Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von *Weserhexe*

Bitte nicht ausgrenzen, nur weil es Hypies sind !!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Hallo liebe Leserschaft!

Ich bin Mutter eines Hypies, das heißt mein Sohn ist 7,5 Jahre alt und leidet unter dem ADS-Syndrom mit Hyperaktivität(ADS heißt auf deutsch Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom). Es ist verdammt schwer, von der Umgebung mit so einem Kind akzeptiert zu werden, dabei können diese Kinder doch nichts für Ihre Störung. Bei unserem Sohn merkten wir schon früh, dass irgendwas nicht stimmt, aber wir wurden von den Ärzten immer wieder vertröstet, mit Sprüchen wie "Sein Sie doch froh, dass Ihr Kind so lebhaft ist, und nicht apathisch irgendwie rumsitzt" oder es kamen Sprüche wie "der hat das Temperament vom Vater geerbt(mein Mann ist Halbitaliener)", dann musste ich mir auch von Leuten anhören, ich hätte mein Kind nicht im Griff, ich wäre entweder zu nachlässig, oder zu streng. Manchmal zweifelte ich echt an meiner Fähigkeit eine gute Mutter zu sein.

Dann war ich durch Zufall auf einem Vortrag über Hyperaktive Kinder und das Zusammenleben mit solchen Kids. Ich hörte, was der Spezialist dazu sagte und verglich in Gedanken meinen Sohn. Dann sprachen Mütter von Ihrem Zusammenleben mit ihren Hyperaktiven Kids, wie es vor einer Behandlung war, und dann als die Behandlung einsetzte.

Mir liefen die Tränen, als ich das alles hörte, und ich dachte immer nur "das kenn ich , das ist wie bei uns ". Nach diesem Vortrag holte ich mir Infomaterial und Kontaktadressen zu Selbsthilfegruppen. Dann besorgte ich Termine bei 2 Spezialisten, die eine Differenzialdiagnostik bei unserem Sohn machten(unabhängig voneinander--da ich mir dachte, ein Arzt kann sich täuschen, aber nicht zwei).

Nach vielen Tests und verdammt vielen Fragebögen und deren Auswertungen, stand dann bei beiden die Diagnose: ADS mit Hyperaktivität!! Erst war es ein Schock, dann aber Erleichterung, dass wir nichts verkehrt gemacht haben. Nun stand das nächste Problem an.
Beide Ärzte rieten zu einer Behandlung mit Ritalin. Wir erkundigten uns ausgiebig über dieses Medikament.

Ritalin ist ein Medikament, welches in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Bei einem normalen Menschen ist es ein Aufputschmittel, aber bei diesen ADSlern wirkt es eher beruhigend, und regt die Konzentrationsfähigkeit an.

Wir brauchten fast 4 Wochen, bis wir uns zu dieser Behandlung entschlossen, und wir haben es nicht bereut. Das war vor fast genau 3 Jahren.

Nun ist unser Sohn vorletzten Sommer vorzeitig eingeschult worden, da er im Kindergarten unterfordert war. Es klappt wunderbar, er ist ein sehr guter Schüler. Das einzige Defizit, welches er gegenüber seiner Klassenkameraden hat, er kann keine Freundschaften bilden und ist ein Einzelgänger. Ausserdem hat er Probleme in der Grob-und Feinmotorik, welche seit 3 Jahren auch in Ergotherapie behandelt werden.

Alles in allem kann ich nur allen Eltern empfehlen, die meinen Ihr Kind sei hyperaktiv--Lasst Euer Kind von Spezialisten untersuchen. Und verzweifelt nicht, diese Kinder können nichts für Ihre Störung und sind genauso liebenswert, wie alle anderen auch. Kämpft für Eure Kinder--sie werden es euch irgendwann einmal danken. Lasst Eure Kinder nicht im Stich, auch wenn es manchmal echt hart ist, und sie euch den "letzten Nerv" rauben.

Was ich bedauere, ist, dass die meisten Ärzte ihre Augen vor diesem Problem verschließen, und das es schwer ist, an Adressen von kompetenten Spezialisten heranzukommen. Dann ist es noch schlimm, das diese Spezialisten immer so weit entfernt sind. Wir wohnen in Porta Westfalica, und die nächsten Spezialisten sind einmal in Bielefeld und einmal in Hameln.

Für Fragen stehe ich gern zur Verfügung, aber auch für Hilfe anderer Betroffener. Meine E-Mail-Adresse lautet: [email protected]


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Dieser obere Teil ist am 30.01.2001 bei Ciao eingestellt worden. Was nun hier unten noch folgt, habe ich kürzlich erst bei Ciao geupdatet und will es hier auch so mit stehen lassen. Weitere Berichte zum Thema werden folgen!
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Mittlerweile ist dieser Bericht schon über ein Jahr hier bei Ciao eingestellt. Im großen und ganzen hat sich nicht viel verändert. Unser Sohn besucht die zweite Klasse der Grundschule und ist intellektuell der Beste. Natürlich hat er auch seine Schwächen, aber das hat jedes Kind ja irgendwie.

Zur Zeit befindet er sich in einer speziellen Kinderkur. Dort lernt er sich in Gruppen zu integrieren, mehr Selbstkontrolle zu bekommen und es wird sehr viel an seiner Motorik gearbeitet.

Dort hat er aber keine Ergotherapie, sonder Motopädie, was ausschließlich auf die Motorikprobleme eingeht. Er ist jetzt seit fast 4 Wochen dort, und kommt nun morgen endlich wieder nach Hause. Es ist zwar schwer, solange vom eigenen Kind getrennt zu sein, und nur zweimal die Woche mit ihm telefonieren zu können, aber es ist ja für ihn. Er fühlt sich wohl dort und hat auch schon Freundschaften geknüpft. Alle zwei Wochen dürfen wir ihn besuchen. Am vorletzten Wochenende waren wir dort, und wir konnten sogar nach diesen ersten beiden Wochen schon positive Veränderungen bei ihm feststellen.

An Adressen für Kuren, die speziell auf diese Kinder ausgelegt sind, kommt man recht schwer, aber ich hatte Glück, das ich von dieser Kurklinik, in der er derzeit ist, schon einiges gehört hatte, und beim Kurantrag direkt dieses Kurheim als Wunschkurheim reinschreiben zu können.

Den Antrag mussten wir beim Rententräger stellen, und es dauerte 5 Wochen, bis wir Bescheid hatten. Danach ging alles ziemlich schnell, und innerhalb von 2,5 Wochen war unser Sohn in der Kur. Ein gesonderter Bericht zu diesem Thema wird bei Gelegenheit folgen.

Ich bedanke mich bei allen, die sich die Zeit genommen haben, diesen Bericht (nochmals) zu Lesen, zu Bewerten und zu Kommentieren.

Eure Weserhexe

Die Bewertungen unten sind völig daneben bei diesem Thema!!!

40 Bewertungen, 8 Kommentare

  • anonym

    09.08.2002, 12:46 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ja, guter Bericht, aber ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie sich ein "hyperaktives" benimmt...

  • ClaudiaRetzmann

    12.03.2002, 10:52 Uhr von ClaudiaRetzmann
    Bewertung: sehr hilfreich

    das kommt mir alles soo bekannt vor, ich könnte echt heulen, wenn ich bedenke, dass mich erst jetzt (vor etwas über 1 Jahr) ein Arzt ernstgenommen hat und meinen Sohn richtig untersuchen ließ, Ergebnis nach langen Untersuchungen = ADS. Mein

  • GuinnessMan

    25.02.2002, 11:32 Uhr von GuinnessMan
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ne menge Infos zum Thema. Gruß Olli.S

  • Ilenia

    24.02.2002, 19:47 Uhr von Ilenia
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hallo! Bei Marvin klappt es immer noch nicht so gut mit Ritalin, teilweise ist er noch schlimmer drauf als vorher.:-( Gruß Tanja

  • paelzer

    22.02.2002, 23:44 Uhr von paelzer
    Bewertung: sehr hilfreich

    wirklich ein sehr interessanter und nachdenklicher Bericht.

  • siedler

    21.02.2002, 23:56 Uhr von siedler
    Bewertung: sehr hilfreich

    Keine leichte Aufgabe, diesen Jungen aufzuziehen! Ich wünsche dir , das du immer die kraft und liebe für ihn hast, die er braucht. Siedler

  • Stellaluna

    21.02.2002, 10:18 Uhr von Stellaluna
    Bewertung: sehr hilfreich

    sei mir bitte nicht böse, aber ich finde es schade, dass du über einen so umstrittenen punkt wie ritalin fast hinweggehst. nimm es bitte nicht persönlich . . . ads fordert eine ungemeine aufmerksamkeit der eltern und umgebung . . . damit sin

  • Stoewi

    21.02.2002, 09:25 Uhr von Stoewi
    Bewertung: sehr hilfreich

    hat viel Spaß gemacht zu lesen - ciao Stoewi