Arizona Testbericht

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Erfahrungsbericht von rofis

Jim Chee Country

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wir haben uns Gallup (New Mexico) als Standort ausgesucht. Von hier aus, unweit der Grenze nach Arizona, lassen sich gut Touren zu interessanten Plätzen durchführen.

Der erste Ausflug führt uns auf dem Interstate Nr. 40 nach Westen zur "Painted Desert", einer farblich sehr interessanten und vielfältigen Wüstenlandschaft, nördlich des I 40 gelegen, die zusammen mit dem südlich des I 40 gelegenen "Petrified Forest" einen kleinen Nationalpark bildet (Eintrittsgebühr!).

Die Parkstraße führt an verschiedenen Aussichtspunkten vorbei, die bei gutem Licht überraschende Eindrücke einer Wüste vermittlen können. Ein Stück entfernt tobt gerade ein Gewitter, die Blitze werfen ein bizarres Licht auf die Landschaft. Hoffentlich zieht der "Thunderstorm" nicht in unsere Richtung...

Ein "Newspaper Rock" erinnert uns wieder mal daran, dass wir uns auf Indianergebiet befinden. So manch ein Fels diente als eine Art Nachrichtenträger, an dem man sich über vielerlei Dinge informieren und an dem man seine Mitteilungen anbringen konnte. Leider habe ich etwas Probleme mit der dabei verwendeten Schrift und Sprache - die Geheimnisse kann ich leider nicht alle ergründen. Gottseidank gibt es aber auch kleine Täfelchen, auf denen man das eine oder andere erklärt bekommt.

Im südlichen Teil sind vor allem natürlich die Brocken versteinerten Holzes von Interesse, die hier in großer Anzahl zu finden sind. An verschiedenen Haltepunkten gibt es kurze Trails, etwa zu einem Steinbaum, der als Brücke gedient haben mag. Heute wird er mit etwas Beton unterstützt und darf selbstredend nicht mehr betreten werden. Ein Stückchen weiter südlich laufen wir einen kurzen Weg entlang, der uns die Vielfalt der Versteinerungen in ihrer ganzen paradiesischen Farbenpracht vor Augen führt. Man ist dauernd versucht, so ein Stückchen versteinertes Holz aufzuheben und mitzunehmen, was selbstredend strengstens verboten ist. Aber im Andenkenladen gibt´s ja kleine Stücke zu kaufen. Wo die wohl herkommen mögen????

An reiner Fahrzeit haben wir etwa 1 h im Park verbraucht, mit den Halts ist nochmal 1 Stunde dazugekommen, wir haben also noch etwas Zeit, um nach Ganado zu fahren. Kurz hinter diesem kleinen Ort führt ein unscheinbarer Weg zum „Hubell Trading Post“, einem heute noch in Betrieb befindlichen Handelsposten aus dem Jahre 1876. Für Touristen gibt es einen Laden, in dem man von Indianern produzierte Gegenstände erstehen kann.

Noch eint Stück weiter auf der 191 erreichen wir den "Canyon de Chelly" und das schon länger beobachtete Gewitter holt uns ein. Plötzlich peitscht der Regen herunter, die Straßen sind im Handumdrehen überschwemmt, der trockene Sand ist schnell zu einer undefinierbaren Pampe geworden. Na ja, warten wir halt im Visitor-Center, bis der Spuk vorbei ist.

Das dauert gar nicht lange, die Straßen sind auch überraschend schnell wieder abgetrocknet, so dass wir uns doch noch auf die Parkstraße wagen. Den berühmten "Spider Rock" wollen wir uns denn doch nicht entgehen lassen. An manchen Stellen sind die Felswände ungheuer steil und hoch, wer hier nicht schwindelfrei ist, könnte da fast Probleme bekommen.

Die Indianer, die früher hier gelebt haben, haben Häuser gebaut, die uns an den Mesa Verde Park erinnern: hineingeduckt in Felsnischen, aus größerer Entfernung kaum auszumachen. Wer näher dran will, muss eine von den Navajos durchgeführte Tour buchen. Auf einem offenen Lastwagen wird man durch Teile des Parks gefahren, die man sonst nicht zu Gesicht bekommen kann.

Einzige Ausnahme ist das "White House" , das man auf einem etwa 1,5 km langen Trail zu Fuß erreichen kann, wenn man bei guter Kondition ist. Jetzt, nach dem Gewitter ist uns der Weg doch zu "slippery" und wir beschränken uns auf die Ansicht aus der Ferne.

Während der Fahrt entlang der nördlichen Rim-Road erreicht uns dann das Gewitter nochmal, die meisten der hier noch vorhandenen Aussichtspunkte müssen also auf unseren Besuch verzichten. Macht nix, wir kommen ja wahrscheinlich nochmal her, und dann wird alles nachgeholt, was wir versäumt haben...

Für die Rückfahrt wählen wir eine kleinere Straße, die uns an der Ostseite des Canyons entlang wieder nach Süden führt. In keinem Reiseführer ist die Schönheit dieser Strecke mit ihren herrlichen Sandsteinformationen kurz vor Window Rock erwähnt. Vielleicht wollen die Navajos die Schönheit ihres Landes wenigsten zum Teil für sich behalten.

Übrigens: wer die Krimis von Tony Hillerman (mit Jim Chee) gelesen hat, der empfindet eine eigentümliche Vertrautheit mit dieser Gegend, auch wenn er das erste Mal hier ist.

Kurz hinter Window Rock verlassen wir Arizona wieder und kehren zurück nach Gallup. Hier ereilt uns dann das nächste Gewitter, kurz aber heftig.

Für heute reicht´s uns.

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