Andorra Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von retilein
Der Extraweg zu einem Stempel
Pro:
herrliche Landschaft
Kontra:
shopping pur
Empfehlung:
Ja
Im Januar letzten Jahres war es mal wieder soweit und mein Job brachte mich in Richtung Pyrenäen. Es war Wochenende und Ziele waren gefragt. Also ein 13.Januar war es und Straßen waren frei von Schnee und Eis, warum also nicht nach Andorra.
Andorra ist gebirgig und liegt bekanntlichererweise in den Pyrenäen. Es grenzt im Norden und Osten an Frankreich und im Süden und Westen an Spanien. Die spanische Grenze ist dabei mit ca. 900 m der tiefstgelegene Punkt Andorras und der Pic de Coma Pedrosa ist mit 2942 m der höchste Berg Andorras.
Nach blutigen Kämpfen zwischen dem Bischof von Urgell und dem Grafen von Foix wurden 1278 diese Streitigkeiten mit der Unterzeichnung des "Pereatge" (Abkommen) zwischen Roger Bernard III, Graf von Foix, und Pere d' Urtx, dem Bischof von Urgell, beigelegt und gilt seitdem als Unabhängigkeitsjahr und seit 1993 ist Andorra ein souveräner Staat mit 28 Abgeordneten. Während die Angelegenheiten des Landes der vom Volk gewählte Consell General regelt, steht Andorra nach wie vor unter dem Schutz der beiden Mitfürsten - dem Bischof von La Seu d' Urgell und mittlerweile dem Präsidenten Frankreichs. Wer darüber noch mehr wissen möchte, denn empfehle ich ein Blick auf http://www.andorraweb.de.
Auf einer Fläche von 468 qkm leben ca. 66.000 Leute, wovon nur 20 % als einheimisch gelten. Das wird man erst nach 25 Jahren Leben im Land. So hat Andorra den Ruf unter den dort lebenden Franzosen eins der reichsten Länder Europas zu sein.
Andorra ist ein besonderes und exklusives Einkaufsparadies. So findet man günstige Preise und eine breite Produktpalette in Juwelierläden, Optikergeschäften, Parfümerien, Sport-, Antiquitäten-, Elektronik- und Modellbaugeschäften, Läden mit ausgewählten Lebensmitteln, Boutiquen, die die bekanntesten Modemarken führen, usw.
Das Abkommen mit der Europäischen Union über die Zollbefreiung von Waren oder besser bekannt als zollfreies Einkaufen übt ganz offensichtlich eine magische Anziehungskraft aus.
Hinzu kommen Öffnungszeiten die man mit Fug und Recht als äußerst kundenfreundlich bezeichnen muß. So sind die Kaufhäuser auch zur Mittagszeit und an den Sonn- und Feiertagen geöffnet. Hier ist der Kunde wirklich noch König.
Der einzige Zugang ist die Straße. Es gibt weder Flughäfen noch eine Eisenbahnlinie.
Wir kamen von Font-Romeau, in den französischen Pyrenäen gelegen, und schlängelten uns über erstaunlicherweise um diese Jahreszeit schneefreie aber dennoch manchmal recht luftige Straßen über Bourg Madame auf der N20 nach Norden Richtung Ur bis Porta. Über den Col de Puymorens (1915 m ü.N.N. fährt man dann auf der N320. Kurz vor L'Hospitalet pres l'Andorre fährt man an der Kreuzung nach links auf die N22 Richtung Andorra. Nach ungefähr 2 km hat man die andorranische Grenze bei Pas de la Casa erreicht. Der Ort befindet sich direkt an der Grenze in 2075 m Höhe. Seinen Namen "Durchgang zum Haus" hat er von einer Schäferhütte, die früher den Reisenden als Anhaltspunkt diente. Pas de la Casa gilt als der kälteste Ort der Pyrenäen und ist ein reines Wintersport-Paradies. Hier wurden bereits Europameisterschaften ausgetragen - aber speziell für Touristen ist das Gebiet sehr reizvoll. Skipisten und Sessellifte gehören zu den Sportanlagen. Imposant ist in diesem kleinem künstlich wachsenden Ort vieles. So steht im Mittelpunkt des Ortes ein mehrgeschossiges (glaube 7) Parkhaus und es war dennoch voll.
Viele Franzosen kommen hierher, um billig einzukaufen - unter anderem billiges Benzin. Für eine Tankstelle außerhalb des Ortes mit etwa 30 Zapfsäulen wurde zb. extra eine Umgehungsstraße gebaut, da sich die Autoschlange hier ständig bis ins Tal staut.
Das eigentliche gedachte Ziel Briefmarken, Postkarten wird alerdings erstaunlicherweise sträflich in den Hintergrund gedrängt und ist offensichtlich von den scheinbar profitableren Shoppings abgelöst worden.
Mein schönstes Erlebnis war allerdings andere Natur. Übrigens hatte auch der Euro in Andorra Einzug gehalten und das obwohl das Land gar kein EU-Mitglied ist und keiner in Andorra zum EU befragt wurde !
Die zentrale Polizeistation wurde von mir aufgesucht und in einem netten kurzen Discuss konnte ich sehr freundliche Polizisten überzeugen einen an sich nicht mehr im Gebrauch befindlichen Stempel herauszusuchen und in meinen Reisepaß zu verewigen. Danach war ich zufrieden und konnte wohlgemut die Rückreise antreten. Für den Stempel extra nach Andorra ist doch toll, aber auch Raucher in der Family kamen natürlich auf Ihre Kosten.
Fazit
*****
Ein beneidenswert friedvolles und schönes Stück Erde mitten in Europa, aber ansonsten scheint in Andorra alles dem Kommerz untergeordnet zu sein und das ist eigentlich bei der Landschaft ein wenig Schade.
62 Bewertungen, 9 Kommentare
-
23.03.2009, 15:15 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichschönen tag und lieben gruss...
-
11.09.2008, 20:32 Uhr von cosch
Bewertung: sehr hilfreichschönen endsommerabend und LG cosch
-
05.07.2008, 18:35 Uhr von Meyerhoffsche
Bewertung: sehr hilfreichLG von Meyerhoffsche :)
-
13.12.2005, 16:39 Uhr von MasterDeniz
Bewertung: sehr hilfreichSehr Hilfreich! Deniz lg :-)
-
17.11.2005, 17:35 Uhr von Cicila
Bewertung: sehr hilfreichIch reise sooo gerne, da möchte ich auch noch einmal hinkommen. <br/>LG Cicila
-
23.06.2005, 14:06 Uhr von jojo21
Bewertung: sehr hilfreichwar da selbst schon zwei Mal und fand die Landschaft gigantisch schön LG jojo21
-
15.04.2005, 21:25 Uhr von Mundi
Bewertung: sehr hilfreichda möchte ich mal hin!
-
26.02.2002, 20:07 Uhr von schach
Bewertung: sehr hilfreichbist ja selbst in Geschichte fit...
-
23.02.2002, 15:56 Uhr von Maeuschen21
Bewertung: sehr hilfreichWünsche dir noch einen schönen Samstag!! VLG Mandy ;o)
Bewerten / Kommentar schreiben