Pro:
die Handlung in die Vergangenheit von Star Trek zu setzen ist eine interessante Idee, die Charaktere sind sympathisch und bieten viel Potential
Kontra:
etwas schwächelnde Handlung, aber einem Pilotfilm sei dies verziehen
Empfehlung:
Ja
Aus aktuellem Anlaß schreibe ich heute mal wieder über meine Lieblingsserie Star Trek, und zwar über das neueste Mitglied im Star Trek-Universum, die Serie "Enterprise". Eigentlich wollte ich die Meinung schon Anfang der letzten Woche fertig haben, aber es hat sich ein wenig verzögert, und so konnte ich nicht für die Ausstrahlung am Samstag die Werbetrommel rühren.
Vorgestern, also am 15. März, wurde der Pilotfilm zu "Enterprise" auf Sat1 ausgestrahlt, aber wie es sich für einen richtigen Star Trek Fan gehört, habe ich die Serie natürlich schon längst gesehen. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, eine wäre das illegale Donwloaden im Netz (:-) und die zweite eben der Kauf der Videokassetten. "Enterprise" erschien nämlich schon vor der TV-Ausstrahlung auf Video, und eine gute Freundin von mir hat sich diese Kassetten gekauft - und sogar in der englischen Originalfassung. Die Videokassetten kann man sich u.a. bei Amazon.de kaufen. Die englische Originalfassung des Pilotfilms gibt es dort als UK-Import für €13,99 bzw. als deutsche Fassung für €8,90. Auf eBay kann man auch günstigere Angebote finden, aber mittlerweile braucht man sich die Kassetten ja nicht mehr kaufen, denn die Serie wird von Sat1 ausgestrahlt. Der Pilotfilm wurde Samstag gesendet, und die folgenden Episoden kommen immer Freitags 20.15 Uhr.
ÜBER DIE SERIE
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Was ist nun so toll an dieser mittlerweile fünften Star Trek Serie? Irgendwie hatte sich ja dieses Format bei den letzten beiden Serien "Deep Space Nine" und "Voyager" ausgelutscht, zumindest gab es keine großen Einschaltquoten. Ich fand auch diese beiden Serien nicht schlecht, aber zugegebenermaßen fehlte der Biß. Mit "Enterprise" soll nun das alte Flair zurückkommen, und meiner Meinung nach ist man in die richtige Richtung gegangen, nämlich rückwärts in der Zeit. Dieses Mal folgt die neue Serie zeitlich nicht nach "Deep Space Nine" oder "Voyager", sondern sie spielt noch vor "Raumschiff Enterprise".
Die neue Enterprise NX-01 startet 90 Jahre nach dem ersten Warp-Flug von Zefram Cochrane (konnte man in dem Star Trek Film "Der erste Kontakt sehen) als revolutionäres neues Flagschiff der noch recht jungen Sternenflotte. Es ist das erste Warp5-Raumschiff der Erde und somit auf dem neusten Stand der Technik im Jahr 2151.
Die Serie startete in den USA schon im Spetember 2001, und mittlerweile gibt es auch schon eine zweite Staffel. In Deutschland ist man erst bei dem Pilotfilm, um den es auch in diesem Bericht geht. Der Pilotfilm heißt "Broken Bow" bzw. "Aufbruch ins Unbekannte", und er setzt sich aus zwei Episoden zusammen. Die Bezeichnung bei Ciao bezieht sich auf die Videokassette, also 1.1 für die erste Kassette mit den ersten beiden Episoden, und 1.2 für die zweite Kassette mit der dritten/vierten Episode, usw.
HANDLUNG
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Ein Klingone flieht vor zwei eigenartig aussehenden Aliens in einen Tank auf einem Kornfeld in Broken Bow, Oklahoma. Als auch die beiden Verfolger in dem Tank sind, springt der Klingone raus und bringt den Tank zum Explodieren. Doch plötzlich steht ein Farmer mit einem Gewehr vor dem Klingonen, und da beide sich nicht verständigen können, schießt der Farmer den Klingonen nieder.
Der Klingone Klaang wird zur Sternenflotte gebracht, und die Vulkanier empfehlen den Menschen dem Klingonen Sterbehilfe zu leisten, denn Klingonen wollen im Kampf sterben. Der hinzugerufene neue Captain der Enterprise, Jonathan Archer, will dies nicht zulassen, sondern den Klingonen zurück ins Klingonische Reich bringen. Mit der Enterprise bricht er zu dieser Mission auf, die Vulkanierin T´Pol reist als Beobachterin der Mission mit.
Während des Fluges fällt plötzlich die gesamte Energie aus. Die Führungscrew befindet sich zu dieser Zeit gerade auf der Krankenstation, wo sie gerade Klaang verhört hatten. Schließlich machen sie Eindringlinge aus, die Klaang entführen können. Da man einen dieser Eindringlinge niederstrecken konnte, stellt man fest, das es sich hier um Suliban handelt. Diese Rasse wurde scheinbar genetisch verbessert, denn sie verfügt jetzt über eine Art Tarnung und die Fähigkeit, die Knochenstruktur zu verändern. Man nimmt die Verfolgung auf, und die Enterprise fliegt in das Rigelsystem...
CHARAKTERE & DARSTELLER
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Der neue Captain Jonathan Archer wird von Scott Bakula gespielt, der hier in Deutschland wohl vor allem aus der Serie "Quantum Leap - Zurück in die Vergangenheit" bekannt sein dürfte. Archer wählt als Wissenschaftsoffizier die Vulkanierin Sub-Commander T´Pol, die von Jolene Blalock gespielt wird. Blalock ist als Schauspielerin noch recht unbekannt, sie hatte bisher nur in einigen Serien Gastauftritte (u.a. "C.S.I." und "Jag"). Chefingenieur der Enterprise ist Commander Charles "Trip" Tucker, der von Connor Trinneer gespielt wird. Auch er ist weitestgehend unbekannt, aber auch er hatte in einigen Serien Gastauftritte, u.a. in "ER". Archer, T´Pol und Tucker bilden als Trio auch das Herz und die Seele der Serie, und ihre Beziehung wird wohl auch noch Mittelpunkt stehen.
In den Nebenrollen sind John Billingsley als Dr.Phlox (nicht-menschlicher Schiffsarzt), Dominic Keating als Lt. Malcolm Reed (taktischer Offizier), Anthony Montgomery als Ensign Travis Mayweather (Steuermann) und Linda Park als Ensign Hoshi Sato (Kommunikationsoffizier).
MEINE MEINUNG
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Das gute alte Star Trek Feeling ist wieder da! Schon nach diesem Satz wird klar sein, das mir die neue Serie gut gefällt - obwohl man natürlich nach einer Episode (eigentlich ja Doppelfolge) noch nicht wirklich eine Aussage treffen kann. Aber sieht man mal die megalahme Auftaktfolge von "The Next Generation" und was daraus entstanden ist, so kann das ja hier nur klasse werden.
Aber nun mal von vorn. Ich beginne mal beim Vorspann, der ja für eine Star Trek Serie ziemlich ungewöhnlich ist. Zuerst einmal muß ich sagen, das mir dieser Vorspann richtig gut gefällt, auch wenn er eher StarTrek-untypisch ist. Es gibt also nicht die übliche Star Trek Musik, sondern man setzt auf eine ruhige Melodie und es gibt auch Gesang. Was aber richtig sehenswert ist, sind die Bilder. Es gibt Bilder von den wichtigen technischen Fortschritten bei der Erforschung von unbekannten Welten. Das beginnt bei der Seefahrt, über die Luftfahrt, zur Raumfahrt, bis schließlich zur Enterprise. Eigentlich sieht das alles wie ein Vorspann zu einer Wissenschaftsserie aus, aber trptzdem paßt es irgendwie. Allerdings hätte man die Vorspann etwas neutraler gestalten können, denn es werden nur amerikanische Erfolge gezeigt. Die Sternenflotte ist ja schließlich auch nicht nur amerikanisch. Egal, trotzdem ein guter Vorspann, aber den Wiedererkennungswert des alten Star Trek Themes muß er sich noch hart erkämpfen.
Das die Handlung im Jahr 2150 spielt, finde ich eine geniale Idee, die wahrscheinlich die Rettung für Star Trek war. Nach "Deep Space Nine" und "Voyager" war ja irgendwie die Luft raus. Aber jetzt kann man die Menschheit bei den Anfängen der Erforschung des Weltraums sehen, z.B. gibt es gerade erst Warp5-Schiffe, es gibt erstmals Phaser und das Beamen ist noch neu (das Beamen von biologischen Material wurde gerade erst genehmigt). Es gibt so viele kleine Details, wodurch das Anschauen richtig Spaß macht. So mußte ich auch ziemlich lachen, als die Enterprise so ein kleines Schiff einfängt, und zwar nicht mit einem Traktorstrahl, sondern mit Fangseilen. Und da man die Zukunft schon kennt, ist es einfach hochinteressant, die dazugehörige Vergangenheit zu sehen.
Zu den einzelnen Charakteren läßt sich nach einer Episode noch nicht viel sagen, außer das alle Figuren sehr viel Potential haben. Und schon nach einer Episode sind mir die Charaktere viel sympathischer als z.B. die Voyager-Crew. Der Captain Archer hat viel Biß, er setzt sich durch und ist dabei nicht ungerecht - er hat was. Und er beschreitet unkonventionelle Wege, setzt sich also auch mal gegen seine Vorgesetzten durch. Was sich allerdings auch hier schon wieder andeutet, ist eine Vater-Sohn-Geschichte, die in den folgenden Episoden mit Sicherheit nochmals aufgerollt wird. Dieses Thema finde ich aber durch die vorangegangenen Serien schon ziemlich verschleißt und langweilig, aber auch bei "Enterprise" wird es wohl wieder eine tragische Vater-Sohn-Beziehung geben. Wer mir besonders gut gefallen hat, ist T´Pol, und damit meine ich nicht nur optisch. Das Gespräch mit Archer und Tucker am Tisch über vegetarische Ernährung fand ich zum Brüllen, denn das kam mir aus eigenen Erfahrungen ziemlich bekannt vor. Rein optisch ist T´Pol an 7of9 aus "Voyager" angelehnt, nur das T´Pol eben eine Vulkanierin ist. Es gibt den gleichen hautengen Anzug und auch die Bewegungen sind ähnlich. Als Vulkanierin muß T´Pol auch emotional distanziert sein, was aber in dieser ersten Episode nur teilweise gelingt. Irgednwie zeigt sich immer so ein leichtes Grinsen, d.h. die Mimik paßt noch nicht so ganz zu einer Vulkanierin. Aber vielleicht ist das auch bezweckt. Die Duschszene von Tucker und T´Pol fand ich mehr als unpassend, das hätte eher zu "Baywatch" gepaßt. Scheinbar sollte damit schon eine künftige Bezeihung angedeutet werden, naja, man wird sehen. Das Trio Archer, T´Pol und Tucker werden sowieso für eine Menge Unterhaltung sorgen, da bin ich mir sicher. Von dem Rest der Crew kann ich momentan noch nicht viel sagen, außer das Ensign Mayweather mir schon wieder als eine Art Milchbubi ins Gesicht sprang - hoffentlich wird das nicht so was wie Wesley Crusher. Viel Spaß wird wohl der Schiffsarzt bringen, schon dieser Aal, der die Wunde verschließt, war echt cool.
Betrachtet man nur die Story, gehört die Episode eher zu den mittelmässigen Episoden, aber bei einem Pilotfilm muß auf vieles Rücksicht genommen werden - die Charaktere müssen eingeführt werden, die Gesamtstory muß vorgestellt werden, und es muß eben noch eine Episodenstory geben. Und wenn man das alles berücksichtigt, ist "Broken Bow" eigentlich ganz gut. Und ein Pilotfilm soll Lust auf mehr machen, und dieses Ziel hat die Episode auf jeden Fall erreicht. Ansonsten hat der Pilotfilm mehr Fragen gestellt (z.B. was ist mit dem temporalen Krieg) als beantwortet, aber diese werden bestimmt in den folgenden Episoden aufgegriffen. Da ich die Episode auf Video bisher nur in der englischen Originalfassung geschaut hatte, habe ich mir die deutsche Fassung im TV angeschaut. Die Synchronisation ist zwar wieder gewöhnungsbedürftig, aber nicht so schlecht wie z.B. bei "Buffy". Trotzdem schaue ich mir natürlich lieber die englische Originalfassung an.
FAZIT
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Der Pilotfilm zu "Enterprise" verspricht eine interessante Serie, die wieder das alte Flair von Star Trek auferstehen lassen kann. Die Charaktere sind interessant, und die Serie um Jahr 2150 handeln zu lassen, finde ich eine großartige Idee. Und weil es der Pilotfilm war, gibt es auch die Höchstpunktzahl. Was ich jetzt immer Freitags um 20.15 Uhr schaue ist klar, ihr auch?
17.03.2003 weiterlesen schließen
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