Age of Empires (PC Strategiespiel) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 08/2009
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Erfahrungsbericht von Art_Decay
Echtzeit-Klassizismus
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Echtzeitstrategiespiele gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Seit 1996 mit „Command & Conquer – der Tiberiumkonflikt“ der erste wirklich erfolgreiche Titel dieses bis dahin eher vernachlässigten Genres den Weg in die Kaufhausregale und somit auch zu Tausenden in Computerspielerhände fand, wurde der Markt nahezu überschwemmt von einer riesigen Masse von Produkten, die auf der Echtzeitwelle schwammen. In vielen Fällen handelte es sich dabei um recht detailgetreue Kopien des ersten erfolgreichen Titels; nur selten begeisterten die weiteren Programme mit neuen Ideen und innovativen Features. Doch ab und zu waren den Entwicklern auch mal vereinzelte Geistesblitze gestattet, und so kam es, dass das ursprüngliche Spielprinzip – wobei an dieser Stelle angemerkt werden sollte, dass C&C1 nicht wirklich die Mutter aller Echtzeitstrategiespiele ist, sondern nur der erste wirklich erfolgreiche Titel – mitunter etwas verfeinert wurde.
... und so begab es sich, dass die von Microsoft unter Vertrag genommenen „Ensemble Studios“ anno 1997 die kriegerischen Handlungen aus der nahen Zukunft in die ferne Antike verlagerten, das ganze mit einem sozusagen „lehrreichen“ Deckmäntelchen und ein paar netten Features versahen, und der erste Teil der bis heute immens erfolgreichen „Age of Empires“ Reihe ward geboren ...
In „Age of Empires“ (AoE) steuert man die Geschicke eines antiken Volkes über einen bestimmten Zeitraum in einer der insgesamt vier Kampagnen. Zur Auswahl stehen die Ägypter, die Griechen, die Babylonier und ein mir bislang unbekanntes fernöstliches Volk namens Yamato. Während die Ägypterkampagne erst einmal in die allgemeinen Spielgrundlagen, sowie die Steuerung einführt und weniger Wert auf eine historisch wertvolle und akkurate Darstellung antiker Begebenheiten legt, geht es bei den anderen Völkern zum Teil um wohl bekanntes: da darf man unter griechischer Flagge Troja erobern, mit den Babyloniern Euphrat und Tigris besiedeln und im Land des verkniffenen Lächelns ostasiatische Kriegsherren unterwerfen. Aufbereitet wird das ganze durch den sparsamen Einsatz von Videosequenzen (jeweils zwei pro Kampagne), die ob der nun schon veralteten Technik etwas zu pixelig daherkommen, um wirklich gefallen zu können. Interessanter sind da schon die vielfältigen Hintergrundinformationen zur jeweiligen Kultur, die dem Spieler nach erfolgreichem Beenden der pro Kampagne jeweils acht Missionen zugänglich gemacht wird. Besser als Geschichtsunterricht...
Das Prinzip sollte mittlerweile jedem Spieler bekannt sein: auf einer 2D-Karte kontrolliert man eine Anzahl von Untergebenen, weist ihnen verschiedene Tätigkeiten wie diverse Arten der Nahrungs- und Rohstoffbeschaffung zu oder lässt sie fleißig Gebäude errichten. In diesen Gebäuden können unter nicht unerheblichen Materialkosten zahlreiche Verbesserungen und Upgrades erforscht oder kriegerische Einheiten ausgebildet werden. Letztere sind meistens auch zwingend notwendig, denn das Böse in Form feindlich gesinnter Nachbarstämme und –Völker sieht nicht untätig beim Wachsen und Gedeihen des eigenen kleinen Weltreichs zu.
Schon bald kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen – wohl dem, der sich durch Aufzucht einer kleinen Privatarmee abgesichert hat.
Oftmals sind die Missionsziele, welche übrigens recht abwechslungsreich sind und nicht nur auf das Zerstören aller feindlichen Einheiten hinauslaufen, auch offensiver Natur. Soll heißen es müssen Schlachtfelder blutgetränkt, Mauern geschliffen und Städte geplündert werden. Auch hier hält man sich so weit es geht an historische Tatsachen. Entweder muss ein bestimmtes Gebäude zerstört oder diverse Artefakte erobert und in Sicherheit gebracht werden, oder der Sieg ist erst errungen, sobald der Spieler selbst ein bestimmtes Gebäude – manchmal sogar mit den Ausmaßen eines Weltwunders – errichten konnte.
Interessant sind auch die verschiedenen Entwicklungsstufen. Denn rein theoretisch beginnt man mit jedem Volk in der frühesten Steinzeit, hat dementsprechend primitive Behelfsmöglichkeiten (da es zum Beispiel noch keinen Ackerbau gibt, muss man sich mit dem Jagen von diversen Viechern oder dem Sammeln von Beeren begnügen) und muss ganz langsam den Weg die Evolutionsleiter hinauf erklimmen. Die höchste Evolutionsstufe, die man im ersten Teil der AoE-Reihe erreichen kann, ist in der Eisenzeit erreicht, in der statt keulenschwingender Neandertaler gepanzerte Streitwagen und ausgebildete Schwertkämpfer in die Schlacht ziehen dürfen.
Neben den Kampagnen darf man sich außerdem im freien Spiel gegen den Computer üben. Eine hohe Anzahl von selbst regelbaren Faktoren sorgt hierbei für unendliches Spielvergnügen, zumal bei dieser Spielart aus insgesamt 12 Völkern gewählt werden darf, die jeweils ganz bestimmte Stärken und Schwächen aufweisen. Auch im Netzwerk und Internet macht AoE einen Heidenspaß und ist sogar mit einer langsamen Verbindung (ich als Besitzer eines mittlerweile fast schon antiquierten 56K-Modems spreche aus eigener, positiver Erfahrung) ohne größere Lags und sonstige Probleme gut spielbar. Ein einfach zu bedienender Editor, mit dem sowohl einzelne Karten, als auch ganze Szenarios erstellt werden können, sowie eine komfortable Online-Hilfsfunktion runden das positive Gesamtbild ab.
Die etwas schmucklose und für heutige Verhältnisse natürlich gnadenlos veraltete Grafik kann bis zu einer Auflösung von 1024x768 erhöht werden, was die Übersichtlichkeit natürlich immens verbessert und somit empfohlen sei. Das ist auch ohne weitere Probleme möglich, denn AoE braucht zum einwandfreien Funktionieren gerade mal einen Pentium 90 mit 16 MB RAM, weiter nichts. Die Musik stelle ich nach kurzer Zeit immer ab, denn wenngleich sie auch nicht wirklich stört – besonders stimmungsvoll und abwechslungsreich ist sie leider nicht. Das gleiche lässt sich über die Soundeffekte sagen. Was mich doch sehr stört ist die Tatsache, dass die eigenen Untergebenen von frühester Steinzeit bis zum halbwegs zivilisierten Eisenzeitalter immer nur die gleichen Grunzlaute von sich geben, die anscheinend keiner reellen Sprache nachempfunden sind (da sie bei jedem Volk identisch sind). Doch damit kann und sollte man leben.
Age of Empires ist – trotz fünf verschiedener Schwierigkeitsgrade – kein leichtes Spiel. In den späteren Missionen und vor allem in der letzten Kampagne wird jeder Echtzeitstratege bis zum Äußersten gefordert. Trotzdem kann ich AoE nur empfehlen – als eines der Computerspiele, die im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben haben.
Age of Empires ist momentan – zusammen mit dem Add-On „der Aufstieg Roms“ – für ungefähr 12,- € erhältlich. Geizkragen und arme Studenten werden natürlich auch bei eBay fündig – für bedeutend weniger Geld.
Thomas Faust, 03.05.2002 (dieser Bericht ist auch bei www.ciao.com erschienen)
... und so begab es sich, dass die von Microsoft unter Vertrag genommenen „Ensemble Studios“ anno 1997 die kriegerischen Handlungen aus der nahen Zukunft in die ferne Antike verlagerten, das ganze mit einem sozusagen „lehrreichen“ Deckmäntelchen und ein paar netten Features versahen, und der erste Teil der bis heute immens erfolgreichen „Age of Empires“ Reihe ward geboren ...
In „Age of Empires“ (AoE) steuert man die Geschicke eines antiken Volkes über einen bestimmten Zeitraum in einer der insgesamt vier Kampagnen. Zur Auswahl stehen die Ägypter, die Griechen, die Babylonier und ein mir bislang unbekanntes fernöstliches Volk namens Yamato. Während die Ägypterkampagne erst einmal in die allgemeinen Spielgrundlagen, sowie die Steuerung einführt und weniger Wert auf eine historisch wertvolle und akkurate Darstellung antiker Begebenheiten legt, geht es bei den anderen Völkern zum Teil um wohl bekanntes: da darf man unter griechischer Flagge Troja erobern, mit den Babyloniern Euphrat und Tigris besiedeln und im Land des verkniffenen Lächelns ostasiatische Kriegsherren unterwerfen. Aufbereitet wird das ganze durch den sparsamen Einsatz von Videosequenzen (jeweils zwei pro Kampagne), die ob der nun schon veralteten Technik etwas zu pixelig daherkommen, um wirklich gefallen zu können. Interessanter sind da schon die vielfältigen Hintergrundinformationen zur jeweiligen Kultur, die dem Spieler nach erfolgreichem Beenden der pro Kampagne jeweils acht Missionen zugänglich gemacht wird. Besser als Geschichtsunterricht...
Das Prinzip sollte mittlerweile jedem Spieler bekannt sein: auf einer 2D-Karte kontrolliert man eine Anzahl von Untergebenen, weist ihnen verschiedene Tätigkeiten wie diverse Arten der Nahrungs- und Rohstoffbeschaffung zu oder lässt sie fleißig Gebäude errichten. In diesen Gebäuden können unter nicht unerheblichen Materialkosten zahlreiche Verbesserungen und Upgrades erforscht oder kriegerische Einheiten ausgebildet werden. Letztere sind meistens auch zwingend notwendig, denn das Böse in Form feindlich gesinnter Nachbarstämme und –Völker sieht nicht untätig beim Wachsen und Gedeihen des eigenen kleinen Weltreichs zu.
Schon bald kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen – wohl dem, der sich durch Aufzucht einer kleinen Privatarmee abgesichert hat.
Oftmals sind die Missionsziele, welche übrigens recht abwechslungsreich sind und nicht nur auf das Zerstören aller feindlichen Einheiten hinauslaufen, auch offensiver Natur. Soll heißen es müssen Schlachtfelder blutgetränkt, Mauern geschliffen und Städte geplündert werden. Auch hier hält man sich so weit es geht an historische Tatsachen. Entweder muss ein bestimmtes Gebäude zerstört oder diverse Artefakte erobert und in Sicherheit gebracht werden, oder der Sieg ist erst errungen, sobald der Spieler selbst ein bestimmtes Gebäude – manchmal sogar mit den Ausmaßen eines Weltwunders – errichten konnte.
Interessant sind auch die verschiedenen Entwicklungsstufen. Denn rein theoretisch beginnt man mit jedem Volk in der frühesten Steinzeit, hat dementsprechend primitive Behelfsmöglichkeiten (da es zum Beispiel noch keinen Ackerbau gibt, muss man sich mit dem Jagen von diversen Viechern oder dem Sammeln von Beeren begnügen) und muss ganz langsam den Weg die Evolutionsleiter hinauf erklimmen. Die höchste Evolutionsstufe, die man im ersten Teil der AoE-Reihe erreichen kann, ist in der Eisenzeit erreicht, in der statt keulenschwingender Neandertaler gepanzerte Streitwagen und ausgebildete Schwertkämpfer in die Schlacht ziehen dürfen.
Neben den Kampagnen darf man sich außerdem im freien Spiel gegen den Computer üben. Eine hohe Anzahl von selbst regelbaren Faktoren sorgt hierbei für unendliches Spielvergnügen, zumal bei dieser Spielart aus insgesamt 12 Völkern gewählt werden darf, die jeweils ganz bestimmte Stärken und Schwächen aufweisen. Auch im Netzwerk und Internet macht AoE einen Heidenspaß und ist sogar mit einer langsamen Verbindung (ich als Besitzer eines mittlerweile fast schon antiquierten 56K-Modems spreche aus eigener, positiver Erfahrung) ohne größere Lags und sonstige Probleme gut spielbar. Ein einfach zu bedienender Editor, mit dem sowohl einzelne Karten, als auch ganze Szenarios erstellt werden können, sowie eine komfortable Online-Hilfsfunktion runden das positive Gesamtbild ab.
Die etwas schmucklose und für heutige Verhältnisse natürlich gnadenlos veraltete Grafik kann bis zu einer Auflösung von 1024x768 erhöht werden, was die Übersichtlichkeit natürlich immens verbessert und somit empfohlen sei. Das ist auch ohne weitere Probleme möglich, denn AoE braucht zum einwandfreien Funktionieren gerade mal einen Pentium 90 mit 16 MB RAM, weiter nichts. Die Musik stelle ich nach kurzer Zeit immer ab, denn wenngleich sie auch nicht wirklich stört – besonders stimmungsvoll und abwechslungsreich ist sie leider nicht. Das gleiche lässt sich über die Soundeffekte sagen. Was mich doch sehr stört ist die Tatsache, dass die eigenen Untergebenen von frühester Steinzeit bis zum halbwegs zivilisierten Eisenzeitalter immer nur die gleichen Grunzlaute von sich geben, die anscheinend keiner reellen Sprache nachempfunden sind (da sie bei jedem Volk identisch sind). Doch damit kann und sollte man leben.
Age of Empires ist – trotz fünf verschiedener Schwierigkeitsgrade – kein leichtes Spiel. In den späteren Missionen und vor allem in der letzten Kampagne wird jeder Echtzeitstratege bis zum Äußersten gefordert. Trotzdem kann ich AoE nur empfehlen – als eines der Computerspiele, die im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben haben.
Age of Empires ist momentan – zusammen mit dem Add-On „der Aufstieg Roms“ – für ungefähr 12,- € erhältlich. Geizkragen und arme Studenten werden natürlich auch bei eBay fündig – für bedeutend weniger Geld.
Thomas Faust, 03.05.2002 (dieser Bericht ist auch bei www.ciao.com erschienen)
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