Ayers Rock Testbericht

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Erfahrungsbericht von LosGatos

Jogg around the Rock ?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Mit den meisten Ländern verbindet man meist ein Paar Dinge, die einem spontan einfallen. Bei Australien sind das meistens Känguruhs, Bumerang, das Opernhaus von Sidney und der Ayers Rock, der angeblich größte Monolith der Erde.

Für mich war klar, dass bei einer Australienreise ein Besteigen des Ayers Rock nicht ausbleiben dürfte. Also nichts wie hin. Leichter gesagt als getan. Wie ich überhaupt nach Australien gelangt bin, habe ich ja schon in meinem Bericht „Nothing happens unless first a Dream“ beschrieben. In diesem heutigen Teil meiner Australien-Reihe geht es ausschließlich um den Ayers Rock und seine Umgebung.

Nachdem wir schon ein paar Tage mit dem Reisebus auf unserer Fahrt von Melbourne durchs Outback nach Darwin unterwegs waren, sahen wir endlich von weitem einen Berg mitten in der australischen Wüste. Wir machten eine kurze Rast. Was wir dort sähen, erklärte uns unser Reiseleiter, wäre noch nicht, wie Tausende von Touristen jedes Mal glauben würden, der Ayers Rock, sondern nur der Mount Conner. Aber allzu lange würde es nicht mehr dauern, bis wir unser Tagesziel erreicht hätten.

Wir fuhren dann jedoch nicht direkt zum Ayers Rock, sondern erst zu unserer Unterkunft. Für die ständig steigenden Besucherzahlen aus aller Welt wurde in der Nähe das Yulara Tourist Resort errichtet, was täglich über 5000 Gäste beherbergen kann. Nachdem wir dort eingecheckt und unser Gepäck ausgeladen hatten, brachen wir zu einer ersten Tour auf. Wir wollten den Ayers Rock bei Sonnenuntergang beobachten.

Vorher nutzten wir die Zeit noch zu einem kurzen Abstecher zu den „Olgas“, ein riesiger roter „Steinhaufen“, etwas kleiner und weniger bekannt als der Ayers Rock, aber dennoch sehr sehenswert und bei Wanderern sehr beliebt.

Rechtzeitig zum Sonnenuntergang rollten zahlreiche Reisebusse am Ayers Rock Outlook ein, wo dann die Besucher hinter einem Zaun aus einigen Kilometern Entfernung unzählige Male die Auslöser ihrer Kameras betätigen, um den Felsen in allen möglichen Farbschattierungen abzulichten: von leuchtendem Rot über rostbraun zu evtl. je nach Wetter geheimnisvollem Grau. Letztere Farbgebung haben wir nicht gesehen. Aber ich habe mir im Nachhinein ein paar Dias gekauft, auf denen der Ayers Rock u.a. während eines Gewitters aufgenommen war: da ist er wirklich fast schwarz darauf zu sehen.

Der als Monolith (ein einziger Stein) bezeichnete Ayers Rock ist in der Tat die Spitze eines uralten Berges ist, der im Laufe der Zeit durch Erosion abgetragen und geglättet wurde. Der Ayers Rock ist 863m hoch (über dem Meeresspiegel) und ragt 348m über das flache Land. Der Umfang beträgt knapp 10km. Wem es nicht zu heiß ist, hat vielleicht mal Lust, eine Runde um den Rock zu joggen.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann direkt zum Ayers Rock. Er liegt im Gebiet der Aborigines, die ihn Uluru nennen. Seinen offiziellen Namen verdankt er dem ersten Weißen, der ihn 1873 erreichte und der ihn nach seinem obersten Vorgesetzten, dem damaligen Premier von Südaustralien, Sir Henry Ayers, benannte.
Für die Aborigines, deren Eigentumsansprüche seit 1979 rechtlich anerkannt sind, ist der Uluru seit Urzeiten heilig. Die touristischen Nutzungsrechte haben sie sozusagen an den Staat verkauft, an den Eintrittsgebühren sind sie prozentual beteiligt.
Das Besteigen des Berges ist aufgrund der Abmachungen nur von einer Seite aus zugelassen. Ich war bei dieser Reise einer der Jüngeren und wenigen, die sich für den Aufstieg entschieden. So tauschte ich Schirmmütze gegen Sonnenbrille und Stirnband, und dann ging es zügig los. Das erste Stück ist sehr steil, jedoch durch Ketten, an denen man sich anhalten kann, gesichert. Wenn es trocken ist und man rutschfeste Schuhe hat, kann man es jedoch innerhalb weniger Minuten erklimmen. Ich jedenfalls hatte keine größeren Probleme damit. Allerdings erzählte uns unser Reiseleiter, dass dort immer wieder mal Touristen umkommen würden. Insbesondere sollte man Gegenständen, die man evtl. verliert, nicht nachzugehen versuchen. Wenn man die ersten 100 Höhenmeter überwunden hat, geht es über den langgezogenen weiteren Weg zur Spitze jedoch wesentlich flacher weiter. Nach gut einer Stunde hatte ich den Gipfel erreicht. Ich genoss die Aussicht über das Outback, ließ mich fotografieren, bevor ich mich langsam wieder auf den Abstieg begab.

Unten angekommen besuchten wir teils noch ausgewählte „Sacred Places“ (Höhlen, welche nach Aborigine-Tradtion nicht von Frauen betreten werden dürfen), Felsmalereien und „The Brain“, eine Felsauswaschung von der Form eines menschlichen Gehirns.

Eine attraktive Möglickeit, den Ayers Rock zu erkunden, ist natürlich die Vogelperspektive. Dazu werden vor Ort Rundflüge angeboten, wovon ich jedoch keinen Gebrauch gemacht habe.

Der Besuch des Ayers Rock war für mich einer der Höhepunkte meiner Australienreise, den ich bis an mein Lebensende nicht vergessen werde. Ich gehe nicht davon aus, dass ich dort jemals wieder hinkommen werde. Aber immerhin habe ich noch das Zertifikat, das mir unser Reiseleiter aushändigte, mit der Aufschrift „I climbed Ayers Rock“.

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 24.10.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, Yopi und vielleicht eComments und Talk-On

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