Pro:
schöne Parodie, wirkt immer noch aktuell
Kontra:
schlechte DVD-Ausstattung
Empfehlung:
Ja
Ich erinnere mich noch, dass ich irgendwann Mitte der 90er Jahre mit einer Freundin ins Musical gehen wollte. Unsere Wahl fiel auf „Tanz der Vampire“, das damals in Stuttgart lief, und von dem ich nicht mehr wusste, als dass mit dem Namen „Roman Polanski“ geworben wurde.
Roman Polanski war mir natürlich als Regisseur bekannt, aber von dem Film „Tanz der Vampire“, auf dem das Musical basiert, hatte ich damals noch nie gehört – was vielleicht dadurch zu erklären ist, dass er sechs Jahre vor meiner Geburt herauskam.
Jedenfalls gefiel mir das Musical hervorragend – meines Erachtens das beste Musical, das in Deutschland je zu sehen war – und als ich kürzlich entdeckte, dass der Film schon im letzten Jahr auf DVD herausgekommen war, musste ich den natürlich sehen!
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Die Story:
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Professor Abronsius hat seinen Lehrstuhl in Königsberg aufgegeben, um gemeinsam mit seinem jungen Assistenten Alfred nach Transsilvanien zu reisen und dort die Existenz von Vampiren zu beweisen und sie zu bekämpfen.
Angekommen in Transsilvanien steigen sie in der Herberge eines gewissen Shagal ab. Professor Abronsius entdeckt sofort ein Indiz für Vampire in der Region: In der Herberge sind Unmengen an Knoblauch aufgehängt. Allerdings streiten die Dorfbewohner die Existenz von Vampiren vehement ab – die Todesfälle der letzten Zeit schieben sie auf Wölfe, und sie leugnen, von der Existenz einer Burg in der Gegend zu wissen.
Alfred hat unterdessen vor allem Augen für Sarah, Shagals schöne Tochter, die sich in der Herberge tödlich langweilt, seid die jungen Frauen des Dorfes völlig versteckt leben.
Doch als Sarah von einem Vampir entführt wird, macht sich Shagal auf die Suche nach seiner Tochter – und wird am nächsten Morgen völlig blutleer im Hof gefunden.
Professor Abronsius und Alfred machen sich nun endgültig auf die Suche. Sie finden die Burg des Grafen von Krolok, werden allerdings vom Hausherren erwischt. Abronsius, sehr begriffsstutzig, unterhält sich mit ihm zunächst angeregt über die Eigenschaften von Fledermäusen, bis er endlich kapiert, dass ihr Gastgeber ein leibhaftiger Vampir ist.
Als der Morgen dämmert, machen sich Professor Abronsius und Alfred auf die Suche nach der Gruft der Vampire. Doch während Abronsius in einem Fenster feststeckt, versagt Alfred bei dem Versuch, den Grafen Krolok mit einem Pflock zu töten.
Gegen Abend findet Alfred Sarah, die allerdings gar keine Anstalten macht, sich retten zu lassen. Beim Versuch, Sarah in der riesigen Burg wiederzufinden, gerät er allerdings an Herbert, Graf von Kroloks Sohn, der sich seinerseits in Alfred verguckt hat und ihn gerne zu seinem Vampirgefährten machen würde.
Wird Professor Abronsius es schaffen, von der Burg zu entkommen? Und wird er die Verbreitung der Vampire verhindern können?
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Anmerkungen zum Film:
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„Tanz der Vampire“ wird als Horrorkomödie bezeichnet, wobei aus heutiger Sicht (und im Vergleich mit heutigen Horrorfilmen) die Komödie wirklich extremst dominiert. Echte Horrorszenen, die auch heute noch diese Bezeichnung verdienen würden, fehlen völlig.
Mag sein, dass das echte Horrorfans stört, aber da ich insgesamt doch eher ein Komödienfan als ein Horrorfan bin, ist dieser Film genau nach meinem Geschmack.
Apropos Komödie: Die ist auch aus fachlicher Sicht hervorragend gelungen. Es gibt nicht nur Slapstick (obwohl auch der nicht zu kurz kommt), sondern auch jede Menge komische Figuren (am auffallendsten vielleicht Professor Abronsius, aber auch fast jede andere Figur des Films weist eigenständige komische Züge auf). Und auch die komischen Konflikte sind bis ins Detail gelungen, vor allem dadurch, dass die Wünsche und Ziele der Figuren mit den komischen Eigenschaften der anderen in ständigem Gegensatz stehen.
Was übrigens sehr auffällt, wenn man auch das Musical kennt, ist, dass die Musicalumsetzung sich sehr dicht an den Film hält. Es gibt viele Szenen, die sich 1:1 im Musical wieder finden, selbst das Szenenbild des Musicals orientiert sich weitestgehend am Film. Nur wenige Szenen wurden bühnentauglicher umgestaltet, und echte Umdeutungen (also Veränderungen im Sinngehalt) kommen fast gar nicht vor.
Deshalb möchte ich allen, die das Musical kennen und mögen, den Film auch sehr ans Herz legen (und umgekehrt)!
Eine Sache, die mir noch sehr ins Auge gesprungen ist, ist, dass ich den Film nach seiner optischen Gestaltung kaum für ein Produkt der 60er Jahre gehalten hätte. Das einzige, was typisch für die Zeit erscheint, ist das Schönheitsideal der Frauen. Ansonsten wirkt das Bild beinahe modern – wie viel davon eventuell einer Nachbearbeitung des Films für die DVD-Ausgabe geschuldet ist, konnte ich leider nicht herausfinden.
Der Film ist in Deutschland ab 12 Jahren freigegeben, was angesichts der oben schon angesprochenen eindeutigen Dominanz der Komödie über den Horror durchaus gerechtfertigt erscheint. Höchstens das ironische Ende (das ich übrigens sehr gelungen finde) ist für 12jährige vielleicht noch erklärungsbedürftig!
Auch wenn Halloween jetzt schon vorbei ist: meine Empfehlung lautet, den Film fürs nächste Jahr vorzumerken, denn er bietet einen milden Grusel der netten Art, der auch für noch vergleichsweise junge Halloweenfans geeignet ist – in jedem Fall geeigneter als manches, was zu solchen Terminen häufig schon tagsüber über den Fernseher flimmert.
Dass ich den Film schon ab 12 Jahren für geeignet halte, heißt übrigens nicht, dass er nicht auch was für Erwachsene wäre – im Gegenteil: Wer keinen echten Horrorfilm erwartet, sondern lustige Unterhaltung, der ist hier genau richtig.
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Filmcrew / Darsteller:
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Sehr auffällig in diesem Film ist, dass nur wenige wirklich berühmte Schauspieler mitgewirkt haben, was allerdings dem Film in keiner Weise schadet! Im Gegenteil: Dass man die Gesichter nicht als Massenware kennt, macht vielleicht seinen besonderen Charme aus.
Ich möchte hier nur auf die Namen eingehen, zu denen ich ein bisschen was sagen kann und die eine längerwährende Leinwandkarriere aufweisen.
In erster Linie ist da natürlich Roman Polanski, der bei „Tanz der Vampire“ nicht nur am Drehbuch mitgewirkt und Regie geführt hat, sondern auch in einer der Hauptrollen, nämlich als Alfred, mitgespielt. Übrigens ist das bei weitem nicht sein einziger Ausflug in schauspielerische Fach – allerdings hat er später meist nur in kleinen und Minirollen in seinen eigenen Filmen mitgewirkt, häufig „uncredited“, also in so kleinen Rollen, dass sie nicht im Vor- oder Abspann erscheinen.
Einer seiner bekanntesten Filme als Autor aus neuerer Zeit dürfte „Die neun Pforten“ (mit Johnny Depp) sein, bei dem er auch Regie geführt hat, als reine Regiearbeiten „Der Pianist“, für den er den Oscar gewann, und die „Oliver Twist“-Verfilmung von 2005.
Während der Dreharbeiten verliebte sich Roman Polanski in die Darstellerin der Sarah, Sharon Tate. Die beiden heirateten wenig später. Allerdings wurde sie bereits 1969 von der berüchtigten Manson Family ermordet, wodurch sie heute vermutlich wesentlich bekannter ist als durch die Schauspielerei.
Nennenswert ist auch noch der gebürtige Deutsche Ferdy Mayne, der von Mitte der 40er Jahre bis Mitte der 90er Jahre sowohl im englischsprachigen Raum als auch in Deutschland umzählige Filmrollen übernommen hat. In „Tanz der Vampire“ ist er als Graf von Krolok sehr typisch und dem Klischee entsprechend besetzt, was allerdings seiner Darstellung keinen Abbruch tut!
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Die DVD-Ausstattung:
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Technische Daten:
Bildformat: 16:9
Tonformat: Dolby Digital
Spieldauer: 107 min.
FSK12
Film-Veröffentlichung: 1967
DVD-Erscheinungstermin: 4.3.2005
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Anmerkungen zur DVD:
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Die DVD startet zwar sehr angenehm ohne langen Vorlauf mit dem Menü, hat aber leider – wie manche anderen DVDs auch – die unangenehme Eigenschaft, aus dem Hauptmenü heraus den Film zu starten, wenn man nicht schnell irgendwas anderes wählt. Ärgerlich und absolut unnötig, wie ich finde!
Auf der DVD liegt der Film in englischer Originalsprachfassung sowie deutscher und spanischer Synchronfassung vor. Untertitel gibt es außer in diesen drei Sprachen auch noch für Polnisch, Hebräisch, Schwedisch, Griechisch, Ungarisch sowie englisch und deutsche Untertitel für Hörgeschädigte.
„Specials“:
„Original-Dokumentation ,Tanz der Vampire: Vampires 101’“:
Leider ist das nicht wirklich eine Dokumentation, sondern ein Pseudo-Interview mit einem Pseudo-Vampirexperten, das vielleicht ganz witzig anzusehen ist, aber keinerlei Informationen bietet.
Sprache des Features ist Englisch, es können aber Untertitel dazugeschaltet werden.
„USA-Kinotrailer“:
Wie die Überschrift sagt: der Original-Kinotrailer, der recht interessant ist, jedenfalls für die Zeit, in der er entstanden ist, der allerdings die Betonung sehr stark auf die Slapstick-Elemente des Films legt und damit vielleicht eine etwas falsche Erwartung an den Film weckt.
Das war schon die komplette DVD-Ausstattung. Schade! Natürlich sind umfangreiche Extras bei so alten Filmen relativ selten, aber gerade wenn – wie hier – der Regisseur oder andere Mitwirkende noch leben, dann ist man doch in letzter dazu übergegangen, für die DVD-Veröffentlichung Extras nachzuproduzieren, beispielsweise einen Audiokommentar. Leider ist das bei diesem Film nicht geschehen!
Diese DVD-Ausgabe gibt es derzeit für gut 12 Euro zu kaufen. Es liegt allerdings auch eine Ausgabe der SZ-Cinemathek vor, die unter 10 Euro erhältlich ist und auch nicht wesentlich schlechter ausgestattet sein kann. Meine Empfehlung lautet daher, lieber die günstigere Ausgabe zu kaufen!
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Fazit:
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Der Film ist auch heute noch sehenswert: eine Horrorkomödie, deren Schwerpunkt (gerade heute) eindeutig auf der Komödie liegt – so etwas auf so hohem Niveau ist heute selten geworden!
Die DVD ist allerdings leider schlecht ausgestattet, was die Entscheidung leicht machen dürfte, zur billigeren Ausgabe der SZ-Cinemathek zu greifen. weiterlesen schließen
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