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Pro & Kontra
Vorteile
- spannend, unterhaltsam
- intelligent und sensibel geschriebener Roman, der sich um das Thema Geschlechteridentität dreht
- gibts nicht
- sehr gutes SF-Buch
Nachteile / Kritik
- zum Ende hin etwas abfallend
- keines ersichtlich
- alles
- nichts
Tests und Erfahrungsberichte
-
Mein Sammelsorium
10.04.2003, 17:07 Uhr von
Wurzelchen2
Meine Hobbies sind Lesen, Homepage, radeln, Fitness und Sonnenbaden. Ich tanze gern, interessiere...2Pro:
gibts nicht
Kontra:
alles
Empfehlung:
Nein
In diesem Buch findens ich Gedichte von Jo Wegner.
Also Jo Wegner ist mir kein Begriff. Laut Klappentext soll es sich um eine Schauspielerin handeln. Aber mal der Reihe nach:
Der Einband:
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Knallrot kommt er daher. Die Schrift darauf ist in weiß gestaltet. Dabei macht sie den Eindruck, als sei sie mit der Hand geschrieben.
Das Hardcover sorgt für viel Stabilität und dafür, dass das Buch auch etwas aushält.
Auf der Rückseite findet sich ein Foto. Ich nehme an, dass es sich um Jo Wegner handelt. Darunter findet sich folgender Text:
„Die Texte der Schauspielerin Jo Wegner sind schwer unter einem treffenden Begriff zusammenzufassen. Etwas haben sie aber gemeinsam: Die unauffällig verpackte Anspielung auf die graue Wirklichkeit und jene Ironie, mit der die Autorin ihren Gedichten eine ganz persönliche Note gibt...“
Allgemein:
************
Das Papier ist etwas dicker und damit sehr griffig. So übersteht es problemlos ein öfteres zielloses Blättern.
Das Buch umfasst 119 Seiten. Diese sind bedruckt mit Gedichten über eigentlich alltäglich Dinge und Kurzgeschichten.
Hier zwei Beispiele um euch ein Bild zu machen. Die sind wahllos rausgegriffen:
Wunschtraum
@@@@@@@@@
Die Gardine hat lauter Falten,
genauso wie mein Gesicht,
Ich wär so gern noch mal siebzehn –
Doch leider schaff ich das nicht.
Seitensprung
@@@@@@@@@@
Er stöbert in Mutters Fotos rum,
nur so zum Spaß, aus Gaudium.
Auf einmal entdeckt er da ein Gesicht
Von einem Mann, der ihm haargenau glich.
Wer ist der Typ mit „seinem“ Gesicht?
Sein Vater jedenfalls ist es nicht.
Sein Vater sieht ganz anders aus –
Auch seine Haar sind nicht so kraus.
Er wird nachher seine Mutter fragten,
vielleicht kann sie ihm was dazu sagen.
Fazit:
*******
Nicht wirklich ein Buch, das sich zu kaufen lohnt. Ich habe es mal als ein Werbegeschenk bekommen. Ist ja auch eine komische Vertriebstaktik.
Aus Neugier habe ich es eben gelesen. Für mich klingen die Verse wie Kinderreime. Irgend etwas das einem mal eben so in den Sinn kommt.
Vielleicht finden Gedichtliebhaber etwas daran. Oder Leute, die groß im Hineininterpretieren sind.
Auch die Kurzgeschichten sind mehr irgendwelche ihrer Erlebnisse, als künstlerische Höchstleistungen.
Wie gesagt, wirklich nur eingefleischten Gedichtliebhabern zu empfehlen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-14 16:47:21 mit dem Titel Walter Moers – Die 13 ½ Leben des Käptn Blaubär
Ein Buch, dass ich schon länger in meinem Regal habe. Ich habe es auch schon mehrfach gelesen. Heute möchte ich endlich mal etwas darüber schreiben.
Es handelt sich hier nicht um ein Taschenbuch. Es ist gebunden und hat einen Hartcover. Dafür ist es aber sehr leicht. Eben nur etwas unhandlich.
Der Papiereinband ist mal nicht aus Glanzpapier. Das Papier wirkt irgendwie senkrecht geriffelt. Aber stabiler wird es dadurch auch nicht.
Auf der ersten Seite findet sich eine Karte von Zamonien. Dort sind alle wichtigen Stationen des Lebens verzeichnet.
Auf der hinteren Einbandseite ist eine weitere Karte. Sie zeigt Zamonien und die Zamonien umgebenden Kontinente. Dem Betrachter fällt schnell die kleine Mogelei auf.
Die Geschichte, bzw. das Leben ist in 13 ½ Geschichten aufgeteilt:
1. Mein Leben als Zwergpirat (Seite 11 bis 31)
2. Mein Leben bei den Klabautergeistern (Seite 35 bis 42)
3. Mein Leben auf der Flucht (Seite 47 bis 73)
4. Mein Leben auf der Feinschmeckerinsel (Seite 77 bis 96)
5. Mein Leben als Navigator (Seite 99 bis 123)
6. Mein Leben in den Finsterbergen (Seite 128 bis 207)
7. Mein Leben im großen Wald (Seite 211 bis 252)
8. Mein Leben im Dimensionsloch (Seite 255 bis 269)
9. Mein Leben in der Süßen Wüste (Seite 273 bis 349)
10. Mein Leben in der Tornadostadt (Seite 353 bis 393)
11. Mein Leben im Großen Kopf (Seite399 bis 444)
12. Mein Leben in Atlantis (Seite 447 bis 625)
13. Mein Leben auf der Moloch (Seite 629 bis 694)
13 ½ Mein halbes Leben in Ruhe (Seite 697 bis 703)
In den Geschichten lockern zahlreiche Illustrationen die Gestaltung des Buches auf. Teilweise hat es auch den Charakter eines Comics. Geräusche werden oft so dargestellt. Und die Lautstärke wird durch die Größe der Schrift dargestellt. So haben auch Leseanfänger ihren Spaß an diesem Buch.
Auch eine Leseprobe möchte ich euch nicht vorenthalten. Ich schlage das Buch also irgendwo auf und lande auf Seite 432. Wir befinden uns also im Großen Kopf.
„Bevor ich mich auf den Weg zum anderen Ohr begab, wollte ich noch eine Abschiedsvorstellung geben, Eintritt frei.
Ich wollte den besten Traum komponieren, den ich an der Orgel zusammenbrachte, die Krönung meines Oeuvres. Ich nannte ihn ganz schlicht:
Der Traum des Zyklopen
Das Urmeer, unter Wasser. Klassische Zyklopenmusik. Feuerquallen steigen auf wie brennende Fesselballone. Ein Tyrannowalfisch kommt ins Bild, wir verfolgen seinen Weg. Der Wal verschluckt einen Schwarm Haifische. Träge vom Essen schwimmt er weiter. Das ist der Augenblick, in dem sich der Bollog, der ihn die ganze Zeit beobachtet hat, auf den Rücken des Wals schwingt. Ein titanischer Kampf beginnt. Der Bollog hält den Wal, der wild durchs Wasser peitscht, in eisernem Griff, bis der Riesenfisch erschöpft ist. Dann lässt sich der Bollog auf seinem Rücken ans Ufer tragen. Anstatt den Wal an Land zu schleppen und zu verspeisen, lässt er i ihn frei. Der Wal schwimmt in den Sonnenuntergang. Pathetische Musik.
Schnitt.
Das urzeitliche Zamonien. Der Himmel leuchtet in allen denkbaren Farben, Kometen schießen am Firmament vorbei Horch! Ferner Donner. Nein – das ist kein Donner!
Schnitt.
Es ist eine Keulenschlacht! Hundert Bollogs stehen in einer Tiefebene und schlagen sich ihre Keulen um die Ohren. Wir stürzen uns in die Schlacht. Zwanzig Minuten Keulenschlägerei, schnell geschnitten.
Schnitt:
Romantische Musik. Müde schleppt sich unser Bollog nach Hause, zu seiner Geliebten. Sie sitzt in einem Tal und pflückt Rieseneichen, um sich daraus einen Kranz zu flechten. Der Bollog möchte ein Küsschen für die erfolgreiche Keulenschlacht. Plötzlich dramatische Musik! Das Bollogmädchen weißt ihn zurück. Er hat ja gar kein Geschenk mitgebracht.“
Die ganze Geschichte ist in der Ich-Form geschrieben. So, wie es der Lügenbär eben seinen Enkel erzählen würde.
Ein Buch, dass einem Fan nicht entgehen darf. Es ist auch zum Vorlesen sehr gut geeignet und bietet jede Menge Anregungen für eigene Geschichten. Diese Geschichten sind gut für Kinder geeignet. Aber auch für jung gebliebene Erwachsene.
Den Preis kann ich leider nicht mehr nennen. Es ist zu lang her, dass ich es mir gekauft habe. Aber der Preis ist nicht das Wichtigste. Ausschlaggebend ist der Inhalt und der ist 1. Klasse.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-07 12:00:13 mit dem Titel Und gefunden haben sie es doch
Von dem Autor Mark Lee habe ich noch nie etwas gehört. Auf das Buch gestoßen bin ich durch seinen Einband. Er ist einfach gestaltet, macht aber neugierig auf den Inhalt.
Das Titelbild zeigt einfach nur Wüstensand, in dem Spuren bis zu Horizont verlaufen. Irgendwie habe ich da Fantasy hineininterpretiert. Doch ich sollte enttäuscht werden.
Ich habe dieses Buch als ein preisreduziertes Mängelexemplar gekauft. Mängel konnte ich daran aber nicht feststellen, außer den Stempel der es als Mängelexemplar auszeichnet. Wahrscheinlich ist es einfach nur ein Ladenhüter gewesen, den sie so loskriegen wollten. (Warum muss ich nur immer auf Wühltische hereinfallen?)
Klappentext:
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Als Ben Chase seinen Job als Entwicklungshelfer in Afrika verliert, schließt er sich dem charismatischen David Mather an. Mather überredet ihn trotz größter Risiken zu einer Expedition ins Innere des Landes. Sein Ziel ist es, den verlorenen Stamm Israels zu finden, der mit den geheimnisvollen „Maji“ identisch sein soll.
Es beginnt eine gefährliche Reise in das dunkle herz Afrikas, deren Ausgang niemand vorherzusagen wagt...
Zum Inhalt
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Man bekommt gleich zu Anfang die ärmlichen Verhältnisse mit, in denen die Menschen in Afrika leben. Man bekommt aber auch etwas aus der Arbeit eines Entwicklungshelfers mit. Und zwar, dass sie nichts weiter versucht haben, als die afrikanischen Menschen zum Christentum zu bekehren.
Ben Chase ist Reporter. Durch diesen Beruf, so scheint es mir, wurde er in die Reisegesellschaft Mathers aufgenommen. Offiziell ziehen sie los, um im Northern Distrikt Brunnen zu bohren, aber inoffiziell hat Mather etwas ganz anderes vor. Mather erklärt ihm, dass die Reise gefährlich werden kann, doch Ben Chase kommt mit.
Auf der Reise begegnen sie den verschiedensten Gefahren. Militär, welches sie bestechen müssen um weiter zu kommen, einer trügerischen Einladung, welche sich als Falle erweist. Sie kommen in Dörfer in denn sämtliche Menschen hingerichtet worden und kein Grund erkennbar ist. Wasser und Nahrungsmittel werden knapp. Einige ungeplante Brunnenbohrungen müssen vorgenommen werden, welche die Benzinvorräte nur noch knapper werden lassen und dann finden sie dass, was sie gesucht haben und haben es nicht einfach. Unvorhergesehene Umstände treten ein und die Gruppe tritt den Rückzug an. Doch das ist alles kaum etwas, gegen den Sandsturm, der ein jähes Ende bereitet.
Ich habe meine Inhaltsangabe bewusst so allgemein gehalten. Wen das Buch interessiert, der soll es ja auch noch lesen können ohne alles haargenau zu wissen.
Fazit:
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Ursprünglich sollte das Buch einmal 14,90 DM kosten. Das würde etwa 7,60 Euro entsprechen. Wenn ich es zu diesem Preis erstanden hätte, würde ich mich wahrscheinlich jetzt ärgern. Nicht, weil die Story so schlecht ist, sonder weil es ganz einfach nicht mein Genre ist. Größtenteils ist hier die Rede von der Reise durch Afrika. Unterwegs trifft man auf korrupte Soldaten, gemordete Dörfer und Wilderer. Das ist nicht das, was ich lesen möchte, da es bittere Realität ist. Wenn ich lese, dann möchte ich Fantasy. Eben etwas, das nicht so Alltag ist.
Trotzdem sind die Landschaften und Handlungen gut beschrieben. Die Personen haben nicht zu komplizierte Namen, so dass man sie einfach auseinanderhalten kann. Auch die Schrift ist angemessen groß und mit 285 Seiten ist das Taschenbuch weder besonders dick noch schwer oder unhandlich.
Wer gern in ferne Länder reist oder sich für Reisebericht interessiert, für den ist das Buch die richtige Entspannungslektüre. Wer allerdings mehr Tierschützer ist oder einfach dem so schon schweren Alltag entfliehen möchte, dem kann ich das Buch nicht besonders empfehlen.
Ich selber habe mich regelrecht durch dieses Buch durchgekämpft. Ich musste mich zwingen weiterzulesen. Weil ich auf der einen Seite neugierig war, ob sie ihr Ziel erreichen, auf der anderen Seite wollte ich mich dem harten Alltag auf dieser Reise nicht aussetzen. Trotzdem hat mich der Ausgang der Handlung sehr enttäuscht, da es mal wieder nur von der Engstirnigkeit der Behörden zeugt.
Wer dieses Buch nun einmal lesen möchte, dem gebe ich hier noch die ISBN mit auf den Weg: 3-442-44203-6. Geschrieben von Mark Lee mit dem Titel: Das verlorene Volk.
Erschienen:
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Yopi: 08.03.03
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-10 15:07:26 mit dem Titel Und die Schokolade?
Erworben habe ich dieses Buch durch einen Gutschein. Mehr oder weniger neugierig geworden durch das Gerede über den Film und die Tatsache, dass es ein Bestseller sein soll, landete es im Einkaufskorb.
Die Sunday Times behauptete: „Hinreißend! Was für ein herrlicher Roman! Man wischt sich die Lachtränen aus den Augen!“
Das klangt gut, aber... der Reihe nach.
Klappentext
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Bridget Jones ist eine Frau von heute: Sie hat keinen Mann, dafür eine Mutter, die es nur gut mit ihr meint, und einen besten Freund, der nicht auf Frauen steht.
Und sie hat Jude und Jazzer: Gemeinsam löst das Damentrio alle zentralen Fragen des Daseins. Doch ein paar Probleme überfordern sogar den weiblichen Krisenstab: Männer und Mütter.
Inhalt
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Das Buch beginnt am 01. Januar auf einer Party. Bridget soll mal wieder mit einem jungen Mann verkuppelt werden, was sich als kein Glücksgriff herausstellt.
Auch findet man am Anfang eine List der guten Vorsätze für das neue Jahr. Diese Liste liest sich etwas seltsam. Wenn man aber etwas weiter in das Buch vordringt, will einen das nicht weiter wunder, da das ganze Buch seltsam ist.
Aufgemacht ist das ganze wie ein Tagebuch. Allerdings dreht sich in diesem Tagebuch alles nur um Männer, Alkohol und Arbeit. Auch kommt es mir vor, als wenn die Schreiberin dieses Tagebuches sehr in Selbstmitleid versinkt, weil ihr ja so gar nichts gelingen will.
Bridget macht in dem Jahr einiges durch. Ihre Eltern trennen sich, sie selber hat eine Beziehung, die aber schnell wieder zerbricht, sie wechselt den Beruf und ist vollauf damit beschäftigt sich ihrer Mutter und deren Ratschläge zu erwehren.
In dem Leben der Bridget Jones spielt sich nichts aufregendes ab. Alles ist eintönig und langweilig. Und so liest sich auch das Buch.
Fazit:
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Was behauptet der Spiegel? – „Bridget Jones ist eine Kultfigur!“ – Wessen Kultfigur? Meine nicht. Da ist mein Tagebuch aber spannender. Vor allen Dingen hat der Titel absolut nichts mit der eigentlichen handlung zu tun. War wohl abstrakt gemeint – wem gefällt.
Auch fand ich diese Lektüre nur schlicht und ergreifend langweilig. Alkohol-Arbeit-Kerle. Mehr hat das Leben der Tagebuchschreiberin nicht zum Inhalt.
Und wo waren die Lachtränen? Nun ja. Gelacht habe ich nicht, dazu hatte ich genug damit zu tun, mich zu zwingen weiterzulesen. (Ich hasse halb angelesene Bücher)
Empfehlen würde ich dieses Buch keinem. Der totale Geldrausschmiss und Zeitverschwendung pur.
Mit der Schreibweise konnte ich mich nicht abfinden. Mitunter wurde das Gesagte Wort für Wort aufgeschrieben. In einem Tagebuch?
Kurz und gut: FINGER WEG. SCHADE UMS GELD!!!
Buchdaten:
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Goldman-Verlag
344 Seiten
Preis: 8,00 €
ISBN 3-442-443925
Erschienen:
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Yopi: 10.04.03 weiterlesen schließen -
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Donna Leon : Das Gesetz der Lagune
Pro:
Spannend von der 1. bis zur letzten Seite, selbst da führt Lescroart einen noch einmal an der Nase herum.
Kontra:
Wer nicht glauben kann, dass Anwälte auch nur Menschen sind, könnte dieses Buch als Märchen verstehen.
Empfehlung:
Nein
Zu diesem neuesten Streich der Amerikanerin, die in Venedig lebt, schrieb der "Observer" in London :
"Clever, lebendig und absolut fesselnd : Ihr zehnter Brunetti-Roman ist ebenso erfrischend und unterhaltend wie der erste."
Es ist eine Schande, wie schamlos übertrieben wird, um den Verkauf zu pushen. Es findet sich immer irgendjemand, der einem so etwas bescheinigt. Da ich alle 10 Romane gelesen habe und mir die vorangegangenen sehr wohl gefallen haben, muß ich sagen, dass dieses Werk weit unter meinen Erwartungen lag.
Diesmal ist das kleine Fischerdorf Pellestrina auf einer Venedig vorgelagerten Insel der Schauplatz des Doppelmordes an den Fischern Guilo und Marco Bottin, Vater und Sohn. Dem Älteren wurde der Schädel eingeschlagen, dem Jungen wurde der Bauch aufgeschlitzt. Erst im Anschluß wurde ihr Boot, die "Squallus", in Brand gesetzt.
Donna Leon sucht sich immer irgendwelche gesellschaftlichen und moralischen Mißstände heraus, um sie zu kritisieren. Diesmal ist es zum Einen das Vorurteil, dass Fischer traditionsgemäß keine Männer der großen Worte sind (Guilio wird von allen als kalt, hart und unnachsichtig beschrieben) und zum anderen, dass der Fischfang und die Muschelfischerei in den italienischen Gewässern sehr gesundheitsbedenklich sind, sowohl für die Meeresfrüchte als auch für die Esser. Dadurch erscheint Guido Brunetti, schon immer ein Gourmet, willensschwach und ein wenig verfressen.
Wie immer benötigt er die Hilfe einiger Nebencharaktere, um den Fall zu lösen. Meistens fällt es ihm erst ziemlich am Ende wie Schuppen von den Augen. Man kann also noch nie davon reden, dass der Commissario clever wäre.
Diesmal stehen ihm u.a. sein Assisstent Sergente Vianello, der junge Beamte Pucetti, der alte Bootsführer Bonsuan und die Sekretärin Signorina Elettra zur Seite. Manch einer verliert bei dieser Mission mehr, als er je zu riskieren gewagt hätte.
Brunetti ist der intellektuelle, gemächlich von Statten gehende Typ. Blöderweise kamen in diesem Buch Donna Leon und somit auch Brunetti so gar nicht in die Gänge. Also von wegen lebendig und fesselnd.
Die Beschreibung der ländlichen Umgebung liest sich etwas gelangweilt und für meinen Geschmack zu klischeehaft. Auf der einen Seite die gebildeten Venezianer, auf der anderen die Bauerntölpeln. (Kam mir jedenfalls so vor.)
FAZIT :
Hätte Leons 1. Buch schon so ausgesehen, es wäre noch lange im Regal stehengeblieben und Brunetti hätte nicht mehr so viele Fälle erleben dürfen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-14 13:23:39 mit dem Titel James Grippando : Im Schutze der Dunkelheit
Beth Wheatly hat so ziemlich alles, was man sich eträumen kann : noch relative Jugend, ein süßes Töchterchen und einen reichen Staranwalt als Mann, der ihr ein großes Haus und ein bequemes Leben bieten kann. Nur hat er vor langer Zeit aufgehört, ihr Partner bei Tisch oder im Bett zu sein. Es ist notwendig, dass sie eines Tages spurlos verschwindet, ohne die 6jährige Morgan von der Schule abzuholen, damit Gus Wheatly mal wieder einen Gedanken an sie verschwendet. Zuerst ägert er sich darüber, dass er von seinem Arbeitsplatz als geschäftsführender Anwalt bei Preston & Collidge, Seattles führender Anwaltskanzlei, gerufen worden ist, um zum 1. Mal seine Tochter abzuholen. Erst als Beth auch am Abend noch nicht wiederaufgetaucht ist, beginnt er sich Sorgen zu machen. Es stellt sich heraus, dass sie weder Geld noch Kleidung mitgenommen hat. Dass auch Morgan ihm geblieben ist, schließt eher aus, dass sie ihn schnöde verlassen haben soll.
Zur gleichen Zeit findet man eine weibliche Leiche. Es handelt sich um das 3. Opfer eines irren Killers, dessen ersten beiden Opfer männlich waren und sich nicht nur äußerlich einem Ei dem anderen glichen, sondern auch im täglichen Leben Parallelen aufgewiesen haben.
Es stellt sich zwar heraus, das Beth nicht besagter Leichenfund ist, die Ermordete sieht ihr aber sehr ähnlich. Es kommt die Theorie auf, es handle sich um einen Doppelgängermörder. Damit liegt es im Bereich des Möglichen, dass Beth entführt worden ist und noch tot aufgefunden werden könnte.
Dieser Fall wird hauptsächlich von der jungen FBI-Agentin Andrea "Andie" Henning bearbeitet, die sich nach einer geplatzten Hochzeit in die Arbeit stürzt.
Als Indianerhalbblut wurde sie adoptiert. Aus Respekt vor ihren Adoptiveltern hat sie ihre wahren Wurzeln nie ausfindig gemacht.
Da sie durch ihre Herkunft durchaus Angriffsfläche für eine Sekte bieten könnte, wird ihr gestattet, undercover zu arbeiten. Es gibt nämlich Spuren, die so zu deuten wären, dass Beth mit denen etwas zu tun gehabt hätte und womöglich sich auf deren Gelände aufhält.
Die Geschichte ist nicht schlecht, doch sind die Charaktere etwas stereotyp aufgebaut.
Anwalt : erfolgreich und damit reich, arrogant, legt sich andauernd quer, weil er meint, mehr und schneller etwas ausrichten zu können wie Polizei und FBI
Ehefrau : reich, aber gelangweilt, psychosomatische Störungen (zur Abwechslung nicht die gängigen wie Trink- oder Tablettensucht)
Kind : zu alt für ihr Alter (psychisch gesehen), liebt ihre Mutter und vermißt sie schmerzlichst, Vater hat bis jetzt keine große Rolle gespielt und kann sie nicht entsprechend trösten
FBI-Agenten : jung und karrieregeil oder schon lange dabei und ausgebrannt
FAZIT :
Mit diesen kleinen unangenehmen Schwächen ist das neueste Werk von Grippando etwas schwächer als seine vorangegangene Werke, aber durchaus zu empfehlen. Da das affige Gehabe von Gus doch ziemlich auf die Nerven gegangen ist, gibt es eine 2- .
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-16 15:37:22 mit dem Titel John T. Lescroart : Der Schwur
Der Titel bezieht sich auf den hippokratischen Eid den Ärzt (angeblich?) leisten, bevor sie auf die Patienten losgelassen werden. Er besagt, dass ein Arzt alles in seiner Macht stehende tun soll, um einem Patienten zu helfen und ihn zu heilen.
In diesem Justizthriller geht es vordergründig um den Mord an Timothy (Tim) G. Markham, dem Geschäftsführer der großen Versicherungsgesellschaft Parnassus Health in San Fransisco, deren Parnassus Group u.a. das Portola Hospital untersteht (damit ist Markham auch dessen Geschäftsführer).
Eines Morgens wird er beim Joggen von einem Auto angefahren und gegen eine Mülltonne geschleudert. Mit schwersten Verletzungen kommt er auf die Intensivstation, wo er nach mehren Stunden trotz stabilem Zustand verstirbt. Bereits zu diesem Zeitpunkt wird dem behandelnden Arzt, Dr. Eric Kensing, von seiner von ihm getrennt lebenden Frau vorgeworfen, den unliebsamen Nebenbuhler um die Ecke gebracht zu haben. Seit mindestens 2 Jahren hat Ann Kensing ein Verhältnis mit Markham, der letztens wieder zu seiner Frau Carla und den 3 Kindern zurückgekehrt ist. Verletzt und wütend und um ihr eins auszuwischen, verhönt Eric seine Noch-Ehefrau mit der sarkastisch gemeinten Bestätigung, dass er Tim "mit Scheiße vollgepumpt" hätte, damit dieser den Löffel abgebe. Leider erweist es sich bei der Autopsie, dass Markham an einer Überdosis Kaliumchlorid gestorben ist, die aller Wahrscheinlichkeit nach absichtlich seinen Tod herbeigeführt hat. Erscherend kommt hinzu, dass am nächsten Morgen Carla Markham und die 3 Kinder und der Hund erschossen aufgefunden werden und ein Inspektor, der sich die Autos am Wohnort angeschaut hat, um auszuschliessen, dass ein Nachbar Markham umgenietet hat, am vorhergehenden Abend um 22 Uhr Kensing vor dem Haus der Markhams angetroffen hat. Der Todeszeitpunkt der Markham-Familie wird auf 22.15 Uhr geschätzt, wodurch es möglich wäre, dass Kensing nur um die Ecke gefahren ist und wieder zurückgekehrt ist, um die Familie aus dem Hinterhalt auszulöschen.
Zuerst denkt Kensing, seine Unschuld (ich denke, so viel kann ich verraten) ihn davor beschützen würde, verdächtigt und verhaftet zu werden. Doch Lieutenant Abraham (Abe) Glitsky belehrt ihn eines Besseren. Abe ist fest davon überzeugt, dass Kensing sein Mann ist. Schließlich hatte er nicht nur das Motiv, sondern auch die Mittel und die Gelegenheit dazu gehabt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Abe wütend ist, dass sein alter Freund Dismas Hardy Kensing als Mandant verteidigt und diesem seine Unschuld nicht nur abkauft, sondern auch Taschenspielertricks anwendet, um diese zu beweisen.
Dismas Hardy, nach dem geläuterten Dieb am Kalvarienberg und dem Schutzpatron der Mörder benannt, ist die eigentliche Hauptfigur der Lescroart-Romane. Mittlerweile ist Diz mitte 40 und in 2. Ehe mit der erheblich jüngeren Fran verheiratet und hat 2 Kinder mit ihr. Die 1. Ehe ging nach dem Unfalltod seines Sohnes Michael in die Brüche. In jungen Jahren war Diz Polizist und ging mit Abe auf Streife. Nach dem Jurastudium war er eine Zeitlang Staatsanwalt und damit Ankläger. Aufgrund interner Reibereien wurde er gefeuert und betreibt seitdem eine Kanzlei mit seinem Mentor David Freeman und steht jetzt auf der Seite der Verteidigung. (Der alte Mann ist als Anwalt brilliant, auch wenn er wie eine Vogelscheuche aussieht.) Der Mensch Dismas wird in seiner gesamten Bandbreite offengelegt. Man lernt mit ihm Freude, Spaß und Glück, aber auch Trauer, Frust, Wut und Erstaunen kennen.
Ich habe geschrieben, der Mord an Kensing sei nur der Aufhänger, weil die Sache viel tiefer in dunkle Machenschaften geht. Die Parnassus Health gibt den Vertragsärzten vor, welche Medikamente verordnet werden dürfen. Diese stehen auf auf der sogenannten Positivliste und sind in der Hauptsache Generika, nachgemachte Medikamente, die Markenprodukte sozusagen kopieren. Als Grund wird angegeben, dass sie bei günstigeren Preis genauso wirksam seien. Dem ist leider nicht so. Leichte Nebenwirkungen bis hin zu tödlichen Allergien kommen häufiger vor.
Das Prinzip :
Die bei Parnassus versicherten müssen pro Arztbesuch 10 $ zahlen. Wenn das ausgegeben Medikament billiger ist, macht die Versicherung einen Gewinn, wenn aber ein Markenprodukt die Theke überquert, muß die Versicherung so gut wie immer dazuzahlen. Parnassus steht angeblich vor dem Bankrott, die Vertragsärzte werden gezwungen, einen Teil ihres ihnen zustehenden Lohnes der Versicherung zu leihen. Dies wäre ein weiteres Motiv für Kensing, seinen unliebsamen Arbeitgeber zu ermorden. Weil Parnassus der Stadt über 13 Mio wegen angeblich abgeleisteter ambulanter Behandlungen in Rechnung stellen will, will der amtierende Bezirksanwalt nicht nur Markhams Mörder, sondern auch die Gelegenheit nutzen, um Zugriff auf die Bücher der Versicherungsgesellschaft zu erhalten.
Lescroart schickt mehre potentielle Mörder und Mörderinnen auf die Bildfläche und führt den Leser geschickt in die Irre. Würde es sich um einen Film handeln, so würde ich sagen, er sei bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetzt. Die Hauptdarsteller glänzen wie eh und je, die Nebendarsteller ziehen ihr Ding durch und vervollständigen auf geniale Weise das Bild, kein einziger Statist ist überflüssig. Da freut man sich auf jedes weitere Werk. weiterlesen schließen
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