Pro:
man kann seine Pakete rund um die Uhr abholen, schnelle Zustellung der Unterlagen, unkomplizierte Handhabung
Kontra:
Weg zur Packstation, Pakete kommen überaupt nicht früher an
Empfehlung:
Ja
Neulich hab ich ja schon mal über den Lagerservice der Post geschrieben, über die Möglichkeit, bei längeren Reisen seinen Briefkasten vorm Überlaufen zu bewahren, in dem Briefe und Karten erst einmal in der Post-Stelle zur Seite gelegt und erst nach Ende des Urlaubs zugestellt werden.
Eine andere Frage ist: Was tun, wenn man Pakete und Päckchen bekommt, aber arbeitet (oder an der Uni bzw. in der Schule ist) und so nicht auf den DHL-( = Post-)Wagen warten kann? Oder einfach: Was tut man, wenn man keine Lust hat, tagelang zu warten, weil der Paketbote vielleicht kommen könnte? Immer öfter ersteigere ich Dinge bei Ebay oder kaufe bei Online-Läden ein. Und diese Warterei an meinen freien Tagen nervt mich ziemlich. Nun habe ich eine Lösung gefunden, auch wenn sie nicht der "goldene Weg" ist: Die Packstation!
WAS IST EINE PACKSTATION?
Gerade in Großstädten hat sicher der eine oder die andere schon einmal die großen gelben Container gesehen. Häufig findet man sie vor Postämtern, manchmal aber auch an anderen Stellen. Hierhin werden Pakete abgeliefert, die Empfänger können sie sieben Tage in der Woche, 24 Stunden am Tag abholen.
DER ANTRAG:
Nun, zunächst muss man natürlich mal einen Antrag ausfüllen. Der einfachste Weg ist hier über's Internet. Unter www.deutschepost.de geht man auf DHL/Paketstation. Oder man nimmt gleich die Homepage www.packstation.de . Hier findet man einen Link zum Antragsformular. Dort werden dann die üblichen Daten fällig: Name und Anschrift, aber auch E-Mail-Adresse und/oder Handynummer. Und natürlich muss man sich auch ein Passwort überlegen.
DIE BESTÄTIGUNG:
Umgehend (nach wenigen Minuten) erhält man per SMS und/oder per Mail die Nachricht, dass man registriert wurde und in den nächsten Tagen ein Einschreiben mit allen wichtigen Unterlagen erhält. So weit, so schnell und problemlos!
POST VON DER POST:
Mir geht es wie sicher vielen: Irgendwie habe ich das Bild einer langsamen und mitunter unzuverlässigen Post im Hinterkopf: Briefe werden zerknittert in den Kasten gestopft, Pakete einfach für alle Öffentlichkeit zugänglich vor der Haustür abgelegt, Lieferzeiten sind lang, und manchmal habe ich sogar den Eindruck, dass Paketboten vorzeitig Feierabend machen und die übrig gebliebenen Sendungen erst am nächsten Tag liefern. Klar, das sind Klischees, es gibt viele sehr zuverlässige Postmitarbeiter. Doch zum Teil sind mir die gerade genannten Dinge schon häufiger passiert.
In diesem Fall erlebe ich eine äußerst positive Überraschung: Nach nur zwei Tagen ist das angekündigte Einschreiben da! Rekord, finde ich. Denn ich erhalte nicht nur ein Standardschreiben sondern zugleich eine goldene DHL-Packstation-Karte, auf die mein Name eingeprägt ist. Unter der Karte steht die PIN, mit der man die Paketstation dann öffnen kann. Selbst Banken schaffen es selten, so schnell Ersatz-Girokontenkarten fertig zu stellen! Ich bin also klarerweise begeistert!
Der BEGRÜSSUNGSUMSCHLAG:
Neben der erwähnten Karte erhält man auch noch einiges mehr. Da ist zum einen eine Gebrauchsanleitung für die Packstation. Außerdem gibt es einen kleinen Handzettel, auf dem alle Packstationen in der "eigenen" Stadt/Region mit Nummer und Anschrift aufgeführt sind. Wo sie liegen, das kann man anhand einer ebenfalls abgedruckten Karte feststellen.
Außerdem gibt es noch Rabattgutscheine von Internethändlern wie z.B. dem Kleidungs-Outlet "Dress-for-less", Dallmayr, HSE 24. An sich ist das eine nette Sache. Doch leider waren für mich keine "Läden" dabei, bei denen ich normalerweise einkaufen würde. Und dazu kommt, dass man immer eine Mindestbestellsumme erreichen musste, die mir in der Regel zu hoch ist.
WIE KANN MAN SICH POST ZUR PACKSTATION SCHICKEN LASSEN?
Als erstes gibt man natürlich seinen eigenen Namen an. Dann darf man keinesfalls seine persönliche Kundennummer vergessen. Bei meinem ersten Versuch wäre mir das um ein Haar passiert. Gut finde ich, dass man jede Sendung theoretisch an eine andere Packstation schicken lassen kann. So kann man sich überlegen, welche gerade am ehesten auf dem Weg liegt. Da alle Stationen je Stadt durchnummeriert sind, setzt man dann in die Adresszeile den Zusatz Packstation XXX (XXX steht in diesem Fall für die jeweilige Nummer). In der Broschüre findet man dann die Postleitzahl der Station, die man samt Stadtnamen dann ebenfalls angeben muss. Ein Beispiel:
Jupp Erbsensupp
00030890090
Packstation 113
21029 Hamburg
ABHOLEN:
Sobald Post angekommen ist, erhält man nun also per E-Mail und/oder SMS Nachricht. Bei mir war das mitten am Nachmittag. Keine Ahnung, ob der Paketwagen es normalerweise auch an diesem Tag ausgeliefert hätte oder ob es erst am nächsten Werktag angekommen wäre.
Man nimmt seine goldene DHL-Karte, sollte die PIN im Kopf haben (oder im Notfall auf einem Spickzettel) und zur entsprechenden Packstation fahren. Dort funktioniert alles weitere ähnlich wie beim Geldautomaten: Die Karte wird in den vorgesehenen Schlitz gesteckt, die Station fordert einen auf, die PIN einzugeben. Nun erhält man auf einem kleinen Monitor weitere Anweisungen. Das heißt, man sieht, dass eine oder mehrer Sendungen für einen da sind. Falls man es mit einer Nachname-Brief oder -Paket zu tun hat, sollte man zusätzlich eine EC- oder Geldkarte bereit haben, um so zu bezahlen. Nun drückt man auf den Bildschirm. Es öffnet sich ein Fach, und man kann sein Paket raus nehmen. Aus meiner Sicht eine insgesamt kinderleichte Angelegenheit. Falls man anfangs unsicher ist, ob alles gut funktioniert, kann man ja für's "erste Mal" eine Station direkt vor einer Post-Filiale wählen und zu den normalen Öffnungszeiten dort versuchen, sein Paket zu verschicken. Falls es Schwierigkeiten gibt, kann man im Notfall dann einen Postmitarbeiter um Hilfe bitten. Bei mir lief aber alles problemlos. Es war auch schon nach (Post-)Feierabend, so dass ich auch die Annehmlichkeit testen konnte, unabhängig von Öffnungszeiten und Arbeitszeiten der Post mein Päckchen in Empfang zu nehmen.
VERSCHICKEN:
Überraschenderweise ist auch das an der Paketstation möglich: Auch hier werden zunächst DHL-Karte und PIN fällig. Dann drückt man auf den Knopf "Sendung einlegen". Hat das Paket bereits eine Freeway Paketmarke oder eine Pluspäckchen Wertmarke, kann man die einfach scannen. Braucht man so eine Marke erst noch, lässt die sich in der Regel mit EC- oder Geldkarte direkt an der Station ziehen. (Ausnahmen: In den Städten Dortmund, Frankfurt und Mainz soll das angeblich noch nicht funktionieren.) Man erhält nun die Auswahl, welche Größe das Paket hat und bestätigt das auf dem Monitor. Das Paket wird in das Fach gelegt und ab geht die Post.
Gerade für Berufstätige oder auch für Leute, die viel bei Ebay verkaufen, ist das eine sehr schnelle Lösung. Keiner braucht mehr mit der Ausrede zu kommen, er müsse extra zu den kurzen Post-Öffnungszeiten zu einer Filiale rennen und warte eine Viertelstunde am Postschalter. Bis zum 30.06.2005 soll der Weg per Packstation sogar preiswerter sein für den Absender!
WARTEZEITEN:
Ich habe bisher selten Leute an der Paketstation gesehen. Daher sind die Wartezeiten gleich Null. Aus meiner Sicht ein wirklich entscheidender Vorteil.
WAS FÜR SENDUNGEN KANN MAN AN DIE PAKETSTATION SCHICKEN LASSEN?
Wichtig sind hier die Maße: Die Größe sollte 60 x 35 x 35 cm nicht überschreiten. Als Mindestmaß wird einerseits ein Großbrief genannt, andererseits das Format: 15 x 11 x 1. Man sollte auf alle Fälle darauf achten, dass man sich nicht zu kleine Sendungen an die Packstation schicken lässt. Normale Briefe und Postkarten werden nicht gelagert. Sie könnten möglicherweise zurück an den Absender gehen. Aus meiner Sicht reicht das für den Normalgebrauch, für die meisten Sachen, die man bei Ebay ersteigert oder im Netz kauft, völlig aus. Bei noch größeren Paketen lohnt es eher, die Ware doch nach Hause schicken zu lassen. Das spart dann lästige Tragerei. Nachname-Sendungen oder solche, bei denen eine Porto-Nachzahlung fällig ist, werden nicht bei den Packstationen angenommen.
VERGLEICH MIT DER ZUSTELLUNG DURCH DEN PAKETBOTEN:
Eigentlich hatte ich erwartet, dass die Sendungen in der Packstation schneller ankommen als bei mir zuhause. Schließlich sind diese gelben Container doch recht groß, man könnte meiner Einschätzung nach dort vielleicht soviel unterbringen, wie in einem Paketwagen. So wäre es möglich, dass gleich morgens früh die Packstationen als erstes beliefert werden, noch bevor die Paketboten zu ihrer eigentlichen Tour aufbrechen.
Doch tatsächlich werden die Packstationen bisher möglicherweise noch zu wenig genutzt: So schätze ich, dass auch die Packstationen vom Paketboten bisher noch beliefert werden und er dort - genau wie bei einem Mehrfamilienhaus, dann zwei oder drei Sendungen los wird. Diesen Eindruck hat mir die Packstation-Hotline bestätigt!
Meine Erfahrungen mit der Zustelldauer waren unterschiedlich: Ein echtes Päckchen kam nach nur einem Tag an, auf einen Großbrief musste ich fünf Tage (drei Werktage plus Wochenende) warten. Aus meiner Sicht ein großer Minuspunkt, der vielleicht damit zu erklären ist, dass Großbriefe normalerweise vom Post- und nicht vom Paketboten zugestellt werden. Dadurch müssen diese Sendungen dann wohl umsortiert werden.
VORTEILE DER PAKETSTATION:
1. UNABHÄNGIGKEIT: Da das Abholen und Bringen rund um die Uhr möglich ist, braucht man nicht zu warten, bis die Filialen wieder öffnen, sondern kann dann ans Paket, wann es einem am besten passt - auch mitten in der Nacht! ;-)
2. UNKOMPLIZIERTE HANDHABUNG: Der Umgang mit der Paketstation ist kinderleicht.
3. FLEXIBILITÄT: Die gilt in doppelter Hinsicht: Man kann zwischen verschiedenen Packstationen jedes Mal neu wählen, d.h. sogar, sie auch im Urlaub innerhalb von Deutschland nutzen. Und man kann bei jedem Paket entscheiden, ob man es nach Hause oder an die Packstation geschickt haben möchte.
4. KOSTENLOS: Für Absender und Empfänger kostet die Packstation keinen Cent extra.
NACHTEILE:
1. LIEFERZEIT: Bis zu drei Werktage soll die Zustellung zur Paketstation innerhalb von Deutschland dauern. Da erfüllt der gelbe Riese mal wieder das Klischee von der Schneckenpost.
2. FAHRTWEG: Man muss aus dem Haus, um seine Post abzuholen.
3. ZU WENIGE PACKSTATIONEN: Bisher habe ich die Packstationen vor allem in Großstädten gesehen. Und selbst dort gibt es meiner Meinung nach zu wenige.
4. WENIGER LEISTUNG FÜR'S GLEICHE GELD? Für die DHL/Post ist es sicher leichter und kostengünstiger, eine größere Menge von Paketen an eine Packstation zu schicken als sie einzeln jeweils zum Empfänger zu bringen. Im Endeffekt heißt das, wenn sich die Packstationen durchsetzen: Immer mehr Postmitarbeiter werden überflüssig und arbeitslos.
ANSPRECHADRESSE:
Deutsche Post AG, Marketing PACKSTATION, Bonn Center, 53250 Bonn
www.packstation.de, Kundenservice 01805/4344 (12 Cent/Minute)
FAZIT:
Da bin ich ein wenig zwie gespalten: Die Packstation kostet nichts, daher kann man - finde ich -auf alle Fälle schauen, dass man sich so eine Zugangskarte mal kommen lässt. Gerade, wenn man ständig außer Haus ist, lohnt es. Man kann sie ja benutzen, muss es aber nicht. Wirklich schön ist das Stückchen Unabhängigkeit, das man dadurch gewinnt. Leute, die so eine Station quasi vor der Tür stehen haben, für die kann das eine große Hilfe sein.
Bisher gibt es für meinen Geschmack aber noch deutlich zu wenig Packstationen. Soweit ich weiß, fehlen sie zum Beispiel in meiner alten Heimat, einem Kreis mit vorwiegend kleineren bis mittelgroßen Städten in NRW: Hier muss das Netz noch deutlich ausgebaut werden. Außerdem werden sie wohl noch zu wenig genutzt, so dass die Post in der Packstation nicht unbedingt eher ankommt als es zuhause sein würde. Im Gegenteil: Die Packstation-E-Mail-Hotline hat mir bestätigt, dass eine Lieferung bis zu drei Tage dauern kann. Das ist kein Service!
Erst mit schnelleren Zustellzeiten und dauerhaftem Portonachlass für die Kunden könnte die Post die Packstationen attraktiver machen. Schließlich entsteht durch sie doch weniger Arbeit für die Post!
Von mir gibt es ganze drei Sterne und eine Empfehlung. weiterlesen schließen
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