Pro:
schön bunt nach einem tristen Winter
Kontra:
Mir zerreists das Herz, wenn ich Pflanzen wegwerfen muss
Empfehlung:
Ja
Letzten Freitag habe ich mir Primeln in blau, rot und gelb für meine Balkone gekauft. Der Blumenhändler versicherte mir, die Blümchen würden locker ein bisschen Frost überstehen. Ich habe auch noch scherzhaft gesagt, dass oben in den Blumenkästen wohl kaum wieder –4 Grad erreicht werden. Mensch, da konnte ja keiner ahnen, dass Berlin ab Samstag von wahren Schneestürmen und Dauerfrost heimgesucht wird. Ich glaube, meine Primeln sind hin. Jedenfalls lassen sie alles runterhängen.
Primeln sind wohl als typische "Wegwerfpflanze" zu bezeichnen, ein überaus hässliches Wort für eine hübsche frühlingsblühende Topflanze. Ich glaube, fast alle Bewohner unseres Landes kennen diese Pflanze, die um diese Jahreszeit in beinahe jedem Supermarkt zu kaufen ist. Auffallend sind ihre leuchtenden Farben, ihre Blätter haben ein frisches Grün und unwiderstehlich ist bei richtiger Pflege ihre Blühfreude. Außerdem sind sie extrem günstig, so dass sich eigentlich jeder diese Frühlingsboten leisten kann. Ich habe auf dem Wochenmarkt 90 Cent pro Stück bezahlt, es gibt sie aber auch noch wesentlich günstiger, wobei dann aber oft Abstriche in der Qualität zu machen sind.
Die Primelgewächse sind eine fast weltweite verbreitete Blütenpflanze mit 1000 Arten in 30 Gattungen, dabei wachsen sie hauptsächlich in den gemäßigten Temperaturzonen auf der Nordhalbkugel. Typisch für eine Primel sind die nicht unterteilten Blätter, die meist in Form einer Rosette angeordnet sind. Sie gehören zu den beliebtesten Zimmer- und Gartenpflanzen und sind im Frühjahr mit die ersten Blüher. Eine weitere bekannte Gattung dieser Familie ist das Alpenveilchen. Wer hätte das gedacht...
Die Primula, so ihr allgemeiner lateinischer Name, unterteilt sich in verschiedene Sorten, die unterschiedlich lange in einem Haushalt bestehen können.
Die Fliederprimel, die auch Brautprimel oder Etagenprimel genannt wird und deren lat. Bezeichnung Primula malacoides ist, ist eine Einjahrspflanze und lässt sich nicht weiter kultivieren. Sie hat nach der Blüte ausgedient.
Die Primula obconica (die Becherprimel), die Primula vulgaris (früher Primula acaulis, die Kissenprimel), die Primula sinensis, die Chinesenprimel) sind dagegen mehrjährige Stauden, bei den es sich durchaus lohnt, sie weiterzupflegen.
Der Standort der Primeln sollte ganzjährig zwar hell sein, jedoch ohne direkte Sonne. So steht es in den Pflegeanleitungen. Bei mir auf dem Balkon haben sie freilich von morgens bis abends Sonne und es scheint ihnen nichts auszumachen. Im Mai fliegen die Primeln wieder aus den Kästen und machen einer Sommerbepflanzung platz. Ich nehme mal an, einen Sommer mit intensiver Sonne würden sie nicht überstehen.
Falls man die Primeln mehrjährig im Garten hält, sollte man einen kühlen Platz wählen, eventuell sogar mit Topf im Gehölzschatten eingraben. So macht es meine Mutter seit 30 Jahren.
Das Winterquartier sollte ebenfalls kühl sein und 10 bis 12 Grad nicht übersteigen. Dabei das mäßige Gießen nicht vergessen.
Damit kommen wir zum Thema Gießen. Gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Nässe oder Austrocknung ist oberstes Prinzip. Wie auch bei allen anderen Pflanzen sollte man den Primeln den Kälteschock durch frisches Leitungswasser ersparen. Am besten verwendet man temperiertes, kalkarmes Wasser und meidet das sonst so beliebte Übersprühen der Pflanze.
Die Primel sollte regelmäßig alle 2 Wochen mit einer schwachen Lösung eines üblichen Blumendüngers begossen werden. Man kann auch Hydrodünger verwenden. Das nehme ich meistens und ich gebe beim Einpflanzen der Primeln immer zusätzlich ein paar Hydrosteinchen in die Erde, zwecks besserer Belüftung und dauerhafterer Bewässerung.
Vermehren lohnt sich für Laien nicht. Falls man jedoch extrem ehrgeizig ist, kann man sein Glück versuchen, indem man im Juli/ August die Samen aussät. Dabei sollten die Samen nicht bedeckt werden, da Primeln Lichtkeimer sind. Vorsicht! Jungpflanzen vertragen die übliche Sommerhitze besonders schlecht.
Und zum Schluss noch eine Warnung.
Bei Berührung, vor allen Dingen mit der Becherprimel, kann das von der Pflanze produzierte Primin bei empfindlicher Haut zu Reizungen führen. Inzwischen gibt es aber genug Züchtungen, die weniger aggressiv sind. Da man aber erst durch Körperkontakt feststellt, ob man überempfindlich auf die jeweilige Pflanze reagiert, bleibt für Allergiker ein Restrisiko. weiterlesen schließen
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