Augenbrauenpiercing Testbericht

Augenbrauenpiercing
Augenbrauenpiercing
Abbildung beispielhaft
ab 9,21
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Erfahrungsbericht von iVerdeM

Und morgen zeige ich euch...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

...wie ihr aus Pappis teurer Stereoanlage einen prima Hamsterkäfig basteln könnt...

Zuerst erschinen unter dem Titel “Selbst ist der Mann.“

Ich denke zum Augenbrauenpiercing an sich braucht man nicht viel zu sagen. Zwar ist es nicht so häufig wie vielleicht ein Bauchnabelpiercing doch ein unbekanntes Dasein fristet es schon lange nicht mehr. Besteht einfach aus einem Ring oder einer sogenannten Banane (= ein leicht gebogener Stab) die durch den äußeren Rand der Augenbraue gestochen wird.

Nun aber zum eigentlichen Bericht. Anders als die vielen anderen die in dieser Kategorie Texte abfassen und mit einem solchen kleinen Metallstück im Gesicht umherlaufen erstreckt sich mein Erfahrung nicht auf das gepierct werden sondern - auf die Gefahr hin, daß mich jetzt alle Welt für sadistisch oder sonst was hält - auf das piercen an sich als aktiven Vorgang: ich selbst habe jemandem so ein nettes Teil verpaßt.

Das dies eigentlich in erfahrene Hände - also in die eines ausgebildeten Piercers - gehört sollte jedem klar sein. Daher sage ich es jetzt schon: “Kinder, macht dies nicht zu hause nach!“ Die allgemeinen Kriterien, wonach man einen Piercer normalerweise auswählt sollten bekannt sein.
Das A und O dabei ist die Sauberkeit. Ein Studio, oder zumindest der Arbeitsraum sollte Klinikcharakter haben, das heißt Fliesen (weiß), sauber (wenn es leicht nach Desinfektionsmittel riecht ist das gut so, das sollte nämlich zum Putzen verwendet werden) und keine offenen Fenster (könnte Dreck reinschweben). Der zweite wichtige Punkt - Vertrauen. Der Piercer sollte vertrauensvoll erscheinen und eine ruhige Natur an den Tag legen (keinem hilft einer weiter der in der Hektik Flüchtigkeitsfehler macht).
Schleunigst das Weite suchen sollte man, wenn dies nicht zutrifft, man irgendwie beiläufig im Kundenbereich abgefertigt werden soll, nicht sterilisierte Instrumente und Schmuck verwendet werden, der Piercer ohne Handschuhe ans Werk geht oder gar dabei raucht!

In meinem speziellen Fall, als mich nun also ein sehr guter Freund darum bat ihm zu einem solchen Augenbraunpiercing zu verhelfen achteten wir zumindest Darauf, oben genannte Bedingungen weitestgehend zu erfüllen. Für einen einigermaßen sauberen Arbeitsplatz zu sorgen war noch relativ einfach. Auch ein paar saubere Gummihandschuhe heutzutage aufzutreiben ist kein Problem. Für die Desinfektion der Handschuhe (im Handel erhältliche Handschuhe sind meist nicht steril und sterile Handschuhe bedürfen im übrigen einer speziellen Handhabung beim Anziehen, damit sie selbiges auch bleiben), der Instrumente (ich hatte eine kräftige Kanüle und einen Nadelhalter) und des Ringes ist am besten Kodan Spray zu verwenden, das man wohl in jeder Apotheke bekommt. Die Verwendung von Betaisodona ist ebenfalls möglich.
Die Wahl des Piercers fiel auf mich. Ich denke der Grund dafür war eine Mischung aus jugendlichem Wahnsinn, Vertrauen und dem Wissen das ich recht fingerfertig bin. Zu Hand ging mir noch ein weiterer Freund, der mir assistierte, aber nicht ins eigentliche Stechen eingriff.

Kommen wir zur Vollstreckung.
Für die Betäubung benutzten wir einfach ein normales Eispack aus der Tiefkühltruhe, welches seine Aufgabe fast genauso gut erfüllte wie das sonst übliche Betäubungsspray. Der Vorgang an sich komplizierte sich nach dem Stechen dadurch, daß ich nur eine normale Kanüle zur Verfügung hatte und keine dieser Piercingkanülen (=Braunüle), die mit einem Plastikschlauch überzogen sind der dazu dient den Piercingschmuck durch den Stichkanal zu ziehen. Daher mußte ich den Ring hinter der Kanüle hinterherschieben. Dies endete beim ersten Versuch damit, daß ich zwar in die Augenbraue hinein kam, aber nicht wieder am anderen Ende wieder raus. Eigentlich wollte ich an dieser Stelle abbrechen, den mit sinnlosen Krafteinwirkungen hätte man höchstens Gewebe verletzt. Doch auf Bitten versuchte ich es ganz behutsam ein weiteres Mal, welches dann auch endlich zu dem gewünschten Erfolg führte. Die letzte Hürde war dann noch das Schließen des Ringes mit der Klemmkugel. Dies ging nur dadurch zu meistern, indem man den relativ kleinen Ring mit dem Nadelhalter spreizte und die Kugel einspannte.

Mein Freund meinte im nach dem Stechen, daß die Schmerzen noch gut erträglich gewesen seien und ihm das Eis da gut zu Seite gestanden hätte. Das Ergebnis an sich war mehr als zufriedenstellend. Nach dem Stechen schwoll die Augenbraue nicht oder nur unmerklich an. Es gab keine Entzündungen, verheilte innerhalb einer reichlichen Woche und wuchs auch nicht heraus. Die Pflege des ganzen war nicht anders als beim Piercen im normalen Studio. Täglich desinfizieren mit Betaisodona (ist eine Jodlösung) und dabei den Ring immer ein wenig hin und her drehen, damit auch im Stichkanal desinfiziert wird.

Auch vom Optischen machte es einen sehr guten Eindruck und noch bis vor kurzem trug er das Piercing, doch nun hat er sich beim Bund verpflichtet und da wäre ihm das ständige Rein und Raus zu viel - also hat er es zuwachsen lassen. Heute sieht man nur noch eine winzige kleine punktförmige Narbe jeweils da wo Ein- und Ausgang des Stichkanals waren.

Ich denke abschließend sagen zu können, daß der positive Ausgang dieser Aktion eine gute Symbiose aus Glück und Verstand war. Wenn ich aber zu dem Punkt komme zu sagen ob es nun empfehlenswert ist oder nicht, komme ich etwas ins Grübeln. Ich denke jeder würde jetzt ein klares Nein erwarten - aber ich sage jain. Denn genau wie ein “richtiger“ Piercer kann man leicht für das richtigen Umfeld sorgen, was das Stechen und die Pflege angeht. Eine saubere Umgebung ist genauso leicht zu erstellen wie man auch das Kodan aus der Apotheke besorgen kann. Schwieriger ist da die Braunüle - aber ich denke auch die ist nicht unmöglich - hat man eine solche nicht, würde ich klar nein sagen.
Dreh und Angelpunkt bleibt der “professionelle“ Piercer. Der Witz ist, daß auch bei dem letztendlich keiner sagen kann, ob er es richtig macht oder nicht - auch wenn er mehr Erfahrung hat. Auch der Profi kann keine Garantie geben - deshalb unterschreibt man auch eine Verzichtserklärung vor dem Piercen - und dafür blättert man mitunter eine ganze Menge Euros auf den Tisch. Hat man nun jemandem dem man so etwas wirklich zutraut, einen Freund (besser Arzt) mit ruhiger Hand - der möglichst schon öfters beim Piercen dabei war und auch schon viele Augenbrauenpiercings gesehen hat und sich dazu noch zutraut dies so zu reproduzieren - warum dann nicht? - sicher hat der nicht die praktische Erfahrung - aber ein Restrisiko bleibt so oder so immer.

Auch wenn ich mir damit bei jedem konventionell gepiercten und erst recht bei jedem Piercer einen bösen Blick erhandele - die individuelle Entscheidung bleibt jedem selbst überlassen - daher von mir dieses klare Jain - und als Endbewertung des Textes das Ja als Empfehlung, da meine persönlicher Erfahrung durchaus positiv war.

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