Pro:
Einen Tag, den wir nicht missen möchten
Kontra:
Die Preisgestaltung ist eine Frechheit
Empfehlung:
Nein
Vor lauter Wut und Enttäuschung weiß ich nicht, wo ich anfangen soll.
Dies wird wieder ein sehr persönlicher Bericht, mit einer sehr subjektiven Meinung.
Über die Unmöglichkeit, objektive Meinungen zu haben, ist schon an anderer Stelle ausführlich und öfter referiert worden.
Und die meisten Leserlinge sind wohl auch nicht an ‚objektiven’ Meinungen interessiert, sondern an persönlichen Erlebnissen und Eindrücken der Schreiberlinge.
Inwieweit das dann zu verallgemeinern ist, da unterwerfe ich mich Eurem Urteil.
Wir waren im Zoo, genauer gesagt im Zoo in Hannover, noch genauer im ‚Erlebnis Zoo’ in Hannover.
Und ein Erlebnis ist es allemal.
Die ältere Tochter (Hallo, Nicola) kam auf die wundervolle Idee, uns doch auf halber Strecke zu treffen und dann in Hannover in den Zoo zu gehen.
Die Auskunft im Hauptbahnhof von Hannover lautete:
„Gehen Sie ca. 300 Meter geradeaus bis zum Kröpke und nehmen dann die Linie Elf. Die fährt bis zum Zoo.“
Tut sie auch, wenn man oder frau weiß, wer oder was ‚Kröpke’ ist.
Allerdings scheint mir das eine Anlehnung an einen Kölner Slogan zu sein: ‚Die Zwölf fährt bei die Wölf’’ und gleichzeitig ein Beweis dafür zu sein, dass in Hannover alles eine Nummer kleiner ist.
Auf der Fahrt dorthin kommt man am HCC vorbei, ich vermute mal am ‚Hannover Congress Centrum’; die Haltestelle hätte uns schon misstrauisch machen müssen.
Eine Bretterbude mit Holzbank mitten in der Walachei.
Aber fangen wir mit den Erlebnissen an:
Der Eintrittspreis haut einen glatt vom Hocker oder aber ist der erste Niederschlag:
18,80 Euro für Menschen zwischen 18 und 98 Jahren,
12,80 Euro für Menschen zwischen 4 und 18 Jahren.
Wir waren die klassische Besetzung:
Eltern mit zwei Kindern und einem Großelternpaar, insgesamt also 6 Personen.
Endpreis: 100,80 Euro!! Nein, Ihr habt Euch nicht verlesen: Über hundert Euro!! Für einen Besuch an einem Tag.
Wer sich so etwas mehrfach im Jahr leisten kann, meldet sich bei uns bitte, wir übermitteln dann zu Bettelversuchen unsere Kontonummern.
Aus Fairnessgründen habe ich mal bei anderen Zoos nachgesehen und ein paar ‚Recherchen’ gemacht – das wird lt. „Missfits“ übrigens wie der Diminutiv von ‚Rächer’ gesprochen. Versucht diese Aussprache mal in einem normalen Gespräch, der Erfolg ist umwerfend.
Köln: 13,00 Euro/ 6,00 Euro,
Stuttgart: 10,80 Euro/ 5,40 Euro,
Leipzig: 11,50, 7,50 Euro,
Berlin: 12,00 Euro, 6,00 Euro.
Wenn wir jetzt noch die Fahrtkosten hinzurechnen, wäre es unter allen Umständen preiswerter gewesen, wir wären nach Berlin gefahren oder Tochter, Schwiegersohn und Enkelkinder bis hier ins Dorf, denn hier kostet der Eintritt in den Zoo 9,00,bzw. 5,00 Euro.
Tageskarten für Familien: Glatte Fehlanzeige!!
Gruppenkarte: Nur nach vorheriger Voranmeldung.
Wir wollen aber nicht nur meckern:
Für die über 100 (i.W. Hundert) Euro haben wir vier Faltpläne bekommen, die zum überwiegenden Teil Werbung enthalten.
Z.B., dass für das ‚Zoo-Feeling für zu Hause’: das Flusspferd Zora (Sorry Nicola, aber das heißt wirklich so), Erdmännchen Gustav und einige andere können wir als Plüschtiere mitnehmen und – ich zitiere:
„Die „Kuscheltier Werkstatt“: Kuscheltier mit watteweichem Leben füllen lassen. Das Herzstück ist der „Wunschstern“, der mit einem Wunsch besprochen und geküsst mitten in das Plüschtier eingearbeitet wird. Natürlich gibt es für jedes individuelle Plüschtier mit „Seele“ sogar eine Geburtsurkunde“
Natürlich gegen Aufpreis!
Eingebettet in den Faltplan ist eine Wegbeschreibung mit Ortsangaben der einzelnen Tiere und/oder Gattungen.
Dazu gibt ein Verzeichnis „Tiere von A – Z“, die dann aber in numerischer Reihenfolge aufgeführt werden.
Gnädigerweise wird es dem Besucher freigestellt, ob er sich im Uhrzeigersinn oder dagegen durch den Zoo bewegen will.
Nicola gab das Kommando aus: „Im Zweifelsfall immer nach links!“, was wieder mit unserer politischen Haltung korrespondiert: „Links von uns ist nur die Wand!“
Ein „Weg durchs Schlaraffenland“ wird uns angeboten mit insgesamt 6 (i.W. sechs) Buden, die wahlweise als ‚Burger-Grill’, Eisdiele, Wok-Station oder Futter-Trog firmieren.
Und wir erhalten einen sensationellen ‚Insider-Tipp’: „Tipp bei Regen: Hier können Sie auch drinnen sitzen.“
Vielen Dank dafür, von alleine wäre ich niemals auf diese Idee gekommen, mich in einem geschlossenen Raum mit Tischen und Stühlen hinsetzen zu dürfen.
Das zu Preisen ab 5,90 Euro für eine Curry-Wurst oder für Pfannkuchen.
Und das Ganze als Selbstbedienung!!
Die Preise in der Eisdiele, die vor allem abgepackte ‚Möwenpick-Ware’ anbietet, sind dermaßen horrend, dass sich der Elfjährige weigerte, dort etwas zu kaufen, auch dann als sein Großvater ihm anbot, zu bezahlen.
Zwei Kugeln Eis für 1,95 Euro.
Eine Besonderheit ist eine ‚Sambesi-Bootsfahrt’, die an Flamingos, Giraffen, Nashörnern und Antilopen vorbeiführt. Kurioserweise gibt es hier aus der Gattung ‚Lopen’ lediglich die ‚Antilopen’, vom Gegenstück, den ‚Prolopen’, haben wir nichts gesehen.
Sensation: Diese Bootsfahrt ist im Eintrittspreis schon drin!!
Leider ist ein wesentlicher Hinweis auf die Güte dieses Tiergartens im Inneren des Faltblattes versteckt:
Laut ‚BLÖD-Zeitung am Sonntag’ ist der Hannoversche Zoo 2005 der Testsieger gewesen, wobei ich nicht weiß, welch andere Gärten noch und vor allem wie nach welchen Kriterien getestet worden sind.
Jawohl, Tiere gibt es auch: und jede Menge ‚Show-Events’, also Fütterungen und Schulen in der ‚Show-Arena’. Die Flusspferde werden nur 15.05. – 01.10. gefüttert. Was vom 02.10. bis zum 14.05. geschieht . . . . Auch die Wölfe sind auf Diät gesetzt: Fütterung fällt freitags aus.
Die Erdmännchen sind in einem Gehege untergebracht, dass von einem ca. 1,20 hohen und ca. 60cm dicken Steinwall umgeben ist.
Als normalgroßer Erwachsener wirst Du zu absonderlichen Verrenkungen gezwungen, als Kind hast Du den ungeheuren Vorteil, dass sich bestimmt jemand findet, der Dich hochhebt, damit Du Dich auf die Mauer setzen kannst, um etwas sehen zu können.
Die Beschilderung an den einzelnen Gehegen ist – um es einmal ganz vorsichtig auszudrücken – sehr sparsam und altbacken.
Alles in allem war es ein wunderbarer Tag, den wir sehr genossen haben, was jedoch mehr an unserer Begleitung von Tochter, Schwiegersohn und Enkelsöhnen lag und den wir unter gar keinen Umständen missen möchten.
Der Zoo Hannover jedoch ist wegen seiner Preisgestaltung ein einziges Ärgernis.
Und auch diesmal weise ich darauf hin, dass dieser Artikel auch auf anderen Plattformen, auch unter dem Namen des mir ehelich anvertrauten Weibs – cunda - erscheinen wird. Ebenfalls – auszugsweise und umformuliert - in etlichen Tageszeitungen, z.B. der NOZ oder dem KStA.
topfmops bedankt sich fürs Lesen und Bewerten und freut sich auf viele Kommentare. weiterlesen schließen
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