Pro:
klasse Platte, hoher musikalischer Anspruch, Variabilität, Eric\'s Stimme
Kontra:
\"An American Trilogy\"
Empfehlung:
Ja
Vorwort
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Auch diese Band ist für mich ein Relikt aus den Zeiten als noch bei mir auf Programmspeicherplatz 8 jeden Dienstag die 2RockCharts über den Bildschirm flimmerten. Irgendwann sah ich dort einen Clip mit einer Band, die die Metal-Klischee-Band schlechthin darstellte. Lederhosen, lange Haare, fette Muskelberge (mal den Leadgitarristen weggedacht) – das ist Manowar!
Die Band
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Vier Jungs, die aussehen, als wären sie aus einem schlechten Fantasy-Film entsprungen, bilden die Klischee-Combo des Metals schlechthin. Manowar leben in einer Welt des wahren Heldentums, wo Männer noch Männer sind und Frauen noch dicke Titten haben. Ein Blick auf ihre Cover sagt schon einiges aus. Hammer, Schwert, Amboss demonstrieren Stärke und die Booklets zeigen ihre Vorliebe für überproportionierte Frauenbrüste, die so prall sind, dass selbst Dolly Buster neidisch werden könnte.
Bei all dem Kitsch und dem tumben Drumherum muss man aber sagen, dass hier keine Dilettanten am Werk sind, die ihr fehlendes Talent hinter großkotzigem Brimborium verstecken müssen. Ganz im Gegenteil, Joey DeMaio ist am Viersaiter ein unbestrittener Könner. Sänger Eric Adams hat das nötige Metal-Pfeffer in der Stimme und im Verbund treten sie jedem Poser ("Whimps And Posers, Leave The Hall!") gehörig in den Arsch.
"Battle Hymns" von 1982 ist dann auch ein pures Metal Album ("Death To False Metal"), das direkter nicht sein könnte. Hervorstechend sind hier vor allem das Titelstück und "Dark Avenger", bei dem im Mittelteil kurz Orson Wells zu hören ist. Bevor "Into Glory Ride" das Licht der Welt erblickt, wechseln sie die Plattenfirma und unterzeichnen den neuem Vertrag mit ihrem eigenen Blut! Winnetou hätte dazu wohl Blutsbrüderschaft gesagt, nun ja, jedem das Seine.
Die einzigen, die seit den Tagen der Anfangsformation bis heute durchgehend der Band angehören, sind Bassist DeMaio und Eric Adams, der übrigens in den Genuss einer klassischen Gesangsausbildung gekommen ist. Mit ihnen steht und fällt die Band. Was sie aber, neben der erwähnten Symbolik, noch auszeichnet, ist eine große Fannähe und Verbundenheit mit diesen. Es gibt kaum eine andere Band, die auf treuere Anhänger stolz sein kann.
[Auszug laut.de]
Line-Up
Joey DeMaio – Bass
Eric Adams – Vocals
Ross - Guitar
Scott Columbus - Drums
Das Album
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Ihr neustes Meisterwerk ist leider auch schon wieder etwas älter. 2002 erschien „Warriors Of The World“. Auch dieses Cover ist wieder geprägt von Macht und Kraft. Krieger aller Herren Länder stürmen aus einer Höhle, jeder mit seiner Landesfahne in der Hand. Auf dem Cover wird auch deutlich, dass die band einen enge Bindung zu ihren deutschen Fans hat, denn die schwarz-rot-goldene Fahne steht an zweiter Stelle. Am Körper des mächtigen Helden im Vordergrund hängen noch die Ketten, die ihn fesselten und zu seinen Füssen liegen die leblosen Körper der Höhlenwächter.
Tracklist
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#1 Call To Arms
#2 Fight For Freedom
#3 Nessun Dorma
#4 Valhalla
#5 Swords In The Wind
#6 An American Trilogy
#7 The March
#8 Warriors Of The World
#9 Hand Of Doom
#10 House Of Death
#11 Fight Until We Die
...und die Tracks im Einzelnen
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> Call To Arms < - Die Platte beginnt schon direkt mit einem echten Kracher. „Call to Arms“ schmeißt den Hörer direkt in den brachialen, marschmäßigen Sound von Manowar. Ein Schlagzeug, wie ein Sturm, überkommt den Titel am Anfang, bis dann Eric endlich dem Spuck ein Ende setzt und die Führung übernimmt. Galoppierende und schreitende Gitarrenanschläge, dazu ein Drumbeat, der wie schwere Hufschläge klingt. Manowar sind eine Band, die, wie oben schon angesprochen, viel Heroismus in ihren Texten verarbeiten. Deswegen verwundert es auch nicht, dass Worte wie „brothers“, „blood“ und „steel“ mehr als genug vorkommen. Für mich ist schon der Track ein großer Kaufgrund gewesen.
(5/5) -> (5:29)
> Fight For Freedom < - Wieder der totale Gegensatz zum ersten Track. Das Stück beginnt mit sanften Klaviertönen und Eric stellt eindeutig hier unter Beweis, dass sich die Gesangsausbildung gelohnt hat. Ein weiterer Favorit auf dieser Platte. Ein sehr ruhiges und nachdenklich stimmendes Lied. Wenn das Klavier verschwindet, setzen die anderen Band mitglieder mit ihren Instrumenten ein und Erics Stimme wird von diesen und einem Chor, was übrigends auch typisch Manowar ist, gehalten. Ross zeigt wiedermal, warum er der Gitarrist der Band ist. Der Junge hat es einfach in den Fingern. Klasse Track und ein Anspieltipp immer.
(5/5) -> (4:29)
> Nessun Dorma < - Da wir eben schon ein ruhiges Stück hatten. Hier ist das nächste. Manowar haben eine italienische Oper verarbeitet. Bitte fragt mich nicht, worum es in den Stück geht. Ich kann kein italienisch, aber ich kann sagen – Hammer! Es gibt wohl kaum so eine Stimme, wie die von Eric, die so gut harmoniert mit Heavy Metal Klängen, aber ebenso mit einer fetten Orchesterbegleitung. Sollte man unbedingt mal gehört haben, ebenso wie „Herz aus Stahl“, den einzigen deutschsprachigen Titel der Band.
(5/5) -> (3:25)
> Valhalla < - Hier ein reines Instrumental. Warum haben Manowar erst eine Oper auf der Platte udn dann noch ein Instrumental, werden sich jetzt sicher manche Fragen. Nun, die Platte beschreibt eine Art kleine Geschichte, so sehe ich das jedenfalls. Eine Gruppe Krieger zieht in die Schlacht. Manowar haben mit ihren Songs hier einfach die Emotionen und Gedanken der Krieger eingefangen. So stellt „Valhalla“ das endgültige Ziel eines jeden Kriegers dar. Wer tapfer sich im Krieg bewährt hat und dort auch irgendwann fällt, zieht ein in Valhalla und wird dort neben Odis (nordischer Kriegsgott) Thron in die Ewigkeit eingehen. Schon bei dieser Darstellungsweise fällt wieder der Heroismus auf.
-> (0:34)
> Swords In The Wind < - Dieser Track baut auf dem vorherigen auf. Ruhige Gitarrenklängen leiten ein. Dann Erics Stimme ebenfalls sehr sanft. Dann wird die Stimmung schon unruhiger, doch sie hält. Hier ist der Inhalt der, den ich oben angesprochen habe. Ein Krieger erzählt aus seinem Leben und sieht das große Ziel erreicht, wenn er in Valhalla einziehen darf.
Irgendwann muss die ruhige Stimmung weichen und es setzen laut und heftig schwere Gitarrenklänge ein und auch der Schlagzeugbeat ist bewusst schwerfällig. Für mich ein weiterer Anspieltipp, weil einfach von der ersten bis zur letzten Minute gelungen.
(5/5) -> (5:11)
> An American Trilogy < - Auch dieser Track beginnt wieder ruhig. Man könnte fast sagen im Western-Stil. Militärischer Marschrhythmus des Schlagzeugs und dazu ruhiger Gesang. Dies ist eindeutig ein Track, dem ich einfach nichts abgewinnen kann. Für mich ein Fall für die Skip-Taste. Ohne Höhepunkte. Ich sehe es meist nur als Überleitung zum nächsten Instrumental an.
(2/5) -> (4:16)
> The March < - Dieses Instrumental erinnert mich immer leicht an “Herr der Ringe”. Wenn man die einzelnen Klänge und Klängbilder hört, wähnt man sich in einer Phantasiewelt. Nach dem totalen Ausfall von eben, macht dieser Track wieder Lust auf mehr. Streicher und andere Orchesterinstrumente finden hier wieder Einsatz. Einfach nur schön anzuhören und wirklich mal richtig zuhören und die Augen schließen.
(5/5) -> (3:59)
> Warriors Of The World < - Und jetzt kommen wir zur eigentlichen Single des Albums. Es ist der Track, der mich dazu verleitet hat, das Album zu kaufen und ich habe es bis heut nicht bereut. Der Track beginnt mit fetten Bassdrumanschlägen und einem Beat, der nicht rhythmischer sein könnte. Dazu nur die beiden Gitarren – wieder im Galopp-Stil. Von mir aus könnte das Intro ewig so weitergehen. Es ist einfach simple, aber einfach auch nur geil. „Here our soldiers stand...“ Eric gesellt sich dazu. Schon an dem Anfang erkennt man, dass jetzt wohl die Schlacht kurz bevor steht. Die Krieger beziehen Stellung. Mit diesem Track haben Manowar ein Stück Musik kreiert, das einfach ins Ohr geht und das man nicht so schnell wieder wegbekommt.
(5/5) -> (5:51)
> Hand Of Doom < - Und jetzt kommt die Schlacht ins Rollen. Das hört man schon an den unruhigen Gitarren. Dann schneller Drumbeat und schnelle Soli. Die Krieger rennen aufeinander zu. Headbanger wurden ja nicht gerade verwöhnt bisher, doch die letzten Lieder haben es in dem Punkt in sich. Weitere Merkmale des Tracks: gehässiges Lachen, viel Schlagzeug und ein überaus fettes Solo in der Mitte des Tracks.
(5/5) -> (5:47)
> House Of Death < - Und auch dieser Track beginnt wiederum seh unruhig und erst als das Schlagzeug im Takt anzieht, wird die Hektik des Song greifbar. Jetzt geht die Schlacht los. Die Krieger sind zu allem entschlossen. Tod dem Feind. Die gedanklichen Bilder hat die Band gut umgesetzt. Man kann es sich richtig gut vorstellen. Und der Mittelteil ist genial. Plötzlich ist alles ruhig. Der Krieger redet mit seinen Gedanken und dann wird man wieder zurückgeworfen in die Schlacht. Sehr, sehr genial.
(5/5) -> (4:21)
> Fight Until We Die < - Und dieser Track geht so weiter, wie der letzte aufgehört hat. Heftig und in härtester Gangart. „We fight until we win, or until we die.“ so das klare Motto auf beiden Seiten. Gegen Ende der Platte kehren Manowar von ihrer experimentellen Reise zurück und machen das, was sie richtig gut können – Heavy Metal! Klasse Abschlußtrack. Macht aus der Platte eine runde Sache.
(5/5) -> (4:02)
Fazit
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Manowar haben mit „Warriors of the World“ ein echtes Meisterwerk abgeliefert. Das ist nicht einfach nur Heavy Metal für nebenbei. Da steckt mehr dahinter und dieser Sinn erschließt sich erst einem, wenn man genau hinhört. Eric hat unter Beweise gestellt, wie klasse er seine Stimme einsetzen kann und die Band hat gezeigt, wie gut Heavy Metal mit klassischen Elementen harmonieren kann, aber das wissen wir ja spätestens seit „S&M“.
Die Geschichte, die uns Manowar erzählen wollen, ist vollkommen nachvollziehbar. Schließt man die Augen und lässt den variationsreichen Klangteppich auf sich wirken, meint man, man wäre mitten in der Schlacht. Großartige Musik, bei der man auch mal einen kleinen Fehltritt verzeihen kann. weiterlesen schließen
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