Allgäu Testbericht

ab 15,99
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Erfahrungsbericht von Allgäuer

Nie mehr Amerika - wir lieben USA (=U-nser S-chönes A-llgäu)

Pro:

familiengerecht, vielseitig, nah, ökologisch, preiswert

Kontra:

viele Leute in der Hauptsaison

Empfehlung:

Ja

Im vergangenen Sommer hatte ich, bedingt durch einen neuen Job, 6 Wochen Urlaub. Zunächst planten wir irgendwo hinzufahren, mußten dann aber feststellen, dass eine Familie mit 3 Kindern dafür erhebliche Mittel aufzuwenden hat. Diese Mittel waren einfach nicht vorhanden sodass wir Urlaub in USA gemacht haben – Urlaub in U–nserem S-chönen A-llgäu.

Wenn man die ganze Woche beruflich eingespannt ist und außerdem am Wochenende Termine wegen der Kinder hat, dann vergißt man schnell wie schön es in der Heimat ist. Diese Schönheiten konnte ich, trotz oft schlechter Wetterbedingungen, wieder neu kennenlernen. Hier will ich einfach mal aufzählen warum es uns so gut gut gefallen hat, damit Einheimische und Gäste sich orientieren können.

1. Allgäu – das Motorradland
Auf mehreren Motorrad- und Rollertouren haben wir, ohne hochalpines Gelände zu strapazieren, herrliche wenig befahrene Strecken entdeckt, die sowohl für die Abendrunde als auch für eine Tagestour geeignet sind. Beispielhaft will ich da nur einige markante Punkte nennen:
Höhe Ellegg zwischen Rottachsee und Wertach
Jochpass zwischen Sonthofen und Oberjoch
Die Strecke Kempten – Wiggensbach – Kürnachtal – Beuren
Rund um den Auerberg
Wieskirche und Rottenbuch mit dem Wertmutstropfen dass das Allgäu dabei verlassen wird.
Görisried – Wald – Lengenwang – Roßhaupten – Halblech
Pfronten – Enge – Abstecher ins österreichische Tannheimer Tal und über den Gaichtpass zurück nach Deutschland oder hinauf in das Lechtal.
Auch nördlich und nordwestlich von Kempten gibt es viele wenig befahrene Straßen mit herrlichen Kurven, Aussichten und Wirtschaften.

2. Allgäu – das Badeparadies
Im südlichen Allgäu gibt es auf engstem Raum viele Bademöglichkeiten. Als Freund klarer und sauberer Gewässer hier eine Aufzählung ohne dabei eine Rangfolge einzuhalten:
Alpsee bei Immenstadt, Ortwanger See bei Sonthofen, Urseen bei Beuren (Isny), Rottachsee (mit Tauchmöglichkeit), Niedersonthofener See mit Herzmanns Weiher, den Sulzberger See, im Altlandkreis Füssen gibt es den Allatsee, den Schwansee, den Hopfensee, den Bannwaldsee, den Forggensee, die Faulenbacher Seen mit Badeanstalt, den Schmuttersee und den Lechsee bei Lechbruck , den Schwaltenweiher in der Nähe von Seeg, den Köglweiher bei Nesselwang, den Attlesee.Die meisten Seen sind gut zugänglich und das Baden ist kostenlos. Manchmal sind die parkgebühren unverschämt.
Überall gibt es für Schlechtwetterperioden Erlebnis- und Hallenbäder. Uns hat besonders das Alpspitz-Bade-Center in Nesselwang besonders gefallen und das nicht nur wegen seiner familienfreundlichen Preisgestaltung.

3. Allgäu – Kultur pur
In den Sommermonaten gibt es eine ganze Menge von Veranstaltungen der unterschiedlichsten Art. In fast jedem Dorf gibt es Brauchtumsfeste, Heimatabende, Bauernbühnen usw. Besonders hervorzuheben ist die jährlich Mitte August stattfindende Allgäuer Festwoche. Als Landwirtschaftsmesse vor über 50 Jahren ins Leben gerufen ist es heute ein moderne Wirtschaftsausstellung mit hochinteressantem kulturellem Rahmenprogramm. Die Ritterspiele in Füssen waren für uns und unsere Kinder ein ganz besonderer Höhepunkt im letzten Sommer. Einen Museumsbesuch der besonderen Art können Sie im Kutschenmuseum in Hinterstein erleben. Kirchen und Baudenkmäler gibt es mehr als genug. Angefangen von Maria Steinbach einer Rokkokokirche über Kirche und Kloster in Ottobeuren, eine faszinierende Altstadt in Leutkirch, Wangen oder Füssen bis hin zu den weltberühmten Schlössern von König Ludwig II. (siehe eigener Bericht über Schloß Neuschwanstein)Ihm haben wir auch das größte Dauerevent zu verdanken, das König Ludwig Musical in Füssen, das man gesehen haben sollte.

4. Allgäu – Sportregion
Aufgrund der vielen Gewässer gibt es genug Möglichkeiten zum Segeln, Surfen, Angeln und was man sonst noch alles auf und mit den Wasser anfangen kann. Motorboote sind nirgends zugelassen. Bootsverleiher für Elektro- Ruder- und Tretboote sind praktisch an allen größeren touristisch erschlossenen Gewässern vorhanden. Die Forggenseeschiffahrt ermöglicht gigantische Blicke auf das Alpenpanorama und die Königsschlösser sowie das Hohe Schloss in Füssen.

Aber das allein ist es nicht. Bergwanderer sind im Allgäu genauso richtig wie Radfahrer. Radtouren sind in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden machbar. Locker um den Hopfensee sind rund 10 km ohne Höhenunterschied, rund um den Forggensee sind etwa 36 km mit etwas berauf-berab und zum Gibelhaus ist es so steil, dass ich aus eigener Erfahrung kaum berichten kann, weil ich immer noch außer Atem bin - die Abfahrt ist jedoch gigantisch und ich empfehle vorher die Bremsen zu überprüfen..

Bergtouren gibt es so viele, dass ich gar nicht anfangen will eine vorzuschlagen. Jedenfalls können sie in einer halben Stunde gemütlich auf eine Alpe wandern, z.B. den Beichelstein, oder eine mehrtägige Tour von Hütte zu Hütte gehen, Damit es den Kindern nicht zu langweilig wird bieten Bergbahnen bequeme Transportmöglichkeiten an und in vielen Fällen auch Sommerrodelbahnen für den Abstieg.

Wir haben allerdings immer versucht auf Naturlehrpfaden die Kinder zu motivieren. Die meisten Besucher schauen den Drachen- und Gleitschirmfliegern nur zu, aber für die mutigen gibt es z. B. in Rieden am Forggensee eine Gleitschirm- und Drachenflugschule. Wer es schon kann der hat mehr als genug Bergbahnen für die Fahrt zum Startplatz zur Verfügung, egal ob Nebelhorn, Fellhorn, Mittag oder Tegelberg.

Tennisplätze, Minigolfplätze und Golfplätze sind m.E. genug vorhanden und wem es zu warm ist, der kann in verschiedenen Eisstadien sogar im Sommer Schlittschuhlaufen. Einige Indoor-Cartbahnen sind genauso vorhanden wie Fitnesscenter und Trimmpfade.

5. Allgäu – kulinarisch
Die Gastronomie im Allgäu ist vielseitig und qualitativ hochwertig, nicht billig aber meistens preiswert.Schmankerl gibts z.B. auf vielen Hütten oder z.B. im Bergbauernmuseum in Diepolz bei Immenstadt.

Auf den Festen trinkt man vorwiegend Bier, aber wer Wein bevorzugt oder gar Milch, der bekommt auch dies. Neben den allgäuer Spezialitäten, die in vielen Wirtschaften angeboten werden können sie auch exclusiv essen gehen, denn z.B. Starkoch Henze hat sich ein paar Kilometer nördlich von Kempten niedergelassen.


6. Allgäu – gastfreundlich
Da wir aus der Region sind ist es schwer zu beurteilen wie schwierig es ist in der Hauptsaison ein Zimmer zu bekommen. Da uns aber Freunde besuchen wollten, die im Bauerhof Brenner, 2 km oberhalb des Hpfensees eine Ferienwohnung gebucht hatten, wissen wir, dass es zumindest im Raum Füssen nicht unproblematisch wäre im August ohne Buchung mit 3 Kindern anzureisen. Die Unterkunft unserer Bekannten war eine besonders nett eingerichtete Ferienwohnung in einem bewirtschfteten Bauernhof im "Hopferwald" zwischen Hopferau und Hopfen a. See. Dort konnten die Kinder in den Stall, bei der Heuernte mithelfen und vor allen Dingen ohne auf den Verkehr zu achten spielen, denn der Brennerhof ist einsam und alleine auf einem Hügel inmitten von Wiesen und am Wald. Füchse, Hasen, Rehe, Frösche, Kröten, Marder, das alles faszinierte uns und unsere Kinder. Wir waren auch ohne Mietsgäste zu sein herzlich willkommen.

Für Familien mit Kindern rentiert sich der Ferienpass, der gege eine geringe Gebühr bei den Stadt- bzw. Kreisjugendringen zu bekommen ist. Darin sind viele kostenlose Ferienangebote für Kinder enthalten, von der Feuerwehrlöschübung bis zum Museumseintritt oder einer kostenlosen Bergfahrt an verschiedenen Bergbahnen. Für unsere Kinder war das Highlight eine Wanderung mit dem Förster durch den Wald und ein Nachmittag mit dem Imker mit vielen lehrreichen Erlebnissen. Aber auch kindgerchte Stadtführungen und Mueseumsbesuche in verschiedenen Orten waren sehr gefragt.


7. Allgäu – Fazit
In sechs Wochen haben wir unsere Heimat neu entdeckt. Bergtouren, Badevergnügen in Seen und Erlebnisbädern, Radlausflüge, Motorrad- und Rollertouren, Theater- und Museumsbesuche, Einen Waldspaziergang mit dem Förster als Ferienprogramm, eine Kräuterwanderung, eine Informationsveranstaltung über Bienen als Ferienangebot, eine Schiffsfahrt auf dem Forggensee, zwei Tauchgänge, einige Fahrten auf der Sommerrodelbahn, eine Fackelwanderung am See und am Wald entlang und noch vieles mehr hat uns überzeugt: Wir müssen nicht unbedingt nach Italien oder Teneriffa, uns reicht USA – Unser Schönes Allgäu

8. Update:

Nicht nur im Sommer ist das Allgäu eine Reise wert. Die Vielseitigkeit der Region ist auch im Winter unerschöpflich. Skifahrer, Skiwanderer, Ski-Langläufer, Wanderer, Spaziergänger, usw. finden auch, oder soll ich sagen, gerade, außerhalb der Sommersaison von besonderem Reiz. Bunte Mischwälder im Herbst bringen neue Farbne in die Landschaft und gemütliche Gasthöfe und Hotels aller Klassen bieten alles was einen Herbst- oder Wnterabend attraktiv macht.

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