Pro:
Da müsste ich jetzt echt lange überlegen
Kontra:
Von A bis Z einfach alles dabei
Empfehlung:
Nein
Hallöle
Es war das fürchterlichste Wetter, was man sich nur vorstellen kann. Außentemperatur so um die 24 Grad und der Himmel nur mit ein paar leichten Schleierwolken bedeckt. Die Wettervorhersage half auch nicht weiter und meine extra angemieteten indianischen Regentänzer hatten sich allesamt den Fuß verknackst.
Wenn mir nicht jetzt schnellstmöglich eine Ausrede einfallen würde, müsste ich also doch raus in den Garten und umgraben *hmpf*
"Viertel" ertönte da auch schon ein liebliches Stimmchen "Viertel, es ist ideales Gartenwetter. Meinst Du nicht auch, dass Du in den Garten gehen könntest. Ich sehe meine Radieschen schon gar nicht mehr. Überall ist Unkraut."
Das liebliche Stimmchen gehörte meiner guten Schwupsy und aus leidvoller Erfahrung wusste ich, dass mich jetzt nur noch ein Wunder vor ehrlicher Gartenarbeit retten konnte.
"Mein Rücken, meine herzallerliebste schwupsy. Mein Rücken tut mir so fürchterlich weh. Ich fürchte, ich werde heute keine Gartenarbeit mehr machen können."
"So so." meinte daraufhin meine gute Schwupsy und das liebliche Stimmchen hörte sich auf einmal gar nicht mehr so lieblich an. "Und warum hast Du Dir letzten Monat für teures Geld die Gartenkralle Gold gekauft? Waren da nicht Deine Argumente die leichte Handhabung und die Entlastung des Rückens?"
Mist, dass meine Frau sich aber auch immer an alles erinnern musste. Dabei hatte sie teilweise sogar Unrecht. Und zwar beim Preis. So teuer war die auf den ersten Blick gar nicht.
Sicher gibt es die Gartenkralle Gold in den einschlägigen Baumärkten für ca. 51,- Euro. Ich aber habe ein Sonderangebot bei Obi ausgenutzt und nur 34,50 Euro bezahlt. Klar, das ist auch noch teuer genug. Aber eben nicht so teuer, als dass nicht auch ein sparsamer Mensch einmal zuschlagen könnte.
- - - Merke:
- Auch bei der Gartenkralle Gold auf Sonderangebote achten.
Jetzt hatte ich also so ein vielbeworbenes Wunderding und meine Ausrede mit den Rückenschmerzen war hinfällig geworden. Bei der Gartenkralle Gold soll die Arbeit nämlich fast von ganz alleine gehen und ein Bücken sei nicht mehr notwendig. So die Werbung.
Bevor die Gartenkralle Gold mir aber diesen Beweis erbringen konnte, musste sie erst einmal zusammen gebaut werden. Nach dem Kauf hielt ich nämlich drei Teile und einen Haufen Schrauben in den Händen. Aber keine Angst. Der Zusammenbau geht schnell und einfach. Die mitgelieferte Anleitung zum Zusammenbau ist übersichtlich und verständlich. Man sollte lediglich auf eine stabile Verschraubung achten, sonst wackelt das ganze Teil wie ein Lämmerschwanz. Mir ist dies beim "Probezusammenbau" passiert.
- - - Merke:
- Beim Zusammenbau der Gartenkralle Gold auf sehr fest sitzende Schrauben achten.
Und jetzt kommt der erste wirklich wichtige Hinweis für den geneigten Leser.
Die Gartenkralle "Gold" unterscheidet sich von der Gartenkralle lediglich in der Höhenverstellbarkeit. Durch die vier Möglichkeiten des Verstellens (allerdings nur beim Zusammenbau) kann man die "Arbeitshöhe" der Gartenkralle Gold optimal an seine eigene Körpergröße anpassen.
Ich für meinen Teil habe festgestellt, dass die Arbeitshöhe der normalen Gartenkralle durchaus optimal ist. Da ich ca. 1,75m groß bin, und man in den Armen ja auch immer noch ein klein wenig "Höhenspiel" hat, reicht die wesentlich preiswertere, normale Gartenkralle für die meisten Menschen aus. Wer also nicht gerade wie Pat und Patachon zusammenlebt oder helfende Freunde hat, die beim Wetterbericht auf die Wolkenuntergrenze achten müssen, für den ist die Gartenkralle ohne die Höhenverstellung durchaus ausreichend. Die Gartenkralle Gold wäre hier "rausgeschmissenes" Geld.
- - - Merke:
- Für normalgroße (bis ca. 1,85m) Gartenschufter ist der Kauf der preiswerteren, einfachen Gartenkralle anzuraten.
Da der Trick mit den Rückenschmerzen nix genutzt hat und meine gute schwupsy schon sehr verdächtig mit dem Teppichklopfer wedelt, werde ich mich Wohl oder Übel in den Garten begeben müssen, um dort mittels der besagten Gartenkralle Gold meinen Garten auf Vordermann zu bringen.
Die Arbeit mit der Gartenkralle sollte man aber fairerweise in drei Kategorien unterteilen:
> > > Das reine Aufbrechen der Erde
> > > Die Unkrautvernichtung
> > > Und das Umgraben
> Für das reine Aufbrechen der Erde ist die Gartenkralle sicherlich geeignet. Die sechs (vier etwas längere außen und zwei etwas kürzere innen) "Krallen" dringen bei einer kurzen Rechtsbewegung der Gartenkralle mühelos in den Boden ein und lockern ihn auf.
Der Rücken wird bei kürzeren Einsätzen der Gartenkralle tatsächlich geschont und auch Ungeübte können sich schon nach kurzer Zeit mittels der Gartenkralle als wahre Meister des Boden Aufbrechens bezeichnen.
- - - Merke:
- Die Gartenkralle ist durchaus geeignet den Boden aufzubrechen.
Das war es aber auch schon. Mit der Gartenkralle kann man den Boden aufbrechen - sonst nichts. Über das Lüften des Rasens mittels Gartenkralle lasse ich mich hier erst gar nicht aus. Das müsste schon einem Laien auffallen, dass das kompletter Nonsens ist. Wer aus seinem Rasen einen Kartoffelacker machen will, kann ihn gerne mit dem Wunderteil lüften. Viel Spaß.
> Nächster Punkt. Schon bei der Unkrautvernichtung bin ich nach schnellst kürzester Zeit wieder zur guten, alten Hacke zurückgekehrt. Warum?
Wie wir eben gelernt haben, kann man mit der Gartenkralle gut den Boden aufbrechen. Dies gilt natürlich auch für Boden voller Unkraut. Ein kurzer Dreh und das Unkraut ist ausreichend gelockert. Und was jetzt? Jetzt muss man sich aus einer weitaus höheren Position (man steht ja dank Gartenkralle aufrecht) zum Unkraut begeben und dies z.B. in einen Eimer befördern. Blödsinn. Wenn ich mit der Hacke arbeite, bin ich schon in gebückter Haltung und somit ist mein Weg zum Unkraut nicht mehr so weit. Zu allem Übel muss ich mich nach dem Einsammeln des Unkrautes auch wieder in die aufrechte Position hieven, da ich ja weiter mit der Gartenkralle das Unkraut lockern will.
- - - Merke:
- Für die Unkrautvernichtung ist die Gartenkralle wegen der Mehrbelastung des Körpers gegenüber der Hacke nur sehr bedingt geeignet.
Fazit: schon nach kürzester Zeit schmeißt man die Gartenkralle dahin, wo sie hingehört. In die dunkelste Ecke des Gartenhäuschens bzw. der Garage.
> Die Werbung für die Gartenkralle verspricht uns ein schmerz- und sorgenfreies Leben. Der Garten ist fast von selbst vom Unkraut befreit und ein Umgraben ist, dank der Gartenkralle, überhaupt nicht mehr nötig.
Was aber will ich mit dem Umgraben bezwecken? Nährstoffe, die in tieferen Regionen meines Gartens schlummern, sollen nach oben gebracht werden und für ein üppiges Wachstum sorgen.
Wie aber soll das bitteschön gehen, wenn ich mit der Gartenkralle den Boden doch nur "drehe"? Halten die Erfinder der Gartenkralle alle Gärtner für blöd? Bei mir zumindest sollten sie sich schon etwas Besseres einfallen lassen. Ich nehme zum Umgraben weiterhin einen Spaten und verdrehe mir nicht sinnlos die Arme.
- - - Merke:
- Zum Umgraben ist die Gartenkralle nun gleich gar nicht geeignet. Die Nährstoffe des Bodens bleiben wo sie sind. Nur die obere Kruste wird aufgebrochen.
Wozu brauch ich also eine Gartenkralle? Kann mir das mal jemand erklären?
Ob ich nun Rückenschmerzen vom Bücken oder Muskelkater von der Drehbewegung mit der Gartenkralle Gold bekomme, ist mir doch völlig schnurz piep egal.
Dieses sinnlose Ding kommt jedenfalls zu Ebay und wird dort versteigert. Viel werde ich nicht mehr dafür bekommen. Gerade heute aktuell sind einige schon für einen Euro zu bekommen. Eine neue Gartenkralle mit viel Zubehör bekommt man mit der Sofortkauffunktion schon für 9 Euro.
Hätte ich mir dieses Teil doch bloß nie zugelegt. Wer weiß, vielleicht hätte dann ja sogar die Ausrede mit den Rückenschmerzen etwas bewirkt.
So muss ich aber in den Garten und schuften.
Hier ziehe ich über die Gartenkralle Gold nur noch schnell ein
> > > Fazit:
Die Gartenkralle Gold hat mich in ihrer Funktionsweise überhaupt nicht überzeugt. Lediglich für die reine Bodenauflockerung sehe ich einige leichte Vorteile.
Für die Entfernung von Unkraut ist sie fast nicht und für das Umgraben gar nicht zu gebrauchen.
Für bis zu 51,- Euro bekommt man zwar ein gut verarbeitetes, aber fast unbrauchbares Werkzeug, welches schon nach kürzester Zeit in die Ecke fliegt.
Ich kann die Gartenkralle Gold nur sehr, sehr bedingt empfehlen.
Bis späterlich - viertelvordrei, plöt (amtlich)
PS: Die Gartenkralle Gold gibt es jetzt auch mit viel Zubehör. Da hat mir nur der Anblick schon gereicht. Sind die Hersteller der Gartenkralle nur Schreibtischtäter? Ist denn da gar kein Praktiker dabei?
Hinweis in eigener Sache: Dieser Bericht ist unter gleichem Namen und gleicher Überschrift auch schon in anderen Meinungsforen erschienen. weiterlesen schließen
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