Pro:
Darsteller
Kontra:
Etwas langatmig, wenig Neues, insgesamt eher oberflächlich
Empfehlung:
Ja
Da ich über eine Flatrate bei einer hiesigen Videothek verfüge, habe ich die trüben Tage der letzten Woche einmal genutzt, mir den hier zu besprechenden Film anzuschauen.
ALLGEMEINE DATEN
==================
- Format: Dolby, PAL
- Sprache: Spanisch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Spanisch, Portugiesisch
- Bildseitenformat: 16:9
- Freigegeben ab 12 Jahren
- Studio: Warner Home Video - DVD
- Dauer: 159 Minuten
Das Bonusmaterial der DVD habe ich entsprechenden Beschreibungen aus dem Internet entnommen, da ich mich üblicherweise nicht für dieses interessiere. Bei der Auflistung verzichte ich zudem darauf, darzustellen, dass das Menü animiert ist und das es eine Szenen-/ Kapitelwahl gibt, da ich dies eigentlich als Standard bei DVDs erachte:
- Audiokommentar des Regisseurs
- Making Of
- 4-seitiges Booklet
HANDLUNG
==================
Der Film startet mit Tochter und Mutter in einem Krankenhaus. Die Mutter liegt im Sterben und lässt ihre Tochter ein Buch mit ihren Erinnerungen vorlesen.
Die eigentliche Geschichte beginnt mit einer Geburt im Hause des Fabrikanten Button am Abend des Endes des 1. Weltkriegs. Da seine Frau die Geburt nicht überlebt und der Junge alt und faltig und eigentlich nur wenig menschlich aussieht, will Mr. Button das Kind im Fluss ertränken. Ein Polizist verhindert dies jedoch, so dass der Neugeborene auf der folgenden Flucht vor dem Polizisten lediglich ausgesetzt wird. Ausgerechnet an einem Altenheim. Hier findet ihn Queenie, die trotz Warnungen ihres Freundes das Kind behalten will. Sie nennt ihn Benjamin und zieht ihn fortan groß. Da Benjamin in seinen jungen Jahren ähnlich alt und gebrechlich ist, wie die Bewohner des Hauses, fühlt er sich hier ganz wohl. Ungewöhnlich an ihm ist, dass er mit zunehmendem Alter jugendlicher wird und die Gebrechen, die er mit auf die Welt gebracht hat, ablegt. In dem Altenheim lernt er auch das Mädchen Daisy kennen, in das er sich gleich verliebt. Doch es soll noch einige Jahre dauern, bis sie zueinander finden. Denn Benjamin zieht mit 18 erst einmal hinaus in die weite Welt und heuert auf einem Schlepper an. Diese Arbeit verschlägt ihn zunächst nach Sibirien und später auch in den 2. Weltkrieg. Während all der Zeit wird er weiterhin immer jugendlicher und zusehends attraktiver. Nach dem Krieg kehrt er heim in das Altenheim und trifft hier auch Daisy wieder. Auch Daisy hat sich verändert. Sie ist inzwischen eine erfolgreiche Tänzerin, lebt in New York und steht kurz vor einer internationalen Karriere. Dies verschlägt sie nach Europa, wo sie Opfer eines Autounfalls wird, der ihre Karriere jäh beendet. Weist sie hier am Krankenbett Benjamin mit seinem Werben noch ab, so finden die beiden wenig später endlich zusammen und werden glücklich. Doch mit den Jahren wird Benjamins Andersartigkeit problematischer, insbesondere als die beiden Eltern werden....
DARSTELLER
==================
Brad Pitt spielt Benjamin Button. Ich bin nicht ganz sicher, wie ich seine Leistung hier einschätzen soll. Beim alten (also eigentliche jungen) Benjamin wird vieles von ihm per moderner Technik auf die Figur projiziert. Mit zunehmender Reife wird er dann der Brad Pitt, den wir alle kennen. Aber was ist eigentlich die schauspielerische Leistung. Ich glaube, insgesamt macht er seine Aufgabe nicht schlecht. Man nimmt ihm das Gebrechliche ebenso ab, wie den gesunden Benjamin. Wenngleich gerade bei dem gesunden Benjamin das auf und ab nicht sonderlich gut rüber kommt. Insbesondere in den traurigen Momenten glänzt er vor allem mit seinem altbekannten Dackelblick, den er auch in anderen Filmen schon gezeigt hat.
Das große Problem von Brad Pitt ist aber mE seine Partnerin. Denn Cate Blanchett, die Daisy spielt, ist einfach eine wirklich große Schauspielerin und ich bin auch der Ansicht, dass sie in einer anderen Klasse als Brad Pitt spielt. Denn sie versteht es wirklich das gesamte Spektrum der Gefühle perfekt abzubilden. Und dieses gesamte Spektrum ist in ihrer Rolle auch gefragt. Als junge Tänzerin genießt sie das Leben und ihre Ungebundenheit, verführt die Männer und amüsiert sich einfach. Nach ihrem Autounfall ist sie ganz am Boden und nach einer Weile liebt sie Benjamin mit Haut und Haar und genießt das Leben mit ihm, ohne sich der kommenden Problem nicht bewusst zu sein. All das wird so selbstverständlich durch Cate Blanchett gespielt, dass man nicht merkt, dass sie es spielt. Eine wahrhaft große ihres Fachs und eine absolut großartige Darbietung.
Die Rollen der anderen möchte ich nicht näher beschreiben, da es im Wesentlichen um diese beiden Personen geht.
MEINE MEINUNG
==================
Der Film ist schön. Gar keine Frage. Er hat mich schon berührt und ich hab ihn auch gerne zu Ende geschaut. Der Film ist aber auch nichts spektakulär Neues. Denn allzu oft fühlte ich mich an Forrest Gump erinnert. Forrest ist wie Benjamin in gewisser Hinsicht behindert und beide finden sich erst nach einer gewissen Zeit im Leben zurecht. Beide Verlieben sich in eine wunderschöne Frau, beide kommen irgendwann zu Geld und können ihr Leben genießen. Diese Parallelen zeigen, dass grundlegende Inhalte schon einmal da waren. Und dies hat mich eigentlich die ganze Zeit während des Films auch gestört. Dies wurde unterstützt durch das Gefühl, dass einige Dinge etwas überzeichnet waren, oder einfach nicht wirklich realistisch rüber gekommen sind. Hinzu kommt, dass man meiner Ansicht nach nur recht oberflächlich mit dem Thema umgegangen ist. Sicher, an der einen oder anderen Stelle schildert der Erzähler Dinge, die einen ein wenig nachdenklich machen. Jedoch fand ich auch, dass insgesamt ein bisschen Tiefgang fehlte. Die Behandlung des Themas "Anders Sein" ist schon ein wenig kurz gekommen. So wird Benjamins Zustand nahezu über den gesamten Film hinweg als selbstverständlich angenommen. Nur ganz selten wundern sich einzelne Figuren über seine Krankheit und dieses Wundern gleicht eher Späße machen, als vielleicht Befremden zu zeigen o.ä.
Das sind alles Punkte die schon ein wenig stören. Aber man muss insgesamt sagen, dass man sich den Film gut anschauen kann. Auch wenn er manchmal ein wenig langatmig ist, ist die Story an sich ganz annehmbar und weiß auf subtile Art und Weise den Zuschauer zu fesseln. Dies allein, weil alle Begegnungen immer ein wenig ungewöhnlich und hierdurch auch faszinierend sind. Und natürlich bietet er auch was fürs Herz. Und hier würde ich einmal sagen, gleichermaßen für Mann und Frau. Welche Frau kann schon einem schmachtenden Brad Pitt widerstehen und Cate Blanchett hat mich einfach begeistert. Und diese beiden Schauspieler sind es auch, die den Film ihren Stempel aufdrücken und ihn letzten Endes sehenswert machen.
FAZIT
==================
Zusammenfassend kann man sagen, dass der Film sicherlich nicht der große Wurf jedoch dennoch ungewöhnlich und faszinierend ist. Auf DVD ist er genau richtig, im Kino hätte ich wahrscheinlich das Geld ein wenig bereut. weiterlesen schließen
Bewerten / Kommentar schreiben