Allgemeines über Kochbücher Testbericht

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Erfahrungsbericht von Allegra

Griechenland. Küchen der Welt. (Gräfe & Unzer)/ Likidis-Königsfeld, Kristina

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

So manches Mal, gerade in der jetzt grauen, nasskalten Jahreszeit packt mich die Sehnsucht. Die nach Sonne, Wärme, Meeresrauschen und z. B. dem Geschmack von Oliven, Tzatziki und Dolmades. Die nach Musaka, Tintenfisch oder Lamm.

° 1 ° Das Buch

Wenn mich diese Sehnsucht packt, greife ich zu dem Kochbuch von

°°° Kristina Likidis-Königsfeld: °°°
°°° Küchen der Welt, Griechendland °°°

Es enthält sowohl Rezepte für die oben genannten Köstlichkeiten (Sand und Meer muss man sich dazu denken) als auch Beschreibungen über Land und Leute.

° 2 ° Inhalt

Nimmt man das Buch zur Hand, um ein Rezept zu suchen, kann es sein, dass die Küche für die nächste Zeit kalt bleibt und die hungrig Wartenden eine Vermisstenanzeige, die Köchin betreffend, aufgeben.

Schon neben dem Inhaltsverzeichnis laden Fotos, aber vor allem eine Karte Griechenlands dazu ein, sich in sonnigere Gefielde zu träumen - an die Strände des Peloppones, der Ionischen Inseln, nach Kreta oder, oder, oder.

Land und Leute
(Seite 9 bis 22) – handelt von:

Thrakien, Makedonien und Chalkidiki,
Thessalien zwischen Pilion und Epirus
Die Ionischen Inseln,
Zentralgriechenland, Athen, Atika, Euröa und die Sporaden,
Peloponnes und die Inseln im Saronischen Golf,
Die Kykladen und die Insel Kreta
Rhodos, Dodekanes und die Inseln der Nordost-Ägais.

Rezepte
(Seite 25 bis 125):

Vorspeisen und Salate,
Suppen,
Pasteten,
Eier, Nudeln und Reis,
Fisch,
Gemüse,
Fleisch,
Süßes und Gebäck

Auf 100 Seiten also (fast) alles, was das Herz begehrt.

Wer jetzt ratlos vor der Vielzahl der Rezepte steht und sein Vorhaben, Griechenland hierherzuholen schon aufgeben möchte, kann sich auf

Seite 138
Typische Menüzusammenstellungen

vorschlagen lassen.

Hilfreich ist auch ein Glossar, das Fachbegriffe erläutert (S. 140) und – gerade für mich das Wichtigste an einem Kochbuch – das Rezept- und Sachregister. Schließlich habe ich keine Lust, mich durch alle oben genannten Kapitel durchzuwühlen, um ein bestimmtes Rezept zu finden.

° 2a ° Kleine Auswahl – Querbeet

Artischocken mit Bohnen, Bauernsalat, Fischrogenpaste (Taramasalata .... ein wirklich gutes Rezept), Gefüllte Weinblätter, Geschmorter Lauch, Stockfisch (muss bei mir nicht sein), Lamm mit Artischocken, Okraschoten, Salat aus Augenbohnen, Stifado, und Engelshaar. Nicht, dass Ihr Euch über den Titel wundert ........

° 3 ° Qualität

Die Berichte über Land- und Leute sind übersichtlich angeordnet und gut lesbar. Zwei Spalten Text, eine weitere Spalte für Bildunterschriften. Die Bilder sind passend ausgewählt, lockern den Text auf, und man erfährt viel über Geschichte, Tradition, Weine, Sehenswürdigkeiten und regionale Gerichte.

Aber halt – es soll doch gekocht werden!

Schauen wir uns die Rezepte an:

Jedes Kapitel (das ich oben genannt habe) wird durch einen kurzen Text eingeleitet, der sich über eine Spalte der rechten Seite erstreckt. Den Rest der Doppelseite nimmt jeweils ein durchaus Appetit anregendes Foto ein: Schafskäse, Gurke, Paprika, Salat, Bohnen bei Vorspeisen und Salate, Fleischspieße, Lorbeerblätter, Paprika, Hackfleisch mt Ei und Zwiebeln beim Fleisch, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Das „Drei-Spalten-Prinzip“ wird auch bei den Rezepten beibehalten: an der Außenseite die Zutatenliste, dann zwei Spalten sehr gut nachvollziehbare Zubereitung (die einzelnen Schritte sind nummeriert). Da, wo es sinnvoll ist, sind Tips eingefügt (zum Beispiel beim Stifado, das eigentlich aus Kalbfleisch gemacht werden soll: Hase oder Kaninchen eignen sich ebenfalls), es gibt Getränkevorschläge oder die Beschreibung von Varianten.

Jedes Rezept ist mit mindestens einem Bild versehen,das offensichtlich Fotografen gemacht haben, die ihr Handwerk verstehen. So kann man sich einen appetitanregenden Eindruck davon verschaffen, ob das Gericht den eigenen Erwartungen entspricht.

Wenn Erläuterungen zur Herstellung nötig sind – zum Beispiel bei den Frischkäse-Taschen – ist zum einen die Beschreibung nachvollziehbar, kompliziertere Arbeitsgänge (oder was die Autorin dafür hält) werden durch ein Foto dokumentiert.

Besonders hilfreich finde ich dies zum Beispiel im Kapitel „Süßes und Gebäck“ bei den Engelshaar-Rollen.

Auf einigen Seiten sind Produktinformationen eingestreut - so findet man z. B. Wissenswertes über Oliven, Kräuter, Brassen, Wildgemüse.

° 4 ° Handhabung

Ich erwarte von einem Kochbuch, dass es nicht nur Rezepte auflistet, sondern mir die Arbeit insofern vereinfacht, dass ich Hinweise bekomme, wie kompliziert ein Gericht in der Herstellung ist.

Rezepte sind in diesem Kochbuch teilweise vorab „kategorisiert“ – von „gelingt leicht“, „geht schnell“, „braucht etwas Zeit“, aber auch mit Hinweisen wie „gut vorzubereiten“ „deftig“ oder „vegetarisch“. Auch das Herkunftsgebiet wird genannt. Eine durchgängige Systematik kann ich darin aber nicht erkennen.

Kalorien- bzw. Jouleangaben/Person
sowie die Zubereitungs- und Garzeiten
sind jeweils unter der Zutatenliste angegeben.


° 5 ° Meine Schlussfolgerungen

Das Kochbuch bringt ein wenig Urlaubsstimmung in kalte (im übertragenen Sinne) heimische Küchen.

Die Rezeptauswahl ist vielfältig, die bei der Handhabung beschriebene Kategorisierung aber willkürlich. Manchmal fehlen die Hinweise ganz (dann steht da nur: aus Zentralgriechenland) und man muss nach der Lektüre des Rezeptes entscheiden, ob die zur Verfügung stehende Zeit bis zur Fütterung der hungrigen Mäuler ausreicht, das Gericht fertigzustellen.

Ein Hinweis „für Gäste“ z. B. bei der Zucchini-Pastete von Kreta irritiert mich: darf ich das nicht für die Familie kochen?

Sowohl Mengenangaben als auch die Anleitungen passen; die Gerichte gelingen immer, obwohl ich zugeben muss, dass ich mich niemals strikt an Rezepte halte.

Hilfreich sind die Menüvorschläge: Schnelle Menüs, Menüs, die sich gut vorbereiten lassen, Vegetarische Menüs, Menüs für große Feste, um nur einige zu nennen.

Benutzt man die richtigen Zutaten, denkt man sich den Alltag weg, kann beim Genießen der Gerichte durchaus Urlaubsfeeling entstehen.


° 6 ° Zahlen, Daten, Fakten

Küchen der Welt - Griechenland

erschienen bei Gräfe und Unzer, 2000
gebunden, 144 Seiten, mit Schutzumschlag
21 x 29 cm,
19,90 Euro
ISBN 3-7742-1871-4




° 7 ° Fazit

Wenn uns nach griechischer Küche zu Mute ist, nehmen wir das Kochbuch gern zur Hand. Allerdings halte ich den Preis von 19,90 Euro für zu hoch

(c) Allegra - auch bei ciao eingestellt

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