Abszesse Testbericht
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Erfahrungsbericht von Nurse20
Abszesse - muss nie wieder sein!
Pro:
-
Kontra:
Schmerzen, Operation!
Empfehlung:
Nein
1. Abszess - was ist denn das?
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Abszesse sind Eiteransammlungen im Gewebe. Duch "Gewebseinschmelzungen" entsteht ein zu allen Seiten geschlossener Gewebshohlraum, in dem sich dann unter anderem Eiter befindet. Verursacht werden diese Abszesse meist durch eine Infektion mit Staphylokokken oder Streptokokken (Bakterien).
Typische Symptome sind: Klopfende Schmerzen an der betroffenen Stelle; Entzündungszeichen (Rötung, Schwellung, Erhitzung, Schmerzen, Funktionseinschränkung) an der betroffenen Stelle; und Fluktuation (Wellenförmige Flüssigkeitsbewegungen bei lokalen Flüssigkeitsansammlungen).
Bevorzugt findet man Abszesse unter den Achseln, in den Leisten oder im Bereich des Steißbeines.
Therapiert werden sie z. B. mit "Zugsalben", z.b. Ilona-Abszess-Salbe, mit Antibiotika und chirurgischen Verfahren (Eröffnung oder Entfernung des Abszesses).
2. Wie sieht sowas aus?
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Wie ich schon erwähnte ist so ein Abszess meist eine rote Beule, bei der man merkt, wenn man leichten Druck ausübt, dass sich darunter etwas bewegt. Oft ist diese Beule sehr warm und schmerzt.
3. Meine Erfahrungen
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Nun, wie bestimmt einige von Euch auch, hatte ich schon öfters mal Abszesse im Bereich der Achselhöhlen, besonders im Sommer wenn ich vermehrt geschwitzt habe. Meist sind sie nach ca. 1-2 Wochen von selbst verschwunden, doch wenn das nicht der Fall war bekam ich vom Arzt alle 1-2 Tage Verbände mit Ilona - Abszess - Salbe, woraufhin die Abszesse dann nach ca. 1-2 Wochen auch verschwanden.
Doch diesmal war alles anders: Anfang März 2006 stellte ich unter meiner rechten Achseln einen recht kleinen, schmerzfreien Abszess fest. Ich dachte mir nichts dabei, denn ich ging davon aus, dass er, wie so oft, eh von selbst verschwinden würde.
Doch um den 10. März rum war der Abszess immer noch da, und er war ums Doppelte gewachsen, sehr heiß und so schmerzte auch zunehmend. Auch beim Arbeiten hatte ich mittlerweile echte Probleme, da ich meine Arme in meinem Beruf als Altenpflegerin ja doch ständig benutze!
So weit, so gut. Ich ging dann also doch zum Arzt, der mir dann Ilona - Abszess - Salbe verschrieb und mich bat am 16. März wieder zu kommen. Gut, also habe ich mir dann 6 Tage lang jeden Morgen vor Arbeitsbeginn einen frischen Salbenverband gemacht.
Dann am 16. März beim Arzt war leider noch keine Besserung eingetreten, der Abszess war weiter gewachsen (was auch gut sein kann, denn es wäre möglich gewesen dass er durch die Zugsalbe wächst und dann von selbst aufgeht und sich entleert).
Gut, dann noch eine Woche das gleiche Spiel. Am Donnerstag, dem 23.3.06 saß ich dann Nachmittags wieder beim Arzt. Der Abszess war weiter gewachsen und schmerzte bzw. belastete mich doch sehr.
Da ich nun doch eine ziemlich dicke Beule unter der rechten Achsel hatte, schickte mich meine Ärztin nun zum Krankenhaus (Es war bereits 18 Uhr, die ansässigen Chirurgen hatten schon geschlossen), wo sie mir laut ihrer Aussage den Abszess aufschneiden würden, damit sich der Eiter entleert.
Gesagt, getan. Um ca. 20 Uhr saß ich also allein im Warteraum der chirurgischen Ambulanz im Krankenhaus.
Ein freundlicher Arzt, der sich dann meinen Abszess angeschaut hatte, erklärte mir dann, dass es nun 2 Möglichkeiten gäbe:
1) Er würde den Abszess nun aufschneiden, damit der Eiter abfließen kann und ich weniger Schmerzen habe, aber ich müsse am anderen Morgen nüchtern wiederkommen, damit man mir evtl. das gesamte erkrankte Gewebe unter Vollnarkose wegschneiden kann.
2) Er schneidet den Abszess nicht auf und ich komme am nächsten Morgen nüchtern wieder, damit das Gewebe entfernt wird.
Ich entschied mich für die 1. Variante, da ich die Schmerzen loswerden wollte und die Wahrscheinlichkeit, dass ich operiert werden müßte, wesentlich geringer war. Gut, nun meine Erfahrungen zum Aufschneiden:
Da man bei einer solchen Entzündung keine lokalen Betäubungsmittel spritzen kann, sprühte die Krankenschwester Eisspray unter meine Achsel, während der Arzt mit einem Skalpell den Abszess aufschnitt. Davon habe ich auch wirklich nicht viel gemerkt. Doch, die nächsten ca. 5 Minuten, in denen der Arzt den Abszess ausdrückte, waren die echte Hölle für mich. Es entleerte sich viel Eiter und Blut und das “Rumdrücken” auf der entzündeten, nicht betäubten Stelle (Das Eisspray konnte nur zum Schneiden verwendet werden) tat höllisch weh, so dass mir immer noch die Tränen liefen, als ich schon draußen stand und auf meine Schwägerin wartete, die mich abholte.
In der Nacht auf den Freitag hatte ich schon viel weniger Schmerzen und so ging ich am Morgen, diesmal mit meinem Freund, zur Kontrolle in die Chirurgische Ambulanz.
Dort untersuchte mich eine Ärztin und sagte mir dann, dass man den Abszess doch unter Vollnarkose chirurgisch entfernen müsse, doch da er ja nur recht klein sei, könne ich wohl am Samstag schon wieder nach Hause gehen.
Okay, also wartete ich mit meinem Freund in meinem “Krankenzimmer” darauf, dass man mich in den OP bringen würde. Um ca. 14: 30 Uhr war es dann soweit.
Ich wurde in den OP gebracht, wo man mich direkt ans EKG etc. anschloss. Um etwa 14:50 Uhr war ich dann “eingeschlafen”.
Als ich um ca. 16:10 Uhr wieder wach wurde hatte man mich gerade in mein Bett gelegt und brachte mich in den Aufwachraum. Die Schmerzen waren erträglich, nur zitterte ich am ganzen Leib. Man sagte, dass sei nach einer Narkose häufig und ich bekam etwas dagegen. Eigentlich war ich auch nur böse, dass man mich einfach aus meinen schönen Träumen gerissen hatte. J
Um ca. 17:20 brachte man mich dann wieder in mein Zimmer, wo mein Freund schon auf mich wartete. Essen und trinken durfte ich noch nicht und mit dem Aufstehen musste ich auch noch warten.
Um etwa 19 Uhr kam dann endlich eine Schwester, die meinen Blutdruck und den Puls kontrollierte, mir ein Schmerzmittel und eine Anti - Thrombose - Spritze gab, mir beim Umkleiden half und mich dann zur Toilette brachte.
Um ca. 20 Uhr bekam ich dann was zu essen, rauchte noch eine Zigarette und ging dann todmüde ins Bett.
Samstag morgen wurde ich dann sehr früh von einer Ärztin geweckt, die Blut abnahm. Ehe sie ging sagte sie:” So Mitte der Woche können sie dann wohl nach Hause gehen”...... Hä?, dachte ich nur, ich gehe doch heute. Egal, unter mittelstarken Schmerzen und mit dem Gefühl einen tonnenschweren rechten Arm zu haben wusch ich mich dann und zog mich an, packte die paar Sachen, die ich dort hatte und wartete.....
Bis um ca. 10 Uhr die Ärztin kam, die mich am Vortag aufgenommen hatte. Sie sagte mir dann auch, dass ich erst Mittwoch oder Donnerstag gehen könne, da der Abszess wesentlich größer als erwartet war. Danach entfernte sie den Verband. In dem “Loch” in meiner rechten Achsel befand sich eine Tamponade, die sie dann auch entfernte. Ich sage nur: AUA; AUA!
Danach sollte ich mich vor den Spiegel stellen und mir das Ganze mal ansehen. Was ich da sah, schockierte mich erst mal nur: In meiner rechten Achsel sah ich ein ca. 8 cm langes, 10 cm breites und ca. 12 cm tiefes Loch, bei dem man unten schon die Muskeln sehen konnte.
Unter starken Schmerzen (man versprach mir, dass ich am nächsten Tag vorher ein stärkeres Schmerzmittel bekam) stopfte man mir dann 2 Kompressen, jeweils 10x10 cm groß, in Octenisept (Schleimhautdesinfektionsmittel) getränkt, in das Loch und klebte ein großes Pflaster darüber.
Nur zur Erklärung: Die Wunde sollte sekundär verheilen, d.h. sie wurde nicht vernäht, sondern offen belassen, so dass die Wunde von unten nach oben granuliert (Heißt dass sich neues Gewebe bildet).
Nun gut, die nächsten Tage vergingen (wenn auch sehr langsam) und ab Montags mußte ich die Wunde täglich unter der Dusche mit klarem Wasser ausduschen, was eine Überwindung, sehr unangenehm und schmerzhaft war.
Nach einer langen Diskussion mit der Ärztin durfte ich dann am Mittwoch, den 29.3.06 das Krankenhaus verlassen (Sollte bis zum Freitag bleiben). Ich solle aber am nächsten Tag zur Kontrolle in die Chirurgische Ambulanz kommen.
Gesagt, getan. Von nun an musste ich die Verbände dann selbst zu Hause machen, damit ich nicht jeden Tag ins Krankenhaus kommen mußte. Ich muss zugeben, dass dies am Anfang sehr schwer für mich war, doch man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles.
Alles lief wunderbar, die Wunde verheilte, wenn auch recht langsam.
Bis zum Donnerstag, den 6.4.06.... Beim Duschen bemerkte ich einen leicht schmerzenden Abszess in der linken Achsel. Nun, heute war eh wieder ein Krankenhaus - Besuch angesagt, wo ich direkt die bekannte Ilona - Abszess - Salbe bekam. Am Montag, den 10. 4. 06 sollte ich wieder kommen, wo man mir direkt einen ambulanten OP - Termin für den folgenden Tag gab.
Am nächsten Tag also wieder nüchtern - wieder das gleiche Spiel, nur dass ich diesmal tatsächlich noch am selben Tag gehen konnte. Der Abszess hatte zwar wieder mal tief gesessen, war aber lange nicht so groß und breit wie der letzte.
Nun ja, ich musste dann noch etwa 4 Wochen zu den Kontrollen ins Krankenhaus, bis man mich endlich an den Hausarzt verwies.....
4. Wie geht es mir jetzt?
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Endlich sind beide Wunden verheilt, nur meine Blutwerte sind noch recht schlecht. Die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) die im Normalfall bei etwa 4000 bis 10000 pro mm3 Blut liegen, liegen bei ca. 17700 pro mm3 Blut, was für eine Entzündung spricht und an einigen Tagen in der letzten Zeit hatte ich eine erhöhte Körpertemperatur von ca. 38 bis 39 C. Da meine Ärztin (Gott sei Dank) nicht schon wieder schneiden (lassen) will, warten wir jetzt noch den Rest des Monats ab, aber das wichtigste dabei ist, dass ich die Schmerzen los bin. J
21 Bewertungen, 10 Kommentare
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17.01.2007, 22:12 Uhr von campimo
Bewertung: sehr hilfreich(¯`*•.¸(¯`*•.¸ SH & LG ¸.•*´¯)¸.•*´¯)
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02.06.2006, 14:04 Uhr von Schattenesserin
Bewertung: sehr hilfreichIch habe solche Abszesse auch immer unter der linken Achsel (ist schon narbenübersäht *lach*) und im Intimbereich. Dort wurde es mir auch einmal herausgeschnitten. Ich konnte danach kaum laufen, sollte aber auch weiter arbeiten gehen. Das war die Hölle! AU
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01.06.2006, 01:26 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLieben Gruss, Manuela :o))
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23.05.2006, 17:07 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichmn oh man, was so ein kleines Teil doch verursachen kann, da kann ich mir Vorstellen, so ein riesen Loch, und dass auch noch von unten nach oben verheilen muss. Krass. zum Glück hab ich da keine Probleme mit. lg Alan
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23.05.2006, 16:13 Uhr von superlativ
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht! Hat Spaß gemacht, ihn zu lesen! Liebe Grüße Superlativ
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23.05.2006, 02:40 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreich°°°°SEHR HILFREICH°°°°LG°°°°ANJA°°°°
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23.05.2006, 01:21 Uhr von topware2002
Bewertung: sehr hilfreichSH-------oOO--(_)--OOo----------
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22.05.2006, 21:27 Uhr von bodspy
Bewertung: sehr hilfreich* * * SH * * * Liebe Grüße.. RenÖ ;o
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22.05.2006, 21:21 Uhr von marina71
Bewertung: sehr hilfreichLeidvolles Thema, mein Mann hat auch Probleme damit, wg.Morbus Chron...
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22.05.2006, 21:14 Uhr von Mogry1987
Bewertung: sehr hilfreichHört sich nicht gerade toll an o_O
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