Age of Mythology (PC Strategiespiel) Testbericht

ab 19,92
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Erfahrungsbericht von Fafnir

Age of Mythology - Einfach göttlich, was Ensemble Studios hier abliefert

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Bereits die beiden ersten Teile der Age-Reihe waren wahnsinnig komplex, wunderbar einfach zu bedienen, haben viel frischend Wind ins Echtzeitstrategiegenre gebracht und waren ihrer Zeit der Qualitätsmaßstab. Und u.a. an diesen muß sich nun Age of Mythology messen. Doch eins vorweg: AoM ist der neue Maßstab!


Das Stetting
Auf den Ersten Blick mag man sich über das Setting etwas wundern. Da steht neben dem Schwertkämpfer plötzlich ein Eisengolem, die Bogenschützen werden von Hydras niedergemacht und Herakles kämpft gegen Feuergolems. Ist schon eine erstaunliche Zeit, das Zeitalter der Mystik, Helden und „Fabelwesen“.
Aber wenn man bedenkt, daß für die Leute dieser Zeit ein Feuergolem, Hydra, etc. etwas war an das sie glaubten, so merkt man schnell, daß man ein richtiges Age wieder hat.
Das hat aber gleichzeitig auch den Vorteil, daß man sehr viel über die Zeitepoche mitbekommt und die ist nun alles andere als uninteressant.


Die Kampagne
Die Standbilder und \"losen\" Kampagnen aus AoK sind Geschichte. Praktisch jede Mission wird von einer Ingamesequenz in fantastischer Grafik eingeführt und am Ende gibt es meistens auch noch eine (Wenn nicht sogar während der Mission).
Anfangs geht es noch ganz gemächlich los, als Held Arkantos verteidigt man die legendäre Stadt Atlantis und jagt einen Zyklopen, später nimmt man an der Belagerung Troja, durchquert die Unterwelt und kämpft auf Seiten der Ägypter und Wikinger und erlebt eine in 34. Missionen unterteilte fantastische und sehr abwechselungsreiche Kampagne.
Mal muß man bestimmt Gebäude vernichten, mit einem Stoßtrupp sich voranarbeiten, unter Zeitdruck Ziele erfüllen, etc. Eine dieser Missionen beinhaltet z.B. das man einen Wagen welcher in der Mitte der Karte steht in die eigene Basis führt. Allerdings muß man erst den Wagen „einnehmen“ und dann kann man diesen langsam zurückschicken, allerdings kommt der Gegner von der andern Seite und schnell hat er den Wagen und dieser rückt wieder in die andere Richtung... Mancheiner wird hier schon ins Schwitzen kommen. Hier ist auch der einzigste Schwerwiegende Kritikpunkt. Der Schwierigkeitsgrad ist etwas zu unausgeglichen. Viele Missionen sind in Leicht zu leicht und auf Mittel für den Einsteiger zu schwer, aber wenigstens gut, daß man jederzeit wechseln kann.


So spielt es sich
Es drei Völker bei AoM, diese verfügen alle über die gleichen Gebäude, bilden jedoch andere Einheiten und Technologien aus. Dorfbewohner sammeln Nahrung, Holz und Gold. Dazu gibt es als vierten Rohstoff „Glaube“, den insbesondere die Mytischen Einheiten und Technologien brauchen. Und mehr als 100 „Glaube“ kann man nicht haben, dann muß dieser erst verbraucht werden. Und wenn man genügend Rohstoffe und Gebäude hat kann man in die nächste Zeit. Hat man genügend Rohstoffe und Gebäude, so kann man in die nächste Zeit.
Bis auf den Glauben
Allerdings unterscheiden sich die Völker in der Art, wie sie Glauben bekommen. Die Griechen beten, die Ägypter bauen Monumente und die Wikinger bekommen den Glauben nur durch Kämpfe. Auch verfügen die Wikinger als einzigstes Volk über eine mobile Lagerstätte (Ochsenkarren) die sie von einer Rohstoffquelle zur nächsten mitnehmen können. Und bei den Wikingern errichten die Krieger und nicht die Dorfbewohner die Gebäude.


Die Götterkräfte & Helden
Jedes Mal, wenn man eine neue Zeitstufe erreichen will, so muß man sich vorher für einen von zwei Göttern entscheiden. Jeder dieser Gottheiten bringt eine einzigartige und im Spiel nur einmal anwendbare Gotteskraft mit sich (z.B. für 60 Sekunden Waffenstillstand auf der Karte (Es kann nicht gekämpft werden), Erdbeben, etc.), dazu gibt es jeweils eine mystische Kreatur und einige Technologien. Was also nehmen? Z.B. einen Zyklopen oder einen Minotauren? Beim Zyklopen hat man aber nicht die Möglichkeit alle Einheiten und Gebäude innerhalb eines Bereichs zu heilen. Und gleichzeitig muß man auch den Kartentyp (Vielleicht Wasser), den Gegner und dessen „Götter“ und die eigene Strategie berücksichtigen.
Neben viel Kopfzerbrechen hat man also sehr viele Möglichkeiten.
Die Helden die man in Spiel ausbilden kann bringen alle eigene Fertigkeiten mit und unterstützen damit die Truppen merklich und zum andern eignen sie sich besonders gut gegen die mythischen Einheiten.


Steuerung & Optionen
Die Steuerung ist fast wie in AoK geblieben, und auch die Menüs sehen in der Art aus, eine große Eingewöhnung ist nicht nötig. Alles ist sehr übersichtlich plaziert und man über die umfangreichen Optionen kann man das Spiel fast bis in letzte Detail an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Einziges Manko, die Befehlsleiste (Formation, etc.) versteckt sich in einem Untermenü.
Die Krönung der Benutzerfreundlichkeit ist die integrierte Onlinehilfe. Per Rechtsklick auf ein Einheiten/Technologie Logo bekommt man umfangreiche Infos und Verknüpfungen zu weiteren Themen.


Das Freie Spiel
Im Freien Spiel stehen einem nun alle Möglichkeiten offen. Alle 9 Hauptgötter, gut 20-30 Zufallskartentypen (Man kann selber neue schreiben bzw. welche aus dem Netz runterladen), verschiedene Siegbedingungen, bis zu 12 Spieler, etc.
Dazu stehen einem auch noch verschiedene Spieltypen zur Auswahl. Vom Spielsieg mit Reliquien/Weltwunder, Blitzpartie (Schnelle Einheitenproduktion, Arbeiten, etc.) bis hin zum Spieltyp „Auf Leben und Tod“. Was leider fehlt, das ist sind einige aus AoK bzw. dem AddOn bekannte Typen wie: Königsmord, Weltwunderwettstreit, König des Hügels, etc.


Der Mehrspielermodus
War der Mehrspielermodus in Age of Kings schon wunderbar, so wird dies in AoM noch übertroffen. Direkt aus dem Spiel kann man sich online ins Getümmel stürzen. Dies geht kinderleicht über Ensembles ESO-System.
Hier kann man sich über einen bequemes Express-Sytem gleich die passenden Mitspieler, etc. anhand der eigenen Punktebewertung raussuchen lassen. Natürlich kann man aber auch manuell nach Spielern suchen, sich über Mitspieler Informieren (Gewonnen/Verloren, genommene Götter, Einheitenlieblinge, etc.).
Selbst Boris Becker sollte es so schaffen einen Spielpartner auf seinem Stufe zu finden;)


Was ist sonst noch alles neu?
- Dorfzentren können nur noch auf Siedlungen gebaut werden und zusätzlich sind für jede Spieler noch mal 2 „neutrale“ Siedlungen bei Spielstart auf der Karte.
- Reliquien haben nun alle spezielle Wirkungen. So macht eine bestimmte Einheiten besser/preiswerter, etc. andere sorgt für einen kleinen konstanten Goldfluß, etc.
- Es können nur noch 10 Häuser errichtet werden. Danach muß man Dorfzentren auf Siedlungen bauen um die Bevölkerung zu vergrößern (jeweils + 15 bis 20).
- Die Einheiten nehmen nun unterschiedliche viele „Plätze“ in der Bevölkerung ein.
- Technologien können in Reihe in Auftrag gegeben werden
- Es wird schon vor Klicken auf eine Einheit/Technologie angezeigt ob die Ressourcen reichen (rot dargestellt) und wenn nicht, was fehlt.
- Man kann mit sich selber handeln
- Mauern werden nun in „Linienstücken“ gebaut. Was den Bau erheblich vereinfacht, allerdings halten Mauern nicht mehr so viel wie in AoK aus.

Sound & Musik
Wie man es von Ensemble mittlerweile gewohnt ist, so sprechen die Völker alle ihre eigene Sprache, die Zwischensequenzen sind wirklich sehr gut vertont worden und die Musik paßt auch sehr gut zum Spiel. Es ist wunderbar mit anzuhören, wenn 40 Leute schreiend den Gegner angreifen.


Grafik & Hardwareanforderungen
Die Grafik ist, wie schon mehrfach geschrieben, einfach fantastisch. Man sieht so viele kleine Details und alles ist mit viel Liebe zum Detail entworfen (z.B. wenn man mal die Eselskarawane beobachtet). Lediglich die Einheitentexturen könnten etwas besser sein, doch außer in den Videos fällt dies nicht negativ auf.
Der absolute Hammer ist jedoch, daß das Game längst keinen High-End Rechner benötigt. Mit 1GHz ist man gut dabei. Aber auch mit 600-700 MHz kann man spielen, wenn man auf Details und riesige Massenschlachten/Karten verzichtet bzw. nicht so sehr nutzt.


Meinung
Oft ist es so mit den Spielen heutzutage, daß so viel versprochen wird und am Ende ist das Game die Enttäuschung. Doch seitdem die AoM-CD in meinem DVD Laufwerk rotiert, steht für mich fest: Das Game ist das Echtzeitstrategiespiel für den anspruchsvollen Spieler.
Es ist sehr einfach zu bedienen, bietet ungeahnte Möglichkeiten, ist von vorne bis hinten durchdacht und kann einen auf ganzer Linie überzeugen. Sei es die sehr abwechselungsreiche und lange Einzelspielerkampagne, die vielen Möglichkeiten im Mehrspielermodus, der Editor, etc. Die Deutsche Übersetzung ist wunderbar gelungen und trotz des „gewöhnungsbedürftigen“ Settings für manche, fühlt man sich fast in die Zeit der Mythen und Sagen gesetzt, was einen nicht mehr so schnell losläßt.
Lediglich die etwas schmähliche Deutsche Version in DVD Hülle (Dünnes Handbuch) und der etwas unausgewogene Kampagnenschwierigkeitsgrad stören.
Und im Gegensatz zu WarCraft 3 spielt sich jedes Game auch anders, auch wenn die Rassen sich nicht so sehr unterscheiden wie bei Blizzard, so bringt die Götterwahl im Spiel immer wieder neue knifflige Entscheidungspunkte und Überraschungen.

Kurz & Knapp

Pros
- Fantastische Grafik
- Sehr gute und lange Kampagne
- Wunderbar gestaltetes und unverbrauchtes Setting: Zeitalter der Mythen
- Einfache Bedienung
- Zufallskartengenerator
- 9 Hauptgötter und 27 Nebengötter
- Sehr komplexe und unterschiedliche Kartentypen
- Gute Deutsche Übersetzung
- Sehr guter Mehrspielermodus (u.a. ESO)
- Jeder verfügbare, komplexe Onlinehilfe
- Es gibt ne Demo zum Testen

Cons
- Dünnes Handbuch in der DV DVD
- Leicht unausgewogener Schwierigkeitsgrad im der Kampagne (Leicht zu Leicht und Mittel für manche zu schwer)

12 Bewertungen