3 Engel für Charlie - Volle Power (VHS) Testbericht

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ab 32,10
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Erfahrungsbericht von Joebln

"Die ist sowas von gefeuert!"

Pro:

Sexy, komisch, voller Action und geiler Musik

Kontra:

sinnleere Aneinanderreihung persiflierter Szenen

Empfehlung:

Ja

Nachdem mittlerweile die Previews von Filmen auch schon Mittwochs um 20:00 starten dürfen, komme ich auch wieder öfter in den Genuss eines Films vor allen anderen.
So saß ich nach X-men und Matrix gestern in der Preview von 3 Engel für Charlie – volle Power, dem Nachfolger des Überraschungshits aus dem Sommer 2000.

Ich war super aufgeregt und freute mich wie ein kleines Kind, denn die Ausschnitte verhießen sinnleere Action und jede Menge Spaß. Und genau so wollen wir die Engel doch auch sehen. Um so überraschter war ich, dass das Kino nicht mal zu ¼ besetzt war. Egal, um so mehr konnte ich den Film genießen:

Die Handlung:
War da eine? Ach ja, da war ja dieses Fragment, das als roter Faden die ganze Action und Komik verbinden sollte. Die Engel sind diesmal im Auftrag des FBI unterwegs und sollen zwei Titan Ringe besorgen. Auf den Ringen sind die Namen des Zeugenschutzprogramms verewigt und beide Ringe zusammen entschlüsseln sich gegenseitig.
Mal so ganz nebenbei: Derjenige, der sich diese \"Sicherheitsmaßnahme\" ausgedacht hat, gehört selber ins Zeugenschutzprogramm, damit er nicht weiter von seiner eigenen Blödheit verfolgt wird. Daran sieht man eigentlich schon, wie unwichtig Logik und Handlung in den folgenden 130 min sein werden.
Neben diesem \"Hauptplot\" gibt es noch ein paar Nebenhandlungen aus dem Privatleben der Engel. So zieht Natalie (Cameron Diaz) mit ihrem Freund Pete zusammen und das lässt die anderen beiden spekulieren, ob Nat nicht doch bald heiraten und ihren Job an den Nagel hängen wird.
Bei Alex (Lucy Liu) schneit plötzlich der Vater (John Cleese) herein. Und der hat gar keine Ahnung, was sein \"Frettchen\" so treibt, wird jedoch von Alex\' Freund (Matt LeBlanc) auf höchst fatale Weise aufgeklärt.
Und dann ist da noch Dylan (Drew Barrymore), deren Geheimnis gelüftet wird und die von einem Ex-Lover verfolgt wird, der sie und die anderen Engel umbringen will.
Mitten in diesem ganzen Chaos treffen die Engel dann auch noch auf Madison Lee (Demi Moore), die ganz offensichtlich kein Engel mehr ist. Nur – was steckt wirklich hinter der coolen Fassade?
So weit, so gut. Das reißt nun wirklich keinen vom Hocker, was hat mich denn nun begeistert?

Die Umsetzung!
Bereits in der Ankündigung durch den Verleih hieß es, dieser Film würde seinen Vorgänger in Tempo, Action und Witz bei weitem übertreffen. Und das war zwar noch untertrieben, aber leider erreicht auch die Sinnleere völlig neue Dimensionen.
Richtig, der Film ist ein Feuerwerk an Erotik, Action, Humor und dabei so rasant, dass eine Achterbahnfahrt dagegen wie ein Spaziergang erscheint. Und ich denke, um wirklich alles mitzubekommen, muß man ihn bald zwei Mal gesehen haben.
Aber Achtung! Der Film ist \"nur\" eine einzige Persiflage auf bekannte Action- und Comedystreifen. Man hangelt sich durch eine Aneinanderreihung bekannter Szenen und übertreibt diese dann noch so maßlos, dass ich einige Male nur breit grinsen und den Kopf schütteln musste.
Als Beispiele sind da Bond, Matrix, Spiderman, Flashdance, Terminator, Hulk, Batman, Ally McBeal und und und zu nennen. Und wer sich wieder Erwarten langweilt, kann ja lustiges Filmeraten machen.

Ganz ausgezeichnet haben mir die Choreografien der Kampfszenen gefallen: Da wird getreten, geboxt, gewirbelt, geflogen, gerutscht und gehandkantet, was das Zeug hergibt. Das Ganze allerdings in so überdrehter Comicform, dass man (zumindest als Erwachsener) die Gewalt nur als Mittel zum Zweck erkennt. Es gibt glücklicherweise weder Ekel- noch Brutaloszenen, obwohl man sich bei einigen Szenen im Zusammenspiel mit den herrlich passenden Geräuschen schon gerne mal wegdrehen würde.

Die Tricktechnik liegt teilweise leider unter dem was \"state of the art\" ist. Aber auch hier kann man die manchmal zu plumpen Computereinstellungen verzeihen, wenn man sich von vornherein bewusst macht, dass eigentlich NICHTS in diesem Film in Realität so passieren könnte.

Schauspieler:
Doch das eigentlich göttliche Vergnügen an diesem Film sind die Schauspieler. Insbesondere die 3 Mädels hatten ein wirklich sichtbares Vergnügen, zusammen zu spielen und den Film auf die Leinwand zu bringen. Sie spielen einfach völlig entspannt und vergnügt, sind frech, wandlungsfähig, sexy, hart und doch zugleich auch weiblich – und vor allem ein perfektes Team.

Sehr gute Unterstützung finden die 3 bei John Cleese, der eigentlich aus jeder noch so winzigen Rolle was herausholen kann, Matt LeBlanc, der jedoch nur seine Friends Rolle weiterspielt und Bernie Mac als neuem Bosley (Bill Murray soll die Sache nach Dauerstreits mit Lucy geschmissen haben).

Doch so richtig garniert wird das Ganze durch zahlreiche Cameo Auftritte mehr oder weniger bekannter und mehr oder weniger gut erkennbarer Stars. Für alle, die sich also immer noch langweilen, neben dem Filmrätsel kann man auch rätseln in welchen Szenen z.B. folgende Stars zu finden sind: Bruce Willis, Carrie Fischer, Jacklyn Smith oder Pink!.

Musik
Die Musik ist wieder obergenial! Sie besteht aus einem knalligen Mix quer durch die Stilrichtungen (Irene Carrar bis The Prodigy) und Jahrzehnte (Brian Wilson bis Pink!). Dabei wechselt die Musikuntermalung so schnell wie die Schnitte und der gesamte Soundtrack dürfte nur auf eine DoppelCD passen.

Fazit:
Der Sommerhit des Jahres! Drei Engel für Charlie: volle Power ist ein sinnleerer rasanter sexy Comic, der alle begeistern wird, die auf blöde Sprüche, viel nackte Haut und noch mehr Action stehen und es verstehen, ihr Gehirn an der Kinokasse abzugeben (nicht vergessen, hinterher wieder abzuholen).
Allen andern bleibt nur der geniale Soundtrack und lustiges Szenenraten.

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