1. FC Kaiserslautern Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 08/2003
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Erfahrungsbericht von Frenschie
Idealisierter Profifußball? Traumverein 1. FC Kaiserslautern?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hallo! Ich bin neuer User des YOPI-Forums und will aber gleich zu Anfang mal ein paar kritische Stimmen los werden. Ich nehme Bezug auf voran gegangene Artikel, speziell die Beispiele über den 1. FC Kaiserslautern. Ich denke gerade dieser Verein kann als \"Parademodell\" dienen, glorifizierende und unrealistische Einschätzungen über den Profifußball im Allgemeinen zu entlarven.
Ich habe ein recht gutes Insiderwissen über den Verein, kenne einen Profi auch recht gut persönlich. Wie sieht das also aus, auf der Bastion Betzenberg - im Hexenkessel Fritz Walter Stadion?
Da sind erst mal die Fans: Die besten der Liga? Früher vielleicht einmal, als Stefan Kuntz und Bruno Labbadia aufopferungsvoll und noch weniger mit materialistischen Gedanken für ihren Verein kämpften. Dieser Einsatz wurde honoriert und leidenschaftlich unterstützt.
Und heute? Wie oft ist es in den letzten zwei Jahren schon passiert, dass die bestenfalls überdurchschnittlichen Leistungen der Roten Teufel spätestens zur Halbzeit mit gellenden Pfiffen begleitet wurden, wo früher noch enthusiastische Anfeuerungen durchs Stadion hallten? Vorbei. Die Leute sind verwöhnt - kritisch - einfach unzufrieden geworden. Der Mythos der uneinnehmbaren Festung schwindet von Jahr zu Jahr...
Nur noch St. Pauli, Dortmund und Schalke dahinter können von sich behaupten, wirklich loyale Fans hinter sich zu haben. Der 1. FCK immer weniger.
Ein weiteres Beispiel dieser Fehleinschätzungen sind bestimmte Spieler:
Jeff Strasser - Mit Sicherheit ist er einer der motiviertesten und ehrgeizigsten Spieler. Aber auch er wurde nach einer (meiner Meinung nach unberechtigten) Anfangseuphorie nicht mehr von den Fans getragen. Haben sie etwa wirklich die mangelnden fußballerischen Fertigkeiten des Luxemburgers erkannt? Ich will keine Denunzierung hier veranstalten, aber schauen wir uns die Fakten an, denn die zählen im professionellen Fußball: Welche Figur macht Strasser gegen wirklich starke Gegenspieler? Soll ich mit Rommedahl von Eindhoven beginnen, der ihn zum Statisten degradierte? Soll ich mit Salihamidzic fortfahren, der in schöner Regelmäßigkeit zu Torvorlagen -chancen und -erfolgen kommt? Wit wem soll ich enden? Bernd Schneider? Assamoah? Es ändert nichts an der Tatsache, dass Jeff Strasser, trotz aller Bemühungen, nie ein fußballerisches Vorbild sein sollte.
Aber er ist ein Profi mit Charakter. Im Gegensatz zu anderen ehemaligen Helden des Lauterer Publikums: Youri Djorkaeff. Was haben sie ihn verehrt! Warum ist den Leuten der Blick getrübt? Wann hat der Franzose jemals ein \"Opfer\" für seinen Verein gebracht? Er war und ist sicherlich immer noch der eiskalte Abzocker. Oder denken sie, der Welt- und Europameister, der immer noch die Dauerkarten von Inter Mailand ziert, spielte für den FCK, weil er die Westkurve so toll findet?! Oder etwa doch, weil mehrere Millionen DM am Jahresende das Konto bei der Banque de France aufbesserten? Djorkaeff, der Fußballgott, war die best bezahlteste Hure (entschuldigen sie!) der Bundesliga. Und die Fans verehrten ihn...
Das ist die Scheinwelt Bundesliga.
Ich möchte gar nicht mit dem Fall Ramzy anfangen. Nur ein weiteres Kapitel in \"Atze\" Friedrichs Lebenswerk: \"Wie führe ich einen Club ohne Linie und verliere dabei mein Gesicht?\" Bedenken sie nur eine Tatsache: Ramzy wurde entlassen, weil er seine im Vertrag fixierte Vorbildfunktion für die Jugend nicht mehr erfüllen konnte. Kann er das JETZT, nachdem das gepeinigte Opfer ihm die Absolution erteilt hat? Wer Donnerstags zum Beispiel gerade einen Herr Ramzy beim großen Baggern in diversen Lauterer Szenekneipen beobachten kann, der weiß Bescheid um den Familenmensch, um den geläuterten Musterprofi.
Lautern und seine Helden...Scheinwelt Bundesliga.
Ein Letztes noch und damit will ich mal schließen: Ich weiß Bescheid über die Trainingsmethoden von Herrn Stumpf und Herrn Brehme. Ich studiere Sport, das Trainingswissenschaft und solche Dinge beinhaltet.
Was sagen sie dazu, wenn Fußballspieler in einer Woche über 150 Kilometer Waldlauf in der Vorbereitung absolvieren? Warum bricht Kaiserslautern gegen Ende jeder Saison regelmäßig ein (auch diese, daruf wette ich!) und andere Vereine, Bayern München etwa, werden wieder stärker? Wer trainiert wohl den allgemeinen und besonders Fußball spezifischen Empfehlungen entsprechend? Der Pädagoge Hitzfeld mit dem Experten Henke oder unser Weltmeister-Andi \"ich hab vorher noch kein Team trainiert\" Brehme mit Reinhard \"ich konnte früher schon nur laufen oder Beine brechen\" Stumpf?
Die Leute wollen die Wahrheit einfach nicht sehen, das ist mein Eindruck.
Solche Typen wie Miroslav Klose oder auch Georg Koch (neuerdings mit Maulkorb, denn er hat diese Missstände schon öffentlich angedeutet!) sind Ausnahmen in der Bundesliga und auch beim FCK.
Ich kann in der Bundesliga einfach nicht mehr diese heile, idealisierte Welt sehen, die sich die Fans wünschen.
Hinter dem Vorhang laufen in jedem Club ähnliche Dinge ab, wie etwa der Fall Ramzy. Und diese Vorfälle lassen uns Zuschauern einen kurzen Blick hinter die Kulissen werfen, ohne jedoch den vollen Umfang der Vorstellung zu erahnen.
Lassen wir doch Atze Friedrich den Abschluss machen, zum Fall Ramzy (sinngemäß): Wäre die FCK-Führung von Hany Ramzy früher über sein laufendes Verfahren in Kenntnis gesetzt worden, hätten entsprechende Schritte veranlasst werden können, um die Angelegenheit in andere Bahnen zu lenken. Ohne Worte...
Ich habe ein recht gutes Insiderwissen über den Verein, kenne einen Profi auch recht gut persönlich. Wie sieht das also aus, auf der Bastion Betzenberg - im Hexenkessel Fritz Walter Stadion?
Da sind erst mal die Fans: Die besten der Liga? Früher vielleicht einmal, als Stefan Kuntz und Bruno Labbadia aufopferungsvoll und noch weniger mit materialistischen Gedanken für ihren Verein kämpften. Dieser Einsatz wurde honoriert und leidenschaftlich unterstützt.
Und heute? Wie oft ist es in den letzten zwei Jahren schon passiert, dass die bestenfalls überdurchschnittlichen Leistungen der Roten Teufel spätestens zur Halbzeit mit gellenden Pfiffen begleitet wurden, wo früher noch enthusiastische Anfeuerungen durchs Stadion hallten? Vorbei. Die Leute sind verwöhnt - kritisch - einfach unzufrieden geworden. Der Mythos der uneinnehmbaren Festung schwindet von Jahr zu Jahr...
Nur noch St. Pauli, Dortmund und Schalke dahinter können von sich behaupten, wirklich loyale Fans hinter sich zu haben. Der 1. FCK immer weniger.
Ein weiteres Beispiel dieser Fehleinschätzungen sind bestimmte Spieler:
Jeff Strasser - Mit Sicherheit ist er einer der motiviertesten und ehrgeizigsten Spieler. Aber auch er wurde nach einer (meiner Meinung nach unberechtigten) Anfangseuphorie nicht mehr von den Fans getragen. Haben sie etwa wirklich die mangelnden fußballerischen Fertigkeiten des Luxemburgers erkannt? Ich will keine Denunzierung hier veranstalten, aber schauen wir uns die Fakten an, denn die zählen im professionellen Fußball: Welche Figur macht Strasser gegen wirklich starke Gegenspieler? Soll ich mit Rommedahl von Eindhoven beginnen, der ihn zum Statisten degradierte? Soll ich mit Salihamidzic fortfahren, der in schöner Regelmäßigkeit zu Torvorlagen -chancen und -erfolgen kommt? Wit wem soll ich enden? Bernd Schneider? Assamoah? Es ändert nichts an der Tatsache, dass Jeff Strasser, trotz aller Bemühungen, nie ein fußballerisches Vorbild sein sollte.
Aber er ist ein Profi mit Charakter. Im Gegensatz zu anderen ehemaligen Helden des Lauterer Publikums: Youri Djorkaeff. Was haben sie ihn verehrt! Warum ist den Leuten der Blick getrübt? Wann hat der Franzose jemals ein \"Opfer\" für seinen Verein gebracht? Er war und ist sicherlich immer noch der eiskalte Abzocker. Oder denken sie, der Welt- und Europameister, der immer noch die Dauerkarten von Inter Mailand ziert, spielte für den FCK, weil er die Westkurve so toll findet?! Oder etwa doch, weil mehrere Millionen DM am Jahresende das Konto bei der Banque de France aufbesserten? Djorkaeff, der Fußballgott, war die best bezahlteste Hure (entschuldigen sie!) der Bundesliga. Und die Fans verehrten ihn...
Das ist die Scheinwelt Bundesliga.
Ich möchte gar nicht mit dem Fall Ramzy anfangen. Nur ein weiteres Kapitel in \"Atze\" Friedrichs Lebenswerk: \"Wie führe ich einen Club ohne Linie und verliere dabei mein Gesicht?\" Bedenken sie nur eine Tatsache: Ramzy wurde entlassen, weil er seine im Vertrag fixierte Vorbildfunktion für die Jugend nicht mehr erfüllen konnte. Kann er das JETZT, nachdem das gepeinigte Opfer ihm die Absolution erteilt hat? Wer Donnerstags zum Beispiel gerade einen Herr Ramzy beim großen Baggern in diversen Lauterer Szenekneipen beobachten kann, der weiß Bescheid um den Familenmensch, um den geläuterten Musterprofi.
Lautern und seine Helden...Scheinwelt Bundesliga.
Ein Letztes noch und damit will ich mal schließen: Ich weiß Bescheid über die Trainingsmethoden von Herrn Stumpf und Herrn Brehme. Ich studiere Sport, das Trainingswissenschaft und solche Dinge beinhaltet.
Was sagen sie dazu, wenn Fußballspieler in einer Woche über 150 Kilometer Waldlauf in der Vorbereitung absolvieren? Warum bricht Kaiserslautern gegen Ende jeder Saison regelmäßig ein (auch diese, daruf wette ich!) und andere Vereine, Bayern München etwa, werden wieder stärker? Wer trainiert wohl den allgemeinen und besonders Fußball spezifischen Empfehlungen entsprechend? Der Pädagoge Hitzfeld mit dem Experten Henke oder unser Weltmeister-Andi \"ich hab vorher noch kein Team trainiert\" Brehme mit Reinhard \"ich konnte früher schon nur laufen oder Beine brechen\" Stumpf?
Die Leute wollen die Wahrheit einfach nicht sehen, das ist mein Eindruck.
Solche Typen wie Miroslav Klose oder auch Georg Koch (neuerdings mit Maulkorb, denn er hat diese Missstände schon öffentlich angedeutet!) sind Ausnahmen in der Bundesliga und auch beim FCK.
Ich kann in der Bundesliga einfach nicht mehr diese heile, idealisierte Welt sehen, die sich die Fans wünschen.
Hinter dem Vorhang laufen in jedem Club ähnliche Dinge ab, wie etwa der Fall Ramzy. Und diese Vorfälle lassen uns Zuschauern einen kurzen Blick hinter die Kulissen werfen, ohne jedoch den vollen Umfang der Vorstellung zu erahnen.
Lassen wir doch Atze Friedrich den Abschluss machen, zum Fall Ramzy (sinngemäß): Wäre die FCK-Führung von Hany Ramzy früher über sein laufendes Verfahren in Kenntnis gesetzt worden, hätten entsprechende Schritte veranlasst werden können, um die Angelegenheit in andere Bahnen zu lenken. Ohne Worte...
23 Bewertungen, 3 Kommentare
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24.08.2002, 10:58 Uhr von lalli
Bewertung: sehr hilfreichSehr gut geschrieben
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03.04.2002, 00:50 Uhr von cjsport46
Bewertung: sehr hilfreichHätt gar nicht gedacht, dass man einen Verein so kritisieren kann, vielmehr die Menschen, die dahinterstecken...Hut ab!
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11.03.2002, 23:20 Uhr von bofried
Bewertung: sehr hilfreichInteressanter Bericht. Ich war Sonntag im Ostseestadion :-) Gruß Bofried
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