Antennenwels Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Futterkosten:
- Pflegeaufwand:
Erfahrungsbericht von Flyer209
Ein skurriler Fisch
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich möchte ein wenig über den Blauen Antennenwels Ancistrus dolichopterus schreiben. Zunächst möchte ich ein Vorurteil aus der Welt räumen. Viele Leute, auch aus meinem Bekanntenkreis verdammen den Wels immer zum „Scheibenputzer“! Der Wels ist Pflegeleicht und eigentlich in jedem Fischladen zu haben, zudem noch recht günstig. Er wird of bei unerfahrenen Aquarianern nur für diesen Zweck gekauft, zum Scheiben putzen und Algen wegfressen. Dabei putzen vor allem die älteren Tiere überhaupt nicht mehr so viel. Und sie sind generell viel interessanter und individueller als sie zu einem „Scheibenputzer“ zu degradieren.
An dieser Stelle ein paar Worte zur Herkunft
Der Blaue Antennenwels gehört zur Familie der Loricariidae, die man auch als Familie der Harnischwelse bezeichnen kann. Unterfamilie Ancistrinae. Diese Tiere leben in vielen Zuflüssen des Amazonas, in schnell fließenden, sauerstoffreichen und klaren Bächen oder Flüssen wie zum Beispiel im Rio Demini, Rio Betari oder im Rio Tefé um nur ein paar Beispiele zu nennen. Generell kommen Ancistrus Arten im mittleren Negro Gebiet häufig vor. In diesen klaren Flüssen sitzen sie meistens auf Wurzeln, oder auch drunter um sich zu verstecken und tagsüber ein wenig zu ruhen. Die Ersteinführung in Deutschland geschah 1911 durch zwei Hamburger Importeure.
Aussehen und Geschlechtsunterscheidung
Allgemein sind diese Antennenwelse schwarz bis braun (meiner zum Beispiel obwohl es eher seltener ist; die meisten sind dunkler bzw. schwarz) und haben weiß, gelbliche Punkte auf dem ganzen Körper. Sie haben eine große Schnauze die relativ breit ist, danach wird der Körper nach hinten zum Schwanz immer schmäler. An der Bauchseite sind die Maul- und Kiemenöffnungen angeordnet. Ein Vorteil um Nahrung vom Boden aufzunehmen. Das Maul ist Scheibenförmig – angepasst and die substratgebundene Lebensweise. Sie können ihr Maul nicht verschließen, die Oberlippe ist dabei relativ dünn im Gegensatz zur meist viel breiteren Unterlippe. Zwischen Ober- und Unterlippe befinden sich sog. Rektalbarteln die die Lippenhälften miteinander verbinden. Mit ihrem Maul können sich die Welse problemlos am Substrat festhalten oder festsaugen, sogar bei stärkerer Strömung. Auch der relativ flache Körper hilft um nicht von der Strömung weggetrieben zu werden. Der Blaue Antennenwelse, wie auch alle anderen Harnischwelse haben keine Schuppen, wie sich vielleicht der ein oder andere denkt. Sie haben Knochenplatten die in Längs- und Querreihen angeordnet sind die einen ausgezeichneten Schutz bieten. Dennoch sind die Tiere sehr beweglich um sich bei drohender Gefahr schnell unter Wurzeln oder Steinen zu verstecken . Die Bauchseite ist allerdings weich und Schutzlos ohne Knochenplatten. Zudem haben diese Tiere Odontoden (sehr kleine Stachelartige Gebilde) auf den Knochenplatten und den Flossenstrahlen die die Oberfläche rauh erscheinen lassen. Der erste Strahl einer jeden Flosse ist unverzweigt und wird als Hartstrahl oder Stachel bezeichnet, da dieser dicker und dazu stark verknöchert ist als die anderen Strahlen die weicher sind und sich am Ende verzweigen. Die Augen der eher Nachtaktiven Tiere sind durch Abblendvorrichtungen geschützt, damit tagsüber nicht zu viel Licht in Auge fällt, wie beim Menschen die Pupille. Dadurch sieht das Auge wie ein liegender Halbmond aus. Auch verfügen die Antennenwelse über eine Luftatmung. Mir ist das selber einmal bei einem Filterausfall passiert. Hier schwimmt der Wels an die Wasseroberfläche um dort Luft zu holen und schwimmt wieder nach unten. Wie die Luft im inneren des Tiers genau verarbeitet wird ist unterschiedlich und mir leider nicht bekannt.
Die Unterscheidung des Geschlechts ist in der Regel recht einfach, zumindest wenn die Tiere schon etwas größer sind. Männchen haben eine Reihe geweihartiger Auswüchse auf der Schnauze während Weibchen diese nicht oder nur in geringer Anzahl und viel kleiner besitzen.
Haltung und Soziales Verhalten
Es ist eine sehr friedlich Art die alle anderen Fische in Ruhe lässt und ist für große Gesellschaftsbecken gut geeignet. Große Becken deswegen weil Antennenwelse bis 12, 13cm groß werden, wobei ich aber auch schon von 15cm gehört habe. Mein Wels hat eine Größe von 13cm. Das Wasser sollte klar und sauerstoffreich sein. Große Wurzeln und andere Versteckmöglichkeiten gehören natürlich auch dazu. Die Wurzeln brauchen sie zudem noch zur Verdauung. Dafür wird die Wurzel abgeraspelt. Wie schon gesagt ruhen diese Tiere tagsüber eher im Schatten der Wurzel. Außer wenn es was zu fressen gibt, dann ist mein Wels immer zur Stelle. Man sollte auch auf eine gute Strömung achten, entweder durch einen starken Filter oder zusätzlicher Strömungspumpe um das Wasser mit genügend Sauerstoff zu versorgen.
Wasserwerte:
pH 5,8 -7,8 (eher neutral bis sauer, also6,5 bis ca. 7); Härte 2-30dGH (auch lieber ein wenige weicher, ca. 4 bis 10dGH); T 23-27°C;
Zucht
Die Paarungsbereitschaft erkennt man durch eine dunklere Färbung mit weißen Punkten bei den Männchen und bei den Weibchen färbt sich der Kopf grau-rot. Gelaicht wird in Höhlen von Wurzeln. Das Männchen betreibt Brutpflege und befächelt das Gelege. Die Eier sehen aus wie Senfkörner und sind in ganzen Gelegeballen. Die Jungen schlüpfen nach ca. 5 Tagen und heften sich danach sofort and die Scheiben. Der Dottersack den die Jungen haben verschwindet ungefähr 14 Tage nachdem sie geschlüpft sind. Nach verschwinden des Dottersacks muss mit feinstem Flockenfutter gefüttert werden, ich zum Beispiel zerkleinere immer Futtertabletten für Welse (grüne mit Algen zum Beispiel TetraPlecoMin) bis sie schon fast zu Staub geworden ist.
Futter
In der Natur ernähren sich Blaue Antennenwelse hauptsächlich Algen. Das wäre auch das beste Futter im Aquarium. Allerdings fressen sie auch gerne rohes, unbehandeltes Gemüse wie zum Beispiel Zucchini, Salatgurke, Paprika, verschiedene Sorten Kohl, aber auch Kartoffeln zum Beispiel die den Vorteil hat das Wasser nicht mit Schadstoffen zu belasten. Ein Tipp noch. Mein Wels mag am liebsten ein Brei aus Erbsen und Spinat der dünn auf einen Stein aufgetragen wird und anschließend im Backofen bei 180°C getrocknet wird den mein Wels dann genüsslich abraspelt. Im allgemeinen kann man eigentlich jedes Gemüse probieren, jeder Wels mag ein wenig was anderes, auch Salat oder ähnliches. Wenn sie es nicht mögen kann man versuchen das Gemüse mit kochendem Wasser kurz zu überbrühen um die festen Strukturen und Zellwände zu zerstören um so das Futter besser zugänglich zu machen. Auch Sachen die Welse nicht mögen immer mal wieder probieren. Es war oft so das mein Wels erst dies oder jenes nicht gemocht hat, später es aber dann doch angenommen und gefressen hat. Futtertabletten für Welse nicht zu oft verfüttern da sie sich sonst an den guten Geschmack gewöhnen und nur noch diese fressen.
Fazit
Alles in allem ist es ein sehr interessanter, auch ein etwas skurriler Fisch durch sein etwas anderes Aussehen der Pflegeleicht ist solange das Wasser innerhalb der Toleranzen liegt und gut mit Sauerstoff versorgt ist. Dann hat man viel Freude mit diesem Tier wenn man zum Beispiel nur noch eine Sandwolke sieht weil er sich blitzartig unter seine Wurzel verzogen hat oder zum Beispiel meine Mosaikfadenfische anstupst weil diese an seiner Gurke herumknabbern.
Ich wollte noch erwähnen dass Antennenwelse recht alt werden, bis 15 Jahre ist nicht unmöglich
An dieser Stelle ein paar Worte zur Herkunft
Der Blaue Antennenwels gehört zur Familie der Loricariidae, die man auch als Familie der Harnischwelse bezeichnen kann. Unterfamilie Ancistrinae. Diese Tiere leben in vielen Zuflüssen des Amazonas, in schnell fließenden, sauerstoffreichen und klaren Bächen oder Flüssen wie zum Beispiel im Rio Demini, Rio Betari oder im Rio Tefé um nur ein paar Beispiele zu nennen. Generell kommen Ancistrus Arten im mittleren Negro Gebiet häufig vor. In diesen klaren Flüssen sitzen sie meistens auf Wurzeln, oder auch drunter um sich zu verstecken und tagsüber ein wenig zu ruhen. Die Ersteinführung in Deutschland geschah 1911 durch zwei Hamburger Importeure.
Aussehen und Geschlechtsunterscheidung
Allgemein sind diese Antennenwelse schwarz bis braun (meiner zum Beispiel obwohl es eher seltener ist; die meisten sind dunkler bzw. schwarz) und haben weiß, gelbliche Punkte auf dem ganzen Körper. Sie haben eine große Schnauze die relativ breit ist, danach wird der Körper nach hinten zum Schwanz immer schmäler. An der Bauchseite sind die Maul- und Kiemenöffnungen angeordnet. Ein Vorteil um Nahrung vom Boden aufzunehmen. Das Maul ist Scheibenförmig – angepasst and die substratgebundene Lebensweise. Sie können ihr Maul nicht verschließen, die Oberlippe ist dabei relativ dünn im Gegensatz zur meist viel breiteren Unterlippe. Zwischen Ober- und Unterlippe befinden sich sog. Rektalbarteln die die Lippenhälften miteinander verbinden. Mit ihrem Maul können sich die Welse problemlos am Substrat festhalten oder festsaugen, sogar bei stärkerer Strömung. Auch der relativ flache Körper hilft um nicht von der Strömung weggetrieben zu werden. Der Blaue Antennenwelse, wie auch alle anderen Harnischwelse haben keine Schuppen, wie sich vielleicht der ein oder andere denkt. Sie haben Knochenplatten die in Längs- und Querreihen angeordnet sind die einen ausgezeichneten Schutz bieten. Dennoch sind die Tiere sehr beweglich um sich bei drohender Gefahr schnell unter Wurzeln oder Steinen zu verstecken . Die Bauchseite ist allerdings weich und Schutzlos ohne Knochenplatten. Zudem haben diese Tiere Odontoden (sehr kleine Stachelartige Gebilde) auf den Knochenplatten und den Flossenstrahlen die die Oberfläche rauh erscheinen lassen. Der erste Strahl einer jeden Flosse ist unverzweigt und wird als Hartstrahl oder Stachel bezeichnet, da dieser dicker und dazu stark verknöchert ist als die anderen Strahlen die weicher sind und sich am Ende verzweigen. Die Augen der eher Nachtaktiven Tiere sind durch Abblendvorrichtungen geschützt, damit tagsüber nicht zu viel Licht in Auge fällt, wie beim Menschen die Pupille. Dadurch sieht das Auge wie ein liegender Halbmond aus. Auch verfügen die Antennenwelse über eine Luftatmung. Mir ist das selber einmal bei einem Filterausfall passiert. Hier schwimmt der Wels an die Wasseroberfläche um dort Luft zu holen und schwimmt wieder nach unten. Wie die Luft im inneren des Tiers genau verarbeitet wird ist unterschiedlich und mir leider nicht bekannt.
Die Unterscheidung des Geschlechts ist in der Regel recht einfach, zumindest wenn die Tiere schon etwas größer sind. Männchen haben eine Reihe geweihartiger Auswüchse auf der Schnauze während Weibchen diese nicht oder nur in geringer Anzahl und viel kleiner besitzen.
Haltung und Soziales Verhalten
Es ist eine sehr friedlich Art die alle anderen Fische in Ruhe lässt und ist für große Gesellschaftsbecken gut geeignet. Große Becken deswegen weil Antennenwelse bis 12, 13cm groß werden, wobei ich aber auch schon von 15cm gehört habe. Mein Wels hat eine Größe von 13cm. Das Wasser sollte klar und sauerstoffreich sein. Große Wurzeln und andere Versteckmöglichkeiten gehören natürlich auch dazu. Die Wurzeln brauchen sie zudem noch zur Verdauung. Dafür wird die Wurzel abgeraspelt. Wie schon gesagt ruhen diese Tiere tagsüber eher im Schatten der Wurzel. Außer wenn es was zu fressen gibt, dann ist mein Wels immer zur Stelle. Man sollte auch auf eine gute Strömung achten, entweder durch einen starken Filter oder zusätzlicher Strömungspumpe um das Wasser mit genügend Sauerstoff zu versorgen.
Wasserwerte:
pH 5,8 -7,8 (eher neutral bis sauer, also6,5 bis ca. 7); Härte 2-30dGH (auch lieber ein wenige weicher, ca. 4 bis 10dGH); T 23-27°C;
Zucht
Die Paarungsbereitschaft erkennt man durch eine dunklere Färbung mit weißen Punkten bei den Männchen und bei den Weibchen färbt sich der Kopf grau-rot. Gelaicht wird in Höhlen von Wurzeln. Das Männchen betreibt Brutpflege und befächelt das Gelege. Die Eier sehen aus wie Senfkörner und sind in ganzen Gelegeballen. Die Jungen schlüpfen nach ca. 5 Tagen und heften sich danach sofort and die Scheiben. Der Dottersack den die Jungen haben verschwindet ungefähr 14 Tage nachdem sie geschlüpft sind. Nach verschwinden des Dottersacks muss mit feinstem Flockenfutter gefüttert werden, ich zum Beispiel zerkleinere immer Futtertabletten für Welse (grüne mit Algen zum Beispiel TetraPlecoMin) bis sie schon fast zu Staub geworden ist.
Futter
In der Natur ernähren sich Blaue Antennenwelse hauptsächlich Algen. Das wäre auch das beste Futter im Aquarium. Allerdings fressen sie auch gerne rohes, unbehandeltes Gemüse wie zum Beispiel Zucchini, Salatgurke, Paprika, verschiedene Sorten Kohl, aber auch Kartoffeln zum Beispiel die den Vorteil hat das Wasser nicht mit Schadstoffen zu belasten. Ein Tipp noch. Mein Wels mag am liebsten ein Brei aus Erbsen und Spinat der dünn auf einen Stein aufgetragen wird und anschließend im Backofen bei 180°C getrocknet wird den mein Wels dann genüsslich abraspelt. Im allgemeinen kann man eigentlich jedes Gemüse probieren, jeder Wels mag ein wenig was anderes, auch Salat oder ähnliches. Wenn sie es nicht mögen kann man versuchen das Gemüse mit kochendem Wasser kurz zu überbrühen um die festen Strukturen und Zellwände zu zerstören um so das Futter besser zugänglich zu machen. Auch Sachen die Welse nicht mögen immer mal wieder probieren. Es war oft so das mein Wels erst dies oder jenes nicht gemocht hat, später es aber dann doch angenommen und gefressen hat. Futtertabletten für Welse nicht zu oft verfüttern da sie sich sonst an den guten Geschmack gewöhnen und nur noch diese fressen.
Fazit
Alles in allem ist es ein sehr interessanter, auch ein etwas skurriler Fisch durch sein etwas anderes Aussehen der Pflegeleicht ist solange das Wasser innerhalb der Toleranzen liegt und gut mit Sauerstoff versorgt ist. Dann hat man viel Freude mit diesem Tier wenn man zum Beispiel nur noch eine Sandwolke sieht weil er sich blitzartig unter seine Wurzel verzogen hat oder zum Beispiel meine Mosaikfadenfische anstupst weil diese an seiner Gurke herumknabbern.
Ich wollte noch erwähnen dass Antennenwelse recht alt werden, bis 15 Jahre ist nicht unmöglich
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