Pro:
Da hat jeder seine eigene Meinung
Kontra:
Das Produkt ist nicht das Fest als solches, sondern diese elenden Sprachpanscher
Empfehlung:
Nein
Es wird mal wieder Zeit zu räsonieren.
Nein, nicht über ‚Weihnachten’ als solches, nicht über die Drängler beim Einkauf in der allerletzten Minute, auch nicht über mein Entsetzen über die leergefegten Tiefkühltruhen in den Kaufhäusern und bei den Discountern, weil ich dann weiß, was bei ‚deutschen’ Familien zu den Fett-Tagen auf den Tisch kommt.
Nein, es geht um diese elenden Sprachpanscher, die sich ungefragt in den Gebrauch von Sprache und Schreibe einmischen.
Und weil man sich am besten und kompetentesten in irgend etwas einmischt und dann auch noch den vermeintlich größeren Rückhalt hat, macht man das, was Deutsche in einem solchen Fall immer tun:
Ein Verein wird gegründet!!
Erinnert mich an die Geschichte von den beiden Autonomen, die an einer Strasse vor einem Bauzaun stehen.
Sagt der eine:
„Stell du mal fest, was die hier machen!!
Ich organisiere schon mal eine Bürgerbewegung dagegen!!“
Sicher, an anderen Stellen habe ich mich schon des öfteren über überflüssige Anglizismen in der deutschen Sprache aufgeregt.
Hier eine kleine Auswahl:
Ein Chefredakteur schreibt keinen Leitartikel mehr, nein, er verfasst ein 'editorial;
Auskunft krieg'ste nur noch beim 'infomäschn zentr';
Dienstleistung ist zum 'sörfiss' verkommen;
die Blaserei ist auch kein Vergnügen mehr, aber als 'blowjob' zur Arbeit pervertiert;
Treffpunkte sind abgeschafft, dafür gibt's 'meeting points';
Straßenschuhe sind zu 'roadrunners' umgewandelt;
die 'pänz' sin' nimmer frech, sondern die kids sind kuhl und taff;
und weil sie unfähig sind, deutsch zu sprechen, vom schreiben mal ganz abgesehen, haben sie ein Kauderwelsch erfunden – oder ist das nach dem CDU-Generalsekretär Volker Kauder benannt - das 'smsen';
gute und hervorragende Filme gibt es nicht mehr, dafür allerorten 'blockbuster';
genauso wenig gibt es noch erklärende Einführungen, nur noch 'briefings';
Besprechungen sind abgesagt, heutzutage geht man zu 'meetings';
Feierabendbier ist gestrichen, jeder vergnügt sich auf 'after-work-parties';
Niemand bekommt mehr eine Rückmeldung, nur noch ein 'feedback'.
Musikstücke werden ja auch nicht mehr neu aufgenommen, sondern - und das ist die totale Konfusion, der fürchterlichste Ausdruck, den ich in diesem Zusammenhang je gehört habe - 'completely neu digitally geremixt!';
von der Bundesbahn gibt es keine Mietfahrräder, sondern 'rent a bike'; warum nicht 'farahdiba'?
Französische Abkürzung für 'Fahrrad von die Bahn'.
An allen Ecken wird togolesischer Kaffee angeboten!
Oder wie habe ich ‚coffee to go’ zu verstehen?
Als ‚Kaffee zum Davonlaufen’??
Und was in einer ‚Back-Factory’ – also einer ‘Rückwärts-Fabrik’ – hergestellt wird, das finde ich auch noch heraus.
Während unseres langjährigen Aufenthalts in Spanien ist es immer wieder passiert:
Wenn Touristen erfuhren, dass wir fast zehn Jahre in Spanien lebten, kam als erstes immer die Behauptung:
"Ja, dann sprechen Sie doch fließend Spanisch!"
Meine Entgegnung:
"Liebe Leute, ich spreche nicht mal fließend Deutsch!"
Und ich habe mich köstlich amüsiert über Sätze von unseren englischen Freunden, wenn wir uns nach einer harten Nacht nicht auf eine Sprache einigen konnten, wie:
"don't tell me überhaupt nichts de ayer noche!"
Nun gibt es Menschen, denen die Reinheit und damit die Rettung der deutschen Sprache am Herzen liegt. Sie machen uns immer wieder darauf aufmerksam, welche Kulturgüter verloren gehen, wenn wir mehr und mehr Englisch in unseren Sprachschatz aufnehmen.
So hat sich jüngst der „Verein Deutsche Sprache“ zu Wort gemeldet.
Ein Verein, der mich in meiner fast lebenslänglichen Abneigung gegen Vereine bestärkt.
Und weil sich letztens ein Leser beschwerte über meine Bezeichnungen ‚ein Verein, dem ich nicht angehöre’ und ‚exotischer Zwergenstaat’ für den Vatikan, bzw. die katholische Kirche, fordere ich nicht nur die Trennung von Kirche und Staat, ein schier unmögliches Unterfangen, sondern darüber hinaus auch die Trennung von Staat und Politik, was angesichts des Gebarens der Politiker viel nötiger ist.
In der allgemeinen Wählwut zum Jahresende ‚Sportler des Jahres’, ‚sexiest man – oder wahlweise woman – alive’, Unwort des Jahres’ hat nun auch dieser Verein das ‚Überflüssigste Wort des Jahres’ kreiert, wird übrigens ausgesprochen wie ‚gekrei-ert’ und niemals wie ‚kre-iert’:
X-mas.
Es stehe, so Vorstandsmitglied Roland Duhamel – und das will ich mir jetzt nicht verkneifen: ein klassischer ‚deutscher’ Name -, in krassem Gegensatz zu allem
Zitat: „ was man in Deutschland mit Weihnachten verbindet: Gemütlichkeit, deutsche Weihnachtstraditionen, Romantik, Christlichkeit.“
Ende des Zitates.
Und außerdem werde das Wort „Christ“ durch das schnöde Kürzel „X“ ersetzt, was erst recht abzulehnen sei.
Wobei mir nun mühelos der große Bogen von latrinischen Sprichwörtern zu römischen, respektive griechischen Traditionen der christlichen Kirche gelingt.
„Sic tacuisses philosophus mansisses.“
Für die Nicht-Latriner unter uns:
„Wenn Du geschwiegen hättest, hätte man Dich für ein Denker gehalten.“
Bar jeder Kenntnis wird hier die Wiederaufnahme altchristlicher, überlebenswichtiger Geheimniskrämerei angegriffen.
Nun mag man trefflich darüber streiten, ob „Stille Nacht“ in der Sockenabteilung eines Kaufhauses eine deutsche Weihnachtstradition oder schlicht und einfach akustische Umweltverschmutzung ist.
Auch bezweifele ich, dass ‚Pommes Bahnschranke’ – wahlweise ‚rot-weiß’ – auf dem Weihnachtsmarkt der deutschen Gemütlichkeit entspricht.
Wohingegen die Vertilgung von ‚Glühwein’, die ohne Rücksicht auf Verluste der deutschen Volksgesundheit als Fortsetzung der Sangria-Vernichtung am Ballermann geschieht, lediglich im Unterschied der Temperatur des Getränkes liegt.
Und ich bezweifele erst recht, dass ‚Getränke’ dieser Art – egal ob Glühwein oder Sangria – für den menschlichen Verzehr geeignet sind.
Bei der Gelegenheit:
Ist Euch schon mal aufgefallen: wir können wählen wie wir wollen: Ulla Schmidt ist immer Gesundheitsminsterin?
Aber eines stimmt sicher nicht:
Dass das ‚X’ schnöde ist!!
Denn ‚X’ ist eines der ältesten Kürzel für „Christus“.
Verfolgte Christen schrieben es als Geheimzeichen auf Wände, und noch heute sind die Umschläge von Bibeln damit geschmückt.
Denn unser ‚X’ ist der griechische Buchstabe „chi“ und damit der Anfangsbuchstabe des Namens „Christus“ und ein gar frommes Kürzel!!
Gut, der „Verein Deutsche Sprache“ muss das nicht wissen, und die Werbe-Fuzzies und –Strategen, die „X-mas auf alle Prospekte knallen, wissen es mit Sicherheit auch nicht.
Aber Ihr, meine ach so tapferen Leser, die bis hierhin durchgehalten habt, Ihr wisst es jetzt!!
Also gehet hinaus und rettet das christliche deutsche Abendland!!
Und auch diesmal weise ich darauf hin, dass dieser Artikel auch auf anderen Plattformen, auch unter dem Namen des mir ehelich anvertrauten Weibs – cunda - erscheinen wird. Ebenfalls – auszugsweise und umformuliert - in etlichen Tageszeitungen,.
Anderslautende Meinungen werden – wie üblich – respektiert, jedoch weitgehend ignoriert.
topfmops bedankt sich fürs Lesen und Bewerten und freut sich auf viele, lesenswerte Kommentare. weiterlesen schließen
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