02. Etappe Luxemburg - Saarbrücken (Tour 2002) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Ricke
Hubschrauber da, Zabel nicht gesehen und weg waren sie.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Am Montag den 08.07.2002 hatten wir das Glück, die Tour de France live mitzuerleben. Es wurde ein unvergessener Tag für uns und wir waren begeistert.
Der Bericht hat Überlänge.
Vorgeschichte:
**************
Die Tour:
************
Die Tour de France 2002 begann am 06.07.2002 und endet am 28.07.2002 in Paris.
Am 06.07.2002 begann die Etappe in Luxemburg.
Anschließen führte die Tour durch Deutschland.
Auch das Saarland wurde mitberücksichtigt und die Saarländer feiern ja alle Feste so wie sie fallen.
So auch wir.
Das sollte man wissen:
Die Teams:
*************
Insgesamt starteten 21 Teams mit jeweils 9 Fahrern.
US Postal -Lance Armstrong
Telekom – Erich Zabel
Once – Joseba Beloki
Kelme – Oscar Sevilla
Cofidis – Andrei Kivilev
CSC – Laurent Jalabert
Credit Agricole – Christophe Moreau
Domo – Richard Virenque
Fassa Bortolo – Fabio Baldato
Fdjeux – Nicolas Vogondy
Rabobank – Levy Leipheimer
Bonjour – Didier Rous
Mapei – Oscar Freire
Ibanesto – Denis Menchov
Lotto – Rik Verbrugghe
Lampre - Marco Serpellini
Euskaltel – David Etxebarria
Sacconi – Dario Frigo
AG 2 R – alexandre Botcharov
Allesio – Laurent Dufaux
Jean Delatour – Partice Halgand
Die Strecke:
************
Luxenburg
Luxenburg nach Saarbrücken
Metz nach Reims
Epernay nach Chateau-Thierry
Soisson nach Rouen
Forges-les-Eaux nach Alencon
Bagnoles-delOrne nach Avranches
St. Martin de Landelles nach Plouay
Lanester nach Lorient
Bazas nach Pau
Pau nach La Mongie
Lannemezan nach Plateau de Beille
Lavelanet nach Beziers
Lodeve nach Le Mont Ventoux
Vaison-laRomaine nach Les-Deux-Alpes
Les-Deux-Alpes nach La Plagne
Aime nach Cluses
Cluses nach Bourg-en-Bresse
Regnie-Durette nach Macon
Melun nach Paris
Die Strecke im Saarland:
**************************
Folgende Orte durchfuhren die Fahrer der Tour de France 2002
Perl, Büschdorf, Tünsdorf, Wehingen, Wellingen, Büdingen, Weiler, Schwemlingen, Ballern, Hilbringen, Merzig, Bachem, Losheim, Rappweiler, Weiskirchen, Thailen, Wadern, Dagstuhl, Lockweiler, Krettnich, Primstal, Theley, Tholey, Alsweiler, Winterbach, St. Wendel, Oberlinxweiler, Remmesweiler, Mainzweiler, Welschbach, Hirzweiler, Hüttigweiler, Hosterhof, Uchtelfangen, Mangelhausen, Heusweiler, Riegelsberg, Burbach, Malstatt, Saarbrücken
Die Trikots:
************
Gelbes Trikot:
bedeutet, es darf der beste Fahrer überziehen, der in der Gesamtwertung vorne liegt.
Grünes Trikot:
gehört dem Fahrer, der die besten Spurts hingelegt hat.
Gepunktetes Trikot:
bekommt der beste Bergfahrer.
Die Vorbereitungen:
***********************
Schon Monate vor der Tour wurden in verschiedenen Städte – Straßen geteert und ausgebessert, Löcher weggemacht und Blumen neu gepflanzt.
Man meinte das Saarland bewerbe sich für den Wettbewerb: Unser Ort soll schöner werden.
Aber nein – dies wurde alles für die kommende Tour de France 2002 hergerichtet.
Männe hatte sich bei der Feuerwehr als Helfer bzw. Ordner zur Unterstützung, angetragen.
Sein Einsatzort sollte Riegelsberg sein.
Schon am 20.06.2002 fand für die Helferinnen und Helfer eine Großbesprechung statt.
Die Gemeinde der Stadt hatte eine 15 seitige Broschüre verfasst mit allen wichtigen Daten und Dingen die zu Beachten waren.
Das fing mit einem Helferausweis und einem Ordner T-Shirt an.
Es wurde über Einsatzort und Lageplan gesprochen.
Wo es welche Parkplätze gab und Personen die campen möchten, wurden auch berücksichtigt.
Die Sperrung der Strecke wurde abermals durchgesprochen und bis ins kleinste Detail vertieft.
In der Broschüre wurde beschrieben wann was u machen ist.
Die Verpflegung für die Helfer wurde angesprochen und auch dies wurde für den Tag X gewährleistet.
Ein Merkblatt für die Helfer wurde noch verteilt und eine genaue Streckenführung mitgegeben.
Männe rauchte der Kopf Abends.
Na da konnte ja nichts mehr schief gehen.
Schon früh morgens wurden kilometerweise Absperrungen und Flatterband hergerichtet.
Man sah ein Großaufkommen von Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz, Technisches Hilfswerk.
Irgendwie sah es auf den Straßen aus wie nach einem Großkampftag.
Hektisch war es nicht und ich denke so eine Veranstaltung muss gut durchorganisiert sein.
Und das war sie auch.
Der berühmte Tourtag im Saarland:
*********************************
Schon Tage vorher wurde in der Presse sehr viel berichtet.
Auch das Fernsehen war startklar.
Männe und ich auch.
So gingen wir getrennte Wege.
Männe musste früh morgens mit dem Feuerwehrauto an seinem ihm zugewiesenen Posten – Stellung nehmen.
Ricke durfte später nachkommen.
Aber nicht zu spät sagte Männe noch, die Stadt ist zu.
Das warten:
*************
Mensch es war höllisch heiß und zum Glück hatte ich mich eingecremt und auch genügend zu essen und zu trinken dabei.
Der Saarländer will immer auf alles vorbereitet sein.
Es vergingen ja noch einige Stunden bis die Tour endlich kam.
Man konnte sich die Zeit mit reden, vertreiben oder auch hin und herdippeln.
Nur weit weglaufen sollte man nicht, denn sonst war der schöne Platz weg.
Mit dem auf Toilette gehen musste man sich immer jemand dickes suchen, der dann den Platz für ein paar Minuten freihielt.
Na ja etwas Spass muss sein, ganz so schlimm war es nicht.
Ricke hatte schon genügend Freiraum.
Auch konnte man sich das Warten verkürzen, indem man die vielen Schriften auf dem Straßenbelag lesen durfte.
Zabel Zabel über alles.
Oder Telekom vor.
Bald war es soweit:
******************
Irgendwie verging die zeit überhaupt nicht und man wurde immer nervöser.
Ich weiß nicht warum, ich musste ja schließlich nicht bei dieser Affenhitze in der Weltgeschichte rumradeln.
Da müsste ich ja verrückt sein.
Aber gerade auf diese Verrückten warteten wir ungeduldig und der Werbetross rückte immer näher.
Ich hatte Glück und konnte ein wenig auf einer Leinwand verfolgen.
So hatte man wenigstens eine ungefähre Zeiteinteilung.
Auch konnte man anfangs noch gut mitverfolgen was die anderen Orte sich so haben einfallen lassen.
Das gab es ein übergroßes T-Shirt das berühmte gelbe Trikot.
Es war in st. Wendel ausgelegt und hatte eine Größe von ca. 3000 Quadratmeter.
St. Wendel ist eine Hochburg des Radsports und immer wieder für eine Überraschung gut.
Außerdem hatte Männe Funk und ich ein Handy.
Ab und zu rief ich Männe per Handy an und der fragte dann wiederum per Funk nach.
Irgendwie war es schon lustig.
Dann kam die riesengroße Werbekaravane.
Ein lautes Hupen und Getöse war schon von weitem zu hören.
Ich kam aus dem Stauen nicht mehr heraus.
So tolle Autos, bunt bemalt und irgendwie in der Form verändert.
Ab und zu dachte ich .. das dieses Ding dort überhaupt als Auto zugelassen wurde.
Es war gigantisch und dies allein war schon sehenswert.
Ich war ja auch bei der Giro in Völklingen anwesend, aber da war nur ein kleiner Werbetross an Fahrzeugen vorhanden.
Das hier war der Gipfel des Staunens.
Irgendwann kam Männe mich mal besuchen und hielt mir eine Tüte unter die Nase.
Das hast du doch wohl nicht geschenkt bekommen, schnaufte ich schon etwas wütend.
Ricke hatte nämlich nichts ergattert.
Nein meinte Männe.. gekauft für 5,00 Euro.
2 quitschgelbe T-Shirts, 2 Käppis und 2 Fähnchen.
Na dann ist ja der Tag gerettet.
Nun kamen sie:
****************
Der Hubschrauber, der Hubschrauber war es überall zu hören.
Das war ein gutes Zeichen das es nun gar nicht mehr lange dauern würde.
Mittlerweile waren es so viele Menschen, das ich keinerlei Einblick mehr auf die Großbildleinwand hatte.
Ich hätte mir den Hals ausrenken können, so gespannt schaute ich immer nur in die eine Richtung.
Ich wusste nur das Jens Voigt vom Team Credit Agricole ein paar Sekunden das Feld anführte.
Da kam auch schon einer.
War er das?????
Oh da kommt das Feld.
Wo ist Erich Zabel.
Was hatte der nochmals an?
Wie sah der nochmals aus?
Irgendwie ging dann alles viel zu schnell und das Feld war husch, husch an mir vorbei.
Ich glaube ich habe nur Geklatscht und noch nicht einmal gerufen.
Erich Zabel habe ich auch nicht erkennen können.
Irgendwie sehen die auch alle Gleich aus.
Helme die sich ähneln und alle trugen diese komischen Mückenbrillen.
Nur die T-Shirts waren unterschiedlich.
Ach ich kann doch nicht auf alles achten in den paar Sekunden.
Die Leute haben sich bald umgeworfen vor Begeisterung und geschrieen und gewunken.
Kurz hatte ich einige fremde Hände vor meinen Augen.
Weg da.
Schade .. kann ich das noch mal sehen.
So ein Mist, da steht man Stundenlang in der Gluthitze und in ein paar Minuten ist alles vorbei.
Ach was sag ich, ich glaube es waren nur Sekunden.
Im Wohnzimmer vor dem Fernseher wäre vieles einfacher gewesen.
Aber dabei sein war alles und es war
Tttttttttttttttttttttttoooooooooooooooooooooooooooooooolllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll
Später erfuhren wir, das Erich Zabel vom Team Telekom den Sieg nur knapp verpasst hatte.
Abend im Fernsehen suchte man natürlich die Stelle wo man am Mittag gestanden hatte.
Vergebens.
Aber Erich Zabel habe ich genau gesehen, leider nur im Fernsehen und in Zeitlupe.
Schon witzig.
Das Ende:
**********
Man musste schön warten bis der letzte Fahrer die Straße passierte und dann passierte lange nichts.
Endlich kam die Freigabe der Straße durch Einsatzfahrzeuge.
Die Menschen teilten sich in alle Himmelsrichtungen auf.
Die einen feierten an Ort und Stelle einfach weiter, die anderen begaben sich in das Festzelt.
Ricke wiederum wollte nach Hause und sich unter die kalte Dusche stellen.
Irgendwie muss man es ja mit dem feiern ja auch nicht übertreiben, dachte ich mir und kochte immer noch vor mich hin, nicht vor Wut, nein vor Hitze.
Es dauerte schon eine zeit lang bis ich endlich zu Hause ankam und schaute Abends gemütlich die Zusammenfassung im Fernsehen an.
Fazit:
******
Was soll ich noch sagen.
Ich bin stolz, das ich als Saarländer die Tour de France live miterleben durfte.
Der Sonnenbrand juckt noch fürchterlich, und auch ein paar Kreislaufschwächen waren zu verzeichnen, aber wie wir so schön sagen.... mit Verlusten ist immer zu rechnen.
Nein, es war einmalig toll und unbeschreiblich schön, wie die Fahrer an uns vorbeihuschten.
Das Feeling das zu verzeichnen war, ist nicht zu beschreiben.
Schade an alle die es nur im Fernsehen angeschaut haben.
Ich hoffe ich konnte Euch ein wenig von dem Funken rüberreichen, der bei mir rübergesprungen ist, an diesem wundervollen Tag.
Auch das Organisatorische verlief sehr reibungslos und ich habe allen Respekt vor diesen Leuten die einen solchen Tag vorbereiten und gestalten.
Vielen ehrenamtliche Helfer sei ein deutliches und großes Danke gesagt.
Gäbe es diese Menschen nicht würde wohl kaum eine Tour de France bestehen können.
Danke fürs Lesen.
Eure Ricke
Der Bericht hat Überlänge.
Vorgeschichte:
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Die Tour:
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Die Tour de France 2002 begann am 06.07.2002 und endet am 28.07.2002 in Paris.
Am 06.07.2002 begann die Etappe in Luxemburg.
Anschließen führte die Tour durch Deutschland.
Auch das Saarland wurde mitberücksichtigt und die Saarländer feiern ja alle Feste so wie sie fallen.
So auch wir.
Das sollte man wissen:
Die Teams:
*************
Insgesamt starteten 21 Teams mit jeweils 9 Fahrern.
US Postal -Lance Armstrong
Telekom – Erich Zabel
Once – Joseba Beloki
Kelme – Oscar Sevilla
Cofidis – Andrei Kivilev
CSC – Laurent Jalabert
Credit Agricole – Christophe Moreau
Domo – Richard Virenque
Fassa Bortolo – Fabio Baldato
Fdjeux – Nicolas Vogondy
Rabobank – Levy Leipheimer
Bonjour – Didier Rous
Mapei – Oscar Freire
Ibanesto – Denis Menchov
Lotto – Rik Verbrugghe
Lampre - Marco Serpellini
Euskaltel – David Etxebarria
Sacconi – Dario Frigo
AG 2 R – alexandre Botcharov
Allesio – Laurent Dufaux
Jean Delatour – Partice Halgand
Die Strecke:
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Luxenburg
Luxenburg nach Saarbrücken
Metz nach Reims
Epernay nach Chateau-Thierry
Soisson nach Rouen
Forges-les-Eaux nach Alencon
Bagnoles-delOrne nach Avranches
St. Martin de Landelles nach Plouay
Lanester nach Lorient
Bazas nach Pau
Pau nach La Mongie
Lannemezan nach Plateau de Beille
Lavelanet nach Beziers
Lodeve nach Le Mont Ventoux
Vaison-laRomaine nach Les-Deux-Alpes
Les-Deux-Alpes nach La Plagne
Aime nach Cluses
Cluses nach Bourg-en-Bresse
Regnie-Durette nach Macon
Melun nach Paris
Die Strecke im Saarland:
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Folgende Orte durchfuhren die Fahrer der Tour de France 2002
Perl, Büschdorf, Tünsdorf, Wehingen, Wellingen, Büdingen, Weiler, Schwemlingen, Ballern, Hilbringen, Merzig, Bachem, Losheim, Rappweiler, Weiskirchen, Thailen, Wadern, Dagstuhl, Lockweiler, Krettnich, Primstal, Theley, Tholey, Alsweiler, Winterbach, St. Wendel, Oberlinxweiler, Remmesweiler, Mainzweiler, Welschbach, Hirzweiler, Hüttigweiler, Hosterhof, Uchtelfangen, Mangelhausen, Heusweiler, Riegelsberg, Burbach, Malstatt, Saarbrücken
Die Trikots:
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Gelbes Trikot:
bedeutet, es darf der beste Fahrer überziehen, der in der Gesamtwertung vorne liegt.
Grünes Trikot:
gehört dem Fahrer, der die besten Spurts hingelegt hat.
Gepunktetes Trikot:
bekommt der beste Bergfahrer.
Die Vorbereitungen:
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Schon Monate vor der Tour wurden in verschiedenen Städte – Straßen geteert und ausgebessert, Löcher weggemacht und Blumen neu gepflanzt.
Man meinte das Saarland bewerbe sich für den Wettbewerb: Unser Ort soll schöner werden.
Aber nein – dies wurde alles für die kommende Tour de France 2002 hergerichtet.
Männe hatte sich bei der Feuerwehr als Helfer bzw. Ordner zur Unterstützung, angetragen.
Sein Einsatzort sollte Riegelsberg sein.
Schon am 20.06.2002 fand für die Helferinnen und Helfer eine Großbesprechung statt.
Die Gemeinde der Stadt hatte eine 15 seitige Broschüre verfasst mit allen wichtigen Daten und Dingen die zu Beachten waren.
Das fing mit einem Helferausweis und einem Ordner T-Shirt an.
Es wurde über Einsatzort und Lageplan gesprochen.
Wo es welche Parkplätze gab und Personen die campen möchten, wurden auch berücksichtigt.
Die Sperrung der Strecke wurde abermals durchgesprochen und bis ins kleinste Detail vertieft.
In der Broschüre wurde beschrieben wann was u machen ist.
Die Verpflegung für die Helfer wurde angesprochen und auch dies wurde für den Tag X gewährleistet.
Ein Merkblatt für die Helfer wurde noch verteilt und eine genaue Streckenführung mitgegeben.
Männe rauchte der Kopf Abends.
Na da konnte ja nichts mehr schief gehen.
Schon früh morgens wurden kilometerweise Absperrungen und Flatterband hergerichtet.
Man sah ein Großaufkommen von Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz, Technisches Hilfswerk.
Irgendwie sah es auf den Straßen aus wie nach einem Großkampftag.
Hektisch war es nicht und ich denke so eine Veranstaltung muss gut durchorganisiert sein.
Und das war sie auch.
Der berühmte Tourtag im Saarland:
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Schon Tage vorher wurde in der Presse sehr viel berichtet.
Auch das Fernsehen war startklar.
Männe und ich auch.
So gingen wir getrennte Wege.
Männe musste früh morgens mit dem Feuerwehrauto an seinem ihm zugewiesenen Posten – Stellung nehmen.
Ricke durfte später nachkommen.
Aber nicht zu spät sagte Männe noch, die Stadt ist zu.
Das warten:
*************
Mensch es war höllisch heiß und zum Glück hatte ich mich eingecremt und auch genügend zu essen und zu trinken dabei.
Der Saarländer will immer auf alles vorbereitet sein.
Es vergingen ja noch einige Stunden bis die Tour endlich kam.
Man konnte sich die Zeit mit reden, vertreiben oder auch hin und herdippeln.
Nur weit weglaufen sollte man nicht, denn sonst war der schöne Platz weg.
Mit dem auf Toilette gehen musste man sich immer jemand dickes suchen, der dann den Platz für ein paar Minuten freihielt.
Na ja etwas Spass muss sein, ganz so schlimm war es nicht.
Ricke hatte schon genügend Freiraum.
Auch konnte man sich das Warten verkürzen, indem man die vielen Schriften auf dem Straßenbelag lesen durfte.
Zabel Zabel über alles.
Oder Telekom vor.
Bald war es soweit:
******************
Irgendwie verging die zeit überhaupt nicht und man wurde immer nervöser.
Ich weiß nicht warum, ich musste ja schließlich nicht bei dieser Affenhitze in der Weltgeschichte rumradeln.
Da müsste ich ja verrückt sein.
Aber gerade auf diese Verrückten warteten wir ungeduldig und der Werbetross rückte immer näher.
Ich hatte Glück und konnte ein wenig auf einer Leinwand verfolgen.
So hatte man wenigstens eine ungefähre Zeiteinteilung.
Auch konnte man anfangs noch gut mitverfolgen was die anderen Orte sich so haben einfallen lassen.
Das gab es ein übergroßes T-Shirt das berühmte gelbe Trikot.
Es war in st. Wendel ausgelegt und hatte eine Größe von ca. 3000 Quadratmeter.
St. Wendel ist eine Hochburg des Radsports und immer wieder für eine Überraschung gut.
Außerdem hatte Männe Funk und ich ein Handy.
Ab und zu rief ich Männe per Handy an und der fragte dann wiederum per Funk nach.
Irgendwie war es schon lustig.
Dann kam die riesengroße Werbekaravane.
Ein lautes Hupen und Getöse war schon von weitem zu hören.
Ich kam aus dem Stauen nicht mehr heraus.
So tolle Autos, bunt bemalt und irgendwie in der Form verändert.
Ab und zu dachte ich .. das dieses Ding dort überhaupt als Auto zugelassen wurde.
Es war gigantisch und dies allein war schon sehenswert.
Ich war ja auch bei der Giro in Völklingen anwesend, aber da war nur ein kleiner Werbetross an Fahrzeugen vorhanden.
Das hier war der Gipfel des Staunens.
Irgendwann kam Männe mich mal besuchen und hielt mir eine Tüte unter die Nase.
Das hast du doch wohl nicht geschenkt bekommen, schnaufte ich schon etwas wütend.
Ricke hatte nämlich nichts ergattert.
Nein meinte Männe.. gekauft für 5,00 Euro.
2 quitschgelbe T-Shirts, 2 Käppis und 2 Fähnchen.
Na dann ist ja der Tag gerettet.
Nun kamen sie:
****************
Der Hubschrauber, der Hubschrauber war es überall zu hören.
Das war ein gutes Zeichen das es nun gar nicht mehr lange dauern würde.
Mittlerweile waren es so viele Menschen, das ich keinerlei Einblick mehr auf die Großbildleinwand hatte.
Ich hätte mir den Hals ausrenken können, so gespannt schaute ich immer nur in die eine Richtung.
Ich wusste nur das Jens Voigt vom Team Credit Agricole ein paar Sekunden das Feld anführte.
Da kam auch schon einer.
War er das?????
Oh da kommt das Feld.
Wo ist Erich Zabel.
Was hatte der nochmals an?
Wie sah der nochmals aus?
Irgendwie ging dann alles viel zu schnell und das Feld war husch, husch an mir vorbei.
Ich glaube ich habe nur Geklatscht und noch nicht einmal gerufen.
Erich Zabel habe ich auch nicht erkennen können.
Irgendwie sehen die auch alle Gleich aus.
Helme die sich ähneln und alle trugen diese komischen Mückenbrillen.
Nur die T-Shirts waren unterschiedlich.
Ach ich kann doch nicht auf alles achten in den paar Sekunden.
Die Leute haben sich bald umgeworfen vor Begeisterung und geschrieen und gewunken.
Kurz hatte ich einige fremde Hände vor meinen Augen.
Weg da.
Schade .. kann ich das noch mal sehen.
So ein Mist, da steht man Stundenlang in der Gluthitze und in ein paar Minuten ist alles vorbei.
Ach was sag ich, ich glaube es waren nur Sekunden.
Im Wohnzimmer vor dem Fernseher wäre vieles einfacher gewesen.
Aber dabei sein war alles und es war
Tttttttttttttttttttttttoooooooooooooooooooooooooooooooolllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll
Später erfuhren wir, das Erich Zabel vom Team Telekom den Sieg nur knapp verpasst hatte.
Abend im Fernsehen suchte man natürlich die Stelle wo man am Mittag gestanden hatte.
Vergebens.
Aber Erich Zabel habe ich genau gesehen, leider nur im Fernsehen und in Zeitlupe.
Schon witzig.
Das Ende:
**********
Man musste schön warten bis der letzte Fahrer die Straße passierte und dann passierte lange nichts.
Endlich kam die Freigabe der Straße durch Einsatzfahrzeuge.
Die Menschen teilten sich in alle Himmelsrichtungen auf.
Die einen feierten an Ort und Stelle einfach weiter, die anderen begaben sich in das Festzelt.
Ricke wiederum wollte nach Hause und sich unter die kalte Dusche stellen.
Irgendwie muss man es ja mit dem feiern ja auch nicht übertreiben, dachte ich mir und kochte immer noch vor mich hin, nicht vor Wut, nein vor Hitze.
Es dauerte schon eine zeit lang bis ich endlich zu Hause ankam und schaute Abends gemütlich die Zusammenfassung im Fernsehen an.
Fazit:
******
Was soll ich noch sagen.
Ich bin stolz, das ich als Saarländer die Tour de France live miterleben durfte.
Der Sonnenbrand juckt noch fürchterlich, und auch ein paar Kreislaufschwächen waren zu verzeichnen, aber wie wir so schön sagen.... mit Verlusten ist immer zu rechnen.
Nein, es war einmalig toll und unbeschreiblich schön, wie die Fahrer an uns vorbeihuschten.
Das Feeling das zu verzeichnen war, ist nicht zu beschreiben.
Schade an alle die es nur im Fernsehen angeschaut haben.
Ich hoffe ich konnte Euch ein wenig von dem Funken rüberreichen, der bei mir rübergesprungen ist, an diesem wundervollen Tag.
Auch das Organisatorische verlief sehr reibungslos und ich habe allen Respekt vor diesen Leuten die einen solchen Tag vorbereiten und gestalten.
Vielen ehrenamtliche Helfer sei ein deutliches und großes Danke gesagt.
Gäbe es diese Menschen nicht würde wohl kaum eine Tour de France bestehen können.
Danke fürs Lesen.
Eure Ricke
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