Alanis Morissette Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von another_TeaJay
Powered by emotion
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Irgendwann 1994 oder 95. TeaJay sitzt vorm Fernseher und guckt M-TV oder VIVA. Und sieht eine Frau. Nein, 4 Frauen. Oder doch nur eine? Auf jeden Fall sitzt oder sitzen sie in ihrem Auto und zelebriert einen gute-Laune-Song. „Ironic“ heißt das Werk, und ich finde es mitreißend, spüre eine Kraft, die dieser Song zu vermitteln scheint. Also wartet TeaJay auf den „Abspann“ und stellt fest: die gute Frau heißt Alanis Morissette, und das Album, auf dem sich „Ironic“ befindet heißt „Jagged Little Pill“. Wunderbar, beim nächsten Besuch bei einem Media Markt meines Vertrauens werde ich sie mitnehmen.
Was sich mir dann offenbarte, entsprach überhaupt nicht meinen Erwartungen. Und dies ist hier nicht als Kritik zu verstehen. „Jagged Little Pill“ ist durchtränkt von Melancholie, Wut und Traurigkeit, eindrucksvoll emotional vorgetragen. Die gute Laune von „Ironic“ wird man nur an wenigen Stellen wiederfinden; und zum Ende wird der geduldige und auch annähernd sensible Mensch mit einem dicken Kloß im Hals dasitzen... Aber dazu später...
Ganz in Bruce-Springsteen-Manier startet das Album mit „All I really want“ mit kräftiger Mundharmonika. Kräftige Gitarren setzen ein, der Song ist ähnlich kraftvoll wie das mir bekannte „Ironic“, nur nicht so positiv, so frohlockend. Stattdessen überschlägt sich Alanis’ Stimme von Zeit zu Zeit schon mal ein wenig, alles klingt beinahe ein wenig schrill. Wenn man das Album ein bisschen kennt, ist es eines der Lieder, bei dem man denkt: „Okay, ist nett, aber ich warte eh die ganze Zeit auf Track 2, also mach hinne, gute Frau...“. So lausche ich noch eine Weile, wie Alanis all ihre Wünsche vorträgt, die sich alle so ein bisschen um das Thema Ruhe drehen; dass ihr selbige fehlt, merkt man dem Song deutlich an, er ist hektisch und chaotisch...
Was nun folgt ist bereits eines der Highlights dieses Albums. Ohne großes Instrumentalbrimborium beginnt Alanis langsam, mit beinahe zitternder Stimme zwei Textzeilen vorzutragen, die man ihr einfach so gar nicht abnehmen will.
I want you to know that I´m happy for you
I wish nothing but the best for you both
Was folgt ist ein kraftvolles Feuerwerk von Vorwürfen, falschen Komplimenten für die Konkurrentin und Frustration. Alanis ist verlassen worden, ihretwegen. Sie ist verletzt, so verletzt, dass Wut in ihr aufsteigt, und das nicht zu knapp.
It was a slap in the face
How quickly I was replaced
Are you thinking of me when you fuck her
Unheimlich simple Worte, unheimlich wirkungsvoll und darum faszinierend. So kraftvoll vorgetragen, dass man glaubt, die Frau wird gleich platzen. Und im Refrain dann immer wieder ihr wirkliches Anliegen.
And I´m here to remind you
Of the mess you left when you went away
It´s not fair to deny me
Of the cross I bear that you gave to me
You, you, you oughta know
Ich bin mir sicher, dass er es jetzt weiß…
Und dann täuscht uns Alanis ganz übel. Es soll ja Leute geben, die Texte eher als nebensächlich empfinden. Genau diese Hörer werden dann „perfect“ fälschlicherweise für einen Love-Song halten. Niedliche Melodie, zuckersüße Stimme. In gewisser Weise geht es auch um Liebe, allerdings um die Liebe zu seinem Nachwuchs; und die Eltern, die Alanis beschreibt, knüpfen diese Liebe an Bedingungen.
Be a good boy
Try a little harder
You've got to measure up
And make me prouder
Da kann man guten Gewissens von Rabeneltern sprechen, eine Erfahrung, die ich glücklicherweise nie gemacht habe, was daran gelegen haben dürfte, dass ich als Kind selten mein bestes gegeben habe. Oops, anderes Thema... „Perfect“ endet dann übrigens auch bitter resümierend:
We'll love you just the way you are if you're perfect
Nachdem man dann im Doppelpack heruntergezogen wurde, ertönen die Klänge von “Hand in my pocket”, dem ersten Song, der musikalisch und textlich fröhlich rüberkommt. Die perfekte Beschreibung dieses Eigentlich-ist-alles-scheiße-aber-es-könnte-noch-schlimmer-sein-also-Blick-in-die-Zukunft-und-durch-Gefühl. Mit wieder simplen, aber wundervollen Worten.
I'm broke but I'm happy
I'm poor but I'm kind
I'm short but I'm healthy baby
Ein für meine Begriffe typisch amerikanisches Gefühl, dass dem Durchschnittseuropäer so manches Mal zu fehlen scheint. Einfacher zusammengefasst:
What it all comes down to
Is that everything is gonna be fine fine fine
I've got one hand in my pocket
And the other one is giving a high five
Sozusagen ein „Uuuund es geht weiter!“, ganz unverbissen, ganz optimistisch…
„Right through you“ ist dann wieder, nach kurzem Intro, ein eher rockig kraftvoller Song, und wieder war es ein Mann, der alles falsch gemacht hat. Scheinbar hat er sich Alanis geangelt und ein wenig mit ihr gespielt, sie aber nicht so richtig ernst genommen. Und in diesem Fall ist sie nicht die Leidtragende.
Hello Mr. Man you didn't think I'd come back
You didn't think I'd show up with my army and this ammunition on my back
Now that I'm Miss Thing now that I'm a zillionaire
You scan the credits for your name and wonder why it's not there
Um dieses Stück mal mit einem Kalauer zu beenden: da hat er sich wohl verrechnet…
„Forgiven“ setzt, nach kurzer Eingewöhnung, noch ein Tüpfelchen an Power drauf.
We all had our reasons to be there
We all had a thing or two to learn
We all needed something to cling to
…schreit sie aus voller Kehle. Womit wir beim Text wären. Mir scheint es hier um die Erfahrungen einer Klosterschülerin zu gehen, die, über Umwege, gelernt hat, ihren eigenen Weg des Glaubens zu finden, der sich durchaus von der von der Kirche vorgegebenen Version unterscheidet.
What I learned I rejected but I believe again
Und wieder dieses Anklagen – „Jagged Little Pill“ spart damit nicht...
„You learn“ ist mir dann musikalisch etwas zu poppig, ich mag es nicht so gern, wobei ich dem ganzen auch textlich nicht so recht helfen kann... Es scheint mir nicht sehr viel Substanz zu haben, aber ein Alanis-Analytiker mag mich hier bitte belehren...
Über „Head over feet“ kann man nur eines sagen: schöööön. Eine seichte Melodie und eine wirklich schöne, tja... Liebeserklärung? Beichte? Wie man es auch immer betrachten mag, Alanis findet hier (mal wieder) wirklich schöne Worte, die einem ein leichtes Lächeln ins Gesicht zaubern:
Don't be surprised if I love you for all that you are
I couldn't help it
It's all your fault
Okay, da ist man dann auch gern selbst Schuld. Musikalisch ruhig, die Lyrics sind schön abgestimmt auf die Melodie, eine Mundharmonika meldet sich zur Verstärkung des Lächelns zu Wort...
„Mary Jane“, ein Song, der leicht untergehen könnte, wenn man sich nicht mit den Lyrics befasst. Überhaupt: wer sich nicht mit Texten auseinandersetzt, hat bei diesem Album verloren. Zwar werden die Worte oft sehr gut durch die Musik transportiert; aber sie sind zu genial in ihrer Einfachheit, als dass man dies verpassen dürfte. Zurück zu Mary Jane. Die ist irgendwie vom Weg abgekommen. Keine Ahnung, warum eigentlich.
Well it's full speed baby
In the wrong direction
Total ruhig, was die Glaubwürdigkeit deutlich unterstreicht. Schwierig, für den- oder diejenige, der Mary Jane auf dem richtigen Weg kennen gelernt hat. Denn:
You're the sweet crusader
And you're on your way
You're the last great innocent
And that's why I love you
So simpel, und doch so nachdrücklich. Phantastisch. Und genau in diesem Stile auch das Resumée.
All that matters Mary Jane is your freedom
Keep warm my dear, keep dry
Tell me
Tell me
What's the matter Mary Jane...
Warum begreift Mary es einfach nicht. Bleibt verborgen; vielleicht auch besser so, denn sonst würde es wohl zu kompliziert werden...
Dann kommt es endlich, der Auslöser für diesen CD-Kauf, empfängt mich mit einer zuckersüßen Melodie, einem
An old man turned ninety-eight
He won the lottery and died the next day
It's a black fly in your chardonnay
It's a death row pardon two minutes too late
Isn't it ironic... don't you think
Ich denke, diese Zeilen sprechen für sich selbst. Die Ironie des Lebens, in –zig Bildern transportiert, eines treffender als das andere. Doch so, wie sie einen in missliche Lagen bringen kann, holt sie einen aus selbigen wieder heraus, und das ist die positive Quintessenz dieses Gute-Laune-Songs, die ich so mag.
Well life has a funny way of sneaking up on you
And life has a funny way of helping you out
helping you out
Überlegenheit ist wirklich etwas Schreckliches. Okay, im Spiel vielleicht nicht. Aber in einer Beziehung ist sie tödlich. Dies ist das Thema von „Not the doctor“. Selbiger möchte Alanis nicht sein, jemand, der für alles und jedes zuständig ist. Sie ist deutlich genervt.
don't want to be your other half I believe that 1 and 1 make 2
I don't want to be your idol see this pedestal is high and I'm afraid of height
Au. Ein Schlag ins Gesicht. Eine Beziehung, nah am Abgrund und eigentlich schon darüber...
Der letzte Track, jedenfalls laut Rückseite ist „Wake up“, ein Song, den man genau hierfür nicht verwenden sollte. Irgendwie düster kommt er daher, im fehlen sowohl die rockigen als auch die balladesken Elemente aller Vorgänger. Es geht um Menschen, die sich nicht zwischen zwei Dingen entscheiden können und wollen, weil es einfach leichter ist, sich über eines zu beklagen.
You like pain but only if it doesn't hurt too much
You sit...and you wait...to receive
There's an obvious attraction
To the path of least resistance in your life
Eine Eigenschaft, die gefährlich werden kann, wie auch Alanis in bedrückender Atmosphäre erkannt hat. Und so liefert sie ein Stakkato an „Get offs“ und „Wake ups“, das wirklich bei jedem ankommen sollte, denn an Eindringlichkeit fehlt es ihm nicht...
Nun heißt es, zwei Mal Geduld zu bewahren. Zum ersten, weil man sich nicht durch den CD-Rücken verleiten lassen und jetzt die Stop-Taste drücken sollte. Denn sonst entgeht einem das, was WinAmp lapidar als „Bonus“ bezeichnet. Gut, anfangs mag dies gerechtfertigt sein, denn wir hören lediglich einen Remix von „You oughta know“. Wenn dieser endet, muss man sich wieder auf die Finger klopfen und den Song einfach 2 Minuten laufen lassen, ohne etwas zu hören. Bei ca. 5:15 setzt Alanis ein, mit einem für ihre Verhältnisse tiefen „I“... Was folgt ist ein A capella-Stück, bei dem ich jedem rate, jetzt einen dieser diversen Napster-Klone anzuschmeissen und nach einem Stück namens „Bonus“ oder „Forgive me Love“ zu suchen. Wer dies nicht kann, den möchte ich hier bitten, sich eine klare, einsame, inbrünstige Alanis vorzustellen, die die nun folgenden, an Traurigkeit kaum zu überbietenden, tränenbringenden Zeilen vorträgt.
I
went to your house
walked up the stairs
I open your door with the ringing bell
Walked down the hall
into your room
where I could smell
You and I
I shouldn't be here
without permission
shouldn't be here
Would you forgive me love
if i hadn't seen your shower
Would you forgive me love
if i layed in your bed
Would you forgive me love
If i stay on left and knew
I took of my clothes
put on your rope
an through your droins
and i found your cologne
went down to the damn
found your cds
and i played your Johnny and I
should have stayed long
you might be home soon
should have stayed long
Would you forgive me love
if i hadn't seen your shower
Would you forgive me love
if i layed in your bed
Would you forgive me love
If i stay on left and knew
I burn your ring sense
....
I noticed a letter that sad on your desk
It said hello love
I love you so love
meet me at midnight oh no
It wasn't my writing
I better go soon
It wasn't my writing
so forgive me love
if i cry in your shower
so forgive me love
for the salt in your bed
so forgive me love
If i cry on left and knew
Jagged Little Pill – Powered by Emotion…
Was sich mir dann offenbarte, entsprach überhaupt nicht meinen Erwartungen. Und dies ist hier nicht als Kritik zu verstehen. „Jagged Little Pill“ ist durchtränkt von Melancholie, Wut und Traurigkeit, eindrucksvoll emotional vorgetragen. Die gute Laune von „Ironic“ wird man nur an wenigen Stellen wiederfinden; und zum Ende wird der geduldige und auch annähernd sensible Mensch mit einem dicken Kloß im Hals dasitzen... Aber dazu später...
Ganz in Bruce-Springsteen-Manier startet das Album mit „All I really want“ mit kräftiger Mundharmonika. Kräftige Gitarren setzen ein, der Song ist ähnlich kraftvoll wie das mir bekannte „Ironic“, nur nicht so positiv, so frohlockend. Stattdessen überschlägt sich Alanis’ Stimme von Zeit zu Zeit schon mal ein wenig, alles klingt beinahe ein wenig schrill. Wenn man das Album ein bisschen kennt, ist es eines der Lieder, bei dem man denkt: „Okay, ist nett, aber ich warte eh die ganze Zeit auf Track 2, also mach hinne, gute Frau...“. So lausche ich noch eine Weile, wie Alanis all ihre Wünsche vorträgt, die sich alle so ein bisschen um das Thema Ruhe drehen; dass ihr selbige fehlt, merkt man dem Song deutlich an, er ist hektisch und chaotisch...
Was nun folgt ist bereits eines der Highlights dieses Albums. Ohne großes Instrumentalbrimborium beginnt Alanis langsam, mit beinahe zitternder Stimme zwei Textzeilen vorzutragen, die man ihr einfach so gar nicht abnehmen will.
I want you to know that I´m happy for you
I wish nothing but the best for you both
Was folgt ist ein kraftvolles Feuerwerk von Vorwürfen, falschen Komplimenten für die Konkurrentin und Frustration. Alanis ist verlassen worden, ihretwegen. Sie ist verletzt, so verletzt, dass Wut in ihr aufsteigt, und das nicht zu knapp.
It was a slap in the face
How quickly I was replaced
Are you thinking of me when you fuck her
Unheimlich simple Worte, unheimlich wirkungsvoll und darum faszinierend. So kraftvoll vorgetragen, dass man glaubt, die Frau wird gleich platzen. Und im Refrain dann immer wieder ihr wirkliches Anliegen.
And I´m here to remind you
Of the mess you left when you went away
It´s not fair to deny me
Of the cross I bear that you gave to me
You, you, you oughta know
Ich bin mir sicher, dass er es jetzt weiß…
Und dann täuscht uns Alanis ganz übel. Es soll ja Leute geben, die Texte eher als nebensächlich empfinden. Genau diese Hörer werden dann „perfect“ fälschlicherweise für einen Love-Song halten. Niedliche Melodie, zuckersüße Stimme. In gewisser Weise geht es auch um Liebe, allerdings um die Liebe zu seinem Nachwuchs; und die Eltern, die Alanis beschreibt, knüpfen diese Liebe an Bedingungen.
Be a good boy
Try a little harder
You've got to measure up
And make me prouder
Da kann man guten Gewissens von Rabeneltern sprechen, eine Erfahrung, die ich glücklicherweise nie gemacht habe, was daran gelegen haben dürfte, dass ich als Kind selten mein bestes gegeben habe. Oops, anderes Thema... „Perfect“ endet dann übrigens auch bitter resümierend:
We'll love you just the way you are if you're perfect
Nachdem man dann im Doppelpack heruntergezogen wurde, ertönen die Klänge von “Hand in my pocket”, dem ersten Song, der musikalisch und textlich fröhlich rüberkommt. Die perfekte Beschreibung dieses Eigentlich-ist-alles-scheiße-aber-es-könnte-noch-schlimmer-sein-also-Blick-in-die-Zukunft-und-durch-Gefühl. Mit wieder simplen, aber wundervollen Worten.
I'm broke but I'm happy
I'm poor but I'm kind
I'm short but I'm healthy baby
Ein für meine Begriffe typisch amerikanisches Gefühl, dass dem Durchschnittseuropäer so manches Mal zu fehlen scheint. Einfacher zusammengefasst:
What it all comes down to
Is that everything is gonna be fine fine fine
I've got one hand in my pocket
And the other one is giving a high five
Sozusagen ein „Uuuund es geht weiter!“, ganz unverbissen, ganz optimistisch…
„Right through you“ ist dann wieder, nach kurzem Intro, ein eher rockig kraftvoller Song, und wieder war es ein Mann, der alles falsch gemacht hat. Scheinbar hat er sich Alanis geangelt und ein wenig mit ihr gespielt, sie aber nicht so richtig ernst genommen. Und in diesem Fall ist sie nicht die Leidtragende.
Hello Mr. Man you didn't think I'd come back
You didn't think I'd show up with my army and this ammunition on my back
Now that I'm Miss Thing now that I'm a zillionaire
You scan the credits for your name and wonder why it's not there
Um dieses Stück mal mit einem Kalauer zu beenden: da hat er sich wohl verrechnet…
„Forgiven“ setzt, nach kurzer Eingewöhnung, noch ein Tüpfelchen an Power drauf.
We all had our reasons to be there
We all had a thing or two to learn
We all needed something to cling to
…schreit sie aus voller Kehle. Womit wir beim Text wären. Mir scheint es hier um die Erfahrungen einer Klosterschülerin zu gehen, die, über Umwege, gelernt hat, ihren eigenen Weg des Glaubens zu finden, der sich durchaus von der von der Kirche vorgegebenen Version unterscheidet.
What I learned I rejected but I believe again
Und wieder dieses Anklagen – „Jagged Little Pill“ spart damit nicht...
„You learn“ ist mir dann musikalisch etwas zu poppig, ich mag es nicht so gern, wobei ich dem ganzen auch textlich nicht so recht helfen kann... Es scheint mir nicht sehr viel Substanz zu haben, aber ein Alanis-Analytiker mag mich hier bitte belehren...
Über „Head over feet“ kann man nur eines sagen: schöööön. Eine seichte Melodie und eine wirklich schöne, tja... Liebeserklärung? Beichte? Wie man es auch immer betrachten mag, Alanis findet hier (mal wieder) wirklich schöne Worte, die einem ein leichtes Lächeln ins Gesicht zaubern:
Don't be surprised if I love you for all that you are
I couldn't help it
It's all your fault
Okay, da ist man dann auch gern selbst Schuld. Musikalisch ruhig, die Lyrics sind schön abgestimmt auf die Melodie, eine Mundharmonika meldet sich zur Verstärkung des Lächelns zu Wort...
„Mary Jane“, ein Song, der leicht untergehen könnte, wenn man sich nicht mit den Lyrics befasst. Überhaupt: wer sich nicht mit Texten auseinandersetzt, hat bei diesem Album verloren. Zwar werden die Worte oft sehr gut durch die Musik transportiert; aber sie sind zu genial in ihrer Einfachheit, als dass man dies verpassen dürfte. Zurück zu Mary Jane. Die ist irgendwie vom Weg abgekommen. Keine Ahnung, warum eigentlich.
Well it's full speed baby
In the wrong direction
Total ruhig, was die Glaubwürdigkeit deutlich unterstreicht. Schwierig, für den- oder diejenige, der Mary Jane auf dem richtigen Weg kennen gelernt hat. Denn:
You're the sweet crusader
And you're on your way
You're the last great innocent
And that's why I love you
So simpel, und doch so nachdrücklich. Phantastisch. Und genau in diesem Stile auch das Resumée.
All that matters Mary Jane is your freedom
Keep warm my dear, keep dry
Tell me
Tell me
What's the matter Mary Jane...
Warum begreift Mary es einfach nicht. Bleibt verborgen; vielleicht auch besser so, denn sonst würde es wohl zu kompliziert werden...
Dann kommt es endlich, der Auslöser für diesen CD-Kauf, empfängt mich mit einer zuckersüßen Melodie, einem
An old man turned ninety-eight
He won the lottery and died the next day
It's a black fly in your chardonnay
It's a death row pardon two minutes too late
Isn't it ironic... don't you think
Ich denke, diese Zeilen sprechen für sich selbst. Die Ironie des Lebens, in –zig Bildern transportiert, eines treffender als das andere. Doch so, wie sie einen in missliche Lagen bringen kann, holt sie einen aus selbigen wieder heraus, und das ist die positive Quintessenz dieses Gute-Laune-Songs, die ich so mag.
Well life has a funny way of sneaking up on you
And life has a funny way of helping you out
helping you out
Überlegenheit ist wirklich etwas Schreckliches. Okay, im Spiel vielleicht nicht. Aber in einer Beziehung ist sie tödlich. Dies ist das Thema von „Not the doctor“. Selbiger möchte Alanis nicht sein, jemand, der für alles und jedes zuständig ist. Sie ist deutlich genervt.
don't want to be your other half I believe that 1 and 1 make 2
I don't want to be your idol see this pedestal is high and I'm afraid of height
Au. Ein Schlag ins Gesicht. Eine Beziehung, nah am Abgrund und eigentlich schon darüber...
Der letzte Track, jedenfalls laut Rückseite ist „Wake up“, ein Song, den man genau hierfür nicht verwenden sollte. Irgendwie düster kommt er daher, im fehlen sowohl die rockigen als auch die balladesken Elemente aller Vorgänger. Es geht um Menschen, die sich nicht zwischen zwei Dingen entscheiden können und wollen, weil es einfach leichter ist, sich über eines zu beklagen.
You like pain but only if it doesn't hurt too much
You sit...and you wait...to receive
There's an obvious attraction
To the path of least resistance in your life
Eine Eigenschaft, die gefährlich werden kann, wie auch Alanis in bedrückender Atmosphäre erkannt hat. Und so liefert sie ein Stakkato an „Get offs“ und „Wake ups“, das wirklich bei jedem ankommen sollte, denn an Eindringlichkeit fehlt es ihm nicht...
Nun heißt es, zwei Mal Geduld zu bewahren. Zum ersten, weil man sich nicht durch den CD-Rücken verleiten lassen und jetzt die Stop-Taste drücken sollte. Denn sonst entgeht einem das, was WinAmp lapidar als „Bonus“ bezeichnet. Gut, anfangs mag dies gerechtfertigt sein, denn wir hören lediglich einen Remix von „You oughta know“. Wenn dieser endet, muss man sich wieder auf die Finger klopfen und den Song einfach 2 Minuten laufen lassen, ohne etwas zu hören. Bei ca. 5:15 setzt Alanis ein, mit einem für ihre Verhältnisse tiefen „I“... Was folgt ist ein A capella-Stück, bei dem ich jedem rate, jetzt einen dieser diversen Napster-Klone anzuschmeissen und nach einem Stück namens „Bonus“ oder „Forgive me Love“ zu suchen. Wer dies nicht kann, den möchte ich hier bitten, sich eine klare, einsame, inbrünstige Alanis vorzustellen, die die nun folgenden, an Traurigkeit kaum zu überbietenden, tränenbringenden Zeilen vorträgt.
I
went to your house
walked up the stairs
I open your door with the ringing bell
Walked down the hall
into your room
where I could smell
You and I
I shouldn't be here
without permission
shouldn't be here
Would you forgive me love
if i hadn't seen your shower
Would you forgive me love
if i layed in your bed
Would you forgive me love
If i stay on left and knew
I took of my clothes
put on your rope
an through your droins
and i found your cologne
went down to the damn
found your cds
and i played your Johnny and I
should have stayed long
you might be home soon
should have stayed long
Would you forgive me love
if i hadn't seen your shower
Would you forgive me love
if i layed in your bed
Would you forgive me love
If i stay on left and knew
I burn your ring sense
....
I noticed a letter that sad on your desk
It said hello love
I love you so love
meet me at midnight oh no
It wasn't my writing
I better go soon
It wasn't my writing
so forgive me love
if i cry in your shower
so forgive me love
for the salt in your bed
so forgive me love
If i cry on left and knew
Jagged Little Pill – Powered by Emotion…
17 Bewertungen, 4 Kommentare
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07.10.2002, 22:23 Uhr von Martin1
Bewertung: sehr hilfreichRespekt, das war schon fast ein kompletter Roman.
-
27.03.2002, 12:55 Uhr von hpmaier
Bewertung: sehr hilfreichDen Bericht glaube kenne ich schon, und den Schreiber auch....gruesse hpmaier
-
25.02.2002, 10:58 Uhr von Maeuschen21
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir einen wunderschönen guten Morgäään ;o) Mandy
-
25.02.2002, 10:55 Uhr von DieEine
Bewertung: sehr hilfreichUnd? Wie oft hast Du das Album gehört, um so einen Bericht zu schreiben?! Bin echt beeindruckt.
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