Pro:
richtig guter Kaffee
Kontra:
durchgestylt, aber total unpraktisch!
Empfehlung:
Nein
Vor einiger Zeit, als der Geburtstag meiner Frau vor der Tür stand, machten wir uns Sorgen um unsere Kaffeemaschine, die immer öfter komische Geräusche, Rappeln und Knacken, von sich gab. Da sie auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hatte, haben wir uns spontan nach einer neuen umgesehen, da wir nicht mit der Hütte voller Kaffeegäste ohne funktionierende Maschine dastehen wollten.
Etwas unter Zeitdruck durchstöberten wir dann die Kaffeemaschinenecke bei Saturn und wurden nach recht kurzem Suchen fündig. Wir entschieden uns, wobei wir uns (leider) hauptsächlich von der Optik beeinflussen liessen, für die
Melitta Look de Luxe
°°°technische Details°°°
Leistung: 900 Watt
Füllvolumen: 1,25 Liter
Aufbrühtemperatur: 95°C
Filtergrösse: 1*4
automat. Abschaltung nach 2 Std. (habe ich noch nicht getestet)
Tropfstop
Aroma-Selector
°°°Die Optik°°°
Diese Maschine sieht schon klasse aus. In schwarz und mattsilber gehalten, hat sie uns auf Anhieb gut gefallen. Auffällig ist auch, dass, von vorne gesehen, links und rechts von der Kaffeekanne (Glas) die Skalierung des Wassertanks zu sehen ist, was die Bedienung durch Links- und Rechtshänder gleich einfach macht.
Von oben betrachtet, fällt gleich der Drehregler des Aroma-Selectors auf, durch den sich die Kaffeestärke einstellen lässt.
°°°erste Schritte°°°
Wenn die Maschine ausgepackt und aufgestellt ist, kann man sie über das Kabel ganz normal an eine Steckdose anschliessen.
Vor dem ersten Brühen sollte man die Maschine allerdings zweimal mit kaltem Wasser befüllen und durchlaufen lassen.
°°°erste Probleme°°°
auf dem Wassertankanzeiger sind zwei Skalierungen angegeben:
entweder 15 Tassen, wobei hier eine kleine Tasse als Symbol beigefügt ist oder 10 Tassen, hier ist eine grössere Tasse abgebildet.
Ich hatte die Ehre, mit unserer neuen Melitta Look de Luxe den ersten Testlauf zu machen und war zum Glück so schlau, von unserer alten Maschine die Glaskanne zu nehmen, diese zu befüllen und dann in den Tank der neuen Maschine umzuleeren.
Dabei ist mir aufgefallen, dass die 10-Tassen-Skalierung unserer alten Maschine mit der 10-Tassen-Skalierung der Melitta-Maschine (=grosse Tassen) übereinstimmt.
Was hier aber als grosse Tasse symbolisiert wird, hat, wenn man das Gesamtvolumen von 1,25 Litern berücksichtigt, eine Füllmenge von 125 ml pro Tasse, was meines Erachtens eine normale Kaffeetasse ist.
Bei 15 Tassen komme ich somit auf 83 ml pro Tasse, was doch sehr wenig ist.
Daraus ergab sich dann das Problem, dass eine Woche später, als meine Frau für unseren Besuch Kaffee kochen wollte, sie zwar wie gewohnt für 10 Tassen Pulver in den Filter füllte, aber nur für 10 kleine Tassen Wasser dazugab. Der Kaffee hatte es in sich…
°°°weiter Ärgernisse°°°
-die Einfüllöffnung des Wassertanks
Diese Öffnung ist sowohl links als auch rechts sichelförmig an den Filtereinsatz angepasst und ist ca 3 cm breit. Wer wie ich morgens noch nicht so ganz wach ist, bevor er seinen Kaffee getrunken hat, sollte gleich neben der Kaffeemaschine einen Lappen deponieren, denn durch den schmalen Einfüllspalt geht schnell mal was daneben.
-der Deckel
Die Maschine, also der Filter und der Einfüllbereich des Wassertanks, ist komplett mit einem Deckel abgedeckt, der sich durch Druck auf einen Knopf im vorderen Bereich des Deckels öffnen lässt. Dieser Deckel ist allerdings so konstruiert, das er an der Unterseite nicht glatt ist sondern viele Kanten und Vertiefungen hat. In diesen Vertiefungen sammelt sich während und nach dem Brühvorgang Kondenswasser. Wenn man nach dem Kaffeekochen den Deckel öffnet, z.B. um den vollen Filter zu entfernen, fließt dieses Kondenswasser in den Wassertank und verbleibt dort bis zum nächsten Brühvorgang, lecker!
-der Tropfstop
Dieser Tropfstop nimmt seinen Job dermassen ernst, dass er den aufgebrühten Kaffee nur dann aus dem Filter in die Kanne entlässt, wenn die Kanne wirklich exakt an der richtigen Stelle geparkt ist. Ich habe mich schon mal gewundert, warum von meinen geplanten 4 Tassen Kaffee nur 1,5 in der Kanne ankommen. Als ich diese dann aber in meinen Kaffeepott gefüllt und die Kanne wieder an ihren Platz geschoben hatte, floss der restliche Kaffee, der schon eine Weile im Filter auf seinen Auftritt gewartet hatte, in die Kanne.
-die Kanne
Die Glaswände der Kanne sind im unteren Drittel senkrecht und in den oberen zwei Dritteln schräg zulaufend Richtung Kannenöffnung.
Für alle Mathematiker und darstellenden Geometriker:
Am Boden hat die Kanne einen Durchmesser von ca 16 cm und an der Öffnung von ca 9 cm. Daraus ergibt sich so in etwa ein Winkel zwischen Glasschräge und Kannenboden von ca 60°.
Diesen Winkel muss man aber auch beim Kaffee-Einschenken berücksichtigen, denn um diesen Winkel muss man die Kanne zusätzlich neigen, was für zusätzliches Ziehen im Handgelenk sorgt und zudem den Kannendeckel aufklappen lässt, wodurch man sich mit Kondenswasser bekleckern kann, klasse!
°°°die Vorteile°°°
Diese Maschine macht richtig guten Kaffee, was der entscheidende Grund ist, warum sie nicht vorzeitig beim Elektroschrott gelandet ist! Der Aroma-Selector funktioniert richtig gut, was den Vorteil hat, dass ich den Kaffee für mich selbst kräftiger aufbrühen kann und wenn die Familienbande zu Besuch kommt, kann ich ihn etwas milder machen.
Was mir auch gut gefällt, ist, dass der Kaffeefilter in einem herausnehmbaren Einsatz untergebracht ist, mit dem man den vollen Filter sicher und tropfenfrei zum Mülleimer transportieren kann.
°°°mein Fazit°°°
Hätte ich eher darauf geachtet, wie klein die Einfüllöffnung ist oder wie viele Kanten der Deckel an der Innenseite hat oder wie unpraktisch diese Glaskanne ist, hätte ich dieses Gerät wohl nicht gekauft. Zum Glück macht es richtig leckeren Kaffee, der sich an den jeweiligen Geschmack über den Aroma-Selector anpassen lässt.
Ich würde die Melitta Look de Luxe wohl nicht noch einmal kaufen!
Ich danke schon mal fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren und hole mir erstmal einen Kaffee ;-)
Grüssle
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