Alphaville Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von the_webber
WELCOME TOOO ALPHAVILLE! [FOREVER YOUNG]
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Liebe Leser/innen,
heute geht es bei mir um eine CD – aber nicht über irgendeine, sondern über das vielleicht beste Album das ich besitze. Es handelt sich um „Forever Young“ von Alphaville, die dieses Album 1984 herausbrachten. Mit dabei: Drei Welthits – „Big In Japan“, „Forever Young“ und „Sounds Like A Melody“ – die heute noch fast jedem bekannt sein dürften. Das nicht zuletzt durch das aktuelle 80s-Revival, Marian Gold war zum Beispiel zu Gast bei einer Ausgabe der 80er-Show. Warnung: Der Bericht wird etwas länger...
ALPHAVILLE
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Alphaville bestand zur Zeit dieses Albums aus Frontsänger Marian Gold, „Mix-Master“ Bernhard Lloyd und Frank Mertens, der später aber ausstieg und durch Ricky Echolette ersetzt wurde (mittlerweile aber auch nicht mehr dabei). In den 80ern waren Alphaville eine der bekanntesten deutschen Synthiepopgruppen. In den 90ern wurde es etwas ruhiger um sie, die Musik aber variantenreicher (Techno, Rock und viele andere Elemente wurden eingebaut). Vor kurzem ist ein neues Album mit verschiedenen, teilweise älteren, unveröffentlichten Aufnahmen erschienen.
COVER & BOOKLET
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Das Cover zeigt ein Gesicht, welches schwer zu beschreiben ist. Entweder ist es verwest oder es zeigt einfach eine steinerne Figur. Auf jeden Fall wirkt das Gesicht jung, insgesamt die Gestalt aber sehr alt => „Forever Young“, für immer jung... Ansonsten sind noch der Bandname, der Albumtitel und der Hinweis auf die enthaltenden Hitsingles zu finden. Hinten gibt es die Tracklist und noch eine Hand, passend zum Gesicht.
Ich finde dieses Cover nicht allzu überragend, doch das spielt auch kaum eine Rolle.
Das Booklet bietet innen auf drei Seiten sämtliche Songtexte, worauf ich schon Wert lege. Auf der Innenseite noch Fotos der Bandmitglieder, erneut die Tracklist und einige Hinweise auf Produzenten. Alles in Allem recht gelungen, das sind die Informationen, die ich erwarte. Übrigens: Auf einer Seite sind auch Hinweise zum Umgang mit einer „Compact Disc“ zu finden – was daran erinnert, dass dieser Tonträger noch aus der Anfangszeit der CD-Technologie stammt.
DIE SONGS
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Die CD enthält 10 Songs, die ich im Folgenden einzeln vorstellen möchte.
1. A Victory Of Love (4:14 Minuten)
Der Song beginnt langsam mit einigen Tönen eines undefinierbaren Instruments. Dann geht es los, mit Begleitung des Synthesizers – schließlich ist dies Elektropop. Marians Stimme ertönt – tiefer als auf den bekannten Singles. Die ersten Passagen sind recht langsam, ein „Spannungsaufbau“ ist zu bemerken. Einen eindeutigen Refrain gibt es eigentlich nicht, jedoch bestimmt der Satz „She’s playing with love“ das Lied, „Then she takes me away, and she’s pulling the strings when she’s playing with love, she’s playing with love...“. Im weiteren Verlauf wird das begleitet von einem Background-“Hello….hello...” (ebenfalls von Marian Gold), welches dem Song das „gewisse Etwas“ verleiht. Mit der Zeit entwickelt sich „A Victory Of Love“ zu einem echten Ohrwurm.
Insgesamt ein sehr guter Start in dieses einzigartige Album.
2. Summer In Berlin (4:45)
Vereinzelter Einsatz der Drums, einige Sekunden lang. Dann setzen leise, langsame Synthesizer-Akkorde ein, bis nach knapp 40 Sekunden der Gesang beginnt. „Summer In Berlin“ ist eine typische Alphaville-Ballade, dominiert von Marian Golds Stimme, die hier ein wenig spielt und alle Höhen und Tiefen ausreizt. Das langsame Synthesizerspiel bildet eine schöne Melodie, irgendwie hymnisch, die aber insgesamt nicht überragt. „…you touch a sweaty body... summer in berlin, it’s alright, it’s alright…”, vom Gesang lebt dieser Song, eine schöne, verträumte Ballade.
3. Big In Japan (4:43)
Dieser Song war lange Zeit mein absoluter Lieblingssong, bis ich diese Kategorisierung wieder abgeschafft habe. Ein langsamer Beginn, der Synthesizer wird strapaziert. Die geniale Melodie ertönt, gerade im Refrain sind einige Takte bzw. Textzeilen, die schlicht Wahnsinn sind. „Big in Japan, tonight, big in Japan, betight, ooh the eastern sea’s so blue…”, dieser Auszug dürfte nun wirklich jedem bekannt sein. Der Song ist ein Antidrogensong, es wird das Elend eines Drogensüchtigen beschrieben („I’m waiting for my man tonight, things are easy when you’re big in Japan“, „shall I stay here at the zoo or shall I go and chance my point of view for other ugly scenes?“).
Auffällig ist, dass das Lied nicht größtenteils von Marian Golds Stimme und Ausstrahlung lebt, sondern auch in allen anderen Belangen herausragend ist. Die ganze kalte, extreme Atmosphäre, das pure 80s-Feeling spiegelt dieser Song wieder. Mit Big In Japan, der ersten Alphaville-Single überhaupt, erreichte die Band weltweit einen enormen Bekanntheitsgrad.
4. To Germany With Love (4:15)
Einer meiner persönlichen Anspieltipps unter den Nicht-Singleauskopplungen. Der Song bildet einen ziemlichen Stilbruch. Zu Beginn ist ein entferntes Summen zu hören, vereinzelte, lange hallende Töne sorgen für den Spannungsaufbau – 30 Sekunden, bis es auf einmal schlagartig schneller wird. „I’m an emigre, I write to Germany, in foreign words....“. Das Tempo steigt und steigt mit dem Gesang, Marian Gold rappt mit sich selbst um die Wette, ein berauschender Song. „I write to Germany, I write to Germany, to Germany with love, Germany with loooo-ove“... nach zwei Minuten folgt eine kurze Pause, bis es dann wieder schneller weitergeht. „To Germany With Love“ ist so gar nicht AV-like, aber absolut partytauglich.
5. Fallen Angel (3:57)
Ebenfalls ein schneller Song, es geht um eine absolut hinreißende Frau, in einem mitreißenden Song. Marian Gold ist in Topform, so geht es mit einer sonoren Stimme los und wird immer heller, mit dem steigenden Tempo.
„I said I want you, baby, I said I want some more, I said I never felt it like that moment before” – Gold ist wie in Trance, und das macht seinen Gesang nicht schlechter. Die Melodie ist typisch, relativ simple Akkorde bilden mit dem klaren Basstakt die Basis des Songs – und den Rest macht wie immer der Sänger, dessen Name respektive Pseudonym in diesem Bericht vermutlich insgesamt an die 30 Mal genannt wird.
6. Forever Young (3:45)
Hier könnte ich eigentlich einen großen Absatz machen und zum nächsten Lied weiterspringen. „Forever Young“ ist ein Meisterwerk, der Inbegriff einer Ballade. Langsame Synthesizerakkorde, lange hallende Töne. Dazu die pathetische Stimme Marian Golds, die den sympathischen Text in einer selten dagewesenen Weise vorträgt. „Forever young, I want to be forever young, do you really want to live forever, forever, and ever...“ – ich bediene mich eines Lionel-Richie-Zitats: “Don’t stop the music”…
Dieser Song ist auf so ziemlich jedem Balladensampler zu finden, und das auch zurecht. Es tut mir Leid, dass ich keine passende Beschreibung finde, aber hier fehlen mir einfach wieder einmal die Worte....
7. In The Mood (4:29)
Wer hierbei an einen Song aus den Dreißigern denkt, liegt völlig falsch – Alphaville sind es, mit einem weiteren partytauglichen Hit. Mit langsamen, verspielten Akkorden startet das Lied, bis Gold einsetzt - „He’s in the mood to touch the fire“. Sogar gelacht wird im Refrain, was irgendwie passt – dieser Song ist etwas anders, der Sänger spielt mal wieder mit seiner Stimme zum schnellen Rhythmus, zum Ende hin wird es aber langsamer. Bei „In The Mood“ hat es am längsten gedauert, bis ich Gefallen an dem Song gefunden habe, jetzt möchte ich ihn auf diesem Album aber nicht mehr missen.
8. Sounds Like A Melody (4:42)
Die zweite Singleauskopplung, einer der Sommerhits ´84. SLAM verkörpert Elektropop pur. Der Synthesizer arbeitet mächtig, aufwändige (es lebe die neue Rechtschreibung) Akkorde bilden die mitreißende, rasante Melodie. Dazu der Gesang von Marian Gold, heller, höher denn je. „The ringing of your laughter, it sounds like a melody, to once forbidden places we’ll go for a while”, ein Song über extreme Liebe, wenn nicht Besessenheit. “And set it alight, just starting that satellite, SET IT ALIGHT!” und weiter geht’s. Ein rasanter Song, bei dem Fans von purer Synthesizermusik auf ihre Kosten kommen dürften. Leider ist die Albumversion nicht sehr gelungen, nach etwa der Hälfte der Spielzeit wird in einer Art Instrumentalmix die Melodie wieder und wieder durchgekaut. Im Internet sind viele bessere Versionen erhältlich.
9. Lies (3:32)
Jetzt wird’s poppig und richtig schnell. Ein fröhlicher Song, eine Parodie auf das Geschehen in Hollywood, den ganzen Medienrummel. „My love, everything’s an interview, and nothing’s really new, and everybody’s looking for clous, and you know what to do with a clou…” und immer so weiter, äußerst tanzbar. Die Stimme steht hier nicht unbedingt so im Vordergrund wie bei anderen AV-Songs, ist aber wie immer ein wichtiger Bestandteil. Was wären wir glücklich, wenn alle LÜGEN so klingen würden....
10. The Jet Set (4:52)
Die vierte und letzte Singleauskopplung. „The Jet Set“ ist quasi die direkte Fortsetzung von „Lies“, ähnlich schnell und poppig, die Songs ähneln sich, gerade vom Text her. Auf späteren Alphaville-Alben – in erster Linie „Afternoons in Utopia“ – ist man solche zusammenhängenden Stories gewohnt, hier wird es kurz versucht – mit Erfolg. „We are the jet-set society, we are the jet set, and that means liberty, liberty...“, es macht den Eindruck, als würden hier relativ viele “fremdartige” Elemente vorkommen, es geht fast ein wenig in Richtung Country. Auf jeden Fall bildet der Song zum Ende hin mit den langen „shiiiiiiine on libertyyyy“s ein würdigen und passenden Abschluss für dieses Album.
FAZIT
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Hier werde ich noch meine weitere Meinung einbetten. Ich halte „Forever Young“ für das allerbeste „normale“ Studioalbum meiner „Sammlung“. Bei einigen der 10 Songs braucht man seine Eingewöhnungszeit, aber irgendwann verinnerlicht man sie alle. Um die Basis – die herausragende Stimme von Marian Gold – werden immer neue Songs mit immer neuen Richtungen und Elementen aufgebaut, hier klingt (fast) nichts gleich. Zu bemerken ist auch, dass die Klangqualität exzellent ist. Es ist eine normal releaste CD, nicht „Digitally remastered“, wie es auf vielen 80s-Scheiben zu lesen ist.
Ich empfehle das Album natürlich weiter und vergebe die bestmögliche Note. Einzig die schwache halb-instrumentale Version von „Sounds Like A Melody“ stört ein wenig, kann aber die Eins nicht verderben. Falls ihr auch genug von den Superstars habt – legt euch diese CD zu, sie ist in der Regel im MidPrice-Bereich für 10€ zu ergattern. Berichte über weitere Alphaville-Alben werden folgen, falls Yopi das kategorientechnisch hinbekommt.
Vielen Dank fürs Lesen,
euer webber am 15.02.03
Ich weise nochmals auf die herausragende bilinguale Website der Band hin – www.alphaville.de.
Wer das klickt ist doof *** Kein Krieg für Öl!
Achtung!
Von mir unter dem Usernamen \"therealwebber\" in leicht abgewandelter Form am 14.02.03 vorab bei Ciao.com gepostet - kein Fake.
heute geht es bei mir um eine CD – aber nicht über irgendeine, sondern über das vielleicht beste Album das ich besitze. Es handelt sich um „Forever Young“ von Alphaville, die dieses Album 1984 herausbrachten. Mit dabei: Drei Welthits – „Big In Japan“, „Forever Young“ und „Sounds Like A Melody“ – die heute noch fast jedem bekannt sein dürften. Das nicht zuletzt durch das aktuelle 80s-Revival, Marian Gold war zum Beispiel zu Gast bei einer Ausgabe der 80er-Show. Warnung: Der Bericht wird etwas länger...
ALPHAVILLE
°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°
Alphaville bestand zur Zeit dieses Albums aus Frontsänger Marian Gold, „Mix-Master“ Bernhard Lloyd und Frank Mertens, der später aber ausstieg und durch Ricky Echolette ersetzt wurde (mittlerweile aber auch nicht mehr dabei). In den 80ern waren Alphaville eine der bekanntesten deutschen Synthiepopgruppen. In den 90ern wurde es etwas ruhiger um sie, die Musik aber variantenreicher (Techno, Rock und viele andere Elemente wurden eingebaut). Vor kurzem ist ein neues Album mit verschiedenen, teilweise älteren, unveröffentlichten Aufnahmen erschienen.
COVER & BOOKLET
°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°
Das Cover zeigt ein Gesicht, welches schwer zu beschreiben ist. Entweder ist es verwest oder es zeigt einfach eine steinerne Figur. Auf jeden Fall wirkt das Gesicht jung, insgesamt die Gestalt aber sehr alt => „Forever Young“, für immer jung... Ansonsten sind noch der Bandname, der Albumtitel und der Hinweis auf die enthaltenden Hitsingles zu finden. Hinten gibt es die Tracklist und noch eine Hand, passend zum Gesicht.
Ich finde dieses Cover nicht allzu überragend, doch das spielt auch kaum eine Rolle.
Das Booklet bietet innen auf drei Seiten sämtliche Songtexte, worauf ich schon Wert lege. Auf der Innenseite noch Fotos der Bandmitglieder, erneut die Tracklist und einige Hinweise auf Produzenten. Alles in Allem recht gelungen, das sind die Informationen, die ich erwarte. Übrigens: Auf einer Seite sind auch Hinweise zum Umgang mit einer „Compact Disc“ zu finden – was daran erinnert, dass dieser Tonträger noch aus der Anfangszeit der CD-Technologie stammt.
DIE SONGS
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Die CD enthält 10 Songs, die ich im Folgenden einzeln vorstellen möchte.
1. A Victory Of Love (4:14 Minuten)
Der Song beginnt langsam mit einigen Tönen eines undefinierbaren Instruments. Dann geht es los, mit Begleitung des Synthesizers – schließlich ist dies Elektropop. Marians Stimme ertönt – tiefer als auf den bekannten Singles. Die ersten Passagen sind recht langsam, ein „Spannungsaufbau“ ist zu bemerken. Einen eindeutigen Refrain gibt es eigentlich nicht, jedoch bestimmt der Satz „She’s playing with love“ das Lied, „Then she takes me away, and she’s pulling the strings when she’s playing with love, she’s playing with love...“. Im weiteren Verlauf wird das begleitet von einem Background-“Hello….hello...” (ebenfalls von Marian Gold), welches dem Song das „gewisse Etwas“ verleiht. Mit der Zeit entwickelt sich „A Victory Of Love“ zu einem echten Ohrwurm.
Insgesamt ein sehr guter Start in dieses einzigartige Album.
2. Summer In Berlin (4:45)
Vereinzelter Einsatz der Drums, einige Sekunden lang. Dann setzen leise, langsame Synthesizer-Akkorde ein, bis nach knapp 40 Sekunden der Gesang beginnt. „Summer In Berlin“ ist eine typische Alphaville-Ballade, dominiert von Marian Golds Stimme, die hier ein wenig spielt und alle Höhen und Tiefen ausreizt. Das langsame Synthesizerspiel bildet eine schöne Melodie, irgendwie hymnisch, die aber insgesamt nicht überragt. „…you touch a sweaty body... summer in berlin, it’s alright, it’s alright…”, vom Gesang lebt dieser Song, eine schöne, verträumte Ballade.
3. Big In Japan (4:43)
Dieser Song war lange Zeit mein absoluter Lieblingssong, bis ich diese Kategorisierung wieder abgeschafft habe. Ein langsamer Beginn, der Synthesizer wird strapaziert. Die geniale Melodie ertönt, gerade im Refrain sind einige Takte bzw. Textzeilen, die schlicht Wahnsinn sind. „Big in Japan, tonight, big in Japan, betight, ooh the eastern sea’s so blue…”, dieser Auszug dürfte nun wirklich jedem bekannt sein. Der Song ist ein Antidrogensong, es wird das Elend eines Drogensüchtigen beschrieben („I’m waiting for my man tonight, things are easy when you’re big in Japan“, „shall I stay here at the zoo or shall I go and chance my point of view for other ugly scenes?“).
Auffällig ist, dass das Lied nicht größtenteils von Marian Golds Stimme und Ausstrahlung lebt, sondern auch in allen anderen Belangen herausragend ist. Die ganze kalte, extreme Atmosphäre, das pure 80s-Feeling spiegelt dieser Song wieder. Mit Big In Japan, der ersten Alphaville-Single überhaupt, erreichte die Band weltweit einen enormen Bekanntheitsgrad.
4. To Germany With Love (4:15)
Einer meiner persönlichen Anspieltipps unter den Nicht-Singleauskopplungen. Der Song bildet einen ziemlichen Stilbruch. Zu Beginn ist ein entferntes Summen zu hören, vereinzelte, lange hallende Töne sorgen für den Spannungsaufbau – 30 Sekunden, bis es auf einmal schlagartig schneller wird. „I’m an emigre, I write to Germany, in foreign words....“. Das Tempo steigt und steigt mit dem Gesang, Marian Gold rappt mit sich selbst um die Wette, ein berauschender Song. „I write to Germany, I write to Germany, to Germany with love, Germany with loooo-ove“... nach zwei Minuten folgt eine kurze Pause, bis es dann wieder schneller weitergeht. „To Germany With Love“ ist so gar nicht AV-like, aber absolut partytauglich.
5. Fallen Angel (3:57)
Ebenfalls ein schneller Song, es geht um eine absolut hinreißende Frau, in einem mitreißenden Song. Marian Gold ist in Topform, so geht es mit einer sonoren Stimme los und wird immer heller, mit dem steigenden Tempo.
„I said I want you, baby, I said I want some more, I said I never felt it like that moment before” – Gold ist wie in Trance, und das macht seinen Gesang nicht schlechter. Die Melodie ist typisch, relativ simple Akkorde bilden mit dem klaren Basstakt die Basis des Songs – und den Rest macht wie immer der Sänger, dessen Name respektive Pseudonym in diesem Bericht vermutlich insgesamt an die 30 Mal genannt wird.
6. Forever Young (3:45)
Hier könnte ich eigentlich einen großen Absatz machen und zum nächsten Lied weiterspringen. „Forever Young“ ist ein Meisterwerk, der Inbegriff einer Ballade. Langsame Synthesizerakkorde, lange hallende Töne. Dazu die pathetische Stimme Marian Golds, die den sympathischen Text in einer selten dagewesenen Weise vorträgt. „Forever young, I want to be forever young, do you really want to live forever, forever, and ever...“ – ich bediene mich eines Lionel-Richie-Zitats: “Don’t stop the music”…
Dieser Song ist auf so ziemlich jedem Balladensampler zu finden, und das auch zurecht. Es tut mir Leid, dass ich keine passende Beschreibung finde, aber hier fehlen mir einfach wieder einmal die Worte....
7. In The Mood (4:29)
Wer hierbei an einen Song aus den Dreißigern denkt, liegt völlig falsch – Alphaville sind es, mit einem weiteren partytauglichen Hit. Mit langsamen, verspielten Akkorden startet das Lied, bis Gold einsetzt - „He’s in the mood to touch the fire“. Sogar gelacht wird im Refrain, was irgendwie passt – dieser Song ist etwas anders, der Sänger spielt mal wieder mit seiner Stimme zum schnellen Rhythmus, zum Ende hin wird es aber langsamer. Bei „In The Mood“ hat es am längsten gedauert, bis ich Gefallen an dem Song gefunden habe, jetzt möchte ich ihn auf diesem Album aber nicht mehr missen.
8. Sounds Like A Melody (4:42)
Die zweite Singleauskopplung, einer der Sommerhits ´84. SLAM verkörpert Elektropop pur. Der Synthesizer arbeitet mächtig, aufwändige (es lebe die neue Rechtschreibung) Akkorde bilden die mitreißende, rasante Melodie. Dazu der Gesang von Marian Gold, heller, höher denn je. „The ringing of your laughter, it sounds like a melody, to once forbidden places we’ll go for a while”, ein Song über extreme Liebe, wenn nicht Besessenheit. “And set it alight, just starting that satellite, SET IT ALIGHT!” und weiter geht’s. Ein rasanter Song, bei dem Fans von purer Synthesizermusik auf ihre Kosten kommen dürften. Leider ist die Albumversion nicht sehr gelungen, nach etwa der Hälfte der Spielzeit wird in einer Art Instrumentalmix die Melodie wieder und wieder durchgekaut. Im Internet sind viele bessere Versionen erhältlich.
9. Lies (3:32)
Jetzt wird’s poppig und richtig schnell. Ein fröhlicher Song, eine Parodie auf das Geschehen in Hollywood, den ganzen Medienrummel. „My love, everything’s an interview, and nothing’s really new, and everybody’s looking for clous, and you know what to do with a clou…” und immer so weiter, äußerst tanzbar. Die Stimme steht hier nicht unbedingt so im Vordergrund wie bei anderen AV-Songs, ist aber wie immer ein wichtiger Bestandteil. Was wären wir glücklich, wenn alle LÜGEN so klingen würden....
10. The Jet Set (4:52)
Die vierte und letzte Singleauskopplung. „The Jet Set“ ist quasi die direkte Fortsetzung von „Lies“, ähnlich schnell und poppig, die Songs ähneln sich, gerade vom Text her. Auf späteren Alphaville-Alben – in erster Linie „Afternoons in Utopia“ – ist man solche zusammenhängenden Stories gewohnt, hier wird es kurz versucht – mit Erfolg. „We are the jet-set society, we are the jet set, and that means liberty, liberty...“, es macht den Eindruck, als würden hier relativ viele “fremdartige” Elemente vorkommen, es geht fast ein wenig in Richtung Country. Auf jeden Fall bildet der Song zum Ende hin mit den langen „shiiiiiiine on libertyyyy“s ein würdigen und passenden Abschluss für dieses Album.
FAZIT
°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°o°
Hier werde ich noch meine weitere Meinung einbetten. Ich halte „Forever Young“ für das allerbeste „normale“ Studioalbum meiner „Sammlung“. Bei einigen der 10 Songs braucht man seine Eingewöhnungszeit, aber irgendwann verinnerlicht man sie alle. Um die Basis – die herausragende Stimme von Marian Gold – werden immer neue Songs mit immer neuen Richtungen und Elementen aufgebaut, hier klingt (fast) nichts gleich. Zu bemerken ist auch, dass die Klangqualität exzellent ist. Es ist eine normal releaste CD, nicht „Digitally remastered“, wie es auf vielen 80s-Scheiben zu lesen ist.
Ich empfehle das Album natürlich weiter und vergebe die bestmögliche Note. Einzig die schwache halb-instrumentale Version von „Sounds Like A Melody“ stört ein wenig, kann aber die Eins nicht verderben. Falls ihr auch genug von den Superstars habt – legt euch diese CD zu, sie ist in der Regel im MidPrice-Bereich für 10€ zu ergattern. Berichte über weitere Alphaville-Alben werden folgen, falls Yopi das kategorientechnisch hinbekommt.
Vielen Dank fürs Lesen,
euer webber am 15.02.03
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