Pro:
Hohe Luftzirkulation, günstiger Preis
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hallo Liebe Yopi Leserinnen und Leser.
Winter - das ist die Jahreszeit in der wir die Bude auf die Temperaturen aufheizen, über die wir im Sommer stöhnen! Aber langsam ist Schluss mit Winter. Da sollte man sich Gedanken machen, ob man im Sommer wirklich stöhnen muss - also, wegen der Temperaturen meine ich.
Vor einigen Jahren war es ja nun ein wenig zu warm im Sommer und so kamen meine Frau und ich auf den Gedanken uns einen Ventilator zu kaufen. Die gleiche Idee hatten zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich 82 Millionen Mitbürger auch, denn es gab keine Ventilatoren mehr. Aber fast in der Nähe von uns ( schlappe 45 km entfernt ), bei Praktiker in Goslar, da gab es noch einen Ventilator. Dort haben wir das letzte Exemplar dieser Gattung erstanden. Den Deckenventilator "Industrial".
Verpackung & Gerät:
Die Verpackung ist ein recht schlichter Karton in beiger Farbe. Darauf ist lediglich eine Strichzeichnung des Ventilators und die Bezeichnung "Deckenventilator: Industrial" und ein knapper Text über den Inhalt. Ein kleiner Hinweis setzt den Käufer darüber in Kenntnis, dass am Bestimmungsort eine Stromzufuhr vorhanden sein muss. Das heißt für technisch versierte: das Ding hat kein Kabel zum anschließen!
Im Karton, der ca. 80 cm x 30 cm x 30 cm groß ist, befindet sich der Ventilator - als Bausatz! Die drei Rotorblätter sind säuberlich in ein weißes Fließ gehüllt, während der Motor in Folie gewickelt mit Pappstreifen im Umkarton fixiert ist. Ein Beutel mit Befestigungsmaterial ( 6 Schrauben für die Rotorblätter, 3 Schrauben nebst Dübel für die Deckenbefestigung ) ist auch enthalten. Eine Betriebsanleitung ( als wenn man bei einem so "hoch-technischen" Gerät eine bräuchte ) gibt in 6 Sprachen Auskunft wie diese Teile nun zusammen gehören. Für Menschen die keine der 6 Sprachen beherrschen sind auch Zeichnungen neben den Text eingefügt. Eine kleine Zeichnung bezieht sich auf den elektrischen Anschluss des Geräts. Hier wird ersichtlich, wo welches Kabel angeschlossen werden soll.
Der Ventilator ist komplett aus dünnem Stahlblech gefertigt. Die Teile wurden mit einer weißen Einbrennlackierung versehen, um sie vor Korrosion zu schützen. Um das Gehäuse ist ein dünner goldfarbener Strich gezogen. Das ist aber auch die einzige Dekoration am Gerät. Unterhalb vom Gehäuse befindet sich der Motor, der über eine Zugkette gesteuert wird. Oberhalb des Gehäuses befindet sich ein Rohr mit Kugelgelenk. Dieses Kugelgelenk ragt nun wieder in den Deckenfuss ( Komisch - ein Fuss unter der Decke, welch Widerspruch! ). Das Gelenk verhindert während des Betriebs eine Vibration des Gerätes, welche sich so auf die Decke übertragen würde.
Die Montage:
Die Montage ist recht einfach. Zuerst werden die Rotorblätter mit dem Gehäuse verbunden. Keine Angst, es gibt nur eine Möglichkeit sie anzuschrauben, so dass man sich keine Sorgen machen muss, ob die Blätter auch richtig angebaut sind. Pro Rotorblatt werden zwei Schrauben benötigt. Sind die Rotorblätter fest ( und ich meine "fest", sonst fliegen die Dinger durch die Bude, wenn die Schrauben sich lösen ), kommt der schwierige Teil. Für die Montage unter der Decke braucht man eine zweite Person, weil man alleine nicht den Ventilator halten und gleichzeitig die Schrauben anziehen kann.
Um den Ventilator unter die Decke zu bekommen muss vom Deckenfuss erst der Boden abgeschraubt werden. Hier sind drei Löcher, durch die die drei Schrauben für die Deckenbefestigung passen. Man nehme sich also diesen Boden vom Deckenfuss uns benutze ihn als Schablone zum Anzeichnen der Bohrlöcher unter der Decke. Hat man die Position der Bohrlöcher markiert, greife man sich eine Bohrmaschine mit passendem Bohrer und bohrt. Danach werden die Dübel in die Bohrlöcher gesteckt. Nun wird die Bodenplatte vom Deckenfuss mit den drei verbliebenen Schrauben unter der Decke befestigt.
Nun muss man noch das Kabel ( 3 x 1,5 mm² Leitungsquerschnitt ) mit dem im Deckenfuss befindlichen Anschlussmöglichkeiten verbinden. Wer Strom nur aus der Steckdose kennt, sollte hierfür Hilfe von einem Fachmann in Anspruch nehmen. Auch sollte man sich Gedanken machen, ob man einen Festanschluss möchte ( Leitung direkt an die Zuleitung zum Ventilator ), oder man lieber eine lose Verbindung möchte ( Leitung mit Stecker ). Wer an betreffender Stelle einen Anschluss unter der Decke hat, zum Beispiel von einer Lampe, kann natürlich auch diesen verwenden.
Ist die Leitungsfrage geklärt, kann mit der Endmontage begonnen werden. Dazu sollte eine zweite Person den Ventilator halten, während der Monteur den Deckenfuss mit seiner Bodenplatte verbindet. Danach sollte der Ventilator selbstständig unter der Decke hängen bleiben.
Der Betrieb:
Jetzt, wo das gute Stück hängt, ziehen wir an der Zugkette.
Laut Bedienungsanleitung befinden wir uns auf Stufe drei, welche auch die Schnellste ist. Und tatsächlich fegt es einen fast um. Toupetträger sollten auf ihren "Mottenfiffi" aufpassen, sonst ist er weg. Ein weiteres Mal an der Kette gezogen und wir sind auf Stufe zwei. Hier ist die Rotation schon geringer und auch der Geräuschpegel nicht mehr so stark. Nach einem weiteren Zug an der Kette läuft der Ventilator auf kleinster Stufe. Selbst auf dieser niedrigsten Stufe wird die Luft sehr gut verteilt.
Wenn man jetzt noch einmal an der Kette zieht wird der Ventilator abgeschaltet. Langsam dreht er noch ein paar Runden, bevor er zum Stillstand kommt.
Technische Daten, Hersteller & Preis:
Bautyp: Deckenventilator,
Designname: Industrial,
Anzahl Rotorblätter: 3,
Geschwindigkeitsstufen: 3,
Rotationsdurchmesser: 105 cm,
Gehäusedurchmesser: 19 cm,
Abstand Decke bis Unterkante Ventilator: 32 cm,
Farbe: weiß,
Nennpannung: 230 V / 50 Hz ( Wechselstrom ),
Maximale Leistungsaufnahme: 51 W,
Gerät verfügt nur über eine Laufrichtung!
Achtung: Einbauhöhe mindestens 2,85 m über den Boden, da sonst die Gefahr einer Verletung besteht!
Preis: 29,95 € ( Stand 08.04.2006 ), ( Damals hat er 59,95 DM gekostet )
Der Hersteller dieses Produktes ist die Firma
Westinghouse Lighting Corporation
Gewerbestrasse Süd 56a
D-41812 Erkelenz
Germany
Tel. +49 (0) 2431 945088-0
Fax +49 (0) 2431 945088-22
email: [email protected]
Unter "www.westinghouselighting.com/euro_de.html" kommt man direkt auf die deutschsprachige Seite des Herstellers, der seinen Hauptsitz in den USA hat.
Unter "www.westinghouse.com" ist die Seite des Hauptsitzes zu finden.
Falls Jemand die Firma Westinghouse nicht kennen sollte, so ist das eine echte Bildungslücke! Preisfrage: Welchen hochbegabten Mann ( Genie ) hat Westinghouse 1889 engagiert? Antwort auf Anfrage.
Fazit:
Der Deckenventilator "Industrial" ist ursprünglich nicht für den Gebrauch in normalen Haushalten gebaut worden. Wie der Name schon sagt, ist dieser Ventilator für die Industrie entwickelt worden. Aber immer mehr Heimwerkermärkte führen ihn, und auch im Internet ( z. B. Conrad ) ist er zu finden.
Das Gerät selbst ist erstaunlich wirksam, in der höchsten Stufe vielleicht etwas zu stark. Allerdings ist er auch für große Räume konzipiert. Wirklich geräuschvoll ist er nur in der höchsten Stufe, wo es schon sehr nervend sein kann, wenn er läuft. Bei den niedrigeren Stufen hält sich der Geräuschpegel in Grenzen. Wer den Ventilator abends beim Fernsehen laufen lassen will, sollte die niedrigste Stufe wählen, weil er dort am Ruhigsten ist.
Die Umverteilung der Raumluft wird hervorragend bewältigt. Auf höchster Stufe könnte man sich darunter stellen und die Haare "föhnen". Auf Stufe zwei ist es zwar schon weniger Wind, aber immer noch eine steife Briese, die einem schon mal die Kerzen auf der Torte ausblasen kann. Selbst auf Stufe eins ist noch ein wallender Wind zu spüren. Wer also einen Ventilator sucht, der nur mit ein paar Umdrehungen pro Minute so tut, als würde er etwas bewegen, sollte sich nicht den "Industrial" aussuchen. Der "Industrial" bewegt wirklich etwas.
Die Montage ist nicht ganz einfach, zumal schon eine zweite Person zum Aufhängen benötigt wird. Aber wer sich in seiner Wohnung ein wenig Kühlung verschaffen will, nimmt das sicher gerne in Kauf. Mich persönlich hat die Bastelstunde nicht gestört.
Der Motor ist, wie das ganze Gerät, wartungsfrei. An ihm muss nichts geölt werden, noch sonst etwas. Die Reinigung ist ebenfalls einfach und schnell gemacht. Mit einem feuchten Tuch abwischen. Aber nur feucht, nicht triefend nass, sonst könnte es einen Stromschlag zur Folge haben. Am Besten ist es dann, wenn der Ventilator sicher vom Netzstrom getrennt werden kann. Bei mir ist es die Steckerlösung ( siehe oben ).
Ich bin mit diesem Gerät sehr zufrieden. Er hat eine überragende Leistung in Punkto Luftzirkulation, war und ist immer noch preiswert und sticht mit einem schlichten Design ins Auge. Der Stromverbrauch ist gering und mit dem einer durchschnittlichen Glühbirne zu vergleichen. Auch ist der Deckenventilator im Verbrauch günstiger als Klimageräte.
Die Garantie von 24 Monaten brauchte ich nicht in Anspruch nehmen, was für eine gute Qualität spricht. Auch nach gut 12 Jahren hat er noch keine Anzeichen irgendeiner Fehlfunktion. Damit hat er sich die 5* wirklich verdient und eine Kaufempfehlung auch.
Liebe Grüße
euer Dirk
© 08.04.2006 by Dirk ( für Yopi.de ) weiterlesen schließen
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