei keineswegs kalt wirkender Sprachstil (zumindest im englischen Original, das ich gelesen habe) Bei so kurzen Kapiteln bleibt keine Zeit für langatmige Einführungen oder lange, blumige Umschreibungen. Aber trotzdem wirkt das Buch weder hektisch noch „zusammengestochert“. Mit einer klaren, aber dennoch ausdrucksstarken Sprache gelingt es Patterson einen sehr flüssigen Text zu schreiben und eine dauerhaft anhaltende Spannung zu erzeugen.
Dies ist das 2.Buch einer ganzen Reihe von Romanen um Alex Cross. Eigentlich versuche ich Serien auch in ihrer Erscheinungsreihefolge zu lesen, doch was will man machen, wenn das Schnäppchen aus dem Wühltisch nun mal Band 2 ist? Doch leider muss ich sagen, dass man an manchen Stellen des Buches dann doch deutlich gemacht bekommt, dass es schon einen Fall vor diesem Buch gab. Und da darauf auch manchmal Bezug genommen wird, ist es ein wenig störend. Und am Ende des Buches (nein jetzt kommt kein Spoiler = Verrat des Endes) gibt es auch gleich eine Andeutung auf die Handlung des nächsten Buches. Man kann zwar auch ohne Kenntnis des Vorgängers der Handlung problemlos folgen, aber ich persönlich finde die Verknüpfungen etwas zu stark. Also wenn möglich vorher „Im Netz der Spinne“ vom gleichen Autor lesen.
Abgesehen von der oben genannten Einschränkung der Verknüpfung zum Vorgängerroman, die aber wahrscheinlich nur solchen Pedanten wie mir, wirklich etwas Lesefreude verdirbt :-), ist das Buch jedem Krimi- und Thrillerliebhaber wirklich zu empfehlen. Es list sich sehr flott und der Spannungsbogen wird von Seite zu Seite angezogen. Manchmal musste ich mich zwingen mit dem Lesen aufzuhören, da man ja auch noch andere Verpflichtungen hat.
Nachdem ich ja jetzt mit dem Buch fertig bin, können wir uns endlich auch das Video ansehen und dann werde ich vielleicht etwas dazu schreiben, wie die „Bilder in meinem Kopf“ beim Lesen mit dem zusammen passen, was ein Regisseur aus dem Buch gemacht hat.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-05 20:44:05 mit dem Titel Wieviel Wahrheit steckt in vielen Ernährungstipps?
Als vor einigen Wochen im dritten Fernsehprogramm des SüdWest-Rundfunks im Rahmen der dort mittlerweile sehr häufig ausgestrahlten und von mir gerne gesehenen Themen-Nächte eine Dokumentation zu Ernährungsirrtümern gezeigt wurde, in der u.a. der Lebensmittel-Chemiker Udo Pollmer als Experte auftrat, erinnerte ich mich daran, dass 2000 ein Buch von ihm zu diesem Thema auf den Markt kam, dass für sehr viel Aufsehen gesorgt hat:
Pollmer, Udo - Lexikon der populären Ernährungsirrtümer
Da ich es irgendwie verpasst hatte, mir damals dieses Buch zu Gemüte zu führen, war die Fernsehsendung ein gelungener Anstoß, dies jetzt nachzuholen.
Inhalt des Buches:
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Wie man aus dem Wort Lexikon im Titel erkennen kann, handelt es sich hier nicht um ein durchgängiges Werk, sondern in ca. 120 alphabetische geordneten, etwa eine bis drei Seiten langen Kapitel beschäftigt sich das Buch mit allen möglichen Aussagen und Thesen rund um die Ernährung und hinterfragt diese kritisch.
Aber trotz dieser Unterteilung gibt es einige Schwerpunktthemen, die immer wieder Auftauchen: Vollwertkost, Diäten und der große Bereich der Körperchemie mit so Begriffen wie z.B. Cholesterin, Vitamine, Fette, freie Radikalen , die ja immer wieder durch die einschlägigen Ernährungstipps schwirren.
Und in diesen Bereichen vertritt der Autor zusammen mit seiner Co-Autorin Susanne Warmuth eine etwas andere Position als ein Großteil seiner Kollegen: Er versucht in diesem Buch aufzuzeigen, auf welchen teilweise recht fraglichen statistischen Grundlagen viele der Ernährungsempfehlungen entstanden sind und das sehr häufig „schön gerechnet“ wird oder sich eben die Ergebnisse herausgepickt werden, die der jeweilige Auftraggeber der Studie benötigt. Als Beispiel sein hier nur angeführt, dass Margarine, die ja nach landläufiger Meinung besser als Butter ist, weil sie nicht für einen erhöhten Cholesterinspiegel verantwortlich ist, in keiner Studie dies wirklich nachweisen konnte.
Was weiterhin immer wieder kritisiert wird ist eine Form der Gleichmacherei: Es werden gewisse Werte für z.B. Vitaminzufuhr, maximale Fettaufnahme veröffentlicht. Doch wie soll man sich daran halten; gelten für die Frau mit 45 Kg die gleichen Werte wie für den Mann mit 100 kg? Zitat aus dem Buch: „ Im Durchschnitt haben die Menschen Schuhgröße 36, also sollten alle jetzt Schuhe dieser Größe tragen?“
Und auch die Fraktion der Vollwert-Köstler bekommt in vielen Artikeln ihr Fett weg. Mit Hinweisen auf die chemischen Prozesse, die im Magen nötig sind, um z.B. die Hüllen von Getreidekörnern aufzuspalten und welche Folgen dies für den Körper bei einseitiger Fixierung auf solche Ernährung haben kann, wird hier sehr fachlich und meiner Ansicht nach nachvollziehbar dargestellt, das der „Allheilsanspruch“ dieser Ernährungsform auch nicht unbedingt auf wissenschaftlichem Fundament steht.
Einige Kapitel beschäftigen sich dann auch noch mit Warenkunde im weitesten Sinne, z.B. ob Rohmilch im Rohmilchkäse ist, wie viel Kalb ist wirklich in der Kalbsleberwurst, das naturidentisches Aroma nicht unbedingt etwas mit Natur zutun hat, woher die Pizza Magaritha ihren Namen hat oder warum Schweine Trüffel finden.
Dies soll als kurzer Überblick zu den Themenbereichen aber auch schon genügen.
Meine Meinung:
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Bevor ich meine Meinung zu diesem Buch äußere, sollte ich vielleicht voranstellen, aus welcher persönlichen Position ich diese Buch gelesen habe, den gerade bei dieser Thematik sind die Meinungen sehr polarisiert und man kann dieses Buch meiner Meinung nach immer nur im Zusammenhang damit beurteilen, wie die jeweilige Person allgemein zu diesem Themenbereich steht:
Ich esse leidenschaftlich gerne und habe durchaus nicht nur einige Kilos zu viel (fast 100 kg bei 1,80 Körpergröße :-)), fühle mich aber relativ wohl in meiner Haut, treibe regelmäßig Sport und habe noch nie im Leben eine Diät gemacht.
Daher fand ich dieses Buch und seine Kritik an den bestehenden Ernährungspostulaten sehr erfrischend. Denn all die Tipps und Ratschläge die man aus Zeitschriften, Büchern und anderen Medien förmlich aufgedrängt bekommt und die sich im Laufe der Jahre durchaus wandeln und teilweise sogar ins Gegenteil umkehren können, werden hier auf den Prüfstand gestellt und zumindest teilweise entkräftet. Die Argumentation ist immer nachvollziehbar und man hat nicht das Gefühl, das es hier darum geht, den Vertretern der jeweiligen Richtungen „eins auszuwischen“, sondern es wird versucht wissenschaftliche darzustellen, wie es zu gewissen Empfehlungen kam und warum machen Argumentationsketten aus heutiger Sicht nicht immer vollständig sind.
Natürlich sollte man auch die Argumentationen von Pollmer und Warmuth nicht kritik- und vorbehaltlos akzeptieren. Denn auch sie arbeiten natürlich mit Statistiken, Tabellen und vertreten auch bestimmte Standpunkte, die durchaus genauso falsch sein können, wie die von ihnen hinterfragten Thesen.
Doch alleine die Tatsache, das jemand aufzeigt, dass hinter all diesen Tipps und Ratschlägen nicht nur wohlwollen gemeint sein können, sondern auch wissenschaftliches Standing oder schlichtweg wirtschaftliche Interessen stecken kann, ist meiner Meinung nach aller Ehren wert. Eine etwas kritischere Sicht bei diesen Ernährungsempfehlungen ist durchaus angebracht.
Was die Autoren aber nicht machen, ist selbst „Ernährungsweisheiten“ von sich zu geben. Man kann zwar zwischen den Zeilen lesen, was aus ihrer Sicht empfehlenswert ist, aber es wird niemals als die „Wahrheit“ dargestellt. Und immer wieder findet man (z.B. im Zusammenhang mit Vollwert-Kost) die Empfehlung, auf seinen eigenen Körper zu hören. Das was er verträgt, das akzeptiert er auch und für diese Menschen ist diese Ernährungsform dann auch passend. Wenn es aber Anzeichen von längeranhaltendem Widerstand des Körpers (z.B. bei der Vollwertkost Durchfall, Blähungen etc.) gibt, sollte man auf seinen Körper und nicht das entsprechende Ernährungspostulat hören.
Fazit:
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Insgesamt ein empfehlenswertes Buch, das mich in meiner Meinung bestärkt hat, nicht jedem Ernährungstrend hinterher zu jagen. Es zeigt kritisch, aber nicht polemisch auf, was hinter vielen Ernährungsratschlägen an Fakten steckt und ist somit für Kritiker wie mich, als auch für Anhänger dieser Trends als kleiner Denkanstoß geeignet.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-28 21:31:10 mit dem Titel Paprotta, A. - Mimikry / Mehr Psychogramm als Krimi
Nachdem ich in letzter Zeit mehrmals von deutschen Krimis positiv überrascht worden bin, greife ich verstärkt auch zu heimischem Spannungslesestoff. Wenn dann auch noch ein hochgelobter Krimi in meiner Heimatstadt Frankfurt am Main spielt, ist das förmlich in Muss.
Inhalt:
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Eine junge Frau wird erschlagen in ihrer Wohnung aufgefunden. Im Laufe der Ermittlung finden die junge Kommissarin Ina Henkel und ihr Kollege Stocker heraus, dass die junge Frau sehr zurückgezogen gelebt hat und keine Freunde hatte. Das sie relativ schnell nach ihrem Tod gefunden wurde, ist eher Zufall, da sie eine entfernte Bekannte gebeten hatte, während ihres Urlaubs die Blumen zu gießen. Einziges Highlight in ihrem Leben war scheinbar der Auftritt in einer nachmittäglichen Fernsehtalkshow namens „Menschen bei Mosebach“. In ihre Tagebucheintragungen erwecken den Eindruck, als ob sie eine Beziehung mit dem Moderator der Sendung hatte. Daher konzentrieren sich die Ermittlungen erst einmal auf ihn. Die Person, die die Leiche gefunden hat, arbeitet außerdem auch noch für die Talkshow.
Kurze Zeit später wird aufgrund eines Hinweises eine weitere Leiche gefunden, die schon mehrere Monate unbemerkt in ihrer Wohnung gelegen hat. Auch dieser Mann lebte sehr zurückgezogen, hatte keine Freunde und scheinbar sehr viele Komplexe. Und auch er war einmal Gast in der besagten Talkshow. Was die Kommissarin nicht bemerkt ist die Tatsache, das auch sie scheinbar ins Visier des Täters gerät .....
Autorin:
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Als ich den Namen Astrid Paprotta las, kam er mir sofort sehr bekannt vor. Doch ich konnte ihm auf Anhieb kein Buch zuordnen. Und das ist auch kein Wunder, weil ich an die ganz falsche Richtung gedacht habe. Denn bekannt wurde die studierte Psychologin, die dann als Journalistin gearbeitet hat mit einem Buch namens „Aldidente“; einem Kochbuch für Aldi-Artikel.
Meine Meinung:
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Ziehen wir doch mal eine Buchkritik komplett anders auf und zählen erst einmal auf, was das Buch nicht ist:
Zuerst einmal ist es kein Frankfurt-Krimi. Es gibt keinerlei Lokalkolorit, keine bekannten Handlungsorte. Der Roman könnte in jeder beliebigen deutschen Großstadt spielen. Somit für mich eine kleine Enttäuschung, da dies ja einer der Gründe war, warum ich das Buch gekauft habe.
Zum Zweiten ist das Buch auch kein Krimi im herkömmlichen Sinne. Zumindest in der Form, in der ich Krimis erwarte. Um dies zu erklären muss ich ein wenig weiter ausholen und zwangsläufig auch etwas mehr auf die Handlung eingehen, etwas, was ich persönlich eigentlich nicht erfahren will, wenn ich ein Buch eventuell noch selbst lesen will.
Also hier stoppen, wer nicht mehr wissen will !!!!!!!!!!!!!!!!!!
Doch bei diesem Buch ist es vielleicht nicht ganz so tragisch, die Handlung teilweise offenzulegen. Denn die eigentliche Aufklärung der Morde ist relativ einfach gestrickt und auch nicht Mittelpunkt des Buches. Nach etwa einem Drittel des Buches wusste ich schon, wer die Täterin ist.
Worauf hier viel mehr Wert gelegt wird ist das Warum der Tat und wie der Weg dort hin geführt hat. Daher empfand ich die fehlende Spannung nach der Auflösung gar nicht als Verlust, weil zum einen genügend andere Spannungsmomente vorhanden waren und weil das Buch eigentlich viel mehr eine spannende Beschreibung der Psyche mehrerer Beteiligter ist.
Dies beginnt schon mit der Person der Ermittlerin. Die Kommissarin Ina Henkel ist vordergründig ein junge, dynamische und modebewusste Frau und unterscheidet sich damit von den Opfern. Doch man bekommt sehr bald ihre Probleme mit ihrem Job mit. Sie kann sich schwer von dem Anblick der Leichen lösen, hat Alpträume, im Beruf klappt auch nicht alles wie sie will, sie hat Problem mit vergangenen Partnerschaften. Und momentan eine „nicht ganz standeshafte“ Beziehung zu einem Vorbestraften, den sie schon selbst vernommen hat. Auch die nach außen getragene Selbstsicherheit ist nicht so stark, wie sie scheint. All dies Zwiespälte werden wunderbar einfühlsam und glaubhaft geschildert.
Dem wird immer wieder als Gegenbild die Situation aus Sicht der Täterin geschildert. Diese ist eigentlich äußerlich das genaue Gegenteil, doch will so sein wie das Bild, das die Kommissarin vermittelt. Die Annäherung dieser beiden Charaktere und der unvermeidliche Showdown sind das eigentliche Thema des Buches.
Aber nicht nur diese beiden Figuren sind sehr gut herausgearbeitet, insgesamt vermitteln fast alle Personen, sympathisch oder unsympathisch, einen sehr realistischen Eindruck. Gerade die Polizei wird zum einen nicht als strahlende Helden, aber auch nicht in Schimanski-Manier dargestellt.
Was das Buch besonders macht, aber mir mit meiner Erwartungshandlung „Frankfurt-Krimi“ den Einstieg etwas schwer gemacht hat, ist der besondere Stil. Das Buch besteht sehr stark aus Dialogen oder Monologen, die auch nicht schön brav mit „.. sagt XY“, „..warf Z ein..“ oder Ähnlichem drapiert werden, damit man den jeweiligen Sprecher erkennt. Man muss manchmal sehr aufmerksam lesen. Dazu kommt ein knapper Sprachstil, im Film würde man dies als harte Schnitte bezeichnen. Manchmal wird auch eine Situation mehrmals aus verschiedenen sichten geschildert; z.B. erst die Kommissarin und dann die gleiche Situation noch einmal aus Sicht des Streifenbeamten, der die Leiche gefunden hat.
Der Schreibstil trägt auch sehr zum Aufbau der Spannung trotz mehr oder weniger leicht zu erratendem Ausgang bei. Nicht gerade einfach zu lesen, aber etwas ganz anderes als bei anderen Krimis.
Natürlich muss ich auch noch einige Worte zum Thema Talkshows, das ja hier der Aufhänger für die Handlung ist verlieren. Auch hier beweist die Autorin sehr genaue Beobachtungsgabe und zeichnet mit den verschiedenen Ansichten von aalglatten, ehemaligen Theologiestudenten als Talkmaster über den durch die Shows mit allerlei unterschiedlichen Geschichten tingelnden Zeugen, der damit Geld verdient, bis hin zu den Opfern, die ihrer ganze Hoffnung in den Auftritt in der Talkshow gesetzt haben ein sehr treffendes und sarkastisches Bild der Talkshow-Szene ohne es ins Lächerliche oder Witzige zu ziehen.
Allgemeine Daten:
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Das Buch ist 1999 als gebundenes Buch im eichborn-Verlag erschienen. Ich besitze die Taschenbuchausgabe aus dem Fischer-Verlag für 8,90 €.
Mit der gleichen Hauptperson gibt es mittlerweile auch eine zweiten Roman mit dem Titel „Sternentaucher“ (momentan nur gebunden).
Fazit:
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Mal eine ganz andere Art von Krimi, der mehr Wert auf die Profile der Menschen als auf die Klärung der Tat legt. Vom Stil etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann um so faszinierender. weiterlesen schließen -
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Pierre Pelot: *Der Pakt der Wölfe*: Spannende Filmvorlage
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Was sich zunächst spannend als Monster-Thriller liest, entpuppt sich zunehmend als Agenten- und Verschwörungsroman.
Die vorliegende Textfassung stammt nicht von Pelot selbst, sondern von Drehbuchautor Stéphane Cabel. Er und Regisseur Christophe Gans haben Pelots Roman adaptiert. "Der der Wölfe" kommt in der Verfilmung von Chr. Gans am 7. Februar in unsere Kinos.
Der Autor Pelot
Pierre Pelot ist einer bekanntesten französischen Unterhaltungsautoren. Von ihm stammt u.a. die literarische Vorlage für den satirischen SF-Sportthriller "Rollerball", dessen Remake dieses Jahr ins Kino kommt.
Handlung
In einer der ärmsten und unwirtlichsten gegenden des französischen Zentralmassivs, im Gévaudan, trieb zwischen 1764 und 1767 eine wilde Bestie ihr Unwesen (im Film schließt das Geschehen im Jahr 1788 ab, rund 20 Jahre nach den Hauptereignissen). Schon über zwei Dutzend Kinder sind ihr zum Opfer gefallen. Sie wurden meist grausam verstümmelt.
Doch Chevalier Grégoire de Fronsac, ein bekannter Naturforscher am Hofe König Ludwigs XV. und ausgebildeter Zeichner, findet vor Ort heraus, dass die Fährten der Bestie keineswegs von einem Wolf stammen, wie alle behaupten, sondern von einem unbekannten Tier - das sogar Zähne aus Eisen besitzt!
Dennoch wird eine Treibjagd auf Wölfe veranstaltet, an der er gezwungenermaßen teilnimmt, begleitet von seinem indianischen Blutsbruder man, dessen Name "Wolf" bedeutet. Mani ist einer der letzten überlebenden Mohikaner und hat Gregoire mehrmals das Leben gerettet, daher kam er mit ihm nach Europa. Doch beide müssen sich vor den Menschen des Gévaudan in acht nehmen, vor den Adeligen ebenso wie vor den Gemeinen. Mani muss sich gegen die Anfeindungen des Pöbels verteidigen, die den "Wilden" demütigen wollen.
Gregoire hingegen ist von den Reizen der schönen Marianne de Morangias betört, doch deren einarmiger Bruder Jean-Francois wacht eifersüchtig über ihre Tugend (und dass sie sich weiterhin um ihn selbst kümmert). Jean-Francois täuscht gegenüber Gregoire Freundlichkeit und Kooperation vor, ist aber insgeheim sein größter Feind.
Von dieser Art Liebe frustriert, lässt sich Gregoire nach der halbwegs erfolgreichen Treibjagd - die bestie wurden nicht erlegt, dafür ein Dutzend Wölfe - im örtlichen Bordell von Mende von der schönen Italienerin Sylvia verwöhnen. Merkwürdig nur, dass sie ihren Liebesdienst mit einem gefährlich aussehenden Stilett versieht...
Sobald einer der größten Wölfe der Region erlegt ist, befiehlt ein weiterer königlicher Abgesandter, dass Gregoire die "Bestie" ausstopfe und im Triumphzug nach Versailles transportiere. Der König muss einen innenpolitischen Erfolg vorweisen, denn sein Thron wackelt. Im vorrevolutionären Frankreich des Jahres 1766/67 findet ein rotes Büchlein reißenden Absatz, das die Bestie des Gévaudan als Gottestrafe darstellt, gegen die dem König kein Erfolg beschieden sei. Solche Feindpropaganda kann Köpfe kosten...
Der Triumph verpufft leider schon wenig später, als weitere Kinder gerissen werden. Doch die Presse und die Polizei vertuschen die neuen Opfer. Wieder im wilden Gévaudan eingetroffen (wohl auch in Hoffnung auf Mariannes Eroberung), will es Gregoire diesmal aber wissen. Es kommt zu einem langen Showdown, in dem sich vieles Seltsame endlich klärt, der aber Gregoire auch größte Opfer abverlangt. Und die schöne Sylvia aus dem Bordell rettet ihm unerwartet das Leben.
Mein Eindruck
Bereits in der ersten Szene hatte mich dieser Roman gefesselt, den ich in zwei tagen verschlang. In ungewöhnlich poetischer und bilderreicher Sprache schildert hier der Autor das Eingreifen Manis und Gregoires, der zwei Fremden, in einen bizarren kampf unter Einheimischen. Von diesen trägt die eine Hälfte Frauenkleider, ihre Identität als Soldaten zu tarnen, und die andere Hälfte, bestehend aus Landstreichern, Vater und Tochter, werden von den Soldaten verprügelt. Klar, dass sie die beiden Fremden auf die Seite der Schwächeren schlagen, aber sind es auch die richtigen? Das fragt man sich viel später, als die ganze Wahrheit sichtbar geworden ist. Exemplarisch kann man hier schon die Frontverläufe des gesamten Buches erkennen: die zwei Fremden aus Paris und der Neuen Welt (aus dem umkämpften Kanada, das 1763 an die Engländer abgetreten wurde) treten gegen die zerstrittenen Einheimischen an.
Schon am Anfang wird deutlich, dass Pelot ein Auge für Action hat (oder zumindest der Skriptautor). Aber auch für Stimmung Beobachtungen findet er stets die richtigen Worte. Allerdings habe ich den Verdacht, dass das Skript stark gestrafft wurde, um Längen zu vermeiden und die Handlung auf Action zu trimmen. Daher kommt die Beziehung zu Marianne zu kurz.
Pelots Figuren sind faszinierend. Mani etwa scheint den Wölfen der Region ein Bruder zu sein und macht häufig nächtliche Ausflüge, vielleicht versteht er sie sogar. Das führt dazu, dass er Gregoires Verhalten beeinflusst, so dass dieser, wenn marianne auf einen Wolf anlegt, den Schuss ablenkt. Mag gregoire sie auch lieben, so liebt er mani doch weitaus mehr.
In allen dargestellten Umgebungen und Gesellschaftsschichten scheint sich Pelot gleichermaßen gut auszukennen. Sei es im Schloss derer von Morangias oder de Apcher, im Bordell, in elenden bauernkaten oder der wilden Natur der Berge. Deren jeweiligen Bewohnern lässt er in gleichem maße respektvolle Beschreibungen zu kommen. Lediglich im Schloss, wo die Adeligen schlemmen, gestattet er Gregoire, sich angewidert von der Ignoranz der sogenannten "guten Gesellschaft" abzuwenden.
Man fragt sich bald, wer in dieser Geschichte eigentlich "die Wölfe" des Titels sind: die Tiere oder doch die moralisch korrupten Adligen? Es verwundert denn auch wenig, dass gregoire von solchen "Gesellschaftsspitzen" verhaftet wird, um sodann unauffällig im Moor entsorgt zu werden. Zum Glück hat er unerwartete Helfer.
Unterm Strich
Teils Monsterthriller, teils gesellschaftsstudie und Agentenroman, beeindruckt und fesselt "Pakt der Wölfe": Actionfans und Freunde sinnlicher Bilder kommen gleichermaßen auf ihre Kosten
Die Übersetzung
In der deutschen Übersetzung stören zahlreiche Einschübe zwischen Gedankenstrichen den lesefluss. Das macht den Eindruck, als sei es den beiden Übersetzerinnen nicht gelungen, die spezielle französische Satzkonstruktion adäquat ins Deutsche zu übertragen. Viele Sätze zwingen dazu, sie mehrmals zu lesen, und nicht nur, weil sie so lang wären.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Le pacte des loups, 2000; Goldmann 2001, Nr. 45168, München; 285 Seiten, aus dem Französischen übertragen von Hagedorn/Runge; ISBN 3-442-45168-X
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-09 11:13:09 mit dem Titel James Patterson: *Rosenrot, mausetot*: Packender Alex-Cross-Thriller
Eine Reihe von Banküberfällen hält Dr. Alex Cross und das FBI in Atem. Doch jeder, den sie als Verantwortlichen fangen und festnehmen, sagt ihnen: "Sie haben den Falschen erwischt!" Denn der Drahtzieher befindet sich unsichtbar in nächster Nähe der Ermittler.
Handlung
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Eine Reihe von Banküberfällen hält Dr. Alex Cross und das FBI in Atem. Bei den Überfällen finden regelmäßig unschuldige Menschen den Tod, offenbar mit voller Absicht. Die Skrupellosigkeit, Präzision und Brutalität der Ausführung schreiben sie einem "Mastermind" genannten Planer und Leiter zu. Die eigentlichen Ausführenden, die Handlanger, leben meist nicht allzu lange nach ihrer Tat. Mastermind ist darauf bedacht, keine Risiken einzugehen. Will sich Mastermind nur an den Banken für ungerechte Behandlung rächen? Die Ermittler tappen im Dunkeln.
Bis eines Tages "Mastermind" seinen größten Coup landet. Mitten in Washington, D.C., lässt er mit seinen handlangern einen Touristenbus entführen. Im Bus befinden sich die Kinder und Gattinnen der Manager einer Versicherung aus Hartford, Connecticut. Mastermind fordert 30 Millionen Dollar Lösegeld, zum Teil in Diamanten.
Die Übergabe des Geldes artet zu einem demütigenden Katz-und-Maus-Spiel für die FBI-Agenten und Alex Cross. Doch sie haben Glück: Wenig später wird der Touristenbus in Virginia gesichtet, die Geiseln können - oh Wunder - unverletzt befreit werden, und wenig später sind sogar die Täter in New York City ausgemacht.
Mastermind ist leider nicht darunter, doch die geschnappten Cops geben Hinweise auf sein Aussehen und sogar auf seinen Aufenthaltsort. Und so kommt es, dass Alex Cross und seine Polizisten schließlich in einer psychiatrischen Anstalt Dienst tun. Nach mehreren Verfolgungsjagden haben sie zwei Verdächtige ausgemacht: Der eine hat die Banken auf dem Kieker, und der andere hat möglicherweise das Ding in Washington, D.C., abgezogen. Doch sind sie Mastermind? Denn beide behaupten: "Sie haben den Falschen erwischt."
Alex Cross gerät heftig ins Schwitzen, als jemand beginnt, seine Kollegen vom FBI umzubringen, einen nach dem anderen: Sie alle waren an der Jagd auf Mastermind beteiligt. Und dies berührt ihn ganz persönlich.
Beim FBI lernte Cross nämlich Betsey Buccieri kennen, die die Jagd auf Mastermind leitet, eine taffe und doch humorvolle Frau. Die beiden verlieben sich ineinander, und es ist bewegend mitzuerleben, wie die beiden ihre Beziehung vertiefen. Doch die Serie der Morde an Betseys Kollegen reißt nicht ab, und so kommt, was kommen muss: Alex Cross' schwerste Stunde...
Mein Eindruck
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Dieser von der ersten Seite an mit Schockeffekten gespickte Roman endet mit einer Szene, die man sich nur aus Thomas Harris' Hannibal-Romanen vorstellen könnte. Die Sätze kommen daher wie Hammerschläge. Und so bleibt der Leser voll Begierde zu erfahren, wie es weitergeht (in "Violets are blue") - ein echter Cliffhanger-Schluss.
Patterson hat seine patentierte Methode, pro Minikapitel nur eine Aussage oder eine Handlung zu schildern, vervollkommnet. Auf drei bis fünf Seiten erzählt er das, worauf es ankommt. Sicher entsteht dadurch zuweilen der Eindruck, dem Leser würde etwas Wichtiges vorenthalten. Doch dieser Eindruck beruht lediglich auf der Weigerung, die eigene Vorstellungs- und Einfühlungskraft zu aktivieren. Es wäre schon sehr auffällig, wenn Patterson bzw. der von sich selbst berichtende Dr. Cross auf einmal anfangen würde, seine Gefühlswelt zu sezieren und vor unserem gelangweilten Auge auszubreiten.
Dennoch bewirkt diese Erzählmethode eine Art blinden Fleck im Informationsstand des Lesers bzw. der Protagonisten. Ich habe mich mehrmals gefragt: Wenn Cross oder Betsey nur einmal für fünf Minuten nachdenken würden, dann kämen sie bestimmt endlich auf die zündende Idee. Denn an Hinweisen besteht ja kein Mangel.
Man kann Cross & Co. lediglich zugutehalten, dass Masterminds Aktionen sie ständig auf Trab und derart unter Stress halten, dass sie nicht zum Nachdenken innehalten können. Auch Cross' Privatleben ist ja nicht ganz stressfrei. Signifikanterweise hat er seinen rettenden Geistesblitz, als er und Betsey eine Art Auszeit nehmen und es sich gut gehen lassen.
Unterm Strich
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Ich kann nur sagen, dass mich kaum einer der anderen Cross-Romane derartig bewegt und erschüttert hat wie "Rosenrot, mausetot". Die Szenen aus dem Familien- und Liebesleben des Dr. Alex Cross sind emotional, peitätvoll, einfühlsam und humorvoll; das Finale hingegen ist packend und hammerhart - genau deshalb wohl, weil man es nicht erwartet (und vielleicht auch nicht wahrhaben will).
Was mich allerdings stört: Der Band ist nur 300 Seiten lang, kostet aber an die 40 Mark - das ist wirklich heftig. Es muss wohl an dem Namen des Autors liegen.
Hinweis
"Rosenrot, mausetot" wurde inzwischen fortgesetzt in dem Roman "Violets are blue". Wie so oft bei Patterson gehören diese Titel zu einem einfachen Song oder Kinderlied: "Roses are red, violets are blue, I'm so happy I'm home, I love all of you". Es wird in "Rosenrot, mausetot" von Cross' Tochter in - vermutlich abgewandelter Form - gesungen, nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen worden ist.
Michael Matzer © 2002ff
Info: Roses are red, 2000; Ehrenwirth 9/02, Bergisch Gladbach, 304 Seiten, aus dem US-Englischen übertragen von Edda Petri, Preis: 19,90; ISBN 3-431-03313-X
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-13 22:57:43 mit dem Titel James Patterson: *Wenn die Mäuse Katzen jagen*: Einfallsreicher Thriller
Mit Dr. Alex Cross schuf der Erfolgautor James Patterson eine der wenigen Figuren eines schwarzen und sympathischen Polizisten. Der Thriller "Denn zum Küssen sind sie da..." wurde 1997/98 mit Morgan Freeman in der Hauptrolle verfilmt. Das vorliegende Buch wurde meines Wissens noch nicht verfilmt.
Handlung
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Gleich zwei psychopathische Serienkiller halten die Vereinigten Staaten und Europa in Atem. Das ist zum einen Gary Soneji, der seit frühester Kindheit von "Jahrhundertverbrechen" ist, die er selbst durch Intelligenz und Raffinesse zu übertreffen sucht, um dadurch unsterblichen Ruhm zu ernten. Er liebt Keller und bevorzugt große Bahnhöfe als Tatorte..
Gleichzeitig jagt das FBI den geheimnisvollen "Mr. Smith", einen skrupellosen Mörder, dessen blutige Spur sich ohne erkennbares Muster durch Europa und die Staaten zieht. Beide sehen in Alex Cross, dem Polizeipsychologen mit Sinn für Familie, Freunde und Musik, den einzigen ebenbürtigen Gegner in ihrem tödlichen Katz-und-Maus-Spiel.
Bald findet Cross heraus, daß Soneji AIDS hat und seine Taten immer verzweifelter werden. Schließlich stellt er ihn im Labyrinth eines Hauptbahnhofs in New York. Doch es scheint, als mache Soneji seine Drohung, Cross noch aus dem Grab heraus zu verfolgen: Cross, seine Großmutter und seine beiden Kinder werden Opfer eines Anschlags. Die Maus jagt die Katze, wie es scheint.
An dessen Aufklärung beteiligt sich der FBI-Psychologe Thomas Pierce, ein merkwürdig arroganter Sonderling, der die Morde von "Mr. Smith" aufklären soll. Cross entdeckt, daß Pierce über eine gespaltene Persönlichkeit verfügt und daß es ein Muster in den Morden von Mr. Smith gibt: Die Anfangsbuchstaben des Namens der Opfer bilden den Satz, mit dem Mr. Smith sein erstes Verbrechen gesteht. Und das hat sehr viel mit Thomas Pierce zu tun. Nun jagt die Katze wieder die Maus.
Mein Eindruck
Dieses Buch ist ein absoluter Thriller. Rasantes Tempo, faszinierende Figuren, etliche zu knackende Kopfnüsse und überraschende Wendungen machen das Buch zu einem Knaller. Das Gegengewicht und die Verschnaufpausen bilden das sehr harmonisch geschilderte Privatleben von Alex Cross. Die Krönung ist die hoffnungsvolle Romanze mit der Lehrerin Christine Johnson - sehr schöne Liebesszenen, aber ohne Kitsch und Schmalz.
Ein rundum gelungenes Buch, dessen positiver Eindruck nur an wenigen Stellen von Zweifeln an der plausiblen Psychologie der Täter und Opfer getrübt wird.
Michael Matzer © 2002ff
Info: Cat & Mouse, 1997; 336 Seiten, aus dem US-Englischen übertragen von Dietlind Kaiser; München, Ehrenwirth, 1999, ISBN 3-431-03561-2
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-18 11:11:17 mit dem Titel James Patterson: *Violets are blue*: Auf der Spur der Vampire
Dr. Alex Cross und seine Partner von FBI und Polizei bekommen es diesmal mit einer schier endlosen Serie von Morden zu tun, die offenbar ein Kult von "Vampiren" verübt hat. Diese Vampire verstehen sich als echte Bluttrinker: eine pervertierte Gegenkultur, die sich ihre Opfer unter der ahnungslosen Bevölkerung sucht.
"Violets are blue" ist die direkte Fortsetzung von "Rosenrot, mausetot". Daher findet hier endlich der Showdown zwischen Cross und seinem Gegenspieler, dem Mastermind, statt. Dessen Identät verblüfft und schockiert zugleich.
Handlung
Die Mordserie beginnt in San Francisco, unweit vom Golden Gate Park. Zwei Jogger sind die Opfer. Dem Mann wurden tiefe Bisswunden zugefügt, die, wie man ungläubig feststellt, nur von einem echten Tiger stammen können. Die Frau hängt ausgeblutet kopfüber von einem Baum. Auch sie wurde gebissen - und ausgesaugt. Vampire in Frisco?
Dr. Alex Cross wird hinzugezogen, um mit psychologischen Einsichten einen Beitrag zu leisten. Alex wird per Telefon, kaum in der Stadt angekommen, schon auf dem Handy belästigt: Mastermind, sein Widersacher aus "Rosenrot mausetot", überwacht ihn. Wann wird Cross endlich die Identität des Mastermind lüften? Dessen Nähe lässt ihn jeden Moment eine Kugel erwarten.
In Frisco lernt Alex seine Partnerin beim FBI kennen, die hübsche Jamilla. Der inzwischen wieder unbeweibte Doktor ist auch sehr angetan von ihr, doch da er bislang jede seiner Partnerinnen an Verbrecher verloren hat, lässt er sich auf nichts ein.
Cross' Nachforschungen führen ihn die Westküste hoch zu einem wahren Vampirgelehrten und zu einem Laden, wo man sich verlängerte Eckzähne einsetzen lassen kann. Was so bizarr und lachhaft klingt, schlägt um in (ähem) blutigen Ernst, als plötzliche ausgesaugte Opfer an der Ostküste und in New Orleans gefunden werden. Das FBI tappt noch im Dunkeln, als Cross über eine zeitliche Übereinstimmung stolpert: Stets befand sich ein Zaubererpaar am Ort des Geschehens, das à la Siegfried & Roy mit einem Tiger sein Publikum ergötzte.
Nahe New Orleans haben die beiden Zauberer ihr Hauptquartier aufgeschlagen und feiern Vampirparties. Die Dinge spitzen sich zu, als das FBI die Falle zuschnappen lässt. Cross & Jamilla sowie Kyle Craig von der FBI-Zentrale geraten nun jedoch in der antiken Villa der Zauberer selbst in eine Falle - eine böse Überraschung erwartet sie...
Mein Eindruck
Natürlich ist dies keineswegs das Ende. Vielmehr folgen noch fast 200 Seiten. Das Buch hat genau 116 Kapitel. Jedes liefert nur genau so viel Informationen, dass es den Leser bei der Stange hält. Einerseits treibt dies zwar die Handlung Schritt für Schritt voran und bietet zahlreiche Aha-Effekte. Andererseits entstand bei mir der Eindruck, dass der Autor die relativ dünne Handlung unnötig mit leerer Luft aufpumpt, um den Eindruck von Bedeutung zu erwecken.
Die ersten 350 Seiten kann man daher einfach so weglesen, bis die echten Täter und ihre unsichtbarer Strippenzieher gefasst sind. Dann erst wird das Buch richtig gut: Nun folgt die Konfrontation mit Cross' Nemesis, jenem Superverbrecher, der sich 'Mastermind' (Superhirn) nennt. Als Cross endlich ein Licht aufgeht, ist es für Jamillas Rettung schon fast zu spät...
Unterm Strich
Wer "Rosenrot mausetot" mochte, wird mit "Violets are blue" ein wenig enttäuscht werden, jedenfalls über weite Strecken des Buches, bis endlich die Konfrontation mit Mastermind folgt. Wer Pattersons vielfach erprobte (und bereits kopierte) Masche mit den kurzen Kapiteln mag, wird sich hier zufrieden zurücklehnen können. Und wem sie auf den Wecker geht, sollte einen großen Bogen um jedes Patterson-Buch machen.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Violets are blue, 2001; Headline Books 2002, London; 445 Seiten, EU 10,80; ISBN 0-7472-6691-3
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-02 14:55:32 mit dem Titel J. A. Phillips: *Überholspur*: Eine geborene Erzählerin
Die Short Stories von Jayne Anne Phillips beschreiben junge Leute um die Dreißig, Leute in einer Übergangsphase. Die preisgekrönte Autorin zeichnet Stimmungen, Bildern, Situationen mit einer Leichtigkeit, als habe sie das schon immer gemacht. Sehr beeindruckend: Die Frau kann wirklich erzählen.
Die Autorin
Mit einem relativ schmalen Werk eroberte sich Jayne Anne Phillips, Jahrgang 1952, Mitte der 80er Jahre einen der vordersten Ränge in der US-Literatur. Mit der beeindruckenden Storysammlung "Das himmlische Tier" und dem Roman "Maschinenträume" über die Vietnamkrieg-Generation erreichte sie auch in Deutschland begeisterte Leser (wie mich).
Sie wuchs in einer Kleinstadt im gebirgigen Bundesstaat West Virginia auf. Nach einem Studium lebte sie in einem Schwarzen-Ghetto in Kalifornien und in Colorado. Anschließend unterrichtete sie am Radcliffe College in Cambridge/Massachusetts. "Maschinenträume" wurde in 14 Sprachen übersetzt. Mit ihrer Familie lebt sie in Boston/Mass.
Stories
Der Band enthält folgende Stories:
Wie Mickey es schaffte
Rayme
Überholspur
Sonnenbarsch
Etwas, das geschehen ist
Blue Moon*
Bess
Jayne Anne Phillips erzählt von jungen Ausbrechern, Wahrsagern, verrückter Liebe, vom Leben einer todkranken Frau. Mein persönlicher Favorit: der innere Monolog einer Schwangeren mit ihrem Ungeborenen in der Geschichte "Sonnenbarsch" - sehr poetische Bilder, die im Kopf bleiben, da sie zu einer bestimmten, definitiven Stimmung gehören.
Mein Eindruck
In ihrer Storysammlung "Überholspur" bleibt J.A. Phillips ihrer größten Stärke treu: der naturalistischen Unmittelbarkeit und robusten Sinnlichkeit ihrer Menschendarstellung (Reich-Ranicki, s.u.). Ob sie Männer oder Frauen, junge oder alte Menschen sprechen lässt, sie trifft immer genau den richtigen Ton. Diese jungen Männer und Frauen um die Dreißig befinden sich in einem seltsamen Schwebezustand, der sie auf träumerische Weise entrückt erscheinen lässt.
Die Krimiautorin Patricia Highsmith meinte dazu: "Wie in den Büchern von Carson McCullers - mit der Miss Phillips verglichen werden kann - spürt man in den beschreibungen der Häuser, Familien und alten Fotos immer wieder das seltsame Gefühl des sechsten Sinns (...) Die Autorin kennt das landleben, den geruch des Sommers, die verschlungenen Wege sexueller Anziehung, ihre Dauer und ihr Vergehen; sie weiß, dass dabei nicht so sehr die Intensität eine Rolle spielt, sondern eher der Zufall."
Marcel Reich-Ranicki schrieb: "Die besten dieser Geschichten und Episoden, dieser finsteren Idyllen und poetischen Situationsbilder verdanken ihren Reiz einem glücklichen gegensatz. Die amerikanische Erzählerin reagiert auf das Leben mit bewundernswerter Unmittelbarkeit mit robuster und zugleich melancholischer Sinnlichkeit. Man kann ihr nachrühmen, was heute Seltenheitswert hat und was man die Unschuld der Wahrnehmung nennen darf.
Doch so jugendlich hier die Welterfahrung, so sicher und reif das schriftstellerische handwerk: J.A. Phillips vertraut der nüchtern registrierenden Beobachtung, ihr gelingt es immer wieder, die realen Umstände, die Details und Nuancen sprechen zu lassen. Die höchst anschauliche Milieuschilderung entsteht wie von selbst. Virtuosität? Nein, denn das Bedürfnis aufzutrumpfen und dem Leser zu imponieren, scheint ihr fremd. Sie kann sich das leisten." Also sprach MRR.
Unterm Strich
Ein Sammlung schöner Stories aus dem Amerika der achtziger Jahre.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Fast Lane, 1987; S. Fischer Taschenbuch Verlag 1990, Frankfurt/M.; 192 Seiten, DM 12,80, aus dem US-Englischen von Karin Graf, ISBN 3-506-10172-7
* Die amerikanische Redewendung "under a blue moon" bezeichnet etwas Verrücktes, das geschieht, gedacht oder getan wird, hat also vordergründig nichts mit dem Blues zu tun.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-08 18:35:35 mit dem Titel J. Patterson: *Rosenrot mausetot*: Spannender Kampf gegen das Superhirn
Eine Reihe von Banküberfällen und Geiselnahmen hält den Washingtoner Polizei-Psychologen Dr. Alex Cross und das FBI in Atem. Doch jeder, den sie als Verantwortlichen fangen und festnehmen, sagt ihnen: "Sie haben den Falschen erwischt!" Denn der Drahtzieher befindet sich unsichtbar in nächster Nähe der Ermittler.
Der Autor
James Patterson, Jahrgang 1949, ist einer der am effektvollsten erzählenden Krimiautoren der Welt. Seine Romane wurden mittlerweile in 30 Millionen Exemplaren gelesen (besser: verschlungen). Am besten gefallen mir seine Romane um den Washingtoner Polizei-Psychologen Dr. Alex Cross.
Der Sprecher
Ulrich Pleitgen, geboren 1946 in Hannover, erhielt seine Schauspielerausbildung an der Staatl. Hochschule für Musik und Theater in seiner Heimatstadt. Pleitgen wurde nach seinen Bühnenjahren auch mit Film- und Fernsehrollen bekannt. Er hat schon mehrere Hörbücher vorgelesen und versteht es, mit seinem Sprechstil Hochspannung zu erzeugen und wichtige Informationen genau herauszuarbeiten, ohne jedoch übertrieben zu wirken.
Handlung
Eine Reihe von Banküberfällen hält Dr. Alex Cross und das FBI in Atem. Bei den Überfällen finden regelmäßig unschuldige Menschen den Tod, offenbar mit voller Absicht. Die Skrupellosigkeit, Präzision und Brutalität der Ausführung schreiben sie einem "Superhirn" genannten Planer und Leiter zu. Die eigentlichen Ausführenden, die Handlanger, leben meist nicht allzu lange nach ihrer Tat. Das Superhirn ist darauf bedacht, keine Risiken einzugehen. Will sich das Superhirn nur an den Banken für ungerechte Behandlung rächen? Die Ermittler tappen im Dunkeln.
Bis das Superhirn eines Tages seinen größten Coup landet. Mitten in Washington, D.C., lässt er von seinen Handlangern einen Touristenbus entführen. Im Bus befinden sich die Kinder und Gattinnen der Manager einer Versicherung aus Hartford, Connecticut. Das Superhirn fordert 30 Millionen Dollar Lösegeld, zum Teil in Diamanten. Die Übergabe des Geldes artet zu einem demütigenden Katz-und-Maus-Spiel für die FBI-Agenten und Alex Cross. Doch sie haben Glück: Wenig später wird der Touristenbus in Virginia gesichtet, die Geiseln können - oh Wunder! - unverletzt - werden und wenig später sind sogar die Täter in New York City ausgemacht. Was sollte das alles?
Das Superhirn ist leider nicht darunter, doch die geschnappten Cops geben Hinweise auf sein Aussehen und sogar auf seinen Aufenthaltsort. Und so kommt es, dass Alex Cross und seine Polizisten in einer psychiatrischen Anstalt Dienst tun. Nach mehreren Verfolgungsjagden haben sie zwei Verdächtige ausgemacht: Der eine hat die Banken auf dem Kieker, und der andere hat möglicherweise das Ding in Washington, D.C., durchgezogen. Doch sind sie auch das Superhirn? Denn beide behaupten: "Sie haben den Falschen erwischt."
Alex Cross gerät heftig ins Schwitzen, als jemand beginnt, seine Kollegen vom FBI umzubringen, einen nach dem anderen, und alle waren an der Jagd auf das Superhirn beteiligt. Und dies berührt ihn ganz persönlich.
Denn wie stets in Pattersons Romanen um den Polizeipsychologen Dr. Alex Cross spielt auch dessen Privatleben eine bedeutende Rolle. Seine Familie bewahrt Cross praktisch davor durchzudrehen. In dem Vorgänger-Roman hat Cross' Freundin Christine Johnson schwere seelische Schäden davongetragen. Dies führt dazu, dass sie nach ihrer Befreiung und Wiedereingliederung in Job und Familie ihre Beziehung zu Cross nicht aufrechterhalten kann. Die Belastung, die Furcht durch seine Arbeit ist ihr zuviel. Lediglich ihr Sohn Alex junior darf bei ihm bleiben, doch sie selbst verschwindet.
Beim FBI lernt Cross die fähige Agentin Betsey Buccieri kennen, die die Jagd auf das Superhirn leitet, eine ebenso taffe wie humorvolle Frau. Die beiden verlieben sich ineinander, und es ist bewegend mitzuerleben, wie die beiden ihre Beziehung vertiefen. Doch die Serie der Morde an Betseys Kollegen reißt nicht ab, und so kommt, was kommen muss: Alex Cross' schwerste Stunde.
Mein Eindruck
Dieser von der ersten Szene an mit Schockeffekten gespickte Roman endet mit einer Szene, die man sich nur aus Thomas Harris' Hannibal-Romanen vorstellen könnte. Die Sätze kommen daher wie Hammerschläge. Und so bleibt der Leser voll Begierde zu erfahren, wie es weitergeht (in "Violets are blue") - ein echter cliffhanger-Schluss.
Patterson hat seine patentierte Methode, pro Minikapitel nur eine Aussage oder eine Handlung zu schildern, vervollkommnet. In wenigen Minuten erzählt er das, worauf es ankommt. Sicher entsteht dadurch zuweilen der Eindruck, dem Leser würde etwas Wichtiges vorenthalten. Doch dieser Eindruck beruht lediglich auf der Weigerung, die eigene Vorstellungs- und Einfühlungskraft zu aktivieren. Es wäre schon sehr auffällig, wenn Patterson bzw. der von sich selbst berichtende Dr. Cross auf einmal anfangen würde, seine Gefühlswelt zu sezieren und vor unserem gelangweilten Auge auszubreiten.
Dennoch bewirkt diese Erzählmethode eine Art blinden Fleck im Informationsstand des Lesers bzw. der Protagonisten. Ich habe mich mehrmals gefragt: Wenn Cross oder Betsey nur einmal für fünf Minuten nachdenken würden, dann kämen sie bestimmt endlich auf die zündende Idee. Denn an Hinweisen besteht ja kein Mangel. Man kann Cross & Co. lediglich zugutehalten, dass Superhirns Aktionen sie ständig auf Trab und derart unter Stress halten, dass sie nicht zum Nachdenken innehalten können. Auch Cross' Privatleben ist ja nicht ganz stressfrei. Signifikanterweise hat er seinen rettenden Geistesblitz, als er und Betsey eine Art Auszeit nehmen und es sich gut gehen lassen.
Der Sprecher
Ulrich Pleitgen spricht nuancenreich, mit feiner Betonung der wichtigen Satzelemente (etwa Namen) und mit einem Gespür für das richtige Tempo und den nötigen Rhythmus einer Szene. Familien- und Liebesszenen, die Alex Cross selbst erzählt, sind in einem meist heiteren oder gar zärtlichen Ton vorgetragen. Seine Ermittlungen tragen die Handschrift des unbarmherzigen Alltags. Die Verfolgungsjagd nach der Washingtoner Entführung ist atemlos, hastend. Dem steht wieder der überhebliche Monolog des Superhirns gegenüber, das Cross' Aktionen spöttisch verfolgt und so für ahnungsvolle Schauder sorgt. Pleitgens flexibler Vortrag zwingt zum Zuhören. Ich habe die 5 CDs an einem Stück angehört, weil ich einfach nicht warten konnte. Klasse.
Unterm Strich
Ich kann nur sagen, dass mich kaum einer der anderen Cross-Romane derartig bewegt und erschüttert hat wie "Rosenrot mausetot". Die Szenen aus dem Familien- und Liebesleben sind emotional und humorvoll, der Oberschurke unglaublich zynisch, das Finale hingegen packend und hammerhart - genau deshalb wohl, weil man es nicht erwartet.
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Roses are red, 2000; LübbeAudio 11/2002, Bergisch Gladbach; 356 Minuten auf 5 CDs, EU 29,90, ISBN 3-7857-1225-1
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-13 16:19:14 mit dem Titel J. Patterson: *Four blind mice*: Alex Cross' letzter Fall: ein heißes Eisen
Dies ist Pattersons neuester Alex-Cross-Thriller: Vietnam-Veteranen begehen in den USA kaltblütige Auftragsmorde, die dann völlig unschuldigen Armeeangehörigen angehängt werden. Doch wer ist der unbekannte Auftraggeber dieser Morde? Alex Cross findet es erst ganz am Schluss heraus. Es soll sein letzter Fall sein. Aber was für einer!
Der Autor
James Patterson besaß eine Werbeagentur, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Er lebt und schreibt heute in Florida. Unter seinen zahlreichen Thrillern finde ich besonders seine Alex-Cross-Romane gelungen: "Denn zum Küssen sind sie da", "Sonne Mord und Sterne", "Rosenrot mausetot", "Violets are blue" und "Wenn Mäuse Katzen jagen". Natürlich ist Alex Cross immer nur so gut wie die Schurken, die er zur Strecke bringt: Gary Soneji, Kyle Craig, Jack & Jill und der Killer, der sich "Casanova" nennt.
Handlung
Wie er schon in "Violets are blue" angekündigt hatte, will Alex Cross nun endgültig den Dienst bei der Polizei von Washington.D.C., quittieren. Er hat ein attraktives Angebot vom Direktor des FBI, Burns, bei der Bundespolizei einzusteigen. Alex freut sich auf mehr Freizeit, die er mit seinen drei Kindern verbringen möchte.
Außerdem scheint er endlich in der Polizistin Jamilla Hughes aus San Francisco die Frau fürs Leben gefunden zu haben. Jedenfalls gibt ihre gemeinsame Liebesnacht in einem opulent ausgestatteten Hotel allen Anlass zu den größten Hoffnungen.
Nur der Gesundheitszustand seiner Großmutter trübt Alex' Zuversicht: Nana neigt neuerdings so Schwäche- und Ohnmachtsanfällen. Sieht ihr gar nicht ähnlich, obwohl sie bereits 82 ist.
Der letzte Fall
Doch da taucht sein alter Freund und Kollege John Sampson auf und bittet Alex um Hilfe. Auf dem Militärstützpunkt Fort Bragg in North Carolina wurden drei Soldatenfrauen brutal mit Messerschnitten und -stichen getötet. Sie wurden mit blauer Farbe angemalt. Wenige Stunden später hatte die Militärpolizei Sampsons Freund, den Oberfeldwebel Ellis Cooper, festgenommen, obwohl er seine Unschuld beteuerte. Man fand die Tatwaffe und Blutspuren der Ermordeten in seinem Haus. Der Staatsanwalt hat leichtes Spiel.
Sampson und Cross gelingt es trotz ihrer Mühe nicht, Cooper aus dem Todestrakt zu holen, in den er nach seiner Verurteilung verlegt worden ist. Cooper wird mittels Giftspritze hingerichtet. Doch die beiden Polizisten stoßen auf mehrere Ungereimtheiten. Warum irgendjemand seine Tatwaffe im eigenen Haus aufbewahren? Kann jemand wirklich so bescheuert sein? Die einzige vernünftige Erklärung: Cooper wurde die Waffe untergeschoben - er ist das Opfer einer Intrige.
Doch wer hätte ein Interesse daran, Cooper hinzuhängen? Sampson und Cooper waren zusammen in Vietnam, um dort zwei "Touren" lang zu dienen. Dabei wurden sie dicke Freunde. Als sich bei ähnlich unschuldig Verurteilten ebenfalls eine Verbindung nach Vorgängen in Vietnam herausstellt, wird Alex Cross gewarnt. Sein Kampf gegen die "graue Wand", mit der sich das Militär umgibt, wird als unerlaubte Schnüffelei empfunden. Zum Glück hat er Rückendeckung vom FBI-Direktor.
Der Horror Vietnams - die geheime Geschichte
Als er auch an der Militärakademie in West Point recherchiert, stößt er auf den Dozenten owen Handler, der in Vietnam mit einer Ranger-Spezialeinheit zu tun hatte. Deren Aufgabe bestand darin, mitten im Krieg hinter den feindlichen Linien unter den Zivilisten terroristische Akte zu begehen, um den Gegner, den Vietcong, einzuschüchtern. Das gelang den Rangern hervorragend. Nur dumm, dass einige dabei ausrasteten und gefallen daran fanden, zu brandschatzen und zu vergewaltigen. Handler und der Chef von Fort Bragg, General Hamilton, mussten weitere Ranger reinschicken, um die "Ausgerasteten" zu eliminieren.
Es sieht für Alex Cross allmählich so aus, als würde solch eine Breinigungseinheit nun auch in den USA operieren. Kaum ist Owen Handler zu ihm ins Auto gestiegen, um zu reden, werden sie unter Beschuss genommen. Cross überlebt die Attacke, Handler nicht. Das war bestimmt kein Zufall.
Cross sagt sich: Nun erst recht. Er spricht mit einem alten Vietnamveteranen, der im Hochsicherheitsgefängnis in Colorado einsitzt - im gleichen Trakt wie Kyle Craig, der FBI-Verräter (vgl. "Violets are blue" und "Roses are red"). Die Informationen von diesem alten Vietnamesen, der für die Amis gekämpft hatte, führen Cross in die vietnamesische Botschaft. Dort findet er in unsortierten Unterlagen zum Vietnamkrieg drei Namen: Colonel Tom Starkey, Captain Brownley Harris und Sergeant Warren 'The Kid' Griffin. Ihr Codename: Three Blind Mice (nach einem alten englischen Kinderreim).
Die drei blinden Mäuse
Im zivilen Leben arbeiten die inzwischen über Fünfzigjährigen als Vertreter für einen deutschen Waffenhersteller (H&K) und führen vorbildliche Ehen, aber in ihrem "Privatleben" führen sie Mordaufträge aus. Dabei gehen sie genauso militärisch-vorsichtig vor wie bei ihren Einsätzen in Vietnam. Im Grunde ist es ihnen völlig egal, wen sie für Geld "ausknipsen", denn die Morde werden stets bestimmten Leuten angehängt. Leuten wie Ellis Cooper. Ihr Verbindungsmann trägt den Codenamen "Foot Soldier". Seltsam nur, dass auch ein geheimer Tippgeber von Alex Cross diesen Decknamen benutzt - die vierte "blinde Maus"?
Es ist ein gelinder Schock für den Leser, mit diesen drei Killern bereits in Kapitel zwei Bekanntschaft machen zu müssen. Noch ist ihr Motiv unklar, aber sie stellen sich als höchst unangenehme und gefährliche Zeitgenossen heraus. Auf einer ihrer Killertouren - nach der Pflicht kommt die Kür - ermorden sie ein komplettes Bordell mit Vietnamesinnen. Die "drei blinden Mäuse" sprechen fließend vietnamesisch. Solche Szenen machen das Buch wenig geeignet für Leser mit schwachem Magen.
Showdowns
Nach einem ersten Showdown, bei dem Alex Cross mit knapper Not überlebt, kommt es zu einem zweiten. Denn wer ist der Auftraggeber der Mordserie, wer ist die vierte "blinde Maus"?
Mein Eindruck
Wie man schon der knappen Inhaltsangabe entnehmen kann, ist Patterson wieder ein hammerharter Thriller gelungen, der es mit seinen besten Werken aufnehmen kann. Manche Szenen gehen wirklich an die Nieren. Und das sind bestimmt nicht Sampsons und Cross' erotische Liebesszenen. Die drei Killer auf der Menschenjagd zu begleiten, ist nicht jedermanns Sache.
Fein dosierte Spannung
Wieder gelingt es dem Autor, das Wissen des Lesers so fein zu dosieren, dass genau die größte Spannung erzeugt wird, aber auch die größten Befürchtungen. So meint man jederzeit einen Feuerüberfall auf Sampsons und Cross' Geliebte erwarten zu müssen. Und tatsächlich: Am hellichten Tag eröffnen unbekannte Killer das Feuer auf das Haus von Alex Cross' Familie. Mitten in Washington, D.C. Man kommt sich vor wie in einem Kriegsgebiet.
Der Vietnamkrieg ist nach Hause gekommen - das ist die Botschaft, die uns Patterson überbringt. Und die Amerikaner haben durch den Todesschützen von Washington und Umgebung spüren müssen, dass auch heimgekehrte Golfkriegs- und Afghanistan-Veteranen lebende Zeitbomben darstellen.
An nichts hat mich dieses Buch so erinnert wie an die Vietnamthriller von Peter Straub (Koko" und "Der Schlund") und von Eric Van Lustbader ("Schwarzes Herz" und fast jeder andere Roman bis 1990). Denn Patterson wirft natürlich ein Schlaglicht auf die geheime Geschichte dieses besonders schmutzigen Krieges (nun ja: alle Kriege sind schmutzig). Auf die Massaker an Zivilisten, begangen von regulären US-Soldaten. Finstere Symbole fehlen nicht.
Apokalypse bitte jetzt
Und dass es diese Aufträge ebenso wenig gegeben hat wie diese Soldaten, dürfte wohl klar sein. Denn genau dies sagt ja bereits Martin Sheens Auftraggeber in "Apocalypse Now". Diesen Film kennt auch einer der "drei blinden Mäuse". Der Geruch von frischem Blut und Kordit ist "besser als der Geruch von Napalm am Morgen" (ein berühmt-berüchtigter Spruch aus dem Film, gesagt von Robert Duvall; Seite 112).
Pattersons streut noch weit mehr Filmhinweise ein: auf Hitchcocks "Rear Window", "A Beautiful Mind", "Dead Man Walking" und auf den unvermeidlichen Dr. Hannibal Lecter. Dieser habe es inzwischen zu angemessenem Ruhm als elegantes Ungeheuer mit Geschmack gebracht. Hier hält der Autor dem Leser den Spiegel vor. Auch Tom Clancy bekommt sein Fett weg. Und an manchen Stellen in Fort Bragg erinnert der Roman an einen Militärthriller von Joseph Finder ("High Crimes").
Wer ist Jack Ryan?
Clancys Begeisterung für Geheimdienst- und Militärikonen à la Jack Ryan scheint Patterson mit Argwohn zu betrachten. Denn es ist schließlich auch General Hamilton aus Ft. Bragg, der Dreck am Stecken hat: Er sollte eigentlich in den Generalstab der vereinten Streitkräfte aufrücken. Aus dieser quasi-politischen Karriere wird nichts mehr. Die "vierte blinde Maus" kommt ihm in die Quere. An manchen Stellen wird Pattersons Roman sehr ironisch.
Unterm Strich
Der deutsche Leser kann diesen Roman wohl unbefangener lesen als der US-Leser. Uns interessiert in erster Linie die spannende Handlung, die einen an den Fingernägeln kauen lässt. Sie aufgelockert nur durch Cross' und Sampsons Liebeserlebnisse und Cross' Sorge um seine Oma.
Allerdings könnte man sich auch hierzulande sorgen, wenn man bedenkt, dass unser mächtigster NATO-Partner durchaus auf äußerst fragwürdige Militärmitteln zurückzugreifen bereit ist (nicht nur unter Nixon). Erst vor wenigen Tagen wurden die NATO-Partner von den USA um Beistand gegen den Irak gebeten, obwohl Saddam Hussein niemanden angegriffen hat.
Vom amerikanischen Leser - zumal von Militärangehörigen - könnte der Roman hingegen als Affront aufgefasst werden. Veteranen als bezahlte Killer und Psychopathen? Ehrenhafte Generäle als Auftraggeber geheimer Terrorismusaktionen in Vietnam? Vertuschungsaktionen in der Militärgerichtsbarkeit? Herrje, was denn noch alles?!
Wie man sieht, hat der ehemalige Werbefachmann Patterson wieder ein heißes Eisen angepackt. Und seine Erzählkunst ist so gut (oder so schlecht, je nach Standpunkt) wie eh und je. Jedenfalls im Original...
Michael Matzer (c) 2002ff
Info: Headline 11/2002, London; 309 Seiten, UK 10,95, ISBN 0-7472-7433-9
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-17 18:04:16 mit dem Titel Diana L. Paxson: *Die Herrin vom See (Artor #1)*: Eigenwillige Artus-Variante
Artus-Trilogien gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Die ehemalige Mitarbeiterin von Marion Zimmer Bradley liefert eine der besseren ab, erinnert dabei aber schwer an *Die Nebel von Avalon*. Der Verlag hat die Bücher gediegen ausgestattet. Es gibt sie ab Februar 2003 auch als preisgünstiges Taschenbuch.
Handlung
°°°°°°°°°
*Die Herrin vom See* erzählt die Vorgeschichte der Artus-Legende, also die rund 50 Jahre vor seiner Bestätigung als der prophezeite König und Retter Britanniens. Die Fortsetzung mit dem Titel "Die Herrin der Raben" schildert Artus' Jahre bis zum entscheidenden Sieg gegen die Sachsen am Mount Badon. Die Zeit ist das stürmische 5. Jahrhundert nach Christus.
Nach dem Abzug der römischen Truppen findet sich in der Ex-Provinz Britannia eine bunt gemischtes Volk den Angriffen und Plünderungen der irischen Piraten und der piktischen Stäme aus dem schottischen Hochland jenseits der zwei Wälle von Hadrian und Antoninus ausgesetzt. Hinzukommt, dass es nach dem Tod des letzten legitimen Kaisers zwei Parteien gibt, die Anspruch auf die Herrschaft anmelden. Da ist Ambrosius Aurelianus mit seinem später wichtigen Bruder Uther Pendragon (Artus' Vater), sie weilen aber im benachbarten Gallien. Und da ist Vitalinus Vor-Tigern, der sich Oberkönig nennen lässt.
Vitalinus macht notgedrungen – oder aus der römischen Gewohnheit heraus, kämpfen zu lassen statt selbst zu kämpfen – einen schweren Fehler: Er holt sächsische, also germanische Krieger ins Land. Ihr Anführer ist Hengest. Da die Pikten und Skoten keine Ruhe geben, muss Vitalinus immer weitere Sachsen, ja sogar Angeln, Jüten und Friesen ins Land lassen. Nachdem sein Gold alle ist, wollen sie sich mit britannischem Land für ihre Soldatendienste bezahlen lassen.
Als auch diese Zugeständnisse nicht mehr ausreichen, nehmen sich die Germanen, was sie wollen. Bei einer feierlichen Versammlung zwecks Friedensschluss ermorden sie alle Fürsten der Briten und stürmen das Land bis weit in den Westen. Was kann das einst glorreiche, blühende Britannien jetzt noch retten?
Ambrosius Aurelianus erweist sich als zu schwach, um die Sachsen zu jagen, und so kommt es zu einer grotesken Lage, die an die Berliner Mauer erinnert: Eine befestigte Grenze zieht sich quer durchs Land, von Norden bis Süden; im Osten setzen sich die Germanen fest, im Westen leisten die Briten Widerstand. Das kann natürlich nicht ewig so weitergehen, und so spielen bald wenige Männer – und Frauen! – eine entscheidende Rolle.
Die weibliche Linie der Magie
Aus ihrer Urheimat am Schwarzen Meer, aus der römischen Provinz Dacia, haben die alten Priesterinnen ein mächtiges Schwert mitgebracht, das uns gemeinhin als Excalibur bekannt ist, im Buch aber keinen Namen trägt. Jedenfalls wohnt ihm ein Gott des Krieges inne. Vor Missbrauch behütet und gepflegt wird das Schwert von den Priesterinnen auf der abgelegenen Insel der Maiden (= Avalon), die im Lake District liegt.
Die lange Linie der zaubermächtigen Priesterinnen des Schwertes reicht bis hinab zu Igraine, der Mutter des Knaben Artus, und zu ihrer Tochter Morgause, die in allen Artus-Romanen vor "Nebel von Avalon" als Hexe Morgaine so schlecht wegkam.
Merlin, der Seher Britanniens
Von einer Angehörigen dieses Geschlechts stammt auch der junge Ambros ab, der später unter dem Spitznamen "Merlin" bekannt wurde. Sein Vater war einer der Ureinwohner aus den Wäldern, ein sogenannter Wilder Mann.
Da sich aber seine Mutter Madrun nicht an diese sicher nicht besonders ruhmreiche Episode erinnern kann/mag, kriegt sie später erhebliche Probleme: Merlin sieht wegen seines dichten Haarwuchses aus wie ein Kind des Teufels – man will ihn sogar töten lassen. Dies verhindert er durch seine besondere Sehergabe. Auch dem König, Vor-Tigern Vitalinus, hilft er durch Weissagung. In der Merlin-Verfilmung kämpfen zwei Drachen in den Lüften über Vortigerns immer wieder einstürzender Burg (= Königreich Britannien): ein weißer (= Germanen) und ein roter(= Briten). Der weiße Drache gewinnt.
Artus, der Verteidiger Britanniens
Merlin sagt ebenso wie der Gott im Schwert die Geburt eines mächtigen Kriegers voraus, das Kind von Uther Pendragon und der Zauberin Igraine: Artus. Dumm nur, dass Igraine noch verheiratet ist und zwar mit dem Fürsten von Cornwall, der Pendragon nicht als Oberherrn anerkennt. Genau: Das wird noch eine ganz üble Geschichte. Sie soll hier aber nicht verraten werden. Das Buch endet wie gesagt mit der Szene, als Artus das Schwert aus dem Stein zieht.
Fazit
°°°°°
Diese Erzählung ist durchaus spannend, lebhaft und bewegend erzählt, ja stellenweise sogar komisch (besonders wenn der junge Merlin auftritt). Dennoch sollte man sie möglichst zügig durchlesen, denn sonst kann man sich nicht mehr an die vielen römischen und germanischen Namen von Leuten, Orten und Titeln erinnern. Ein Glossar, Ortsverzeichnis, Stammbäume und eine historische Karte Britanniens im 5. Jahrhundert runden den Band hilfreich ab. Das Glossar hilft, aber das Nachschlagen ist mühsam.
Das Nachwort von Redakteur und Herausgeber "Dr. Fantasy" Helmut W. Pesch befasst sich mit dem Thema "König Artus – Legende und Wirklichkeit". Er macht deutlich, wie ungesichert die Nachrichtenlage von den Chronisten jener längst vergangenen Zeit ist und wie viele selbst ernannte "Fachleute" sich die abstrusesten Theorien erlauben. Allerdings bewertet er nicht Paxsons Versuch der Artus-Darstellung.
Diana Paxson ist eine versierte Kennerin der Historie jener Zeit. Ihre neuheidnische Einstellung lässt sie eine kritische Haltung zum aufkommenden Christentum einnehmen: die Mönche kommen meist schlecht weg. Sie versteht die Mentalität der Leute, die sich im Umbruch zwischen verschwindenden heidnischen Bräuchen und aufkommendem christlichem Glauben oder vielmehr Aberglauben befinden. Paxson macht sehr deutlich, dass die alte Religion, für die Avalon steht, in Händen der Frauen lag, das Christentum aber in Händen von Männern, die fast nur Schlechtes über Frauen zu sagen wussten. Der Leser muss selbst seinen Standpunkt suchen. Atheisten haben es leichter, sich auf die Seite der Autorin zu schlagen.
Michael Matzer © 2003ff
Info: The hallowed isle: Book one: The Book of the sword, 1999; Bastei-Lübbe 2/2003, Bergisch Gladbach; 303 Seiten, EU 6,90, aus dem US-Englischen übertragen von Michael Krug; ISBN 3-404-20456-5
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-17 18:18:34 mit dem Titel Diana L. Paxson: *Die Herrin der Raben*: Im Krieg und in der Liebe...
Dies ist die direkte Fortsetzung von "Die Herrin vom See", dem ausgezeichneten Startband von Diana Paxsons Artor-Zyklus. Paxson erzählt historisch annähernd zutreffend, mit Tempo und dennoch einem mystischen
Hintergrund, der auch Fantasyfreunde anspricht. Trat in Band 1 Merlin als Zauberer auf (und auch in Band 2 ab und zu), so steht zunächst im zweiten Band die dänische Hexe Haedwig im Mittelpunkt.
Haedwig dient dem nordischen Obergott Woden (Wotan). Ihm ist der heilige Speer Gungnir geweiht, den sie geerbt hat. Der Speer ist der Widerpart zu Artors magischem Schwert (Excalibur), das ihm von der "Herrin vom See" übergeben worden war und mit dem er die in Britannien eindringenden Sachsen wiederholt besiegt.
Der Originaltitel des Buches lautet daher folgerichtig "The book of the spear". Der erste Band hieß "The book of the sword". Beide gehören zum vierbändigen Zyklus "The hallowed isle" (die geheiligte Insel). Mit der "Herrin der Raben" des Titels ist übrigens die Göttin der Schlacht gemeint.
Handlung
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Die Bewohner von Jütland sehen ihr Land Ende des fünften Jahrhunderts buchstäblich untergehen: Das Meer steigt, Stürme toben, Flüsse überschwemmen die sonst so fruchtbaren Felder. Als Hengests Sohn Octha sie auffordert, mit ihm nach Britannien zu segeln, um Land zu erobern. Dort sind bereits die Sachsen und die Angeln sesshaft geworden, und der Jüte Hengest, Octhas Vater, hat sich in Kent als König fein eingerichtet.
Octhas Sohn Oesc folgt seinem Vater und nimmt schon bald an einer Schlacht in St. Albans teil, in der sein Vater stirbt. Mit dessen Kopf kann Oesc zu Hengest entkommen, wo ihn die Heilerin Haedwig wieder gesundpflegt. Unter Führung des Halb-Sachsen Cederic stellen sich im nächsten Frühjahr die vereinten Sachsen und Jüten den britischen verteidigern Englands zur Schlacht. Nun wird Oesc gefangengenommen und in Artors Tross als Geisel festgehalten, um das Wohlverhalten Hengests zu garantieren.
Nach einer Weile freundet sich Oesc zusammen mit anderen Geiseln mit Artor an, ganz einfach, weil dies der interessanteste junge Mann in England ist. (Und einen Zauberer hat er auch: Merlin.) Als sie in Londinium in eine Straßenschlägerei geraten, steht Oesc Artor treu zur Seite. Er erkennt, dass ihn mit dem König mehr verbindet, als er geglaubt hat. Sie beide müssen sich mit einem schweren Erbe auseinandersetzen: Artor mit seiner etwas zweifelhaften Herkunft und den politischen Querelen unter den britischen Fürsten; Oesc mit der Nachfolge Hengests und den Streitigkeiten mit den angel-sächsisch-jütischen Häuptlingen.
So erwächst zwischen beiden Respekt und Freundschaft. Doch es kommt, wie es kommen muss: Eines Tages stehen sich die beiden jungen Führer auf unterschiedlichen Seiten einer Schlachtordnung gegenüber. In der Schlacht von Mount Badon treffen Artors Schwert und Wodens Speer aufeinander.
Mein Eindruck
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Schon von der ersten Seite an hat mich dieses Buch in seinen Bann geschlagen. Es beginnt im Prolog mit dem größten Zusammenhang überhaupt, dem Anfang des Universums und führt dann langsam über die Schaffung des heiligen Speers bis zur Rolle Wodens, des Obergottes, in der ganzen Handlung.
Der Blickpunkt des Lesers bleibt stets nah dran an den Figuren: an Oesc, Haedwig, Artor und den anderen, und verliert sie nicht aus den Augen. Der Überblick bleibt gewahrt und somit auch das Verständnis des Geschehens. Durchgehend begleiten wir Oesc auf seinem schicksalhaften Weg hin zum Mount Badon, nachdem ihm Briten seine geliebte Frau Rigana und seinen Sohn Eormenric entführt hatten. Das gemahnt ein wenig an den Krieg um Troja, nur dass die Auseinandersetzung diesmal nicht zehn Jahre, sondern "nur" ein paar Monate dauerte und in einer für beide Seiten verlustreichen Schlacht endete.
Die Autorin delektiert sich nicht an den blutigen Einzelheiten einer Schlacht, sondern schildert lediglich das Grauen danach – das genügt auch vollkommen, um einem den Magen umzudrehen. Artors Schlachten werden ihm stets aufgezwungen, etwa durch Überfälle der schottischen Pikten. Daher sind sie nicht eine besondere Action-Zutat, um den Roman aufzupeppen, sondern einfach Tagesgeschäft beim Regieren. In ihnen erweist sich Artor neben seinem Mentor Merlin als ein ganz besonderer Herrscher, als ein Nachfolger der römischen Tradition nämlich.
Am faszinierendsten fand ich jedoch nicht Schlachtengemälde, die es in der Fantasy im Dutzend billiger gibt, sondern die begegnung mit fremdartigen Sitten und Gebräuchen der höchst unterschiedlichen Völkerschaften, die im 5. Jahrhundert in Britannien anzutreffen sind.
Während die Briten auf das uralte keltische und dann das römische Erbe zurückblicken, bringen die Angeln, Jüten und Sachsen ihre nordisch-germanische Götter- und Sagenwelt mit. Demzufolge feiern sie ihre Festtage wie etwa Beltene oder Jul auf andere, althergebrachte Weise, meist mit Tieropfern.
Der bretonische Ritter Bediver hingegen ist vollkommen christianisiert. Ihn sollten eigentlich diese heidnischen Bräuche, wie Königin Morgause sie verkörpert, abstoßen. Dennoch versagt er es sich nicht, den festlichen Abend in den Armen einer schottischen Maid zu beschließen – und sein Kind ein Jahr später anzuerkennen. Schließlich bekommt man nicht jeden Tag einen Sohn geschenkt.
Hilfreiches Beiwerk
Ein Glossar, Ortsverzeichnis, Stammbäume und eine historische Karte Britanniens im 5. Jahrhundert runden den Band hilfreich ab. Eine Einführung gab Herausgeber Pesch schon im 1. Band. Die Übersetzung ist übrigens ganz hervorragend und ahmt das altertümliche Raunen des Originals ausgezeichnet nach – auch wenn dies nicht jedermanns Sache ist.
Kurios am Rande: Auch die Nibelungensage um König Gunther und Etzel, den Hunnenkönig, wird erwähnt. Das wundert nicht, denn Paxson hat selbst eine Version der Nibelungensage geschrieben: "Die Töchter der Nibelungen" (1997). Hier macht die Autorin also Werbung in eigener Sache.
Die Autorin
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Diana L. Paxson war zu Lebzeiten Marion Zimmer Bradleys deren engste Mitarbeiterin sowie die Co-Autorin der "Avalon"-Romane. In ihren eigenen Büchern verbindet Paxson genaue historische Recherche mit Elementen aus Mythos und Sage. Als eine der führenden Vertreterinnen der neo-heidnischen Bewegung in den USA zeigt sie dabei ein besonderes Interesse für die paganen Religionen der Spätantike (so etwa das 5. Jahrhundert) und des Mittelalters: Sie kennt die alten Göttinnen und Götter nicht nur aus Büchern, sondern möglicherweise auch aus eigenem Erleben, etwa von Besuchen an deren Tempeln und Altären. Mehrere genaue Beschreíbungen solcher Orte in ihrem Artor-Zyklus sprechen dafür.
Michael Matzer © 2003ff
Info: The hallowed isle: Book two: The Book of the spear, 1999; Lübbe 2000, Bergisch Gladbach; 287 Seiten, DM 29,80, aus dem US-Englischen übertragen von Michael Krug; ISBN 3-7857-2041-6
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-20 12:46:33 mit dem Titel Diana L. Paxson: *Die Herrin von Camelot*: Ein Land zwischen Gral, Gedeih und Verderb
Dies ist die direkte Fortsetzung von "Die Herrin der Raben", dem spannenden 2. Band von Diana Paxsons Artor-Zyklus. Paxson erzählt historisch annähernd zutreffend, mit Tempo und dennoch einem mystischen Hintergrund, der auch Fantasyfreunde anspricht.
In den Romanen um die geheiligte Insel geht es einerseits um die Insel Britannien nach dem Abzug der Römer, andererseits um die "Insel der Maiden", eine Schule von Priesterinnen der alten Religion, also ein zweites Avalon.
Hintergrund: Vier heilige Objekte
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Die vier Bücher des Artor-Zyklus von Diana Paxson orientieren sich an den vier heiligen Gegenständen der irisch-keltischen Sagenwelt. Nach dem Speer und dem Schwert ist nun der Kessel dran, der Stein* wird den Zyklus abschließen. Der Kessel ist der Göttin Ceridwen gewidmet, die für Fruchtbarkeit und alles was damit zusammenhängt, zuständig ist. (Daher beginnt das Buch mit der Geburt Mordreds, Artus' Schwestersohn. Er wird im Buch Medrod genannt.)
Mit Ceridwens Kessel hat es eine besondere Bewandtnis: Während er natürlich alle im Überfluss ernährt, so unterscheidet er doch laut Sage zwischen tapferen und treuen Männern und Feiglingen. Über diese Erkenntnis hinaus kann er weitere Fähigkeiten verleihen, wie etwa das Zweite Gesicht. Wie alle Geschenke, die die Götter den Menschen machen, ist auch dieses zweischneidig und sollte klug verwendet werden.
Natürlich verbirgt sich hinter den Legenden um den Kessel die Sage um den Heiligen Gral, die fast 700 Jahre später von christlichen Hofdichtern zu einer Art ritterlichem Kreuzzug umgedichtet wurden. Diesen Hintergrund erhellt Herausgeber Helmut Peschs gelehrtes Nachwort optimal.
Handlung
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Die Fürsten Britanniens haben die eingedrungenen Sachsen unter Artors Führung zurückgeschlagen (Buch 2: "Die Herrin der Raben") und träumen von einer Wiederkehr vergangener glorreicher Zeiten im Zeichen des Friedens. Doch auch das Gedeihen will erst verdient sein.
Aber in den Herzen und Erinnerungen der klugen und stolzen Frauen der alten britischen Stämme, etwa in Igraine und ihrer Tochter Morgause, lebt die Macht der einen Göttin weiter, die einst Britannien beherrschte. Igraine lebt nun auf der Insel der Maiden im nordenglischen Lake District, eine Art Avalon. Morgause ist Königin in Edinburgh und bekommt an Beltene (1. Mai) ihr fünftes Kind: Medrod ist von ihrem Bruder Artor, empfangen während des letzten Samhain-Festes (1. November).
Nun verkündet König Artor, dass die Waffen des Krieges schweigen sollen, und ruft seine Mutter Igraine, die Herrin vom See, auf, den Kessel der Göttin zu beschwören, um dem Land Frieden und Fruchtbarkeit zu bringen, d.h. in erster Linie natürlich auch einen Erben für den Thron.
Igraine hat mittlerweile für ihn eine Braut auserkoren: Gwendivar, die Tochter König Leodegranus' von Südwales. (In anderen Legenden stammt sie aus Irland und ist Christin.) Die Elfen haben ihr das Zweite Gesicht verliehen. Fortan hat Gwendivar eine Vorliebe für Quellen und Teiche, wo die Elfen zu finden sind (auch auch die Göttin).
Die Hohepriesterin Igraine hat erkannt, dass ihre Tochter Morgause, Artors Schwester, ein tödliches Geheimnis verbirgt: Die Königin wird von Machthunger verzehrt. Als Igraine ihr aufgrund ihrer sittlichen Unreife die Nachfolge als Priesterin der Göttin verweigert, auf das Morgause von Geburts wegen Anspruch erhebt, wendet diese sich der verbotenen Magie der Pikten in den schottischen Highlands zu.
Diese soll ihr dazu dienen, eine Waffe zu schmieden, die Artor und sein Reich vernichten wird: Ihr Werkzeug ist Medrod, ihr jüngster Sohn.
Die einzige Hoffnung für das Land Britannien liegt in der jungen Prinzessin Gwendivar (= Guinevere, der "weiße Geist"). Aufgewachsen auf einem heiligen Hügel in Somerset, der "Insel aus Glas", wird sie zur entfernten Schülerin Igraines, der Herrin vom See, obwohl sie selbst nie auf der 'Insel der Maiden' wohnt. Sie wurde von ihr dazu bestimmt, Artors Frau zu werden. Doch kann sie auch rechtzeitig lernen, ihre eigenen Kräfte nutzbringend einzusetzen? Denn die Männer betrachten die Hochkönigin als Verkörperung der Göttin.
Als Gwendivars Nachwuchs aufgrund Artus' Impotenz aubleibt, wendet sich das Blatt: Seuchen, Stürme und Hunger bringen Unheil übers Land. Nur der Kessel der Fruchtbarkeit und des Heils kann helfen, der "Gral". Doch schon nach seinem ersten Einsatz wird er von Morgause geraubt: Was wird die boshafte Zauberin mit dem heiligen Gefäß machen?
Mein Eindruck
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Wen diese Handlung nun schwer an "Die Nebel von Avalon" erinnert, liegt keineswegs falsch. Der einzige Unterschied liegt im Fehlen von dessen Hauptfigur Morgaine. Diese geht zum Teil in Morgause auf, etwa als Artors Mutter und Schwester. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass Guineveres Kinderlosigkeit nicht auf auf einem Fluch beruht, sondern auf Artus' Impotenz – diese wiederum wurde von Morgause psychologisch 'geschickt' herbeigeführt. Doch seltsamerweise kann Guinevere auch durch andere Männer nicht geschwängert werden, und das wird eben nicht erklärt. Das gleiche gilt für Morgauses unerklärliche Unfruchtbarkeit, nachdem sie immerhin fünf Söhne geboren hat.
Der Action-Fan hat es schon gemerkt: Dieser Band der Tetralogie dreht sich fast nur um Frauen, um die Fortpflanzung, um Sex. Entsprechend erotische Szenen schildert Paxson, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Wer also nicht an Bett-Action interessiert ist, der kommt diesmal nicht auf seine Kosten. Es gibt nur ganz kurz eine gute Szene, als Artor seine entführte Gwendivar wieder zurückerobert und die Iren Mores lehrt.
Schwächen
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Mich beschlich bei der oder anderen Szene ein ungutes gefühl. Das häufte sich, je mehr sich die Handlung dem Schluss des Bandes näherte. Zunehmend fehlen, wie erwähnt, Erklärungen, zumindest rationale, die auf Ursache-Wirkung-Ketten basieren. Vielmehr treten an deren Stelle mystische, um nicht zu sagen metaphysische Kräfte, die auf das Geschehen Einfluss nehmen, auch wenn sie nicht einmal erwähnt werden.
Auch die Versöhnung zwischen Morgause und ihrer Mutter Igraine kommt etwas unerklärt. Hier setzt die Autorin ein wenig viel Gutgläubigkeit im Leser voraus.
Auch Medrod taucht am Schluss überhaupt nicht mehr auf. Okay, er ist erst 13 Jahre alt und hat gerade seinen ersten Sex hinter sich, da wird er nicht gleich als Raubritter durch die Lande ziehen. Unter der Fuchtel seiner Mutter sowieso nicht. Offenbar hat die Autorin die Medrod-Szenen für den letzten Band aufgespart. Dann hätte sie aber wenigstens einen Cliffhanger-Schluss anfügen können. Davon findet sich in diesem Buch jedoch keine Spur. Es herrscht Friede, Freude, Eierkuchen.
Die Autorin
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Diana L. Paxson war zu Lebzeiten Marion Zimmer Bradleys deren engste Mitarbeiterin sowie die Co-Autorin der "Avalon"-Romane. In ihren eigenen Büchern verbindet Paxson genaue historische Recherche mit Elementen aus Mythos und Sage. Als eine der führenden Vertreterinnen der neo-heidnischen Bewegung in den USA zeigt sie dabei ein besonderes Interesse für die paganen Religionen der Spätantike (so etwa das 5. Jahrhundert) und des Mittelalters: Sie kennt die alten Göttinnen und Götter nicht nur aus Büchern, sondern möglicherweise auch aus eigenem Erleben, etwa von Besuchen an deren Tempeln und Altären. Mehrere genaue Beschreíbungen solcher Orte in ihrem Artor-Zyklus sprechen dafür.
* Der historisch Interessierte sollte in seiner Enzyklopädie (oder bei wissen.de) mal unter dem Stichwort "Stone of Scone" oder "Jakobssitz/-stein" nachschlagen. Es handelt sich hierbei um den uralten heiligen Steinthron, auf dem Schottlands Könige und Königinnen gesalbt wurden. Die Engländer raubten den Stein nach Schottlands Unterwerfung und verbargen ihn in der Westminster-Kathedrale. Heute befindet sich der Stein, so Helmut Pesch im Nachwort, wird in Schottland. Theoretisch könnte Schottland wieder ein Königreich werden...
Michael Matzer © 2003ff
Info: The Hallowed Isle: Book Three: The Book of the Cauldron, 1999; Lübbe 2002, Bergisch Gladbach; 278 Seiten, EU 17,00, aus dem US-Englischen übertragen von Michael Krug, Nachwort von Helmut Pesch; ISBN 3-7857-2062-9
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-03 10:03:08 mit dem Titel Tim Powers: *Die Tore zu Anubis' Reich *: Zickzacklauf in der Zeit
Diese seltsame Mischung aus Zeitreise, mystischer Fantasy, Alternativwelt und viktorianischer Räuberpistole läutete die allzu kurze Ära des sogenannten "Steampunk" Mitte der 80er Jahre ein.
Ihre Hauptvertreter sind Powers und seine Busenfreunde K.W. Jeter (es gibt eine "Jeter Lane" in diesem Roman) und James Blaylock. Steampunk war eine Art Cyberpunk, dessen Handlung in der Zeit der Dampfeisenbahn stattfand, meist in Merry Old England. Diese Art Cyberpunk hatte aber herzlich wenig mit Computern am Hut (außer in "Die Differenzmaschine" von W. Gibson/B. Sterling) – die Absonderlichkeiten fanden eher auf der Ebene mittelalterlicher Alchimie statt: Homunculi, Experimente mit Körper und Psyche, Telefon per magischer Lichtübertragung, Werwölfe, versteinerte Frauen usw. – ein Panoptikum, das dieses Literaturgenre mit Leben ausstattete und zur Kulisse erhob.
Handlung
So auch in "The Anubis Gates". Schauplatz ist meistens das London der Romantik um 1810 – hier wirken Coleridge und, wenn er nicht gerade für die griechische Freiheit kämpft, Lord Byron. Professor Brendan Doyle aus unserer Zeit sind sie alle geläufig. Doch seine Spezialität ist ein fast unbekannter Dichter namens William Ashless. Er hätte nicht gedacht, daß er selbst Ashbless werden könnte, als er zusagte, bei einer Zeitexpedition eines reichen Unternehmers und Spekulanten mitzumachen. Er lernt zwar Coleridge kennen, wird aber von Zigeunern entführt, bevor er planmäßig wieder in unsere Zeit zurückkehren kann. Der Anführer der Zigeuner ist ein Magier namens Romany, der im Auftrag seines geheimnisvollen ägyptischen Meisters daran arbeitet, die britische Regierung zu stürzen und einen Golem auf den Thron zu setzen, der – von wem wohl? – ferngesteuert wird.
Nachdem Doyle den Klauen Romanys entkommen ist, macht er intensive Bekanntschaft mit der Londoner Bettlerschaft. Die ist in zwei Banden gespalten, wobei die schlimmere mit Romany zusammenarbeitet. Zum Glück landet Doyle bei der anderen, wo ihm ein junger Mann dabei hilft, wieder auf die Beine zu kommen und einen ehrlichen Job als Bettler zu erhalten. De weiterlesen schließen -
J. und R. Precht: Das Schiff im Noor
Pro:
mal ganz andere Schauplatz als sonst
Kontra:
mir gefällt das Ende nicht so gut
Empfehlung:
Nein
Das Schiff im Noor von Jonathan und Richard Precht läßt sich schwer einem Genre zuordnen, ein wenig Krimi, ein wenig Mystery , wenig Action aber sehr gute Unterhaltung.
Ort der Handlung ist die dänische Insel Lilleo, Hauptperson ist Kriminalassistent Ansgar Jorgensen aus Kopenhagen , der auf Grund einer Schulungsmaßnahme den Sommer in der Provinz verbringt.
Wie ihm sein Kollege Malte Hansen , einziger regulärer Polizist und nebenbei noch Landwirt, gleich am ersten Tag mitteilt, gab es seit mehr als 200 Jahren keinen Mord mehr auf der Insel. Als erstes nimmt dieser ihn allerdings mit auf die Beerdigung von Hans Larsen. An dessen angeblich natürlichem Tod im Alter von mehr als 70 Jahren weckt ein anonymer Anrufer Zweifel und beschuldigt ausgerechnet Larsens Bruder Axel. Die beiden Polizisten ermitteln, wobei sowohl Ansgar als auch der Leser einige ungewöhnliche Inselbewohner kennenlernen.
Außerdem fesselt die Legende von einem vor 200 Jahren im Noor gestrandeten Schiff Jorgensens Aufmerksamkeit.
Angeblich war dessen Mannschaft bis auf eine Person bereits tot, und dieser wolten die Dorfbewohner nicht helfen, was in der weiteren Geschichte zu einem Gespenst ohne Kopf führt.
Ebenfalls intensiv beschäftigt sich Jorgensen mit der von Lars Christian Kirstein angelegten Bibliothek, der sich 50 Jahre zuvor als Polizist auf Lilleo ebenfalls mit dieser Legende , einer Sekte und einem verschwunden Engländer beschäftigte.
Mit der Zeit fügen sich die Puzzleteile all dieser Handlungsstränge zu einem Bild zusammen. Im Mittelpunt steht immer wieder das Noor, mittlerweile trockengelegt, mit seiner unwirtlichen Natur und die ungewöhnlichen Einwohner von Lilleo.
Die Lösung des Rätsels erscheint etwas konstruiert, gibt aber einen netten Einblick in die skandinavische Geschichte.
Mein Fazit: Zunächst war ich begeistert von diesem Buch, interessante Charaktere , ein Rätsel aus der Vergangenheit, immer wierder eine neues Puzzleteil.
Leider verstricken sich die Autoren in Nebenhandlungen und übersinnliches Beiwerk, außerdem finde ich, dass sich Jorgensen manchmal etwas seltsam benimmt , auch wenn seine Veränderung auch seinen Wandel über den Sommer zeigt.
Das Schiff im Noor
Jonathan und Richard Precht
Goldmann Verlag
8,45 ( Taschenbuch)
ISBN: 3-442-44791-7 weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Leben, Liebe, Tod
20.11.2002, 18:42 Uhr von
Volker111
Leben und leben lassen! Musik, Literatur und Lebensfreude ist es, was ich liebe. Engagiere mich h...Pro:
Auseinandersetzung mit dem Sterben
Kontra:
hohe Voraussetzungen, Bildungsbürgertum
Empfehlung:
Nein
Connie Palmen Die Erbschaft
Roman Diogenes Verlag 149 Seiten 16,90 Euro
Übersetzt aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
••• Mein Weg zum Buch •••
Vorweg, dies ist kein leicht zu lesendes Buch, obwohl scheinbar mit leichter Feder geschrieben.
Meine Frau hatte sich wohl vom sehr schön gestalteten Umschlagbild, Anna Keel "Stilleben mit roten Tulpen und zwei Steinfiguren vor Balkontür" 1990 Ausschnitt und von der Kurzbiographie mit Photo der Schriftstellerin auf der Rückseite beeinflussen lassen, dieses Buch trotz hohen Preises von 16,90 Euro für 144 echte Seiten zu kaufen.
Sie mochte es nicht einmal zu Ende lesen, also nahm ich es zur Hand, um heraus zu finden, was an diesem Kurzroman ihre Erwartungen enttäuscht hatte.
••• Kurze Inhaltsangabe mit Biographiezitat •••
Rückseite Umschlag: "CONNIE PALMEN, geboren 1955, studierte Philosophie und Niederländische Literatur, lebt in Amsterdam. Für den Roman Die Freundschaft erhielt sie 1955 den renommierten AKO-Literaturpreis."
Über den AKO-Literaturpreis konnte ich nur in Erfahrung bringen, dass er die höchst dotierte literarische Auszeichnung der Niederlande sei, also eine Art Sponsering oder netter ausgedrückt "die Brücke zwischen Kultur und Kommerz".
Diese Auszeichnung, deren Wert ich nicht beurteilen kann, scheint aber in Literaturkritikkreisen durchaus positiv gewürdigt zu werden.
Der Inhalt des Romans lässt sich wie folgt recht kurz zusammenfassen:
Eine Schriftstellerin erfährt, dass sie an einer unheilbaren Muskellähmung erkrankt sei und noch ungefähr 5 Jahre mit fortlaufender Verschlechterung ihres Zustandes zu leben habe.
Sie möchte ihren wichtigsten Roman bzw. ihr aus eigener Sicht wichtigstes Buch noch fertig stellen und engagiert als Rund um die Uhr Betreuung einen jungen Mann (30 Jahre), der sie nicht nur betreuen sondern auch ihr literarisches Vermächtnis, die Erbschaft eben, gegebenenfalls übernehmen soll.
Die Beziehung mit diversen persönlichen Rückblicken, philosophischen Ausführungen dieser zwei äußerst intensiv verbundenen Menschen wird aus der Sicht des jungen Mannes, Max Petzler, geschildert. Er selbst sieht sich als "Berufsleser" und größter Fan dieser ihn durch und durch faszinierenden Persönlichkeit.
••• Mein Eindruck •••
Eine Zeitlang blieb ich beim Lesen im irrigen Glauben, Max Petzler sei eine Frau, da der Roman in der Ich-Form beginnt und die Gedanken- aber auch die Berufs- und angedeutete Gefühlswelt wesentlich eher zu einer Frau als zu einem Manne passen. Besonders die Stelle, als die Schriftstellerin ihn auffordert: "Du solltest den Mann verlassen", weil sie eine Misshandlung an seinem Unterarm bemerkt, hatte die Fehldeutung verstärkt.
Es ist aber nicht die Beziehung eines sich unterdrücken lassenden Mannes, die mich verwirrte, sondern die ganze Art der Beschreibung der Gefühls- und Gedankenwelt, die ich einfach vorrangig mit einer Frau assoziierte.
Gefallen hat mir die Direktheit, mit der über das Abschiednehmen vom Leben, von der Liebe und dem Tod geschrieben wird, hatte ich doch in der Vergangenheit öfter große Probleme, mit unheilbar erkrankten Freunden zwanglos umzugehen, deren dazu noch schmerzhafter Tod in maximal 2 Jahren, die wirkliche Zeit schwankte nur um wenige Monate, absehbar war.
Einiges in der Art der Gespräche, die im Roman geführt werden, hätte ich gerne selbst noch rechtzeitig geführt.
Weniger gefallen hat mir im Roman das "Bildungsbürgertum". Positiv umschrieben könnte man sagen, auf den 144 kurzen Seiten des Romans erfährt man die doch sehr umfangreiche literarische Bildung der Schriftstellerin, nicht nur der fiktiven, sondern der wirklichen.
Kritisch ausgedrückt, um wenigstens die meisten philosophischen Anspielungen, Thesen und Gedankengänge verstehen zu können, müsste der Leser mindestens 50 Werke der Weltliteratur als aber auch viele bekannte Romane der Gegenwartsliteratur gelesen haben.
Englische und französische Redewendungen werden nicht übersetzt, auch nicht in Fußnoten oder Anmerkungen, was bei "I´m a sucker for reality" oder "Are you decent?" vielleicht weniger notwendig erscheinen mag als bei einem zitierten Satz wie "Mettez votre à les aider, comme elle l´y avait mis elle-même"
Warum meine Frau den Roman nicht zu Ende gelesen hatte, ist mir inzwischen auch klar. Sie erträgt es nicht, fortlaufend zu genau geschilderte Krankheitssymptome unheilbarer Krankheiten zu lesen, weil sie dann garantiert plötzlich ähnliche Schmerzen verspürt.
Persönlich kann ich den Roman zwei Personengruppen empfehlen, zum einen allen, die Anregungen zum Lesen bedeutender Werke der Literatur brauchen können, denn die findet man hier zahlreich und zum Teil auch gut begründet, zum anderen allen, die sich mit dem Sterben, dem Abschiednehmen von geliebten Menschen befassen mögen. Das von zwei Seiten, des sich seines Sterben bewussten Menschen und der des weiter lebenden Menschen.
Wie ich schon andeutete, kann für das bessere Verständnis eine literarische Vorbildung recht nützlich sein. Sicherlich kein leichter Roman, aber durchaus ein lesenswerter. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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blackangel63, 22.08.2008, 00:54 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
WuEnScHe EiNeN sChOeNeN aBeNd..GrUeSsE aNjA
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Ein Footballspieler als Samenspender?
04.10.2002, 22:36 Uhr von
clauds22
Hi ihr Yopi Leutchen, eigentlich bin ich hauptsächlich bei der Konkurrenzplattform Ciao tätig, ha...Pro:
humorvoll, guter Schreibstil, einfach zu lesen, wenig anspruchsvoll, fesselnd
Kontra:
die Charaktäre unterscheiden sich kaum von anderen Phillips Büchern, das Ende ist grundsätzlich vorhersehbar
Empfehlung:
Nein
Hi ihr Lieben,
'Bleib nicht zum Frühstück' wurde genau wie die meisten Romane, die ich in letzter Zeit gelesen habe, von der Autorin Susan Elizabeth Phillips geschrieben. Sie ist bekannt für humorvolle, einfach zu lesende und nicht allzu anspruchsvolle Frauenliteratur, die immer gut ist, um sich einen netten Abend auf dem Sofa zu gönnen, oder aber als Lesestoff im Urlaub oder in der Badewanne. Die Romane von Susan E. Phillips sind allesamt in den USA ein großer Erfolg und finden sich auf sämtlichen Bestsellerlisten und unter den ‚reader’s favorites’. Bereits das erste Buch der amerikanischen Autorin bekam diverse Auszeichnungen, und inzwischen habe selbst ich schon 4 Bücher von Susan E. Phillips gelesen, und dabei sind das lange noch nicht alle, die in Deutschland verfügbar sind. Wenn einem der Schreibstil liegt, hat man also eine ganze Menge Auswahl...
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Story
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Das Buch erzählt die Geschichte von der Physikerin Jane Darlington, die an ihrem 34. Geburtstag kurz vor dem Nervenzusammenbruch steht, weil sie mit sich und ihrem Leben überhaupt nicht zufrieden ist. In der Liebe will es nicht klappen, und dabei wünscht sie sich doch nichts sehnlicher als ein Baby, Freunde hat sie keine, wodurch ihr ständig jemand zum Reden fehlt oder jemand, mit dem sie mal etwas unternehmen kann - nur in ihrem Job, da läuft soweit alles gut. So kommt es, dass just an ihrem Geburtstag zufällig das Nachbarsmädchen Jodie vorbeikommt und sie um ein wenig Kaffee bittet, da ihrer ausgegangen war. Jodie ist sozusagen ein ‚Groupie’, eine junge Frau, die sämtliche Jungs ihrer Lieblingsfootballmannschaft vernascht und deren Trikots in ihrem Kleiderschrank sammelt. Durch Jodie und ein Interview, das gerade auf dem Sportkanal läuft, wird Jane dann zufällig auf Cal Bonner aufmerksam, einen der Stars aus dem Football Team, und plötzlich ist sie sich sicher – genau so ein Mensch wie Cal muss der Vater ihres Babys werden...
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Nun werdet ihr denken „klar, ein gutaussehender, cooler, gutgebauter Footballspieler... wer würde den nicht als Vater für sein Kind akzeptieren?“ Aber weit gefehlt. Janes Beweggründe sind ganz andere. Sie ist fasziniert von Cals schlichtem Gemüt, seiner flapsigen Art sich auszudrücken und seinem – um es mal ganz deutlich auszusprechen – wohl relativ niedrigen IQ. Fakt ist nämlich, dass Jane selbst einen IQ von 180 hat, mit 21 bereits ihren Doktortitel hatte und als Kind ständig deswegen gehänselt und ausgegrenzt wurde. Deshalb sucht sie eben nun für ihr zukünftiges Kind einen Vater (bzw. einen Samenspender, denn mehr möchte sie ja gar nicht), der nicht sonderlich intelligent ist und mit keiner großen Cleverness gesegnet ist, was darauf hinauslaufen soll, dass bei dieser ausgewogenen Mischung aus dem Baby ein ganz normales Kind wird, welches nicht aufgrund seines hohen Iqs Probleme im Leben bekommen wird, so wie es bei ihr damals war.
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Wie es der Zufall so will, war Jodie gerade auf der Suche nach einer passenden Frau für Cal – als Geburtstagsgeschenk zu seinem 36.! Jodie und Cals Teamkollegen hatten sich diesen Gag ausgedacht und wollten ihm für eine Nacht eine Frau mit Klasse besorgen, und nicht eine dieser knapp 20-jährigen, mit denen er sich sonst immer vergnügte. Nach ein paar optischen Veränderungen und mit dem richtigen Outfit war Jane dafür genau die Richtige und obwohl sie diverse Bedenken und natürlich eine Menge Hemmungen hatte, war ihr Wunsch nach einem Baby größer. Und da Cal exakt der Mann war, den sie brauchte, entschied sie sich, die Sache durchzuziehen...
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Meine Meinung
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Mehr möchte ich euch von der Story nicht erzählen, da das bei einem Buch nun wirklich wenig Sinn macht. Schließlich sollt ihr es (falls Interesse besteht) ja auch irgendwann selbst lesen. Fakt ist, die Story ist für eine Susan E. Phillips Buch neu, während die Charaktere dieselben bleiben. In ihren Büchern gibt es nämlich meistens die mit ihrem Leben unzufriedene unscheinbare, aber dennoch attraktive Frau um die 30, die zwar Erfolg im Job, aber keinen Erfolg in der Liebe hat – so wie in diesem Buch auch. Dann im Gegensatz dazu gibt es den erfolgreichen, gutaussehenden, reichen Traummann, der keinesfalls vorhat, sich zu binden und sich eigentlich ganz bestimmt nicht mit Frauen ihrer Art abgibt, sondern eher mit den kleinen, dummen Blondinen, die ihn in Scharen verfolgen. Das ist der Punkt, der mich an den Susan E. Phillips Büchern stört, denn man weiß grundsätzlich schon im voraus, was die Hauptpersonen für einen Charakter haben und ebenfalls weiß man zumeist, wie die Geschichte letztendlich ausgeht.
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Gut hingegen gefällt mir der Schreibstil, denn der ist einfach toll zu lesen. Manche würden sagen ‚einfache Kost’, ich nenne es eher schlicht, witzig, romantisch, leicht zu lesen, wenig anspruchsvoll und einfach eine gelungene Lektüre, die man zwischendurch immer mal gerne lesen kann. Die Personen erscheinen meist relativ glaubhaft und man kann sich in den einen oder anderen Gedanken durchaus hineinversetzen. Allerdings sind die Darsteller in den Phillips Büchern immer durchweg sehr schlagfertig und keck, wie man das im echten Leben eigentlich nicht allzu oft erlebt. Gerade das macht das Buch aber auch aus, da man des öfteren denkt ‚wow, welche eine Reaktion’. Zudem kommen sogar ab und an Personen vor, die man als Haupt- oder Nebencharakter bereits aus einem der anderen Phillips Bücher erkennt, was manchmal zu lustigen Szenen und Erinnerungen führt.
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Zum Abschluss möchte ich das Buch auf jeden Fall empfehlen, allerdings nicht mit der Bestwertung, da ich – wie erwähnt – doch das eine oder andere auszusetzen habe. Übrigens finde ich die Bücher durchaus nicht nur für Frauen geeignet, denn auch die Männer haben bestimmt was zu lachen und können vielleicht einige (gut erklärte) weibliche Gedankenzüge besser nachvollziehen... Alles in Allem sind die Susan E. Phillips Bücher aber doch immer wieder so fesselnd und interessant geschrieben, dass ich sie meist innerhalb von 2 Tagen durchgelesen habe, da ich immer die halbe Nacht auf bleibe, weil ich noch ein Kapitel und noch ein Kapitel lesen muss ;) Auf diesem Wege kann ich euch, falls ihr nun Interesse bekommen habt, Ebay empfehlen, um euch mal ein paar Phillips Bücher anzusehen oder eventuell sogar zu ersteigern, denn dort finden sich sämtliche Werke der Schriftstellerin meist unter 4 oder 5 Euro, manchmal sogar noch günstiger, wodurch man also wirklich echte Schnäppchen machen kann.
Titel: Bleib nicht zum Frühstück (im Original: Nobody’s Baby But Mine)
Autorin: Susan Elizabeth Phillips
Preis: 7,95 Euro
Seitenanzahl: 440
Blanvalet Taschenbuch erschienen im Goldmann Verlag
ISBN: 3-442-35029-8
Viel Spaß beim Lesen wünscht euch Claudi weiterlesen schließen -
So doll parke ich auch nicht....
Pro:
interessante Herleitung des unterschiedlichen Rollenverhaltens
Kontra:
Inhalt ist lediglich ein Denkanstoss
Empfehlung:
Nein
... genau genommen habe ich es sogar ganz gerne, wenn meine Freundin mein Auto rückwärts in eine enge Parklücke setzt. Weil sie das besser kann. Womit die These – gleichzeitig Buchtitel – daß Männer schlecht zuhören und Frauen schlecht einparken zumindest zu 50 % widerlegt ist.
Nun, so ganz bierernst will das Buch, geschrieben von Allan und Barbara Pease wohl auch nicht genommen werden. Aber der Titel macht schon neugierig. Aus den verschiedensten Gründen reizt dieses Buch in die Hand genommen zu werden. Was denn, ich soll schlecht zuhören, wie bitte ich und schlecht einparken. Oder, aha endlich mal jemand der den Männern mal sagt wie sie wirklich sind.
Mit welcher Intention auch immer Ihr dieses Buch lest oder lesen wollt, fest steht, daß die Unfähigkeiten und Mängel von Männlein und Weiblein auf sehr unterhaltsame Weise behandelt werden. Es wird der wagemutige Versuch unternommen, die männlichen und weiblichen Verhaltensmuster aus grauer Vorzeit abzuleiten. Männer waren Jäger und Sammler, Frauen diejenigen die sich um die Kinder und die Wohnstätte kümmerten. Demzufolge, so leiten die Autoren ab, war für Männer Orientierungssinn von hoher Bedeutung. Für Frauen hingegen war das Sozialverhalten wichtiger, auf den Mann wenn er Abends von der Jagd kam zu reagieren, seine Stimmung zu erkennen. Diese Urinstinkte transferieren die Pease auf die heutige Zeit, prägen Begriffe wie männliche und weibliche Gehirne.
Das männliche Gehirn arbeitet präzise, er erkennt technische Zusammenhänge einfacher, reagiert schneller. Demzufolge arbeitet der Mann als Techniker, Ingenieur, Pilot usw. Die Frau ist mehr auf der sozialen Ebene angesiedelt. Krankenschwester, Lehrerin, Betreuerin, allesamt Berufe wo es darauf ankommt in jemanden hinzublicken.
Obwohl man(n) geneigt ist, dieser Aufteilung Glauben zu schenken, muß man diese These doch schnellstens entkräftigen. Und das tun Allan und Barbara Pease auch in ihrem Buch. Nicht jeder Mann hat ein typisch männliches Gehirn und nicht jede Frau ist typisch feminin veranlagt. Es gibt viele mögliche Ausnahmen. Da wird der männliche Homosexuelle als Paradebeispiel für ein typisch weibliches Gehirn herangezogen, mit vielen positive weiblichen Eigenschaften, beispielsweise gut zuhören zu können. Oder die Frau in der Führungsrolle, die ohne männliche Eigenschaften nicht dorthin gelangen konnte, ja gar nicht wollte, weil typische Fraueneigenschaften ihr ein anderes Ziel setzen.
Meine Meinung zu diesem Buch ist folgende. Das Buch erklärt plausibel die Unterschiede im männlichen und weiblichen Verhalten. Man ist schnell geneigt, die bessere Orientierung eines Mannes auf seine Instinkte zurückzuführen und die Fähigkeit einer Frau gut zuzuhören auf evolutionäre Gründe. Aber ist das tatsächlich so? Was ist mit den vielen Ausnahmen. Naturvölker, in denen die Frauen die „Hosen“ anhaben. Technisch versierte Frauen, Männer die gut zuhören können, Psychiater, Psychoanalytiker.
Wer sagt uns denn, daß nur der Mann in grauer Vorzeit gejagt und gesammelt hat? Ist da nicht bereits ein gehöriger Anteil etablierten Rollendenkens enthalten.
Ich stelle das Buch nicht grundsätzlich in Frage, nur sollte man die Ausführungen der Autoren als Denkanstösse betrachten und nicht als Dogmen. Es ist unterhaltsam, liest sich flüssig. Es gibt Tipps, wie Männer und Frauen besser miteinander zurechtkommen. Für dieses sehr lobenswerte Ansinnen gebe ich die Note Zwei.
Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken
Allan & Barbara Pease
396 Seiten
Ullstein, ISBN 3548359698, Preis (Taschenbuch amazon.de ) 8,95 €
Viel Spaß beim Lesen
© 15.09.2002, Josef_D weiterlesen schließen -
Lou Paget - Der Super Orgasmus. Höhepunkte zum Abheben
Pro:
unterhaltsam, anregend, eventuell hilfreich
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
'
"Intimität ist wie ein Tanz, man weiss wo es langgeht, aber man macht nicht jedes Mal dieselben Schritte."
" [...] Weit verbreitete Mythen über den Höhepunkt:
* der gleichzeitige Orgasmus ist befriedigender als der seperat erlebte Höhepunkt.
* Der gleichzeitige Orgasmus ist die Voraussetzung für die sexuelle Harmonie in der Partnerschaft.
* Menschen, die sexuell enthaltsam leben, sind gesünder.
* Die wiederholte sexuelle Eerfahrung einer Frau mit einem Mann kann später bei einem Kind, dass von einem anderen Mann gezeugt wurde, "Spuren" hinterlassen.
* Alle Frauen können beim vaginalen Geschlechtsverkehr zum Orgasmus kommen.
* Frauen, die einen mehrfachen Orgasmus bekommen, sind unmoralisch
* Nur bestimmte Arten von sexuellen Höhepunkten "zählen wirklich".
All diese Aussagen sind offenkundig falsch und damit irreführend. [...]" (S.19-20)
Mythen wurden durch veralterte wissenschaftliche Thesen, Religion und heutzutage durch die Medien verbreitet und manifestiert, schreibt Lou Paget. Was letztendlich dazu führt dass Frauen wie Männer unter Versagerängsten leiden und der Meinung sind Höchstleistungen im Bett erbringen zu müssen.
Nicht jede Frau kann über die Stimulation des G-Punktes zum Orgasmus kommen, dies sei aber das absolut erstrebenswerteste, suggerierten die Medien unlängst. Und dass Masturbieren zur Impotenz führen soll, das dürfte wohl der Vatikan einst in die Welt gesetzt haben.
Die neusten Erkenntnisse Masters und Johnson's gehen dahingehend, so schreibt die Autorin weiter , dass sich Sexualität genauso im Kopf abspielt wie im Genitalbereich, somit sind Vorurteile, Leistungsdruck und falsche Vorsellungen logischerweise ein Hindernis für ein entspanntes und lustvolles Sexualleben.
Und -
" [....] Wenn man Sex als zielorientiertes Tun betrachtet, dessen Hauptziel der Orgasmus ist, schränkt man automatisch seine Fähigkeiten, Vergnügen zu erleben, ein. [....]" (S.33)
Lou Paget beschreibt weiter, was Paare im Allgemeinen für erlernte Verhaltensmuster beim Sex an den Tag legen und zeigt in klaren Worten auf was daran falsch ist. Sie benutzt eine einfache ungeschminkte Sprache welche an keiner Stelle vulgär oder gar pornografisch wirkt. Eigentlich ist es fast als lese man ein Buch über die Gartenpflege oder Kindererziehung, sachlich und hilfreich, nichts anstössiges. Ausser natürlich man ist ein übermässig schamhafter Mensch.
Das Buch beschreibt dann weiter, was sich im Körper von Männern und Frauen vor, während und nach eines Orgasmus' abspielt, dieses wird durch Zeichnungen verdeutlichend dargestellt.
Und dann gehts zur Sache, es werden verschiedene Techniken, Stellungen, Hilfsmittel und dergleichen ausführlich erklärt, auch hier wieder mit Zeichnungen, welche das ganze anschaulich vermitteln.
Die Autorin beschäftigt sich anschliessend im letzten Kapitel mit einem Thema, welches mich ganz besonders interessiert und hier für meinen Gechmack deswegen auch etwas zu kurz kommt, sie nennt das Kapitel "Körper und Geist im Einklang". Diese Kapitel ist für jene LeserInnen gedacht welche eine spirituelle Verbindung zu ihrem Partner suchen. "[....] Haben Sie sich Ihrem Partner nach dem Liebesspiel oder während des Orgasmus schon einmal so nahe gefühlt, dass Ihre Umgebung zu verschwinden schien? Sind Sie und Ihr Partner bei der Liebe so miteinander verbunden und aufeinander eingestimmt, dass die übrige Welt keine Rolle mehr spielt? [....]" (S209-210) Es geht hierbei um Sexualität nach fernöstlichem Vorbild, Tantra und Taoismus. Lou Paget schreibt: " Menschen die das Tantra erlernen, schärfen dabei Ihre Sinne fein, sodass sie eins mit dem Universum und dem Partner werden."
Dieses Buch bietet eine Anleitung zum Orgasmus, den Rest musst der Leser dann selber tun, oder eben nicht. Aber nicht nur zum Orgasmus kann es verhelfen sondern ganz einfach zu einem erfüllteren Sexualleben im Allgemeinen. Zugegeben, viel Neues steht nicht drin und die Stellungen kannte ich auch schon alle, aber manches wurde erst durch das lesen plausibel und manches könnte man ja mal ausprobieren.....
Lou Paget wurde durch ihre beiden Bestseller "Der perfekte Liebhaber" und "Die perfekte Liebhaberin" bekannt und hat mit vorliegenden Buch die Reihe nun ziemlich nahtlos fortgesetzt. Ausserdem gilt sie als Sex-Expertin und - beraterin. Seit 9 Jahren veranstaltet sie Seminare zu den Themen Sexualität und Aids. Artikel über sie und ihre Arbeit sind bereits in großen Zeitschriften wie "Cosmopolitan" und "Playboy" erschienen.
Das Buch kostet Euro 9.00 weiterlesen schließen -
Lindberghs Sohn
03.07.2002, 12:29 Uhr von
Dialya
Hallo zusammen!!! Nachdem ich schon bei Ciao und Dooyoo schreibe, bin ich nun auch hier wieder...Pro:
spannende Story, psychologisch geschickt aufgebaut
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Jetzt habe ich endlich wieder einmal Zeit, einen Bericht zu schreiben. Die Matura ist vorbei und bestanden und gefeiert haben wir auch genug... Und diesen ersten Bericht nach der Matura widme ich jetzt mal dem ersten Buch nach der Matura.
Zu diesem Buch kam ich durch einen Bericht eines Dooyoo-Mitgliedes. Obwohl ich den Autor überhaupt nicht kannte, habe ich sofort nach dem Lesen dieses Buch über Internet bestellt. Zuerst lag es dann mal über einen Monat zu Hause rum, da ich einfach nicht zum Lesen kam oder andere Bücher vorzog.
Als es dann aber vor zwei Wochen in den Urlaub ging, musste auch noch eine Urlaubslektüre mit und dazu schien das Buch wie geeignet. Zum einen, da es leicht war (Taschenbuch) und zum anderen, da es nach leichter Lektüre aussah. Schliesslich will ich ja im Urlaub, und vor allem auch nicht nach der Matura etwas schwieriges lesen.
So, nun aber zum Buch. Als ich mit dem Lesen begann, muss ich ehrlich sagen, war ich zuerst etwas enttäuscht, da es irgendwie zu Beginn etwas langweilig geschrieben war. So empfand ich es jedenfalls. Da ich aber kein anderes Buch dabei hatte, las ich halt weiter und gegen Ende des Urlaubes wurde es dann doch noch richtig spannend, so dass ich es kaum mehr aus den Händen legen wollte.
Aber warum fand ich das Buch langweilig? Die Story an sich war nämlich schon von Beginn an spannend. Es geht dabei um das Verbrechen des Jahrhunderts. Zwei reiche Kinder werden entführt und von da an beginnt eine Hetzjagd auf den Entführer, der sich Lindberghs Sohn nennt. Er handelt nämlich, jedenfalls zu Beginn nach dem berühmten Vorbild der legendären Entführung des Lindbergh-Babys.
Diese Entführung wird dann auch zu Beginn des Buches kurz beschrieben. Das Besondere daran ist, dass es aus der Sicht des Entführers geschrieben wird, der das Baby lebendig begräbt.
Somit beginnt das Buch eigentlich ganz spannend. Allerdings gefiel mir der Schreibstil überhaupt nicht zu Beginn. Die Geschichte war zwar spannend, doch wurde dies in einem langweiligen Berichtstil aufgeschrieben. So wurden einfach alle Fakten einfach so gebracht und es wirkte eher ziemlich trocken.
Sobald man sich dann aber an den Stil gewöhnt hatte, was bei mir so nach 100 Seiten der Fall war, wird das Buch sehr spannend. Man will dann immer wieder erfahren, was als nächstes passiert und auch der Fall wird immer komplexer. So kommen immer neue Hinweise hinzu und auch die Psychologie spielt eine wichtige Rolle. Hierzu will ich jetzt aber nicht mehr schreiben, da ich Euch sonst die ganze Spannung nehmen.
Spannend ist, wie der Erzähler die Perspektiven wechselt. Da wird zum einen Mal aus der Ich-Perspektive erzählt. Detective Alex Cross, ein Schwarzer und Psychologe, erzählt aus seiner Sicht aus dem Fall. Er ermittelt zusammen mit seinem Kollegen Simpson an diesem Fall und ist emotional auch schnell mit dem Fall verbunden. Er scheint der einzige zu sein, dem wirklich etwas an der Aufklärung des Falles liegt, so dass er viele Überstunden schiebt und auch wirklich jedem Hinweis nachgeht.
Zwischendurch wechselt dann der Autor von der Ich-Perspektive in die Er- oder Sie-Perspektive. Dabei berichtet er vom Entführer, und was er gerade so erlebt, oder auch von anderen Personen, die an der Ermittlung beteiligt sind, so z.B. von Jezzie Flanagan, der Chefin des Secret-Services. Der Secret-Service war eigentlich für die Bewachung der beiden entführten Kindern verantwortlich, so dass sie schnell mal als die Schuldigen angesehen werden.
Auch wird immer wieder mal von den entführten Kindern berichtet. Dies allerdings nur kurz, so dass man nur gerade erfährt, was sie so denken und dass sie noch am Leben sind. Man weiss allerdings bis ans Ende nicht, wo sie versteckt sind.
Patterson, James: Morgen, Kinder, wird's was geben
Zu Beginn wechselt der Autor sehr häufig die Perspektive. Fast jedes Kapitel ist wieder einer anderen Person gewidmet. Die Kapitel selber sind übrigens auch sehr kurz, nur etwa 3-4 Seiten lang. Durch diese schnellen Wechsel kommt dann auch ein schnelleres Tempo in das Buch und man lernt alle Personen, nicht nur die Hauptperson, ziemlich gut kennen.
Später jedoch bleibt der Autor fast nur noch in der Ich-Perspektive und die anderen Personen kommen nur noch im Zusammenhang mit Alex Cross, der Hauptperson, vor. Aber auch dann erfährt man noch ziemlich viel über die anderen Personen, da Cross ja ein Psychologe ist und die Personen auch immer wieder mal ein wenig zu analysieren versucht. Auch behält man so besser den Überblick, da der Fall wirklich immer viel komplexer wird. So erstreckt sich auch der Zeitraum der Handlung über zwei Jahre.
Der Autor James Patterson ist einer der erfolgreichsten Thriller-Autoren. In den USA gilt er als Bestseller-Autor und bekam auch schon einen Preis für seine Werke.
Das Buch selber ist als Taschenbuchausgabe erhältlich. Ich habe 15.50 Fr. dafür bezahlt. In Deutschland ist es für 8.45 Euro erhältlich, was etwa 16.90 DM entspricht. Dieser Preis ist meiner Meinung nach absolut gerechtfertigt. Denn schliesslich enthält es auch über 450 Seiten und ist wirklich spannend geschrieben.
Wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, gefiel mir das Buch alles in allem sehr gut. Der Schreibstil ist zwar gewöhnungsbedürftig, so dass einigen die ersten Seiten, wie mir auch, vielleicht eher langweilig vorkommen. Aber es lohnt sich auf jeden Fall weiterzulesen. Denn anschliessend wird man mit einem wirklich sehr spannenden Thriller verwöhnt, über den ich in diesem Bericht absichtlich fast nichts über die Story geschrieben habe, denn sonst würde ich jegliche Spannung nehmen.
Ich kann auf jeden Fall allen das Buch nur empfehlen. Allerdings gibt es noch einen kleinen Abzug in der Bewertung, da es zu Beginn wirklich nicht zu spannend war. Aber das ist meine eigene Meinung und jeder sollte sich am Besten selber eine Meinung darüber bilden.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-03 10:29:37 mit dem Titel Vom Anfang bis zum Ende spannend
Nach meinem ersten James Patterson-Roman musste ich schnell mal einen zweiten Roman von ihm lesen.
Die Story:
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Alex Cross muss schon wieder in Mordfällen ermitteln. In der Nähe der Schule seines Sohnes wird ein kleines Mädchen tot aufgefunden. Ermordet. Cross fühlt sich durch diesen Mordfall natürlich sofort persönlich betroffen, da er selber nur fünf Strassen weiter wohnt und sein Sohn die Schule, welche Schauplatz des Mordes war, besucht. So beginnt er nun, zusammen mit Sampson, seinem besten Freund, die Ermittlungen
Zur gleichen Zeit wird aber auch ein Senator ermordet. Die Mörder nennen sich Jack und Jill und hinterlassen am Tatort eine geheimnisvolle Botschaft, aus der herauszulesen ist, dass es noch mehr Morde gibt. Nachdem sie dann auch noch eine bekannte Journalisten umgebracht haben, wird auch Alex Cross zu den Ermittlungen hinzugerufen.
Der Fall des Kindermörders in seiner Wohngegend ist jedoch noch nicht abgeschlossen, so dass er beschliesst, mit ein paar anderen Polizisten aus seiner Umgebung (darunter auch Sampson) in seiner Freizeit an diesem Fall weiterzuarbeiten. So ermittelt Alex nun also in zwei Mordfällen.
Die Personen:
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Alex Cross:
Er ist die Hauptperson in diesem Buch, wie auch bei anderen Büchern von Patterson. Alex Cross hat eigentlich Psychologie studiert und seine Aufgabe bei der Polizei ist es nun, vor allem die psychologischen Hintergründe der Tat zu verstehen.
Alex liebt seinen Job eigentlich, doch manchmal wird er ihm einfach zu viel. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn er von einem Fall einfach nicht mehr loskommt, oder eben auch seine Familie direkt davon betroffen ist, was durch seine Arbeit auch häufig der Fall ist.
Die Familie von Alex Cross besteht aus seiner Grossmutter Nana Mama, bei der er nach dem Tod seiner Eltern aufgewachsen ist. Und seinen beiden Kindern Jannie und Damon. Seine Frau starb, als Jannie noch ein Baby war.
John Sampson:
Er ist Alex bester Freund und lässt ihn auch fast nie im Stich. Er gehört also quasi auch zur Familie.
Für mich verkörpert John Sampson das typische Bild eines amerikanischen Detective. So läuft er mit einem Ledermantel und Sonnenbrille (auch im Winter) durch die Gegend und scheint so an die zwei Meter gross zu sein.
John Sampson spielt in diesem Buch allerdings keine so grosse Rolle, wie in anderen Cross-Büchern, da er selber nicht zum Jack und Jill-Fall abgerufen wird, sondern weiter an den Kindermorden ermittelt.
Nana Mama:
Nana Mama ist eigentlich „nur“ Alex’ Grossmutter. Trotzdem hat sie einen grossen Einfluss auf ihn. Sie sagt immer direkt, was sie denkt und kritisiert auch Alex’ Handeln. Auf der anderen Seite jedoch, ist sie immer für ihn da, wenn er sie mal braucht.
Jill und Jack:
Es ist ziemlich lang nicht klar, wer hinter Jill und Jack steckt. Von Jill erfährt man bald einmal ihren Namen, doch man weiss trotzdem nicht, wer dahinter steckt. Auch von Jack erfährt man einen Namen, aber im gleichen Satz wird noch erwähnt, dass dies sein falscher Name sei, den er aber Jill angegeben habe.
Die beiden sind sehr intelligent und denken sogar daran, nach keinem Muster zu handeln. So ermitteln sie ihr nächstes Opfer durch ein Würfelspiel. Dadurch erscheinen die ausgewählten Opfer wie zufällig.
Auch ziehen sie später noch einen dritten Mann hinzu, der einige Morde für sie erledigt, dabei jedoch einen ganz anderen Stil aufweist, so dass die Spuren noch mehr verwischt.
Der Kindermörder:
Über den Kindermörder erfährt man zu Beginn nicht recht viel. Man weiss nur, dass sein Vater auch ein Cop war, weshalb er es auch auf Alex Cross und seinen Sohn Damon abgesehen hat.
Im Buch wird aber öfters aus seiner Sicht berichtet, so dass man herauslesen kann, dass er geistig ein wenig gestört zu sein scheint.
Christine Johnson:
Sie ist die neue Rektorin an Damons Schule. Laut Damon ist sie noch zäher als sein Dad. Alex verliebt sich bald in sie, allerdings ist sie glücklich verheiratet.
Sie scheint an der Schule sehr beliebt zu sein und steht darum auch schon sehr schnell mal auf der Opferliste des Kindermörders, nachdem er sie einmal beobachtet hat.
Fortsetzungsroman?
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Weiter oben habe ich erwähnt, dass dies nicht der einzige Roman ist, bei dem Alex Cross die Hauptperson ist. Ist es aber deshalb ein Fortsetzungsroman?
Ich würde jetzt mal sagen, dass es keiner ist. Denn die Fälle werden alle im gleichen Buch noch beendet und man kommt sehr gut nach, wenn man kein vorhergegangenes Buch gelesen hat.
Allerdings werden seine früheren Fälle immer wieder erwähnt und vor allem der Fall des Gary Soneji scheint ihn nicht loszulassen. Deshalb würde ich vielleicht doch empfehlen, als erstes Buch „Morgen, Kinder, wird’s was geben“ zu lesen. Denn in diesem Buch wird der Fall von Soneji behandelt. Im grossen und ganzen spielen seine anderen Fälle aber keine grosse Rolle in diesem Buch.
Titel:
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Der deutsche Titel dieses Buches finde ich ein wenig unpassend gewählt. Ich kann einfach keine Verbindung zwischen dem Buch und dem Titel herstellen.
Allerdings finde ich ihn auch sehr clever, da man ja erwarten würde, dass es Sonne, MoNd und Sterne heisst. Und dann kommt da dieser Überraschungseffekt mit dem Mord. Von daher ist die Idee des Titels also sehr gut, allerdings passt er wirklich nicht zum Buch.
Da finde ich den Originaltitel „Jack und Jill“ schon viel besser, da man diesen doch immerhin mit einem Teil des Buches in Verbindung bringen kann. Und es wäre auch irgendwie typisch für die Situation in Washington. Die Jack und Jill-Morde stehen im Vordergrund, beherrschen sozusagen alles. Wohingegen über die Kindermorde nichts berichtet wird.
Schreibstil:
*********
Pattersons Schreibstil ist etwas ganz Besonders. Bei ihm erfährt man meistens sehr früh die Namen der Mörder, womit man allerdings nicht sehr viel anfangen kann.
Auch schreibt er nicht nur aus der Perspektive des ermittelnden Detective. Der grösste Teil des Buches ist zwar aus seiner Perspektive verfasst (Ich-Perspektive). Allerdings wird auch immer wieder aus der Perspektive der Mörder geschrieben, so dass man oftmals schon sehr viel über sie weiss, ohne wirklich etwas zu wissen. In diesen Teilen benutzt Patterson dann die Er-Perspektive.
Bei meinem ersten Patterson-Buch ist mir der berichtartige Schreibstil negativ aufgefallen, so dass mir mein erstes Buch zu Beginn nicht gefiel. Bei diesem hier fiel mir dieser Schreibstil aber überhaupt nicht auf. Das Buch ist einfach von Beginn an packend, was Patterson auch sehr geschickt anstellt, da er zu Beginn nur über die beiden Morde schreibt (aus der Sicht der Mörder) und erst nachher Alex Cross ins Spiel kommen lässt.
Meine Meinung:
**************
Da meine Meinung oben schon ziemlich stark eingeflossen ist, werde ich hier jetzt nicht mehr so viel schreiben. Ich will mich ja schliesslich nicht wiederholen.
Ich würde über das Buch einfach mal sagen, dass es ein wirklich sehr guter Thriller ist, der mir auch viel besser gefiel, als mein erste Patterson-Buch. Das Buch ist spannend vom Anfang bis zum Ende und es passiert immer mal wieder etwas unerwartetes. Vor allem ist es schön, die Hauptperson auch schon ein wenig aus einem anderen Buch zu kennen...
Fazit:
*****
Dieses Buch hat die eins wirklich voll und ganz verdient. Ich sehe wirklich gar nichts negatives daran. Deshalb kann ich auch jedem nur empfehlen, dieses Buch mal zu lesen.
Das Buch:
*********
Titel: Sonne, Mord und Sterne
Originaltitel: Jack & Jill
Autor: James Patterson
Seiten: 382
Autor: James Patterson
Verlag: Lübbe
ISBN: 3-431-03605-8 weiterlesen schließen -
Patterson, James - Wer sich umdreht oder lacht
Pro:
Spannendes, aktuelles Thema
Kontra:
Einige Laengen
Empfehlung:
Nein
Wie ihr vielleicht schon anhand meines Titel erahnen konntet, bin ich ziemlich enttaeuscht von diesem Buch. Ich moechte allerdings hinzufuegen, dass ich seit meinem ersten Patterson-Buch ein treu ergebener Leser des Autors bin und ihn, na ja nicht vergoettere, aber ihm schon quasi zu Fuessen liege. Dennoch kann ich nicht anders als dieses Buch zu kritisieren.
Eine kurze Vorgeschichte
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
James Patterson ist vor allem bekannt durch seine Krimis die einem von Anfang bis Ende den Atem stocken lassen. Seine Helden sind meist der Polizeipsychologe Alex Cross und dessen Freunde; Pattersons Killer sind normalerweise irgendwelche wahnsinnigen Serientaeter, denen ich nicht nachts auf der Strasse begegnen moechte. Sein Schreibstil ist kurz und praegnant und der Kampf zwischen den Killern und dem einzelgaengerischen Helden ist meist mit allen Tuecken gespickt, die dem Leser Gaensehaut bescheren koennten.
Doch bei dem vorliegenden Buch ist alles irgendwie anders. Negativ anders...
Inhalt
~~~~~~~~~
„Hide & Seek“ (so der Originaltitel) handelt von der Saengerin Maggie Bradford und ihren ungluecklichen Maennerbeziehungen. Gleich am Anfang erfahren wir (in einem aeusserst spannenden ersten Kapitel) dass ihr erster Mann sie misshandelte und sie nach jahrelangem Dulden endlich Widerstand leistete und ihn in Notwehr erschoss. Notwehr nicht nur weil er sie selbst erschiessen wollte, sondern weil Maggie auch eine Tochter hat, die sie nicht ihrem brutalen Mann ausliefern wollte. Das Ganze wird in einer kurzen Rueckblende erzaehlt und wir begeben uns nun in die Gegenwart. Die Erzaehlperspektive bleibt immer noch in der Ich-Form und wir duerfen lesen wie Maggie Bradford (aus ihrer Sicht wird ein grosser Teil des Buches geschrieben) sich an jene Nacht erinnert, und sich nun fragt ob sie nicht nur einen sondern sogar zwei ihrer Ehemaenner getoetet haette. Moment? 2 Ehemaenner? Wer ist denn der zweite? Genau das will sie uns nun schildern, in ihrem ehrlichen Bekenntnis und mit der Gewissheit, dass wir objektiv ueber sie urteilen wuerden. Der Leser begreift, dass Maggie inzwischen vor Gericht ist und dass er nun alles darueber zu lesen bekommen wird, was zwischen dem ersten Mord / Notwehrfall und dem mysterioesen zweiten Todesfall passiert.
Und so kommt es dann auch. Wir lernen erst einmal Maggie und ihre Tochter kennen, ihren Manager, und wie sie es schliesslich zu Weltruhm schaffte. Dazwischen werden immer abwechselnd Kapitel eingeschoben ueber einen Fussballstar, namens Will Shepard, einen selbstverliebten Schoenling, der aber unter dem Selbstmord seines Vaters und seiner restlichen kaputten Kindheit leidet, und der sehr bald keine Kontrolle mehr ueber seine in ihm brodelnden Aggressionen haben wird.
So langsam erkennen wir auch, dass er derjenige sein wird, wegen dem Maggie sich letztlich vor Gericht wird verantworten muessen.
Und so geschieht es dann auch. Die beiden lernen sich auf einer Party kennen und unter Zuhilfenahme seines schauspielerischen Talentes, zieht Will Maggie vollends in seinen Bann. Die beiden heiraten und alles scheint perfekt, doch Maggies Albtraum hat gerade erst begonnen...
Und nun die Kritik
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Ja, wo soll ich da anfangen? Am besten bei der Handlung.
Das Buch hat über 400 Seiten, aber ich schaetze, etwa 300 davon sind sinnloses Geplaenkel. Es gibt keinen Serientaeter, der uns aller 20 Seiten mit neuerlichen Greueltaten das Blut in den Adern gefrieren laesst. Und es gibt auch keinen Cop oder Detektiv, der ihm immer auf den Fersen ist und stets sein eigenes Leben riskiert.
Nein, im Gegenteil: staendig muessen wir uns Maggie’s Gedanken antun, uns zu Gemuet fuehren, wie sehr sie doch in ihre Tochter verliebt ist, wie prima sie sich verstehen, wie dankbar sie ihrem Manager ist, was sie doch immer wieder fuer Lampenfieber hat, usw. Nein, wirklich, schlimmer geht es kaum! Schmalz hoch drei! Und vor allem: absolut unwichtig fuer die Geschichte! Es ist ja schoen und gut, wenn in Patterson’s anderen Buechern der Psychologe Alex Cross mal ab und zu mit seinen Kindern spielt. Das zeigt uns seine menschliche Seite. Aber hier besteht ja das halbe Buch daraus und man kann nicht anders als in Maggie eine hilflose Heulsuse zu sehen, deren einzige Heldentat darin besteht ab und zu einen ihrer Maenner umzubringen.
Selbstverstaendlich nur, um gleich darauf wieder schmalzig ihre Tochter (und spaeter auch noch ihren juengeren Sohn) zu umarmen und beinahe in Traenen auszubrechen. Also wirklich, ich kann es nicht oft genug sagen: das ist einfach zum Kotzen! Und was am schlimmsten ist (ja es geht noch schlimmer!), in der Mitte des Buches lernt Maggie erst noch einen anderen Mann – Patrick O’Malley - kennen und lieben, und mit ihm scheint auch alles perfekt, sie heiraten, bekommen einen Sohn, schmachten sich bis zum geht-nicht-mehr an.. bis er dummerweise bei einem Segeltoern an einem Herzanfall stirbt. Nun gut denkt man sich, da wird wohl dann der misstrauische aeltere Sohn aus der 1. Ehe von Patrick eine entscheinde Rolle im folgenden Verlauf spielen. Nein, falsch gedacht! Er taucht zwar noch ein paar mal verbost auf und intrigiert hier und da gegen Maggie aber wirklich wichtig ist er nicht! Wozu dann also dieses ganze Gesuelz zwischen Patrick und Maggie??? Voellig ueberfluessig!
Aber na gut, Patterson ist mein Meister und ich werde folgen, also lese ich brav weiter, in der Hoffnung, dass das dicke Ende noch kommen moege.
Inzwischen zeigt Will erste gewalttaetige Ausbrueche, aber so richtig durchgeplant und brutal wie Killer in Pattersons anderen Buechern agiert er auch nicht. Klar, schlimm sind seine Taten auch, aber vor allem sind seine Opfer nicht Leute wie du und ich sondern meist irgendwelche Huren oder sonstige Damen zumeist ohne Moral. Das macht die ganze Sache irgendwie fad. Man bekommt einfach nicht die gewisse Angst, dass der Moerder gleich bei einem selbst um die Ecke steht. Und genau das schaetze ich doch sonst so an Patterson. Meine Laune sinkt merklich. Aber da ich zugegebenermaßen schon drei Anlaeufe gebraucht habe, um die mittleren langweiligen Kapitel zu ueberstehen, beschliesse ich also, mir auch noch den Rest anzutun um dann ein fuer allemal zu wissen, was es mit dem Buch auf sich hat.
Aber irgendwie naehert sich das Buch dem Ende und die ueberraschende Wendung bleibt aus. Es gibt zwar eine pikante Sache, die dem Leser noch mal Hoffnung macht, aber wie diese Sache dann fuer die Story genutzt wird, ist einfach nur lahm und grottenschlecht. Da haette man doch sooo viel mehr draus machen koennen (ich sage mal nur soviel: es handelt sich um aeltere Maenner und deren Aktivitaeten mit sehr jungen bezahlten Damen). Aber nein, das ganze wird nur genutzt um Maggies Fall (den sie im ersten Anlauf verloren hat) noch mal aufzurollen. Und das wars!
Und nun sind nur noch 10 Seiten etwa uebrig und ich frage mich ernsthaft: „Das solls gewesen sein???“
Naja, nicht ganz. Mit letzter Anstrengung schafft es Patterson dann doch noch, eine wirklich ueberraschende Wendung herbeizufuehren und etwas von seinem Talent als Krimiautor aufblitzen zu lassen. Der Schluss ist wirklich ganz gut ABER so leid es mir tut, fuer diese Tortur die ich 400 Seiten lang mitgemacht habe, ist mir das einfach nicht genug. Da kann er noch so gute und spannende 10 Seiten anhaengen, mich entschaedigt das nicht. Sorry lieber Herr Patterson, Sie sind zwar in ihren anderen Buechern wahrlich meisterhaft, aber dieses Buch gehoert in die Hausapotheke – Als Schlaf – oder Abfuehrmittel.
Ich weiss nicht, wer den Autor auf die Idee brachte, doch mal aus der Sicht einer Frau zu schreiben, aber da er am Anfang seiner Familie dankt, befuerchte ich, dass die ihm wohl ein wenig zu Kopf gestiegen ist. Sein Schreibstil ist zwar immer noch kurz und praegnant (weshalb es nicht ganz so schwer ist, seine Buecher zu ende zu lesen), aber seine Wortwahl, seine Charakterisierung von Maggie – nein, also identifizieren kann ich als Frau mich damit nicht. Schon die Wahl der Professionen – Fussballstar und Saengerin – ist von vornherein zum Scheitern bestimmt. Wen interessiert denn so was? Das kann meinetwegen eine Rosamunde Pilcher oder wie die alle heissen schreiben, aber ich will einen Krimi mit normalen Helden, und mit Handlungsorten und Ereignissen, die jederzeit passieren koennten. Genau das macht doch einen Krimi so spannend oder?
Also um es auf den Punkt zu bringen, ich habe staendig auf das Cover schauen muessen, ob ich hier auch wirklich ein Buch von James Patterson lese. Wer es also unbedingt lesen will, bitteschoen, aber ich habe euch gewarnt. Und bitte: wer noch nie einen Patterson gelesen hat, lest dieses Buch bloss nicht als erstes; es wuerde euch einen voellig falschen Eindruck vom Talent des Autors vermitteln!
Zum Schluss noch ein paar Infos (sofern sie denn noch von Noeten sind):
Ich habe das Buch in der amerikanischen Paperbackausgabe von Warner Books. Laut Druck kostet es da $6,99. Allerdings habe ich es in Deutschland second-hand bekommen und ein kleiner deutscher Aufkleber zeigt den Original-Preis von 20,90 DM an, also etwa 10 Euro. Ich denke das duerfte immer noch so sein, aber ihr muesst die englische Version schon in einem Discount-Buchladen oder online kaufen (sonst sind die Exportkosten zu hoch).
Die deutsche Paparbackausgabe duerfte aber auch etwa 10 Euro kosten.
Das Buch ist aus dem Jahre 1996.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-29 14:10:54 mit dem Titel Patterson, J. - Der Tag an dem der Wind dich traegt
Nachdem ich neulich voellig mit meinem Lieblingsautor James Patterson reingefallen bin („Wer sich umdreht oder lacht“; siehe Bericht), konnte dieses Buch eigentlich nur besser werden. Zwar ist es leider keiner der klassischen Patterson – Krimis um den Detektiv Alex Cross und seine Jagd nach Serienkillern, aber trotzdem hat mich das Buch von Anfang an in einer gewissen Weise in seinen Bann gezogen.
Zuerst etwas zum Inhalt
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Das Buch handelt von Gentechnologie und Verschwoerungen, eine prickelnde Mischung, die aktueller nicht sein koennte.
Gleich im ersten Kapitel lesen wir von einem kleinen Maedchen, Max, die auf der Flucht vor irgendwelchen Maennern durch einen Wald rennt. „Max“ kommt aber nicht etwa von Maxine oder aehnlichem sondern von „Maximum“, denn Max ist anders als alle normalen Kinder. Als ihre Lage auswegslos erscheint und sie vor einer unueberwindlich scheinenden Mauer steht, ahnt man schlimmes, doch dann entfaltet Max ihre Fluegel und fliegt ueber die Mauer. Ja, ihr habt richtig gelesen. Max hat Fluegel, und genau die und ihre Staerke (Max ist erst 11) sind der Grund warum sie vor diesen Maennern weglaeuft.
Dann stellt uns Patterson in seinem ihm eigenen Kurz-Kapitel-Stil die anderen Hauptpersonen nach und nach vor. Da waere zum einen Frances „Frannie“ Mekin, eine Tieraerztin, deren Mann, ein Arzt, vor einem reichlichen Jahr auf einem Parkplatz erschossen wurde und dessen Moerder nicht gefasst wurde. Zum anderen haetten wir da Kit Harrison, alias Tom Brennan, einen FBI-Agenten, der sich entgegen dem Willen aller seiner Vorgesetzen unerlaubt mit einem Fall von 3 getoeteten Aerzten beschaeftig, da er mehr Zusammenhaenge hinter dem ganzen vermutet. Auf ihrer Flucht trifft Max dann auf Frannie, und natuerlich werden Max’s Schicksal, Frannie’s toter Ehemann und Kit’s mysterioeser Fall nach und nach zu einem Puzzle zusammengefuegt, hinter dem eine Verschwoerung steckt, die keiner von ihnen auch nur ahnen konnte.
Das ganze kommt so richtig ins Rollen als in der Gegend wo Frannie wohnt und Kit ermittelt, ein weiterer Arzt im Pool ermordert wird. Doch der Arzt war ein sehr guter Schwimmer und pflegte niemals kopfueber in den Pool zu springen. Woher also sein gebrochenes Genick? Kit und Frannie, die sich anfangs ein wenig unwohl gegenueber dem anderen fuehlen, beginnen ihre Ermittlungen. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen gelingt es dann auch Frannie und Kit, das Vertrauen von Max zu bekommen, denn bei ihren ersten Begegnungen ist Max immer verschreckt wieder davongeflogen. Die drei kommen sich naeher und so langsam gibt Max mehr und mehr Informationen ueber sich und ihre Herkunft preis. Informationen ueber eine „Schule“, ueber „sie, die dort arbeiten und das Fliegen verbieten“, darueber dass viele anderen Kinder „eingeschlaefert wurden“ , und noch viel mehr grausige Details.
Bald wird klar, dass dieses Wissen ihrer aller Leben in Gefahr bringt, und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem Frannie, Kit und Max mit allen Mitteln versuchen, das Wissen und die Beweise zu schuetzen und die Verschwoerung zu durchschauen. Doch diese zieht sich bis in hoechste Kreise...
Patterson’s Stil
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Wie in allen seinen Buechern schreibt Patterson sehr schlicht, aber dennoch ausdrucksstark. Die Kapitel sind nie laenger als maximal 4 – 5 Seiten und das Buch ist ausserdem noch mal untergliedert in Prolog, 5 kleinere „Buecher“ und einen Epilog. Diese Strukturierung erleichtert das Lesen und sorgt vor allem dafuer, dass man nicht aufhoert, denn immer wieder sagt man sich „ach, die 5 Seiten des naechsten Kapitels les ich noch“ und so geht es immer weiter, bis das Buch alle ist.
Meine Kritik
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Nun aber zum wichtigen Teil: lohnt das Buch den Kauf oder nicht?
Ich muss sagen, seit dem letzten Reinfall lese ich Patterson – Buecher kritischer als vorher, daher sind mir auch hier einige Maengel aufgefallen. Zunaechts einmal: die Story ist natuerlich gewagt aber hoch interessant, ganz besonders wenn man Patterson’s Anmerkung zu Beginn des Buches gelesen hat. („Als ich mit diesem Buch begann, hatte ich keine Ahnung wie nah die Geschichte der Realitaet kommen wuerde. Mehr als 30 Aerzte und Forscher haben mir im Entwurfsstadium geholfen [..]. Ein Arzt [..] sagte: „Die meisten Menschen wuerden nicht glauben, welche Durchbrueche in naher Zukunft auf sie zukommen.“)
Wenn man dies staendig im Hinterkopf hat und auch regelmaessig die Meldungen in den Nachrichten verfolgt, dass „wieder einmal“ ein Klonversuch geglueckt ist, dann kann einem das Buch wirklich Angst machen, denn hier geht es nicht um legale harmlose Klonversuche sondern um bewusste grossflaechige Veraenderung menschlichen Erbgutes ohne Ruecksicht auf Verluste.
Dennoch weist das Buch gewissen Laengen auf. Ich muss dazusagen, ich habe es diesmal leider nicht in Englisch sondern in Deutsch gelesen und ich denke der Uebersetzer hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Gut, er hat sich sehr an Pattersons Stil gehalten, aber manchmal ist eben genau das der Fehler. Was im Englischen Original ganz normal klingt, kann eben im Deutschen nicht so wiedergegeben werden, da es haeufig in Kitsch und simples Gelaber ausartet.
Ausserdem schreibt Patterson wieder – zum Glueck nur einige Kapitel – aus der Sicht einer Frau, und nach meinem letzten Reinfall damit musste ich unweigerlich aufstoehnen, ob das jetzt wieder so ein kitschiger Schmalz wuerde. Na gut, ganz so schlimm wurde es nicht, und die Heldin ist auch keineswegs so eine Heulsuse wie aus „Wer sich umdreht oder lacht“.
Die zeitweisen Laengen des Buches haengen auch damit zusammen, dass es wieder recht viel „Vorgeplaenkel“ gibt, bevor es richtig zur Sache geht. Allerdings wird das Ganze hier und da durch einen Mord „aufgelockert“ (ein wahrer Krimi-Fan brauch eben etwas.was ihn bei der Stange haelt) und das Vorspiel dauert auch bei weitem nicht so lange wie bei dem bereits erwaehnten „Wer sich umdreht oder lacht“.
Allerdings ist der Schluss dann irgendwie gut, aber unglaubwuerdig. Da werden das ganze Buch lang die eiskalten Maenner beschrieben, die vor nichts zurueckschrecken und dann werden Kit und Frannie gegen Ende des Buches regelrecht unbeaufsichtigt in ein Kaemmerchen gesperrt aus dem sie dann auch sehr schnell entkommen. Sie wurden bereits verhoert und eigentlich haetten die Maenner sie doch laengst umbringen muessen, wenn sie ihre Gen-Projekte mit allen Mitteln schuetzen wollen. Aber irgendwie wird sehr locker mit ihnen umgegangen. Ein weiterer Punkt: das Ganze fliegt ja dann letztendlich auf und wird via Fernsehen in alle Welt ausgestrahlt, aber dieses Thema wird quasi nur angekratzt. Mich haette mal interessiert, wer genau denn nun in den Regierungskreisen darin verwickelt ist oder wie die Oeffentlicheit reagiert, aber das wird nur grob erzaehlt. Ja es laeuft dann sogar soweit, dass es im letzten Kapitel so klingt, als ob die Oeffentlichkeit nach kurzer Zeit wieder das Interesse verloren haette. Ist das nun Pattersons mangelnde Schreiblust oder ist es gar beabsichtigt um uns vorzufuehren, wie desinteressiert wir schon sind und alles hinnehmen?
Wie auch immer, so richtig befriedigt mich der Schluss nicht.
Und dann noch was prinzipielles: Wer in aller Welt nennt seine Helden „Frannie“ und „Kit“??
Ich finde, Namen sind das allererste und wichtigste was ein Autor bei einem Buch als erstes bedenken muss. Sie legen fest wie der Leser sich mit den Handelnden identifiziert und ob das Ganze glaubwuerdig wird. Aus meiner persoenlichen Sicht kann ich sagen, dass mich „Frannie“ und „Kit“ in einem Thriller nicht gerade vom Hocker hauen!
Fazit
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Nach aller Kritik dennoch ein eher positives Fazit: Das Buch ist auf jeden Fall besser als mein letztes Patterson-Buch und viele andere billige Krimis. Die Story bietet genug Anhaltspunkte um die eigene Phantasie spruehen zu lassen und sich auszumalen was ohne unser Wissen schon alles in geheimen Labors passiert (das so was passiert, dessen bin ich mir sicher). Ausserdem liest sich das Buch sehr schnell und die etwa 380 Seiten habe ich in wenigen Stunden verschlungen. Als Patterson-Einstieg ist es nur bedingt zu empfehlen, da wuerde ich immer noch die Alex-Cross-Krimireihe vorschlagen (Bericht folgt), aber es bietet einen Einblick in die Vielseitigkeit des James Patterson.
Note 2 und der Hinweis, wenn moeglich lieber die englische Originalfassung zu lesen.
Das Buch ist im Bastei – Luebbe Verlag erschienen und fuer 8,45 Euro erhaeltlich. weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Andreas68, 07.06.2002, 16:10 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Das ist ja eigentlich ein typischer Science Fiction-Roman, technisch-gesellschaftlich-utopisch hätte man das früher genannt.
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mima007, 30.05.2002, 14:32 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Gut beschrieben. Deine kritische Meinung deckt sich mit meiner. CU, mima
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blauersafir, 29.05.2002, 17:06 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
sehr nützlicher bericht, besonders informativ...schau auch mal bei mir vorbei, gruss blauersafir
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Die Wolke von Gudrun Pausewang
Pro:
einfach alles
Kontra:
an manchen Stellen zu brutal
Empfehlung:
Nein
Heute schreibe ich nicht wie gewöhnlich über die meist lustigen Computerspiele, nein. Diesmal muss es mal was Ernstes sein, und zwar geht es mir heute um das Buch, die Wolke.
Story:
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Janna-Berta ist die Hauptperson in diesem Buch, sie ist 14 ihr kleiner Bruder, Uli, spielt auch eine Rolle in diesem Buch Uli der aber später an der Folgen stirbt. Janna-Berta sitzt in der Schule auf ihrem kleinen Stuhl im Französischunterricht. Mitten in der Stunde erschallt von draußen die Sirene, alle denken es sei ein ABC Alarm, doch es kommt anders, nach wenigen Minuten schallt es aus dem Lautsprecher das sich alle Kinder auf direktem Weg nach Hause begeben sollen. Bis hierhin ahnt noch niemand etwas von der drohenden Gefahr...
Janna Berta hat das Problem, das sie nicht weiß, wie sie nach Hause, nach Schlitz, kommen soll, sie steht also auf dem Bürgersteig vor der Schule, und ihre Blicke schweifen über die Straßen, bis schließlich ein Auto anhält, und der Fahrer fragt, ob er sie mitnehmen soll. Natürlich fuhr sie mit. Wie sich herausstellt, war es ein Junge aus der Oberstufe, der ebenfalls in Schlitz wohnte. Doch auch bis hier konnte man nur ahnen, was passiert war.
Nach einer Stunde Fahrt kommt sie endlich nach Hause zu ihrem Bruder Uli, dieser hatte Radio gehört, und wusste genau was los war. Der Reaktor in Grafenreinfeld sei beschädigt, doch es war mehr als das, es war ein „Super GAU“. Kurzer Hand entschließen sich beiden mit dem Fahrrad weg zu fahren, da ihre Eltern verreißt waren, und sie ganz allein in diesem Haus wohnen. Die Beiden entschieden sich schnellst möglichst abzuhauen, so packten sie Wäsche, etwas zu essen und zu trinken ein.
Sie wollten schnellst möglich zum Bahnhof, über Feldwege hinweg bis zu einem Bahndamm, dort geschah das Schlimmste was Janna Berta je erlebt hatte.
Auf dem Bahnsteig fuhr Uli voraus, doch er merkte nicht das die „ Straße“ auf der er fuhr aus Schotter war, schon war es passiert er flog hin, machte einen Überschlag und fasste erst unten auf der geteerten Straße halt. Das Auto was Janna-Berta noch vor knapp einer Minute gehört hatte, kam nun mit tierischer Geschwindigkeit auf Uli zu ohne zu bremsen, es erschallte ein dumpfes Geräusch. Janna-Berta starr vor Schreck, rannte runter und hocke sich auf die Straße, direkt neben Uli. Mit dem festen Willen hier bis an ihr Lebensende zu sitzen und zu weinen.
Uli, dessen Kopf in einer Blutlache lag, war tot. Hinter Janna-Berta begannen viele Leute in ihren Autos zu hupen, bis schließlich 2 Leute ausstiegen und Janna-Berta hochgezogen haben, der Mann nahm Uli, und trug ihn zum Straßenrand, bis hin zum Rapsfeld. Dort legte er ihn nieder. Janna-Berta, die nun wild um sich schlug, kam erst zur Besinnung als der Mann ihr eine Ohrfeige gab, er zerrte sie ins Auto und fuhr los.
Ich möchte an dieser Stelle abbrechen, da ich nicht alles verraten will. Nur noch eins, Janna-Berta ist strahlengeschädigt und die Folgen dieser Krankheit werden zunehmend schlimmer.
Unterteilung:
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Das Buch ist sehr schön gegliedert, man sieht genau wann ein neuer Abschnitt beginnt, da dann ein großes Bild, was meist eine Seite füllt, erscheint.
Wie lässt es sich lesen?:
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Die Schrift ist sehr gut gemacht, teilweise ist blaue Schrift miteingearbeitet überwiegend jedoch schwarz. Das Blau dient nur um wichtige Stellen zu unterstreichen. Man schafft es locker das Buch an einem Tag zu lesen. „Die Wolke“ hat nur 223 Seiten... .
Bilder:
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Modische Bilder schmücken das Buch von innen und von außen. Das Bild was am meisten vorkommt ist das Zeichen eines Atomkraftwerkes. Für Abwechslung ist auf jeden Fall gesorgt!
Umschlag:
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Auf dem dunkelblau und gelb gehaltenen Umschlag sieht man einen Wald in dem das Zeichen des Atomkraftwerkes und über den Wald ist eine dunkelblau- fast graue radioaktive Wolke. Unten in der Ecke wie immer das Ravensburger Zeichen.
Warum ist das Buch erst ab 14?
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In diesem Buch kommen sehr viele für Kinder noch nicht verständliche Szenen vor. Sie können das Leid nicht verarbeiten, zwar ist so was Ähnliches schon mal passiert... in Tschernobyl. Aber die Geschichte ist frei erfunden. Man sollte sich richtig in Janna-Berta versetzen, dann weiß man wie schlimm es ist... .
Preis:
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Ich habe das Buch von der Schule erhalten, wir mussten 9.90 DM bezahlen, in Österreich kostet es 72.- - ös .
Fazit:
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Das Buch ist führ jeden geeignet, ich würde es höchstens nur nicht kaufen, weil es so wenig Seiten hat. Aber wenn es noch langgezogener wäre würde es keiner mehr lesen. In diesem Buch wird die Panik und die Not der Menschen erzählt, und man kann sich gut vorstellen das es so ähnlich auch in Tschernobyl gewesen sein muss. Viele, und gerade die Bewohner in nächster Umgebung konnten sich gegen die Katastrophe und ihre Folgen schützen.
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darkeye669, 26.04.2002, 15:02 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
wie man das buch an einem tag lesen kann ist mir zwar rätselhaft. aber diesen ollen schinken hab ich auch in ner ecke liegen.
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Ingwer, 25.04.2002, 23:33 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Hab das Buch als Kind gelesen und fand es sehr erschütternd- es kommt mir auch immer als erstes in den Sinn, wenn ich daran denke, was ich früher so gelesen habe. Schöne ausführliche Meinung! LG, Ingwer
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