Aeroflot Testbericht

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Erfahrungsbericht von LoMei

Mit Aeroflot nach Sibirien und Mittelasien

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nach Sibirien und in die Oasenstädte an der alten Seidenstraße führte eine unserer interessantesten Reisen. Sie liegt nun 10 Jahre zurück. Die Volkshochschule Landau hatte sie über die staatliche damals noch sowjetische Organisation Intourist geplant und in Zusammenarbeit mit Aeroflot durchgeführt.


INHALT

1. Von Frankfurt nach Moskau
2. Von Moskau über Omsk nach Irkutsk
3. Von Irkutsk nach Bratsk
4. Von Bratsk über Krasnojarsk nach Nowosibirsk
5. Auf den Flughäfen in Nowosibirsk
6. Von Nowosibirsk nach Alma Ata
7. Von Alma Ata nach Taschkent
8. Von Taschkent nach Buchara
9. Von Samarkand nach Moskau
10. Von Moskau nach Frankfurt
11. Fazit


1. VON FRANKFURT NACH MOSKAU

Es begann am 15. September 1990. Das Einchecken wurde trotz Überlastung des Schalterpersonals in der vorgesehenen Zeit abgewickelt. Beim Einsteigen gab es Verzögerungen. Auf dem Rollfeld stand ein Wagen mit unserem Gepäck. Es wurde abgeladen. Jeder musste seine Koffer identifizieren, woraufhin sie wieder aufgeladen und ins Flugzeug verfrachtet wurden. Ein Koffer blieb stehen, weil in Passagier krankheitsbedingt ausgefallen war. Die Klärung dieser Situation brachte Verzögerungen. Der Abflug des Großraumflugzeuges Iljuschin 86 sollte um 12:45 Uhr erfolgen. Um 14:30 Uhr ging es los. Wir saßen hinten. Die Sitze machten einen etwas reichlich lädierten Eindruck. Mein Sitz hatte keinen Gurt. Es war laut. Weil vor uns niemand saß, konnten wir unsere Beine hochlegen. Einige aus unserer Gruppe meinten, sie säßen in einem Seelenverkäufer.

Nach 2½ Stunden Flugzeit, d.h. um 17:00 Uhr erreichten wir den Flughafen Tscheremetjewo im Westen von Moskau. Die Uhr wurde um 2 Stunden auf 19:00 Uhr vorgestellt. Pass- und Zollabfertigung waren problemlos. In der Halle erwartete uns Ina, die in den nächsten 2 Wochen unsere Reiseleiterin sein würde. Weil das Gepäckförderband defekt war, musste ein Teil unserer Gruppe etwa 1 Stunde auf die Koffer warten. Den anderen wurde geraten, ihre Koffer eng zusammen zu stellen und einen dichten Kreis um sie herum zu bilden, damit niemand in Versuchung gebracht würde, einen an sich zu nehmen. Schließlich ging es mit dem Bus vom Flughafen nach Moskau hinein. Die Entfernung vom Flughafen bis in die Stadtmitte beträgt ungefähr 40 Kilometer.
Wir passierten unterwegs ein Denkmal, das die Form einer Straßensperre hat. Bis hierher waren im 2.Weltkrieg die deutschen Panzer unter General Guderian vorgestoßen, und hier begann der Rückzug der deutschen Wehrmacht.


2. VON MOSKAU ÜBER OMSK NACH IRKUTSK

Am nächsten Morgen wurden wir um 07:00 Uhr geweckt. Die Steckdose für den Rasierer ging nicht, aber die für den Staubsauger hatte Saft. Im Schnellverfahren wurde gefrühstückt. Beim Verlassen des Frühstücksraumes sahen wir, dass neben dem Tischbein des Nachbartisches eine tote Maus lag. Wir fuhren durch das am Sonntagmorgen nicht sehr geschäftige Moskau. Unterwegs fiel uns auf, dass Geschäfte und ein Markt geöffnet waren. Wir fuhren durch Trabantenstädte mit Hochhäusern zum Flughafen Domdjedowo. Er liegt 51 Kilometer südöstlich von Moskau.
Ina machte die Abfertigung für uns klar. Wir saßen, schlenderten und standen inzwischen in einem Warteraum herum. Es herrschte ein unheimlicher Schmutz. Eine korpulente Dame „putzte“ den Raum. Sie trug einen Eimer voll Schmutzwasser mit sich. Ab und zu tauchte sie einen Lappen hinein und wischte auf dem Boden zwischen den Bänken und Tischen herum. Das Wasser wurde nie gewechselt. Hin und wieder rückte sie die Möbel beiseite. Dann mussten die darauf schlafenden Fluggäste aufstehen.

Pünktlich um 11:00 Uhr startet unsere Maschine. Es ist eine Tupolew 154. Vor dem Start wurden über Mikrofon Sicherheitshinweise gegeben. Das Anschnallen wurde nicht kontrolliert. Ich saß am Fenster. Die Sonne brannte durch die Fenster herein. Draußen war es gleißend hell. Es sah aus, als wäre die Wolkendecke unter uns eine weiße Eis- oder Schneelandschaft, auf der große und kleine flauschige Wattebälle lägen. Ab und zu gab ein Loch in den Wolken den Blick frei auf eine flache Landschaft. Man sah Felder, Ortschaften und Straßen.
Nach 2½ Stunden Flugzeit landeten wir in Omsk. Wir stiegen aus und gingen über das Rollfeld. Es wehte ein kühler Wind. Man bat uns in das Flughafenrestaurant. Hier war eine 40 Minuten lange Pause vorgesehen. Um 15:30 Uhr ging es weiter. Omsk und der leuchtende Verlauf des Irtysch blieben unter uns zurück. Es ging durch die Wolkendecke hindurch in den strahlenden Sonnenschein zurück.
Nach einer Weile hörte die Wolkendecke auf. Unten lag offenes Land. Das musste die Taiga sein. Man sah Wasserläufe, Waldstücke, oft nur Baumgruppen, ebene Flächen, vielleicht Heide oder Moor. Dann kam ein größerer See. Und noch einer, der scheinbar in den ersten überging. Dann immer wieder kleine kreisrunde oder halbrunde Seen. Ganz selten Zeichen von Siedlungen. Dann schloss sich die Wolkendecke wieder, und der Blick nach unten war versperrt.
Um 16:20 Uhr wurde ein Päckchen Keks und eine Schale dünner Kaffee serviert. Draußen ging die Sonne unter. Zuerst wurden die Wolkentäler dunkel, nur die höher fliegenden Wolkenfetzen waren rötlich hell angestrahlt. Dann wurde die Farbe des Wolkenmeeres dunkelblau, fast blauschwarz. Der Himmel über uns und im Osten war dunkelblau und hinter uns hellblau. Es ging alles ganz schnell. Unter uns mochte Nowisibirsk am Ob liegen.
Die Wolken unter uns wechselten ihre Farbe in milchig blau. Über uns war es an der Horizontlinie dunkelblau und darüber hellblau bis grau. Dann kam eine Waschküche. Um 17:00 Uhr Bordzeit war es absolut dunkel. Hinter uns im Westen war am Horizont noch ein dünner hellblauer Streifen zu sehen. Kurze Zeit später war es ganz schwarz.
Um 17:45 Uhr landeten wir in Irkutsk. Es folgte wieder langes Warten, bis das Gepäck ausgeladen war. Dann wurde es kunstvoll in einen Bus verstaut, der uns zum Baikalsee brachte.
Dort verbrachten wir zwei herrliche Tage.


3. VON IRKUTSK NACH BRATSK

Für Irkutsk war leider nur ein Tag eingeplant und keine Übernachtung vorgesehen. Nach dem Abendessen im Hotel Intourist ging es mit dem Bus zum Flughafen. Unsere Gruppe wurde geteilt. Zwei Maschinen (Taiga-Jets mit 3 Triebwerken für 30 Passagiere) sollten uns nach Bratsk bringen. Zwei Drittel (23 Personen) flogen mit der ersten und ein Drittel (12 Personen) mit der zweiten Maschine Es handelte sich um kleine Düsenjets mit je 32 Sitzplätzen. Wir starteten um 21:00 Uhr. Als wir über die Wolken kamen, sah man im Westen gerade noch einen schmalen Streifen Abendrot.
Der sehr ruhige Flug dauerte 1 Stunde und 10 Minuten. Vor der Landung sah man von oben sehr gut die Lichter von Bratsk. Nach der glatten Landung fuhr uns ein Bus vom Rollfeld in das Flughafengebäude. Die ersten zwei Drittel unserer Gruppe begrüßten das letzte Drittel bei deren Ankunft mit lautem Hallo.
Im 40 km entfernten Hotel warteten wir recht lange auf das Gepäck. Als die Koffer schließlich eintrafen, waren die meisten Namensschilder nicht mehr dran.
In Bratsk gab es am 19.9.90 ein sehr gedrängtes Programm. Irgendwann zwischendurch wurde uns mitgeteilt, dass unsere Reisegruppe für den Weiterflug nach Nowosibirsk für ein Flugzeug zu groß sei. Deshalb wurde sie erneut geteilt. Ina sollte mit 9 Personen voraus fliegen. Die anderen sollten mit einem späteren Flugzeug nachkommen und konnten den Nachmittag noch in der Taiga bei Bratsk verbringen. Wir gehörten zum Voraustrupp.


4. VON BRATSK ÜBER KRASNOJARSK NACH NOWOSIBIRSK

Also fuhren wir 10 Leute unter Inas Leitung zum Flughafen Bratsk und starteten um 16:15 Uhr mit einer propellergetriebenen zweimotorigen Antonow 24. Wir saßen in der Mitte und hatten die Motoren draußen vor dem Fenster direkt neben uns. Es war ziemlich laut. Die Maschine vibrierte ganz anders als die Düsenjets. Um 17:15 Uhr landeten wir zum Auftanken in Krasnojarsk. Alle Passagiere verließen die Maschine und standen auf dem Rollfeld. Es wehte ein kühler Wind. In Bratsk hatte das Thermometer nachts -2°C angezeigt. Jetzt tagsüber lag die Temperatur bei 12 - 15°C. Nach 1¼ Stunden starteten wir wieder. Die Reisehöhe lag immer gerade über der Wolkendecke.


5. AUF DEN FLUGHÄFEN IN NOWOSIBIRSK

Um 19:35 Uhr landeten wir bei Nieselregen auf nasser Rollbahn in Nowosibirsk. Es war ungemütlich. Die Uhr wurde eine Stunde zurückgestellt. Im Flughafengebäude, das wie ein mittegroßer Bahnhof aussah, wurde unsere Ankunft mit etwas Verwunderung aufgenommen. Ina erkundigte sich nach unserem bestellten Abendessen und erfuhr dabei, dass wir uns auf dem falschen Flugplatz befanden. Zusammen mit der Flughafenleitung in Gestalt einer energischen und engagierten Dame mittleren Alters telefonierte sie in halb Russland herum. Wir bewachten indessen unser Gepäck und kauften uns in einer privat geführten Bar Gebäck und Wurst, die aussah wie der Schwartenmagen in der Pfalz. Die Sachen schmeckten gut. Ein Herr in unserer Reisegruppe hatte in sowjetischer Kriegsgefangenschaft russisch gelernt. Über ihn war es uns möglich, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Es war gut, einen zweiten Dolmetscher zu haben.
Irgendwann erschien Ina mit der Flughafenleiterin und berichtete, dass die Möglichkeit bestünde, mit einem Linienbus quer durch die ganze Stadt zu dem Flughafen zu fahren, auf dem wir hätten landen sollen. Also schleppten wir unsere Koffer aus dem Flughafengebäude, das wie eine Bahnhofshalle aussah, durch die Wasserpfützen über den Vorplatz zum Autobus und stapelten sie auf den hinteren Sitzen. An der nächsten Ecke war die erste Haltestelle. Dort warteten viele Menschen. Der Bus war sofort voll. Alle Sitzplätze waren besetzt und im Gang standen die Leute dicht an dicht. Zum Teil hingen sie halb über den Sitzenden. Die Fahrt durch die Stadt dauerte etwas über eine Stunde. An den Haltestellen gab es jedes Mal einen Kampf um die Tür. Aber dabei gingen alle sehr rücksichtsvoll miteinander um. Da der Schaffner vorne eingekeilt war, reichten die Neueingestiegenen ihr Fahrkartengeld von Hand zu Hand nach vorn. Fahrkarte und Wechselgeld wurden auf gleiche Weise zurück gereicht. Weinende Kinder bekamen von uns einen Drops oder etwas ähnliches. Eine Frau vor uns kam gerade von einem Besuch aus Alma Ata zurück und berichtete, dort lägen die Temperaturen bei 28°C. Ein Lichtblick.
Nach über einer Stunde kamen wir auf dem anderen Flughafen an und gingen in eine große Halle. Dort lagen überall Menschen auf Bänken oder auf einem Stück Zeitung am Boden und schliefen. Andere saßen zusammengekauert auf einer Bank oder irgendwo in einer Ecke. Es erinnerte mich etwas an eine Nacht im Januar 1945, die wir während unserer Flucht aus Pommern auf dem Bahnhof von Stettin verbracht hatten. In der Halle standen Gruppen beieinander, und in den Gängen drängelten ständig Menschen aneinander vorbei. Wir schleppten unsere Koffer in den Warteraum für den internationalen Flugverkehr. Dort waren wir Gäste von Tatjana und aßen frischgestrichene Wurst- und Käsebrote. Dazu gab es Kaffee. Tatjana weihte uns in die Geheimnisse der „Russischen Rechenmaschine“ ein und ließ uns mit den Kugeln auf der Drahtstange üben. Als wir den Frühstücksraum gerade verlassen hatten, gab es ein großes Hallo. Der Rest der Gruppe war angekommen. Wir tauschten unsere Reiserfahrungen aus. Die anderen staunten über unsere Erzählungen. Eigenartigerweise war im Flugzeug der zweiten Gruppe noch für fünfzehn Personen Platz gewesen.

Jetzt wurde mitgeteilt, dass in einem nahegelegenen Gästehaus für Aeroflot-Piloten 28 Schlafplätze für uns frei wären. Wir marschierten dorthin und wurden Männlein und Weiblein durcheinander in Vierbettzimmer eingewiesen. In den Zimmern war alles auf das einfachste eingerichtet. So etwas kannte niemand von uns. Die Toiletten waren in einem Zustand, den ich nicht beschreiben möchte.

Nach etwa 2 Stunden "Nachtruhe", es können auch 3 gewesen sein, ging es (20.9.90) zurück zum Flughafen. Dort ereignete sich das übliche: Warten, Koffer abgeben, warten, aufgerufen werden zur Körper- und Handgepäckkontrolle, durch die Sperre gehen, warten, Bus besteigen, zum Flugzeug gefahren werden, einsteigen, starten.


6. VON NOWOSIBIRSK NACH ALMA ATA

Ich bekam einen Fensterplatz. Draußen war es dunkel. Als die Wolken durchflogen waren, sah man, dass der Himmel im Osten rot wurde. Die Sonne schob sich langsam und dann immer schneller über den Wolkenhorizont. Die Wolkendecke war dicht. Es gab Frühstück in der Maschine. Langsam lockerte sich die Wolkendecke. Im Dunst wurde der Boden sichtbar. Unten lag welliges Land und links hohe Berge. Nach einiger Zeit wurden die schneebedeckten Berge (Hien Schan) der Grenze zu China sichtbar. Wir überflogen den Balchaschsee. Kurz darauf wurde die Landung in Alma Ata angekündigt. Es ging wie immer glatt hinunter.

Die Maschine kam nicht weit vom Gebäude für die internationalen Fluggäste zum Stillstand. Ein Bus brachte uns ins Hotel. Dort gab es noch einmal ein deftiges Frühstück. Es kann des guten auch einmal zu viel sein.
In Alma Ata erwartete uns ein ausgefülltes Tagesprogramm. Am Abend des selben Tages würde es weiter gehen.


7. VON ALMA ATA NACH TASCHKENT

Nach einem gemütliche Abendessen waren wir um 21:00 Uhr wieder wir auf dem Flughafen und um 22:30 Uhr hob die Maschine ab. Es war ein ganz großer Flieger.
Der Flug dauerte 1½ Stunden. Um 23:45 Uhr waren wir in Taschkent. Die Uhr wurde wieder eine Stunde zurückgestellt.
Draußen vor dem Flughafen war nun wirklich orientalisches Leben. Die Leute bewegten sich anders. Sie saßen im Kreis in der Hocke und redeten miteinander. Wir gingen im Gänsemarsch durch viele Menschen hindurch zu einem Busplatz. Keiner von uns hatte mehr das Gefühl in Russland zu sein. Mit uns war eine englische Gruppe angekommen. Nacheinander trafen wir im Hotel "Usbekistan" ein. Wir erhielten unser Zimmer und warteten dann ungefähr 2½ Stunden etwas genervt in der Halle auf unsere Koffer. Die Strapazen von zwei intensiv gelebten Tagen (Bratsk, Krasnojarsk, Nowosibirsk, Alma Ata, Taschkent) ohne richtige Nachtruhe waren jedem anzumerken.


8. VON TASCHKENT NACH BUCHARA

Nach einem wieder sehr ausgefüllten Tag in Taschkent (21.9.90) erfuhren wir beim Abendessen, dass die Abreise nach Buchara um einen Tag vorverlegt wird. Der Aufbruch am nächsten Morgen klappte fast nach Programm. Um 07:20 fuhren wir zum Flughafen. Dort erwartete uns das Frühstück. Es waren mehrere Tische für uns gedeckt. Der letzte Tisch bekam kein Brot mehr, aber was soll's. Es wurden eben Reste aus dem Koffer verzehrt.
Um 09:00 Uhr starten wir mit einer Propellermaschine. Der Flug dauerte 1 Stunde und 20 Minuten. Unter uns lag eine gelbbraune Wüstenlandschaft. Zweimal sah man einen aufgestauten See und manchmal eine kleine Siedlung. Dazwischen Bewässerungskanäle und Bewässerungsleitungen. Vor Buchara wurde es unten grün und die Besiedelung dichter. Das Bewässerungsnetz wurde ebenfalls dichter. Nach der glatten Landung gab es Applaus. Wir gingen durch einen Weinlaubengang vom Rollfeld, besteigen einen klimatisierten Bus und waren sehr schnell im "Hotel Intourist".

Nach einem sehr interessanten Aufenthalt in Buchara fuhren wir dann in einem Bus auf der alten Seidenstraße nach Samarkand. In beiden Städten wurde ein ausgewähltes Programm abgewickelt und trotzdem genügend freie Zeit für eigene Erkundungen gelassen. Es war eine tolle Zeit. Aber das ist eine eigene Geschichte.


9. VON SAMARKAND NACH MOSKAU

Am 27. September 1990 brachte uns ein Bus nach dem Abendbrot zum Flughafen.
Um 21:00 Uhr starten wir. Im Flugzeug gab es ein kleines Abendbrot und einen "Basar über den Wolken". Der Flug dauerte 4 Stunden.
Bei der Ankunft in Moskau (01:00 Uhr) wurde die Uhr 1 Stunde zurückgestellt. Also war es erst 00:00 Uhr. Nach der sehr zivilisierten Busfahrt in die Stadt und dem obligatorischen Einchecken wurde es 02:00 Uhr. So gegen 03:00 Uhr lagen wir im noblen Hotel "Kosmos" in den Betten.
Am folgenden Tage gab es interessante Begegnungen mit Moskau.


10. VON MOSKAU NACH FRANKFURT

Samstag, 29. September 1990 ging es mit einer Iljuschin 86 heimwärts. Es war ein herrlicher Flug. Wir überflogen Warschau und Prag. Über der Tschechoslowakei riss die Wolkendecke auf. Wir sahen Felder, kleine Dörfer, Fabrikschornsteine, manchmal Kühltürme. Etwa beim Überfliegen der tschechisch-deutschen Grenze ging die Maschine von 10 000 m herunter auf eine niedrigere Flughöhe. Unter uns waren die Windungen des Mains zu sehen. Im Norden guckten die Höhen des Vogelberges aus dem Dunst. Gegen 13:00 Uhr Moskauer Zeit landeten wir ausgesprochen weich in Frankfurt. Die Uhr wurde um 2 Stunden auf 11:00 Uhr zurückgestellt.


11. FAZIT

Das waren 2 sehr ausgefüllte Wochen mit vielen neuen Eindrücken. Wir haben viele Flugkilometer gemacht, einige Zeitzonen überschritten und die Aeroflot ein wenig kennen gelernt. Wir haben uns immer sicher gefühlt. Gewiss gab es beim Vergleich mit Lufthansa, KLM, British Airways oder anderen Linien, die wir kannten, Unterschiede. Die Inneneinrichtung war nicht immer in einwandfreiem Zustand und die Sanitäreinrichtungen oft ausgesprochen "gewöhnungsbedürftig", aber die Technik der Flugzeuge und das fliegerische Können der Piloten gaben zu keiner Zeit Anlass zur Besorgnis. Alle, die dabei gewesen sind, denken gerne an diese Zeit zurück.
Inzwischen gibt es die Sowjetunion nicht mehr. Wer diese Reise heute machen möchte, müsste viele Grenzen überschreiten und hat es mit selbständigen Staaten zu tun.
Wer das nicht scheut, wird viele interessante Dinge sehen und Ungewohntes erleben.

13 Bewertungen, 1 Kommentar

  • christianzipp

    21.07.2002, 13:35 Uhr von christianzipp
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr lang, eher ein Reisebericht