Alaska Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von wildnis
Tanz der Götter
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Alaska, das bedeutet für mich: Wildnis pur, Tiererlebnisse aus nächster Nähe, landschaftliche Höhepunkte und Einsamkeit. Dieses Land hat viel zu bieten: die Tierwelt des Denali Nationalparks, die Gletscher des Kenaj Fjords Nationalparks, die endlose Tundra des Gates of the Arctic Nationalparks, die Braunbären des Katmai Nationalparks beim Lachsfang und weite unberührte Natur soweit das Auge reicht.
Uns zieht ein Naturschauspiel in den Norden Alaskas, um das sich zahllose Mythen und Legenden ranken: Das Nordlicht, von unfassbarer und unbeschreiblicher Schönheit. Von Ende September bis März, wenn die Nächte in Alaska lang und dunkel sind, kann man das Polarlicht am besten beobachten. Plötzlich und unvorhersehbar tauchen die tanzenden Lichter am Himmel auf.
Fairbanks, nach Anchorage die zweitgrößte Stadt Alaskas. Graue Flachbauten ziehen an uns vorbei. Gold und Öl legten die Grundsteine für diese Stadt, aber die Glanzzeiten sind längst vorbei. Wir verlassen Fairbanks Richtung Norden.
Nach 83 Meilen erreichen wir die \"Mile 0\" des Dalton Highways. 1974 wurde die Schotterstraße, früher auch als \"Haul Road\" bekannt, fertiggestellt. Heute wie damals versorgen Trucks die Ölpumpstation in Prudhoe Bay mit Nachschub. Diese Straße ist eine Herausforderung: bei Regen matschig, im Sommer staubtrocken und im Winter vereist und glatt.
Schnee liegt auf der Fahrbahn, kein Auto weit und breit. Erst nach einer halben Stunde rollt uns ein schwerer Truck entgegen und hüllt uns im Vorbeifahren in Schneegestöber. Kurz darauf wieder Einsamkeit.
Verschneite Tannen soweit der Blick reicht. Nach 56 Meilen überqueren wir den legendären Yukon River. Die silberne Trans-Alaska-Pipeline schlängelt sich entlang der Straße. †ber 1280 Kilometer verläuft sie von den Ölfeldern bis nach Valdez.
198 Meilen haben wir seit Fairbanks zurückgelegt, dann erreichen wir den Arctic Circle. Nördlich des Polarkreises beginnt das Land der Mitternachtssonne. Von Anfang Mai bis August geht die Sonne nicht unter, dafür sind die Wintermonate dunkel.
In Coldfoot legen wir eine Pause ein. Die heutige Truckstation, entstand 1898, als Goldsucher sich kurzzeitig niederließen. Damals hieß der Ort Slate Creek. 1908 zogen die Goldsucher weiter nach Wiseman, eine kleine historische Ortschaft, die heute noch existiert. Erst in den 70er Jahren, mit dem Bau der Ölpipeline, erwachte Coldfoot erneut zum Leben, als Versorgungsstation für Truckfahrer.
Von hier ist es nicht mehr weit. Es ist bereits dunkel und wir erreichen endlich Wiseman. Die kleine historische Ortschaft liegt 270 Meilen nördlich von Fairbanks inmitten der arktischen Tundra.
Wir übernachten im Arctic Getaway Bed & Breakfast, das von Uta und Berni betrieben wird. Die Unterkunft in einem Blockhaus ist behaglich und jeder Gast fühlt sich hier schnell wie zu Hause.
Unsere Gastgeber bewohnen die historische Pioneer Hall Igloo # 8, welche die Pioniere 1914 als Clubhaus und \"Gemeindezentrum\" erbauten. Hier haben schon die Goldgräber das Tanzbein geschwungen und Gold getauscht. Am Abend sitzen wir beisammen und unterhalten uns. Das Holz im Ofen knistert und es ist wohlig warm. Wir können es kaum erwarten die Nordlichter zu sehen und blicken immer wieder nach draußen. Kurz vor Mitternacht machen wir uns enttäuscht auf den Weg in unsere Hütte.
Ein letzter Blick zum Himmel und plötzlich entdecken wir einen blassen grünlichen Lichtkegel.Kurze Zeit später stehen wir im Schnee und vergessen die Kälte. Unsere Kameras haben wir schon in der Hütte vorbereitet und neues Filmmaterial eingelegt. Es ist bitterkalt und da die Batterien bei diesen Temperaturen schnell versagen, haben wir Ersatz in unseren Taschen.
Der Autofokus ist ausgeschaltet und bei der Belichtungszeit variieren wir zwischen 15 und 30 Sekunden. Stativ und Auslöser sind fŸr diese Aufnahmen unabkömmlich. Wir benützen 100 und 200 ASA Filmmaterial, um die Körnigkeit gering zu halten.
Der Himmel ist sternenklar, der Rauch aus dem Kamin steigt senkrecht nach oben. Über uns sind die Polarlichter deutlich zu sehen. Gelb, grün und rot verlaufen die Farben ineinander. Wie Schleier wellen sich die flackernden Farbbänder am Himmel, bewegen sich leicht und fließend.
Gegen den Nachthimmel zeichnen sich die Gipfel der Brooks Range ab, der nördlichsten Bergkette Amerikas.
Die Eskimos und Indianer versuchten das Phänomen in ihren Mythen zu erklären, sie sahen darin zum Beispiel bevorstehende Schlachten oder Vorzeichen von Todesfällen.
Die Inuit glaubten dass die Seelen der Verstorbenen am Himmel tanzen. Für uns ist es einfach ein Naturschauspiel von unbeschreiblicher Schönheit.
Diesen Bericht habe ich auch auf meiner Homepage
veröffentlicht,er wurde von Anke Junginger und mir geschrieben.
Alle Rechte sind bei mir.
Vielen Dank fürs Lesen,Bewerten und die hoffentlich zahlreichen Kommentare.
Euer Wildnis
Uns zieht ein Naturschauspiel in den Norden Alaskas, um das sich zahllose Mythen und Legenden ranken: Das Nordlicht, von unfassbarer und unbeschreiblicher Schönheit. Von Ende September bis März, wenn die Nächte in Alaska lang und dunkel sind, kann man das Polarlicht am besten beobachten. Plötzlich und unvorhersehbar tauchen die tanzenden Lichter am Himmel auf.
Fairbanks, nach Anchorage die zweitgrößte Stadt Alaskas. Graue Flachbauten ziehen an uns vorbei. Gold und Öl legten die Grundsteine für diese Stadt, aber die Glanzzeiten sind längst vorbei. Wir verlassen Fairbanks Richtung Norden.
Nach 83 Meilen erreichen wir die \"Mile 0\" des Dalton Highways. 1974 wurde die Schotterstraße, früher auch als \"Haul Road\" bekannt, fertiggestellt. Heute wie damals versorgen Trucks die Ölpumpstation in Prudhoe Bay mit Nachschub. Diese Straße ist eine Herausforderung: bei Regen matschig, im Sommer staubtrocken und im Winter vereist und glatt.
Schnee liegt auf der Fahrbahn, kein Auto weit und breit. Erst nach einer halben Stunde rollt uns ein schwerer Truck entgegen und hüllt uns im Vorbeifahren in Schneegestöber. Kurz darauf wieder Einsamkeit.
Verschneite Tannen soweit der Blick reicht. Nach 56 Meilen überqueren wir den legendären Yukon River. Die silberne Trans-Alaska-Pipeline schlängelt sich entlang der Straße. †ber 1280 Kilometer verläuft sie von den Ölfeldern bis nach Valdez.
198 Meilen haben wir seit Fairbanks zurückgelegt, dann erreichen wir den Arctic Circle. Nördlich des Polarkreises beginnt das Land der Mitternachtssonne. Von Anfang Mai bis August geht die Sonne nicht unter, dafür sind die Wintermonate dunkel.
In Coldfoot legen wir eine Pause ein. Die heutige Truckstation, entstand 1898, als Goldsucher sich kurzzeitig niederließen. Damals hieß der Ort Slate Creek. 1908 zogen die Goldsucher weiter nach Wiseman, eine kleine historische Ortschaft, die heute noch existiert. Erst in den 70er Jahren, mit dem Bau der Ölpipeline, erwachte Coldfoot erneut zum Leben, als Versorgungsstation für Truckfahrer.
Von hier ist es nicht mehr weit. Es ist bereits dunkel und wir erreichen endlich Wiseman. Die kleine historische Ortschaft liegt 270 Meilen nördlich von Fairbanks inmitten der arktischen Tundra.
Wir übernachten im Arctic Getaway Bed & Breakfast, das von Uta und Berni betrieben wird. Die Unterkunft in einem Blockhaus ist behaglich und jeder Gast fühlt sich hier schnell wie zu Hause.
Unsere Gastgeber bewohnen die historische Pioneer Hall Igloo # 8, welche die Pioniere 1914 als Clubhaus und \"Gemeindezentrum\" erbauten. Hier haben schon die Goldgräber das Tanzbein geschwungen und Gold getauscht. Am Abend sitzen wir beisammen und unterhalten uns. Das Holz im Ofen knistert und es ist wohlig warm. Wir können es kaum erwarten die Nordlichter zu sehen und blicken immer wieder nach draußen. Kurz vor Mitternacht machen wir uns enttäuscht auf den Weg in unsere Hütte.
Ein letzter Blick zum Himmel und plötzlich entdecken wir einen blassen grünlichen Lichtkegel.Kurze Zeit später stehen wir im Schnee und vergessen die Kälte. Unsere Kameras haben wir schon in der Hütte vorbereitet und neues Filmmaterial eingelegt. Es ist bitterkalt und da die Batterien bei diesen Temperaturen schnell versagen, haben wir Ersatz in unseren Taschen.
Der Autofokus ist ausgeschaltet und bei der Belichtungszeit variieren wir zwischen 15 und 30 Sekunden. Stativ und Auslöser sind fŸr diese Aufnahmen unabkömmlich. Wir benützen 100 und 200 ASA Filmmaterial, um die Körnigkeit gering zu halten.
Der Himmel ist sternenklar, der Rauch aus dem Kamin steigt senkrecht nach oben. Über uns sind die Polarlichter deutlich zu sehen. Gelb, grün und rot verlaufen die Farben ineinander. Wie Schleier wellen sich die flackernden Farbbänder am Himmel, bewegen sich leicht und fließend.
Gegen den Nachthimmel zeichnen sich die Gipfel der Brooks Range ab, der nördlichsten Bergkette Amerikas.
Die Eskimos und Indianer versuchten das Phänomen in ihren Mythen zu erklären, sie sahen darin zum Beispiel bevorstehende Schlachten oder Vorzeichen von Todesfällen.
Die Inuit glaubten dass die Seelen der Verstorbenen am Himmel tanzen. Für uns ist es einfach ein Naturschauspiel von unbeschreiblicher Schönheit.
Diesen Bericht habe ich auch auf meiner Homepage
veröffentlicht,er wurde von Anke Junginger und mir geschrieben.
Alle Rechte sind bei mir.
Vielen Dank fürs Lesen,Bewerten und die hoffentlich zahlreichen Kommentare.
Euer Wildnis
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