Stupid White Men (gebundene Ausgabe) / Moore Michael Testberichte
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Tests und Erfahrungsberichte
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Stupid White Man - Lustig und Informativ -
07.04.2003, 02:05 Uhr von
sTaNy
Hey ho, Ich bin sowas wie der geborene Hobby Mixer also nicht wundern das fast alle meiner beitr...5Pro:
Sehr Informativ, Lustig geschrieben, Nette Nebenbemerkungen
Kontra:
Hab nichts gefunden ;-)
Empfehlung:
Ja
Stupid White Man - Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush ! So lautet der Titel 329 Seiten langen Buches von Michael Moore.
Schon alleine die Kapitelnamen, die sich von "Lieber George" über Nation der Dummköpfe bis hin zu Demokraten - Ein Hoffnungsloser Fall erstrecken geben schon eine leichte auskunft darüber, das Michael Moore nicht grade ein großer Freund der Amerikanischen Politik, beziehungsweise der Art und Weise wie die Politik der Amerikanischen Führungspositionen ausgeführt wird, ist.
Nach einer kurzen Einleitung, schildert Moore wie bei den Amerikanischen Wahlen wahrlich gepfuscht wurde und das sein "bester Freund" Mister Bush nicht rechtens Präsident geworden ist. Durch die damaligen Verwirrungen bei der Auszählung im Bundesstaates Florida, wurden zwei Oberste Richter eingesetzt die die Aufgaben hatten, die Stimmen für die Kandidaten George W. Bush und Al Gore nochmals aus zu zählen. Das diese beiden Obersten Richter zwei gute Freunde von Bush Senior waren, war nur eine kleine Entdeckung von Moore.
Durch seinen Witz und überaus lustigen Schreibstil macht es Wahnsinnig Spass langsam aber sicher hinter die Fassaden des maroden Amerika`s zu blicken. Schon alleine ein "Präsidentenspickzettel für Bush", in dem Moore die Staats- uns Regierungschefs der 50 größten Länder aufzählt, ist schon lesenswert. Nun gut. Auch George W. Bush kann nicht alles Wissen. Doch von seinem Staatsbesuch aus Indien sollte man den Namen jedenfalls schonmal geöhrt haben ;-).
Nach Michael Moore wussten zum Beispiel auch nur 40 Prozent der Amerikaner wann der Rezessionskrieg war obwohl sie zwischen 4 grob gewählten Jahresspannen wählen konnten. ( Beavis & Budhead dagegen kannten 99 Prozent der Befragten).
Dies sind nur einiger der relativ Lustigen Eindrucke die man aus diesem Buch gewinnen kann. Michael Moore ist wahrscheinlich einer der Amerikanischen Autoren, die den Misstand der Poltik erkannt haben und auch wiedergeben wie man nach der letzten Oscar-Verleihung deutlich sehen konnte als er (wieder einmal) Bush öffentlich attackierte...
Ich kann nur jedem das Buch ans Herz legen der sich ein wenig für Amerika interessiert. Auch für Nichtinteressten der Westlichen Zivilisation ist dieses Buch ein wahres muss.
Michael Moore, ich danke dir !
Zitate aus dem Buch:- ... Wenn man ans andere Ende der Stadt will, ist es billiger sich als FedEX-Paket aufzugeben, als selbst hinzufahren . . .
- ... Sie wollen im Kundendienst mit einem richtigen Menschen sprechen ?? HA HA HA Drücken Sie die Vier und verabschieden Sie sich von allen Aufgaben für den rest des Tages . . .
- ... (Nein, Sally, die Sowjetunion ist nicht unser Feind. Die Sowjetunion gibt es seit zehn Jahren nicht mehr . . . (bezogen auf die Schulbildung und die Schulbücher aus den 70er Jahren)
Ich hoffe das ich Ihnen dieses Buch ein bisschen näher bringen konnte und wünsche viel Spass beim lesen der wahrscheinlichst lustigsten Satire über Amerika die Ich kenne.
Der Bericht ist mit Absicht etwas kürzer geworden also bitte nicht wundern. Ich sehe es nicht grade als Sinnvoll an auf jedes Kapitel im Buch hieb- und Stichfest ein zu gehen, denn ein wenig Spannung und Überrauschung soll ja vor dem lesen auch nocht übrig bleiben ;-) weiterlesen schließen - ... Wenn man ans andere Ende der Stadt will, ist es billiger sich als FedEX-Paket aufzugeben, als selbst hinzufahren . . .
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Hail to the Chief - oder: Wee luv da "Prez"!
04.04.2003, 17:15 Uhr von
Tut_Ench_Amun
Der virtuelle Pharao existiert nun schon seit über 10 Jahren und macht das Netz mit seinem Geschr...Pro:
Genial triefender sarkastisch-ironischer Schreibstil, ein Must-Read für Bush-Gegner
Kontra:
Einige Behauptungen dürften schwer nachweisbar sein...egal! ;-)
Empfehlung:
Ja
Kaum ein Thema hat uns derzeit so im Griff, wie der verfluchte, unnötige Irak-Krieg, dabei ist das Thema so neu nun wirklich nicht, mehr noch: Es war bereits abzusehen und man muss den Bush-Kriegern und der politischen Administration der USA vorwerfen, dass dieser Streich nicht nur vorhersehbar, sondern von langer Hand vorbereitet gewesen ist. Alleine die „Wahl“ von Georgy „Dumbya“ Bush jun. weist klassische Züge eines Staatsstreichs auf, den man wohl eher in Südamerikas Diktaturen vermutet, doch nicht in Gods Own Country, das sich einbildet die Demokratie erfunden zu haben (NB liebe Amis: das waren die Griechen). Doch immerhin haben die Amerikaner in der Neuzeit den Gedanken neu kultiviert und damit die Monarchien zurückgedrängt....bis Junior das Zepter in die Hand bekam...Doch wo ich grade mal so richtig in Fahrt bin auf geistig minderbemittelte, amerikanische Präsidenten verbal einzuprügeln, hole ich mir im Rahmen des Bücherfrühlings ein wenig Hilfe herbei und überlass das doch lieber berufenerem Munde. Daher übergebe ich das Wort, einem echten Amerikaner. Einer, der sogar den Schneid hatte auf der hochheiligen, unpolitischen Oscar-Verleihung sein Lästermaul aufzureissen, auf welcher er für seinen Doku-Film „Bowling For Columbine“ einen der begehrten Goldjungen abgeräumt hat. Die Rede ist von Michael Moore, dem fleischgewordenen Gewissen der USA (und da ist ne MENGE Fleisch an dem Burschen *g*). Schon vor seiner preisgekrönten, sozialkritischen Verfilmung hat „Mike“ mit bissigem Humor zugeschlagen und uns ein Buch beschert, dass obwohl es noch vor dem denkwürdigen 11.9.2001 entstand kaum etwas von seiner Aktualität eingebüsst hat. Moore rechnet mit der Bananenrepublik Amerika, der regierenden Junta und seinem „Präsidenten“ gnadenlos ab...
Der Steckbrief
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Titel: „Stupid White Men“
Autor: Michael Moore
Erscheinungsjahr: 2002 (D), 2001 (USA)
Erschienen bei: PIPER Verlag
Seiten: 329
ISBN: 3 - 492- 04517 - 0
Preis: 12,90 €
Allgemeines
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Michael Moore stammt aus dem Automobil-Staat Michigan, zwar nicht aus Detroit selbst, sondern aus einem Kaff namens Flint, doch behauptet er von sich selbst auch dort jede Menge unbekannte Schadstoffe, welche die Industrie dort zuhauf und staatlich sanktioniert in die Luft bläst (und viel zu viel ungesundes Rindfleisch in Form von Burgern), in sich aufgenommen zu haben. Eine Nebenwirkung dieses ungesunden Umfelds und Lebensstils zeigt sich nicht nur in seiner beachtlichen Leibesfülle, vielmehr scheint es das Interesse zu verstärken dokumetarische Filme zu drehen, Bücher zu verfassen und den Präsidentenkandidaten Ralph Nader zu unterstützen (den hier wohl kaum einer kennen dürfte). Zudem fährt „Mike“ zu allem Überfluss einen der verhassten, spritfressenden Mini-Vans (in Amiland kurz: „SRV“ genannt), wofür er sich tief in seinem tiefsten Herzen schämt, denn damit fördert er nicht nur die Ölindustrie, sondern ganz speziell seinen heissgeliebten „Präsidenten“ George W. Bush (Mike setzt immer Anführungszeichen, wenn er von Bush jun. spricht). Mike ist, wie wir sehen von der Biographie her also ein (fast) normaler Amerikaner...
Doch halt!...nicht nur dass er sich grämt ein Luftverpester zu sein, er verabscheut auch Waffen und diejenigen, die sie tragen – allen voran die Waffennarren der NRA (National Rifle Association), welche es als gottgegebenes, verdammtes Recht betrachten, dass jeder „gute“ Ami mindestens das Arsenal der Marke „Schwarzenegger meets Stallone“ im Waffenschrank hat, wenn nicht sogar eine unterwassergestützte Pershing II im heimischen Swimming Pool. Noch etwas unterscheidet ihn von dem hierzulande so oft gepflegten Bild des ungebildeten Durchschnittsamerikaners: Er besitzt eine Riesenportion selbstkritische Ironie, beissenden Spott und outet sich als Frauenversteher (er wuchs in einem von Frauen dominierten Haushalt auf...wenn das nicht mal ein Schicksalsschlag ist *g*), ausserdem hat er so seine Thesen, wie das „Weisse“ Amerika mit seiner schwarzen Bevölkerung umgeht...Tja wenn so einer ein Buch schreibt, kann man sein Zwerchfell am besten festketten! ;-)
Zum Inhalt
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Moore beginnt seine Abrechnung mit Amerika vor der Präsidentschaftswahl 2000, die bekanntlich George W. Bush und seine „Falken“ im Hintergrund gewannen. Er zeigt hier die plumpe Wahlmanipulation auf, die betrieben wurde, und bei der die gesamte Sippschaft derer von Bush verwickelt ist, doch auch eine Menge alter Seilschaften seines Daddys (beispielsweise im Obersten Gericht). Trotz der lächerlichen Aussperrung von tausenden Schwarzen von den Wahlurnen, wegen angeblicher Straftaten (oftmals bestand deren grösstes „Verbrechen“ darin falsch zu parken), oder wegen NAMENSGLEICHEITEN, geriet Florida (regiert von Bush-Bruder Jeb) beinahe in die Hände der Demokraten um Al Gore. Mit einem juristischen Zaubertrick (wir erinnern uns an die Berichterstattung aus dieser Zeit) wurde trotz des eigentlichen Wahlsieges von Gore dann doch Dumbya Prez in Washingtoner Capitol. Der Präsident der eigentlich gar keiner ist, weil er nicht von der Mehrheit des Volkes gewählt wurde. Dabei lässt Moore es jedoch nicht bewenden, sondern fordert (sicher nicht ganz ernst gemeint) Kofi Annan auf, doch bitte ein paar UN-Blauhelm Truppen nach Washington zu schicken, um den Usurpator Bush zu entmachten und das geknechtete, amerikanische Volk zu befreien. Nebenher kriegen die wirklichen Drahtzieher im White House, wie Powell, Rumsfeld, Cheney, Ashcroft und Rice (allesamt Hardliner, die schon Bush Senior hilfreich zur Seite standen) eins auffe Mütze, doch auch die vorherige Clinton-Administration kommt nicht sehr gut weg. Mike zeigt politische Verknüpfungen und Parallelen auf, wie welche Firmen, welche politische Entscheidungen beeinflussten und immer noch beeinflussen.
Alsbald hangelt sich Moore durch den Querschnitt der amerikanischen Bevölkerung und Kultur, prangert himmelschreiende, gesellschaftliche Missstände an, was den Umgang mit Schwarzen, Frauen und in Todeszellen hockende „Verbrecher“ angeht. Seine allergrösste Nemesis jedoch ist das verrückte Waffengesetz der USA und derjenigen, die es weidlich ausnutzen. So stellt er nicht ohne Ironie fest, dass bei Einbrüchen in 75 % der Fälle Familienangehörige statt des Einbrechers erschossen werden...oder der Einbrecher dem Geschädigten die Waffe abnimmt und ihn dann damit umnietet. Daher plädiert Moore als Prävention gegen das Erschossenwerden für die simpelste aller Methoden: Man sollte keinerlei Waffen im Haus haben, sondern sich lieber nen Hund halten. Überhaupt: Einbrecher sind nach Ami-Lesart sowieso alles verarmte, brutale Schwarze. Nach seinem Dafürhalten, sind Schwarze aber die besseren Menschen, die aber leider immer noch in einer Art Sklaverei stecken, da sie von „Dummen, Weissen Männern“ regiert werden, die nichts dagegen tun, dass ein Grossteil der Bevölkerung immer noch Afroamerikaner, als den literarisch verbuchten „Schwarzen Mann“ sehen. Der ganze Neo-Liberalismus sei also reiner Nonsens und entspräche nicht im Entferntesten der Wirklichkeit, in einer Gesellschaft, wo ein Afroamerikaner immer noch per se einfach mal für schuldig für-was-auch-immer gehalten wird, während sich ein Weisser jede Menge rausnehmen kann (oder mit einem guten Anwalt selbst bei schweren Delikten straffrei ausgeht)...das und noch viel mehr erwartet den sozialkritischen Leser von „Stupid White Men“ ;-)
Pharaos Meinung
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Zugegeben, manch kultureller Umstand und manches unsinnig anmutende Gesetz mag uns Kontinentaleuropäern doch sehr seltsam vorkommen, wie so vieles in den USA und nicht auf unsere Verhältnisse übertragbar sein, doch ist es wirklich interessant, wie der Wahnsinn jenseits des grossen Teichs offenbar Methode hat. Manche Dinge sind auch in unseren Breiten (leider) immer häufiger zu beobachten. Sicherlich überzeichnet Moore manche Sachen sehr stark, was in allererster Linie an seinem bissigen und sarkastischen Ton liegt und nicht alle Behauptungen sind unanfechtbar, doch ist das Bild, dass er von der letzten noch existierenden Weltmacht präsentiert ein gar grausiges: Zustände, wie zur Zeit der Inquisition, oder wie auf dem Buchcover vermerkt, einer „Bananenrepublik“ mit einer Junta aus Hardlinern, denen es vornehmlich um die Sicherung der eigenen Pfründe geht. Die Gesetze werden gebogen, wie es gerade passt und dass auch die Demokraten keine reine Weste hatten/haben ist mir bewusst gewesen – doch wie stark Republikaner und Demokraten miteinander verwoben sind, ist schon faszinierend. Moore hat in den Anhang Dokumente und Quellangaben gepackt, die seine Behauptungen untermauern sollen. Mit Vielem hatte er damals schon recht (immerhin ist das Buch VOR dem denkwürdigen 11. September fertiggestellt worden) und man muss ihm geradezu prophetische Gaben nachsagen, denn der Irak-Krieg wird dort auch quasi schon als sichere & beschlossene Sache erwähnt – nur nen Grund bräuchte man noch und den bekam man ja bekanntlich mit den Anschlägen aufs WTC. Leider hat die harte Wirklichkeit, einige der schwärzesten Prognosen nicht nur eingeholt, sondern gar übertroffen. Trotz des manchmal echt haarsträubenden und beängstigenden Bildes, kann man nicht umhin den absolut genialen Stil zu loben in welchem das Buch verfasst ist, ich hab oftmals lauthals lachen müssen, dabei ist das Beschriebene eher dazu angetan sich handfeste Sorgen zu machen...Leider geht in der deutschen Version der oft geniale Wortwitz etwas verloren, doch die Übersetzung ist ansonsten wirklich sehr gut gelungen.
Fazit
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Moore nimmt das amerikanische Volk (und was viel wichtiger ist: auch sich selbst) ironisch ordentlich auf die Schippe, wenngleich der zum Brüllen komische Schreibstil nicht darüber hinwegtäuschen sollte, wie traurig dieses Bild unserer heutigen Welt ist. Scheinbar muss man in den Staaten so drastisch und sarkastisch schreiben, um einige Leute wachzurütteln, uns mag so Manches davon wirklich lächerlich und töricht vorkommen, doch nehme ich Mike viel von dem Geschriebenen ab, er ist schliesslich nicht der Erste und der Einzige, der derart über Amerika herzieht – leider werden solche kritischen Stimmen, ganz gern zum Schweigen gebracht. Moore hat daher wohl sich selbst den Ruf zugelegt ein überdrehter Spinner zu sein, doch auch wer nicht akribisch-genau liest bemerkt, dass dies nur Fassade ist, um (vielleicht) als solcher abgestempelt zu werden und dementsprechend eher milde belächelt statt behelligt zu werden. Hinter der flappsigen Art schlägt in Wahrheit nämlich ein gutes Herz und ein noch wacherer Verstand, der gnadenlos analysiert und anprangert. Hätte er nicht schon ne Auszeichnung in Form eines Oscars für seinen ebenso genialen Film kürzlich erhalten, für dieses Buch allein hätte eine verdient. Zwar ist das Buch so gesehen nicht mehr ganz neu, doch immer noch in beinahe allen Punkten gültig und aktuell, wenngleich sich in den USA vieles noch zum Schlimmeren gewendet hat. Ich verleihe 5 dumme, weisse Punkte und spreche ne Empfehlung für Freunde von knallhartem, plakativem Sarkasmus aus...Allen anderen ist eh nicht mehr zu helfen und sollen weiter an ihre heile Welt glauben ;-)
Feed Your Head!
Der Patrioten-Pharao
Warnhinweis:
Schnellklicker sollen mal just for Fun im texanischen Todestrakt schmoren... weiterlesen schließen -
Stupid White Men- ein Versuch, die Welt zu verbessern
22.03.2003, 22:30 Uhr von
NoSoul
Hi liebe Besucher meines kargen Profils. Ich freue mich über jede Stellungnahme zu meinen Bericht...Pro:
unterhaltend, kritisch, intelligent
Kontra:
an wenigen Stellen zu satirisch
Empfehlung:
Ja
Stupid White Men
Dieses Buch wird ja hochgejubelt wie kaum ein anderes. Seit Wochen ist es auf Platz eins der Spiegel-Bestseller-Liste, praktisch alle politisch interessierten Menschen loben es, betrachten es schon fast als Pflichtlektüre. Auch auf dieser Website wird es ja sehr gelobt. Da möchte ich nicht außen vor stehen. Es ist verdammt gut, wie auch Moores Film „Bowling for Columbine“.
Auf dem Buchdeckel steht, dass es sich um „eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush“ handelt. Das stimmt nicht ganz, es geht etwas weiter. Es geht um Amerika allgemein. Das System, die beiden Parteien, der abstruse Lobbyismus... Moore stellt ein Gesamtbild der amerikanischen Politik und Gesellschaft dar, so wie er es sieht, mit Humor, Ironie, sogar Selbstironie. Er macht es sehr unterhaltend, mit viel Satire und ein wenig Polemik. Das Buch liest sich wirklich schnell.
Wie macht Moore das? Er macht es sehr einfach und übersichtlich. Das Buch besteht praktisch aus 11 unabhängig voneinander seienden Kapiteln. Jedes handelt von einem anderen Thema: Wahlbetrug in Florida, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Außenpolitik, Demokraten, Justiz, Wirtschaft... Ergebnis ist ein detailreiches Bild der amerikanischen Gesellschaft. Um dem Buch gerecht zu werden, müsste man eigentlich jedes Kapitel einzeln bewerten. Doch das würde diesen Bericht auf gute 3000 Worte anschwellen lassen. Daher versuche ich eine allgemeine Bewertung. Letztendlich lässt sich alles schon auf einige Worte zusammenfassen. Es geht Moore darum aufzuklären, auf die Schieflagen im System hinzuweisen, die verschwiegen werden. So prangert er z.B. die Clinton-Administration an. Diese habe genauso Umweltauflagen gelockert, Abtreibungen erschwert, in Alaska nach Öl gebohrt usw. wie nun Bush. Doch Clinton sah besser aus, hat lächelnd von dem Gegenteil geredet, das er tatsächlich gemacht hat. Moore weist auf die De-Facto-Rassentrennung in Amerika hin. Die Verfassung redet von Gleichheit aller, doch die Schwarzen leben in Armut in den Downtowns, während die Vororte und Wolkenkratzer nur von weißen bewohnt werden. Schwarze haben alle Rechte, aber keine Möglichkeit sie auszunutzen. Die republikanischen Politiker erzählen nur, dass es den so gut geht wie nie zuvor. Moore belegt all seine Kritik mit Statistiken und Erfahrungen und gibt im Anhang umfangreiche Auskunft über die Quellen aller genannten Fakten.
Vieles ist allgemein jeden bekannt, der sich ein wenig politisch interessiert. Vieles ist aber auch neu und oft unglaublich. So zum Beispiel der Wahlbetrug in Florida und die Reaktion der Demokraten. Diese haben fast gar nicht darauf reagiert. Bush ist nicht der gewählte Präsident der USA, ihm fehlten mehrere hundert Stimmen, die Bundesrichter ignorierten diese(alles Republikaner) Tatsache. Das ist alles noch bekannt, aber würde nicht jeder erwarten, dass die Demokraten Sturm liefen, nein das taten sie nicht. Im Gegenteil, viele Demokraten gaben noch jetzigen Kabinett-Mitgliedern Bushs ihre Stimme. Viele solcher Vorgänge, besonders in der Wirtschaft und der Justiz untersucht Moore sehr ausgiebig.
Das Buch hat aber seine Schwächen, diese sind paradoxerweise seine größten Stärke. Moore hat vielleicht mehr als jeder andere politische Filmemacher und Schreiber verstanden, dass jene die solche Bücher lesen, sowieso schon seiner Meinung sind. Doch was ist mit den Millionen von Unpolitischen, jenen die nur Boulevardpresse lesen und sich von Sitcoms berieseln lassen? Jene Sorte geistig verarmter Menschen, die auch hier in Europa immer zahlreicher werden. Moores Buch ist unterhaltend, lustig, jeder, dessen Hirn noch nicht ganz zu Brei geworden ist, kann es verstehen und vielleicht so einen Einstieg in die Politik finden, das nächste mal besser wählen, überhaupt wählen. So ist das Buch auch vollgespickt mit Aufforderungen, was man machen könnte, um jenes oder dieses mithelfen zu verbessern. Moores Buch ist ein Versuch den normalen Amerikaner anzusprechen, ihm zu sagen, es geht auch anders, aber dazu musst du mithelfen. Das gilt natürlich für alle Menschen.
Doch es sind gerade der Humor, die Satire und Polemik, die er braucht, um diese Leute bei der Stange zu halten, die das Buch an manchen Stellen schwächeln lassen. In einem Kapitel kommt das besonders heraus, in dem Kapitel über Männer und Frauen. Es ist für mich das schwächste Kapitel. Denn hier hat Moore es nicht geschafft, die Waage zwischen sachlicher Argumentation und Satire zu halten. Das Kapitel ist eine einzige Satire auf die Frauenfeindlichkeit. Von den Fakten und Statistiken kommt er in dem Kapitel schnell ab und zählt nur noch mehr oder weniger satirisch gemeinte Gründe dafür, dass man alle Männer entmachten sollte und Frauen alles entscheiden lassen sollte. Das würde dann alle Probleme lösen. Sicher ist das überspitzt und nicht ernst gemeint, aber es macht dieses Kapitel mehr zu einer Stand-Up-Comedy-Vorlage als zu einer ernsten Auseinandersetzung mit dem Thema Gleichberechtigung.
Doch das trübt das Gesamtwerk wenig. In den meisten Kapiteln schafft Moore die Gradwanderung zwischen Humor und Aufklärung. Besonders die Kapitel über Außenpolitik und Justiz sind großartig geworden. Das über die Schwarzen US-Bürger ist ebenfalls sehr gelungen, da der Humor und die Fakten hier sehr gut interagieren.
Moores Buch ist nicht nur sachlich und komisch, es ist auch sehr persönlich. Er redet von seinen Erfahrungen, seinen Freunden, seinem Leben, seiner Frau und seinen Kindern. Er hat keine Angst von seinen Schwächen zu erzählen (z.B. dass er bisher in Angesicht eines Bush immer den Kürzeren gezogen hat und ihnen nie schlagfertig antworten kann), ja, macht sogar selbstironische Witze daraus. Das alles macht Moore noch glaubwürdiger. Er ist nicht nur ein kritischer Geist, ein gute Journalist und ein Satiriker, er ist ein offener, freundlicher und guter Mensch. Das merkt man in jeder Zeile. Seine Kritik, seine Wut, seine Vorschläge. Alles ist ernst gemeint, alles was er anspricht ist ihm ein Herzensanliegen. Das macht ihn zusätzlich für alle Menschen symphatisch. Er argumentiert einfach, nicht mit irgendwelchen großen gesellschaftlichen Theorien. Sein ganzes Auftreten zeigt einen normalen Durchschnittsamerikaner, der nur an die materielle und geistige Sicherheit seiner Selbst, seiner Familie und seiner Freunde denkt. Und er hat verstanden, Sicherheit hat man, wenn es allen Menschen gut geht, wenn keiner Grund hat neidisch zu sein. Das ist seine Grundforderung. Das es allen gleich GUT geht. Hoffen wir, diese Forderung erreicht genug Leute in den USA und auch in Europa. weiterlesen schließen -
ANTIAMERIKANISMUS??? – Nein, danke!!!
06.02.2003, 18:42 Uhr von
Bjoern.Becher
Nach 4 Semestern in Freiburg, studiere ich nun Jura in Würzburg. Hier bei YOPI schreibe ich haupt...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
***Einleitung***
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Der Name Michael Moore ist zur Zeit in aller Munde. Sein Kinofilm „Bowling for Columbine“ hält sich seit Ende November in den Charts, und das obwohl zuerst nur wenige Kinos den Film zeigten (mittlerweile sind es einige mehr) und sein Buch „Stupid white men“ hält sich ebenfalls schon über Wochen auf den Spitzenrängen der Bestsellerlisten. Doch wer ist dieser Michael Moore? Michael Moore sieht äußerst unscheinbar aus. Etwas dicker, unrasiert, meistens mit Baseballmütze bekleidet. Doch hinter diesen unscheinbaren Fassade, verbirgt sich ein heller kritischer Geist. Der 1954 geborene Moore arbeitete sowohl als Regisseur, Schriftsteller und Fernsehmoderator. Sein Film „Roger and me“ machte ihn in Amerika zu einem kleinen Star, doch auch seine weiteren 4 Filme, vor allem „Bowling for Columbine“ wurden große Erfolge. Auch 2 TV-Shows und mittlerweile 3 Bücher brachte er erfolgreich an den Mann. Bei allen Unternehmungen beschäftigt sich Moore immer wieder mit demselben: Nämlich mit Dingen, die seiner Ansicht nach in seinem Heimatland schief laufen. Moore unterstützt politisch die Grünen in Amerika.
***ONE – Ein sehr amerikanischer Coup***
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„Mit Dingen, die seiner Ansicht nach in seinem Heimatland schief laufen“, beschäftigt sich Moore habe ich eben geschrieben und genau dies tut er in dem Buch „Stupid white men“, die ganze Zeit. Nachdem er erst einmal in der Einleitung zu einem Buch mit einem kleinen Rundumschlag gegen alles, was schief läuft, schon einen kleinen Vorgeschmack auf das nun folgende liefert, setzt er im ersten Kapitel des Buches genauer an: Er nimmt die Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 aufs Korn. Erst kommt ein süffisanter Hilferuf an die Vereinten Nationen, denn in Amerika fand ein Putsch statt. Ein nichtgewählter Präsident namens George W. Bush ist unrechtmäßig an der Macht. Und Moore belässt es nicht bei diesem Hilferuf, er zeigt auf, warum Bush an der Macht ist, er zeigt wie Bush an die Macht kam, wie vielen Leuten das Wahlrecht entzogen wurde und wie schlussendlich die Stimmauszählung gestoppt wurde, als Bushs Sieg in Gefahr war. Und er stellt Bushs mafiöse Mitstreiter vor von Mr. Dick Cheney bis Condolezza Rice und listet bis ins kleinste ihr Vermögen und ihre Verbundenheit zu bestimmten Wirtschaftsunternehmen auf.
***TWO – Lieber George***
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Doch ein Hilferuf an die UN reicht nicht. Moore fragt den Gegner persönlich: Er schreibt einen offenen Brief an Bush Jr. mit 3 zentralen Fragen:
1. George, kannst Du lesen und schreiben wie ein normaler Erwachsener?
2. Bist Du Alkoholiker, und wenn ja welchen Einfluss hat das auf Dein Verhalten als Oberbefehlshaber
3. Bist Du ein Verbrecher?
Äußerst süffisant wählt Moore in diesem Kapitel seine Worte und geht dabei sehr hart mit Bush ins Gericht. Stellenweise vielleicht sogar zu hart, da jeder Mensch Fehler hat, aber insgesamt ist die Summe der Fehler für einen Mann in dieser Position natürlich klar zu hoch. Stark ist dabei vor allem, wie Moore mit höchst ironischem Unterton, Bush dafür „bewundert“, wie viel er den in den ersten Monaten seiner Amtszeit geleistet hat und dann auf über 4 Seiten diese zahlreichen Taten von Bush aufzählt (wie z.B. Mittel für Programme gegen den Missbrauch und die Vernachlässigung von Kindern und Mittel für Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeitslose gekürzt etc.).
Richtig gut gefallen hat mir auch die Stelle, als er Bush fragt, ob dieser denn ein Verbrecher sei, da Bush schon dreimal verhaftet wurde und er persönlich niemanden (außer ein paar Friedensaktivisten) kennt, der schon dreimal verhaftet wurde. Vor allem wie er seine Sätze formuliert, ließ mich beim Lesen immer wieder schmunzeln.
***THREE – Ab zum Abschwung***
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Aber Bush ist nicht das einzige Ziel von Moores Buch. Im 3. Kapitel behandelt er die derzeitige miserable wirtschaftliche Lage in Amerika und dabei vor allem, die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich.
***FOUR – Los, killt die Weißen!***
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Aber auch da ist noch nicht Schluss beim großen Rundumschlag des Michael Moore. Moore greift auch die immer noch vorhandene Rassenproblematik auf. Er stellt die Frage, warum denn die Schwarzen immer noch als Verbrecher hingestellt werden, und dabei sind doch eigentlich die Weißen die Verbrecher („Oder wurden Sie schon einmal von einem Schwarzen entlassen?“) Bei diesem kritischen Thema gleitet er aber an wenigen Stellen zu stark ins Polemische ab, was mich teilweise etwas stört.
Gegen Ende des Kapitels wird er dann aber wieder deutlich stärker, vor allem seine „Überlebenstipps für das weiße Amerika“ finde ich sehr gut geschrieben und auch seine „Überlebenstipps für Schwarze“ sind, so erschütternd dies auch ist, ein Highlight des Buches in meinen Augen.
***FIVE – Nation der Dummköpfe***
Doch auch eins darf in diesem Buch natürlich nicht fehlen: Der Rundumschlag gegen die miserable Bildungspolitik in den USA. An zahlreichen Beispielen zeigt er warum die Amerikaner so dumm sind, wobei sie gar nichts dafür können. Denn wer aus 20 Jahre alten Bücher lernen muss, kann schlecht was über die deutsche Einheit wissen. Und wenn die Schulen sich dann auch noch mehr Sorgen um den nächsten Coca-Cola-Werbevertrag machen, als um die Bildung ihrer Schüler, dann kann das ganze ja nur schief laufen.
***SIX - Netter Planet, aber keiner da***
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Als Unterstützer der Grünen muss sich Moore bei seiner Abrechnung mit den Regierenden in Amerika natürlich auch dem Thema Umwelt widmen, fehlt doch immer noch die Unterschrift der Amerikaner unter das Kyoto-Protokoll. Dieses Kapitel gehört sicher zu den stärksten des Buches. Erschütternd ist es, was Moore alles aufzählt. Trotzdem behält er seinen sarkastischen und spaßigen Schreibstil bei, der es so einfach macht dieses Buch zu lesen und mit dem Inhalt auch stark zum Erfolg und zum Gefallen des Buches beiträgt.
***SEVEN – Das Ende des Mannes***
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Doch auch bei diesem Thema macht Moore nicht halt, denn sein Rundumschlag soll wohl wirklich rundum gehen und umfassend sein, und er geht auf die immer noch in weiten Teilen der Gesellschaft vorhandenen Benachteiligung von Frauen ein verknüpft mit der Frage, warum es denn immer weniger Männer gibt, und ob diese vielleicht für ihre Verbrechen nun bezahlen müssen. Und hier dachte ich zum ersten Mal: Michael, es reicht! Bisher ist das ja jetzt alles ganz super, aber musst Du denn wirklich zu allem, was schreiben. Du hast Recht, ja natürlich, aber dieses Kapitel geht mir gerade am Anfang zu stark in die Breite und er wiederkäut ein bissel immer wieder das gleiche. Aber gegen Ende des Kapitels, als ich als Leser schon ein bisschen verärgert war, trumpft Moore wieder auf und kehrt zu gewohnter Stärke zurück.
***EIGHT – Wir sind die Nummer Eins!***
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Aber Moore findet schnell wieder zu gewohnter Stärke zurück (vielleicht liegt das auch daran, dass ich ein Mann bin und es nicht so gut fand, als er mir meine Schwächen verdeutlicht hat und ich jetzt lieber wieder lese, wie er auf die Amis haut). Im 8. Kapitel schreibt er über das doch so starke Nr.1-Gefühl der Amerikaner und zeigt, wo man wirklich die Nr. 1 ist, nämlich beim Ölverbrauch, bei geringer Wahlbeteiligung, ...
Ja sagt man sich, jetzt haut Moore doch mal so richtig drauf auf die verhassten Amis – Aber STOPP!!! Moores Buch ist – auch in diesem Kapitel - nicht antiamerikanisch. Zu keinem einzigen Punkt. Moores schreibt nur über diejenigen, die er wirklich kennt und das sind seine Landsleute. Wäre Moore ein Deutscher, würde er bei uns auch genug finden, um ein Buch über uns zu schreiben. Natürlich sind einige der aufgezählten Punkten typisch amerikanische Eigenheiten, aber alle gehen auf eins zurück: Die miserable Politik der Regierung!!! Bei genauem Lesen zeigt Moore damit auch eins: Man kann nicht gegen Amerika sein, also antiamerikanisch, man kann gegen die amerikanische Regierung sein, das sollte man sogar, aber nicht gegen ein ganzes Land und gegen die kompletten Einwohner dieses Landes.
Aber Moore widmet sich in diesem Kapitel nicht nur den amerikanischen Problemen, sondern geht auf die wichtigsten Brennpunkte der Welt ein. Ob Israel-Palästina oder Nordirland, Moore hat eine einleuchtende Lösung zu jedem Problem, die leider aber, so vernünftig sie teilweise ist (gerade sein offener Brief an Arafat ist sehr vernünftig), so unrealistisch ist es leider, dass die Dinge sich so entwickeln werden, wie Moore es sich wünscht.
***NINE – Ein großes glückliches Gefängnis***
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In einem Buch über Amerika darf natürlich ein Punkt nicht fehlen: Die Todesstrafe und so widmet sich Moore auch dieser in einem Kapitel. Er belässt es aber nicht bei seiner Meinung zur Ungerechtigkeit und Überflüssigkeit der Todesstrafe, er holt weiter aus, und dabei geht er natürlich auch zu seinem Lieblingskonflikt Arm – Reich. Warum werden die Verbrechen der Reichen geringer bestraft als die Armen? Warum wird ein Unterschied zwischen Crack (der Droge der Armen) und Kokain (der Droge der Reichen) gemacht? Warum schieß die Polizei bei der Verhaftung eines armen Schwarzen auch mal vorschnell? (und erwischt den falschen) Fragen über Fragen und für manche hat selbst Moore keine Antwort!
***TEN – Demokraten – ein hoffnungsloser Fall***
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Also jetzt muss es doch kommen. Weg mit Bush und den Republikanern, die Demokraten müssen Amerika retten, aber weit gefehlt. Denn im 10. Kapitel rechnet Moore auch gnadenlos mit den Demokraten und vor allem mit der teilweise miserablen Innen- und Außenpolitik von Bill Clinton. Er zeigt auf, dass die Demokraten keine richtige Alternative sind, sondern eigentlich nur eine 2. republikanische Partei. Er ruft deswegen die Leute auf, welche die Demokraten unterstützen, weil sie denken, dass diese eine bessere Politik als die Republikaner machen werden, selbst politisch aktiv zu werden und für die richtigen demokratischen Ziele zu kämpfen.
***ELEVEN – Das Gebet für die Menschheit***
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Im letzten richtigen Kapitel des Buches schwenkt Moore dann noch einmal kurz auf ein weiteres Thema über, nämlich wie wandlungsfähig die reichen Politiker doch sind, wenn sie selbst betroffen sind, so war Cheneys Abneigung gegen Homosexuelle in seinen Handlungen nicht mehr zu spüren, als sich seine Tochter als lesbisch outete. Anhand dieser Tatsache, die Moore noch mit weiteren Beispielen unterlegt, kommt Moore die Idee an alle Götter der Welt zu beten und sich von ihnen zu wünschen, dass er die Politiker mit „Leiden“ überzieht, damit sie auch bereit sind Geld zur Verfügung zu stellen um diese „Leiden (von Analphabetismus bis Krebs) zu besiegen.
***EPILOG – Tallahassee Hi-Ho***
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Zum Fast-Abschluss des Buches schildert Moore noch einmal seine persönlichen Erfahrungen in den letzten Wahlkampfwochen, als er nämlich auf Wahlkampftour für den grünen Kandidaten Nader in Florida unterwegs war. Er kritisiert dabei auch, dass gerade Nader von vielen Leuten die Schuld am Sieg von Bush gegeben wird, da mit den Stimmen von Nader Gore sicher gewonnen hätte (so klar, dass niemand mehr hätte tricksen können).
***Dank***
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Ich möchte hiermit schon einmal allen danken, die es bis hierher geschafft haben (ihr habt es bald ganz geschafft, maximal noch eine Word-Seite) den Bericht zu lesen und nicht gescrollt haben. Wer das jetzt nicht liest, dem wünsche ich, dass er morgen als arbeitsloser Schwarzer in einem Slum von Chicago aufwacht (nein, natürlich nicht, dass würde ich keinem wünschen). Aber jetzt weiter!
***Anmerkungen***
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Die Frage, die sich einem als Leser stellt ist natürlich die ganze Zeit, woher weiß Moore diese ganzen Sachen mit denen man teilweise regelrecht bombardiert wird. Die Antwort ist nicht schwer, denn im letzten Abschnitt des Buches mit dem Titel „Anmerkungen“ (aha, daher die Überschrift hier), zeigt Moore noch einmal für jedes Kapitel haarklein woher er seine Informationen hat. Es ist gut, dass dies erläutert wird, da man Moore sonst nicht glaubhaft genug wäre, aber ich hätte es trotzdem etwas besser gefunden, wenn dies direkt in Form von Fußnoten auf der jeweiligen Seite gestanden hätte.
Trotz einiger erläuterter Kritikpunkte ist Moores Buch aber in meinen Augen klare 5 Sterne wert. Dies liegt vor allem, an dem mich sehr ansprechenden Schreibstil, der mich oft zum Schmunzeln brachte und an dem sehr interessanten (und teilweise erschütternden) Thema, welches einen zum Nachdenken bringt. Gerade dies macht das Buch sehr gut. Es regt zum weiteren Nachdenken an und vor allem sollte man sich eins vor Augen halten. Vieles was Moore in diesem Buch schildert passiert nicht nur in Amerika und vieles kann auch in naher Zukunft in Deutschland passieren. Nicht umsonst sollte man immer skeptisch dreinschauen (und sich den Inhalt von Moores Buch vor Augen führen) wenn ein deutscher Politiker z.B. im hessischen Wahlkampf von amerikanischen Verhältnissen für Hessen als sein Traum spricht (und dies vor allem auf die ach so dolle Bildungspolitik in Amerika bezieht). Aber auch in anderen Bereichen zeigt sich ja, dass wir in Deutschland nicht unbedingt auf dem besten Weg sind (Stichpunkt: Abbau des Sozialsystems).
Moores Buch ist in keiner Weise antiamerikanisch. Es zeigt, was alles schief läuft in dem mächtigsten Land der Welt. Dieses Buch hätte aber mit größtenteils ähnlichen Inhalt (Ausnahme natürlich die Kapitel über Bush) jedes andere Land der Welt zum Thema haben können.
Das Buch kostet in der deutschen Fassung 12,- €. Es ist in jedem Internet-Versandhandel erhältlich. Ich persönlich habe es bei booxtra.de bestellt. Aber auch fast jede Buchhandlungen vor Ort dürfte dieses Buch zur Zeit führen!
© Björn Becher 2003 weiterlesen schließen
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