Angst - Lacrimosa Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von Superbiene20000
*Genial*
Pro:
nachdenklich machende Texte, * Der letzte Hilfeschrei * sowie * sowie * * Tränen der Existenslosigkeit *
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Liebe Leserinnen und Leser,
mein umfangreiches häusliches Repertoire an Musik umfaßt nicht nur verschiedene Bands sondern auch diverse Musikrichtungen mit denen ich mit Vorliebe meine menschliche Umgebung nerve. Einige meiner Lieblingskünstler ist dabei zweifellos *Lacrimosa* die man zweifellos (mittlerweile) zur seichten Gotic-Szene rechnen kann. Da wahrscheinlich nicht jeder interessierte Leser *Lacrimosa* kennt folgt eine zuerst eine kleine Ausführung über die Entstehung derselbigen.
Lacrimosa und deren Musik
********************************
Der 1972 in Frankfurt a.M geborene Tilo Wolff gründete 1990 *Lacrimosa* als Soloprojekt wobei sich der Name aus den lateinischen Begriffen "Lacrimae" und "Mosa" zusammensetzt was dann letztendlich als "fließende Träne" deuten kann. Da *Lacrimosa* zudem auch ein Teil von Mozarts "Requiem" ist bewegt sich die musikalische Grundstruktur von Tilo Wolf demzufolge aus klassischer Musik (Violinen, Oboen ectr.) gepaart mit harten Metaleinlagen. Um zudem seine musikalische Aussagekraft uneingeschränkt unters Volk bringen zukönnen gründete Wolf zudem bereits 1991 sein eigenes Label "Hall of Sermon".
Nachdem die ersten Alben "Angst" (1991), "Einsamkeit" (1992), "Alles Lüge" (1993) sowie "Satura" (1993) mit wechselnden Besetzungen produziert wurden stieß im Jahre 1994 die gebürtige Finnin Anne Nurmi zu Tilo Wolf die seitdem ein festes Miglied von *Lacrimosa* ist. Mit ihr zusammen wurden dann die folgenden Alben produziert: "Inferno" (1995), "Stille" (1997), "Elodia" (1999), "Fassade" (2001), "Echos" (2003) sowie "Lichtgestalt" (2005). Nicht aufgeführt sind hierbei die zwischenzeitlichen Veröffentlichungen diverser Maxi / Live-CDs. Der folgende Beitrag wird sich dabei mit dem Erstlingswerk von *Lacrimosa* beschäftigen welches demzufolge schon satte 15 Jahre auf dem Buckel hat......
Trackliste
***********
1.Seele In Not (9:21)
2.Requiem (9:31)
3.Lacrima Mosa (5:17)
4.Der Ketzer Der Ketzer (7:22)
5.Der Letzte Hilfeschrei (5:21)
6.Tränen Der Existenzlosigkeit (10:40)
Der Versuch einer Rezension
*********************************
Schon der erste Song *Seele in Not* zeigt auf was auf den Hörer textlich zukommt, nämlich schwere Texte die sämtliche Konzentration erfordern. Nachdem ein klassisches Orgelintro den Song eröffnet wird derselbige von einem gleichlautenden Keyboardton abgelöst der vom Gesang Tilo Wolffs begleitet wird. Der Inhalt befaßt sich dabei mit dem Seelenschmerz eines Menschen (vielleicht von Tilo Wolf selber) der von der Erinnerung lebt. Genauso monoton und düster geht es mit *Requiem* weiter wobei anfänglichst Streichereinlagen mit einem virtiosen Klavierspiel ohne Gesang den Track bestimmen. Dieses wird nur noch von vereinzelten Trommelschlägen begleitet sodas praktisch musikalische Monotonität vorherrscht. Dies soll keine Kritik sein sondern unterstützt vielmehr den Gesang von Tilo Wolff der textlich seine letzte Reise beginnt...
*Lacrima Mosa* wird größtenteils musikalisch mit Klavier und Keyboards interpretiert wobei hier klassische Einflüße überwiegen. Dank des fehlenden Gesanges verfliegt die anfängliche Schwermut etwas was sich mit dem nächsten Song *Der Ketzer* natürlich wieder endet. Nach der anfänglichen Sprecheinleitung durch den Papst himself geht der Song über in ein Stakatto-Getrommel begleitet von Klaviereinlagen wobei Tilo Wolf den Papst bzw. die katholische Kirche im Allgemeinen angreift. Hierzu werde ich ausnahmsweise auszugsweise den Text aufführen um den Leser einen Eindruck zuvermitteln :
*Selbstgerecht, Unfehlbar, Sündenlos
Du nennst dich Papst
Mit blutverschmierten Händen
Aus längst vergangenen Zeiten
Mit gespaltener Zunge
Tröstest du die Armen
Arm, weil du ihr Geld stahlst
Arm, weil sie dir glaubten
Oh Papst, du hast es weit gebracht
Ich weine um deine Seele*
Um die Angst des Sterbens geht bei *Der letzte Hilfeschrei*. Anfänglichst hört man nur die puren Töne einer Herzryhtmus - Maschine die dann von ruhigen Keyboardklängen unterstützt werden. Vom Text wird die bittere Wahrheit des Sterbens besungen welches sich voller Einsamkeit vollzieht.Verlassen von Freunden und Familie vollzieht sich der Tod bis hin zum Stillstand der anfänglichst erwähnten Herzryhtmus - Maschine und hinterläßt beim Hörer ein nachdenklich bitteres Gefühl und damit die verbundene Frage : Werde ich auch so enden....
Mit einem recht langen klassischen Vorspiel beginnt dann der letzte Song *Tränen der Existenslosigkeit* der schwermütiger kaum sein kann. Einsamkeit sowie der verlorene Glaube an die innere Stärke bestimmen den Text der im weiteren Verlauf einmal mehr von Keyboards begleitet wird. Für Wehmut und Trauer sorgen dabei die eingeworfenen Klaviersequenzen wobei der Track sicher nicht für depressive Menschen geeignet ist. So endet dann ein geniales Erstlingswerk von *Lacrimosa* bei dem es schon fast unumgänglich ist Kopfhörer zu Tragen um die Texte vernünftig in Ruhe zu verinnerlichen.
Timo Wolff gelang es somit mit *Angst* ein Album zu erschaffen welches nicht nur die Urängste der Menschen anspricht, sondern auch Kritik an die allseits auftretende Ingnoranz im Leben vermittelt. Die beiden besten Songs des Albums sind aus meiner Sicht *Der letzte Hilfeschrei* und *Tränen der Existenslosigkeit* und sollten somit für Interessierte als Anspieltip dienen. In diesem Sinne....
Superbiene und Pitter
mein umfangreiches häusliches Repertoire an Musik umfaßt nicht nur verschiedene Bands sondern auch diverse Musikrichtungen mit denen ich mit Vorliebe meine menschliche Umgebung nerve. Einige meiner Lieblingskünstler ist dabei zweifellos *Lacrimosa* die man zweifellos (mittlerweile) zur seichten Gotic-Szene rechnen kann. Da wahrscheinlich nicht jeder interessierte Leser *Lacrimosa* kennt folgt eine zuerst eine kleine Ausführung über die Entstehung derselbigen.
Lacrimosa und deren Musik
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Der 1972 in Frankfurt a.M geborene Tilo Wolff gründete 1990 *Lacrimosa* als Soloprojekt wobei sich der Name aus den lateinischen Begriffen "Lacrimae" und "Mosa" zusammensetzt was dann letztendlich als "fließende Träne" deuten kann. Da *Lacrimosa* zudem auch ein Teil von Mozarts "Requiem" ist bewegt sich die musikalische Grundstruktur von Tilo Wolf demzufolge aus klassischer Musik (Violinen, Oboen ectr.) gepaart mit harten Metaleinlagen. Um zudem seine musikalische Aussagekraft uneingeschränkt unters Volk bringen zukönnen gründete Wolf zudem bereits 1991 sein eigenes Label "Hall of Sermon".
Nachdem die ersten Alben "Angst" (1991), "Einsamkeit" (1992), "Alles Lüge" (1993) sowie "Satura" (1993) mit wechselnden Besetzungen produziert wurden stieß im Jahre 1994 die gebürtige Finnin Anne Nurmi zu Tilo Wolf die seitdem ein festes Miglied von *Lacrimosa* ist. Mit ihr zusammen wurden dann die folgenden Alben produziert: "Inferno" (1995), "Stille" (1997), "Elodia" (1999), "Fassade" (2001), "Echos" (2003) sowie "Lichtgestalt" (2005). Nicht aufgeführt sind hierbei die zwischenzeitlichen Veröffentlichungen diverser Maxi / Live-CDs. Der folgende Beitrag wird sich dabei mit dem Erstlingswerk von *Lacrimosa* beschäftigen welches demzufolge schon satte 15 Jahre auf dem Buckel hat......
Trackliste
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1.Seele In Not (9:21)
2.Requiem (9:31)
3.Lacrima Mosa (5:17)
4.Der Ketzer Der Ketzer (7:22)
5.Der Letzte Hilfeschrei (5:21)
6.Tränen Der Existenzlosigkeit (10:40)
Der Versuch einer Rezension
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Schon der erste Song *Seele in Not* zeigt auf was auf den Hörer textlich zukommt, nämlich schwere Texte die sämtliche Konzentration erfordern. Nachdem ein klassisches Orgelintro den Song eröffnet wird derselbige von einem gleichlautenden Keyboardton abgelöst der vom Gesang Tilo Wolffs begleitet wird. Der Inhalt befaßt sich dabei mit dem Seelenschmerz eines Menschen (vielleicht von Tilo Wolf selber) der von der Erinnerung lebt. Genauso monoton und düster geht es mit *Requiem* weiter wobei anfänglichst Streichereinlagen mit einem virtiosen Klavierspiel ohne Gesang den Track bestimmen. Dieses wird nur noch von vereinzelten Trommelschlägen begleitet sodas praktisch musikalische Monotonität vorherrscht. Dies soll keine Kritik sein sondern unterstützt vielmehr den Gesang von Tilo Wolff der textlich seine letzte Reise beginnt...
*Lacrima Mosa* wird größtenteils musikalisch mit Klavier und Keyboards interpretiert wobei hier klassische Einflüße überwiegen. Dank des fehlenden Gesanges verfliegt die anfängliche Schwermut etwas was sich mit dem nächsten Song *Der Ketzer* natürlich wieder endet. Nach der anfänglichen Sprecheinleitung durch den Papst himself geht der Song über in ein Stakatto-Getrommel begleitet von Klaviereinlagen wobei Tilo Wolf den Papst bzw. die katholische Kirche im Allgemeinen angreift. Hierzu werde ich ausnahmsweise auszugsweise den Text aufführen um den Leser einen Eindruck zuvermitteln :
*Selbstgerecht, Unfehlbar, Sündenlos
Du nennst dich Papst
Mit blutverschmierten Händen
Aus längst vergangenen Zeiten
Mit gespaltener Zunge
Tröstest du die Armen
Arm, weil du ihr Geld stahlst
Arm, weil sie dir glaubten
Oh Papst, du hast es weit gebracht
Ich weine um deine Seele*
Um die Angst des Sterbens geht bei *Der letzte Hilfeschrei*. Anfänglichst hört man nur die puren Töne einer Herzryhtmus - Maschine die dann von ruhigen Keyboardklängen unterstützt werden. Vom Text wird die bittere Wahrheit des Sterbens besungen welches sich voller Einsamkeit vollzieht.Verlassen von Freunden und Familie vollzieht sich der Tod bis hin zum Stillstand der anfänglichst erwähnten Herzryhtmus - Maschine und hinterläßt beim Hörer ein nachdenklich bitteres Gefühl und damit die verbundene Frage : Werde ich auch so enden....
Mit einem recht langen klassischen Vorspiel beginnt dann der letzte Song *Tränen der Existenslosigkeit* der schwermütiger kaum sein kann. Einsamkeit sowie der verlorene Glaube an die innere Stärke bestimmen den Text der im weiteren Verlauf einmal mehr von Keyboards begleitet wird. Für Wehmut und Trauer sorgen dabei die eingeworfenen Klaviersequenzen wobei der Track sicher nicht für depressive Menschen geeignet ist. So endet dann ein geniales Erstlingswerk von *Lacrimosa* bei dem es schon fast unumgänglich ist Kopfhörer zu Tragen um die Texte vernünftig in Ruhe zu verinnerlichen.
Timo Wolff gelang es somit mit *Angst* ein Album zu erschaffen welches nicht nur die Urängste der Menschen anspricht, sondern auch Kritik an die allseits auftretende Ingnoranz im Leben vermittelt. Die beiden besten Songs des Albums sind aus meiner Sicht *Der letzte Hilfeschrei* und *Tränen der Existenslosigkeit* und sollten somit für Interessierte als Anspieltip dienen. In diesem Sinne....
Superbiene und Pitter
64 Bewertungen, 1 Kommentar
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15.05.2005, 22:28 Uhr von linnie
Bewertung: sehr hilfreichDie Angst mag ich auch total gern, aber mein Favorit wird wegen "Bresso" wohl immer die Einsamkeit bleiben.
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