Bahnhof Gießen Testbericht
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Erfahrungsbericht von langevolker
Bahnhof Gießen - nicht nur Verkehrs-Knotenpunkt, sondern auch Sehenswürdigkeit
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Als Eisenbahn-Fan schreibe ich heute mal wieder einen Bericht über einen Bahnhof der Deutschen Bahn AG, und zwar über meinen Heimatbahnhof Gießen, der auf Grund seiner beeindruckenden Architektur nicht nur ein Verkehrs-Knotenpunkt, sondern auch eine besondere Sehenswürdigkeit der ansonsten recht tristen Stadt ist.
1. Einleitung
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Der Bahnhof der mittelhessischen Stadt Gießen, 60 km nördlich von Frankfurt am Main, ist durch seine zahlreichen Strecken, die in alle Himmelsrichtungen von hier aus abgehen, ein Knotenpunkt und Umsteigebahnhof sowohl für den Regional- als auch bedingt für den Fernverkehr, auch wenn hier mittlerweile nur noch eine Fernverkehrs-Linie hindurchführt. Wie alle Bahnhöfe der Deutschen Bahn, wird er von DB Station&Service betrieben.
2. Geschichte
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Nachdem am 7.Dezember 1835 die erste Eisenbahnstrecke in Deutschland von Nürnberg nach Fürth feierlich eröffnet worden war, begann man nach und nach das Eisenbahnnetz in Deutschland auszubauen.
Auch in Mittelhessen begann man Ende der 1840er Jahre die Main-Weser-Bahn als Hauptbahn von Frankfurt am Main nach Kassel zu bauen. Im damals bei der Industrialisierung schon weit fortgeschrittenen Gießen stand man nun vor der Entscheidung, wo man den Bahnhof denn hinbauen sollte. Man hatte vor allem zwei Möglichkeiten ins Auge gefasst. Zum einen könnte man den Bahnhof recht nahe ans Stadtzentrum legen, zum anderen war der Bau auf einer südlich der Stadt gelegenen Erhöhung möglich.
Leider hatte Gießen damals einen nicht besonders von der Eisenbahn überzeugten "Stadtfürsten", der sich für die zweite Möglichkeit entschied, auch wenn dies für die Bürger der Stadt einen weiteren Weg bis zum Bahnhof bedeutete.
1850 wurde die Main-Weser-Bahn eröffnet. Dank seiner Lage in der Mitte Deutschlands wurde Gießen schnell zu einem Verkehrsknotenpunkt.
1900 erneuerte man das Bahnhofsgebäude komplett und errichtete vor allem den noch heute besonders charakteristischen Turm des Bahnhofes mit seiner großen Uhr. Die schönen Verzierungen, die man damals am Bahnhof anbrachte, wie Tierdarstellungen, Knospenornamente, usw. machen den Bahnhof heute zu einer der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Gießen, die am Nikolausabend 1944 im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerbombt worden war.
3. Erreichbarkeit
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Reist man mit dem Auto an, empfiehlt sich das auf der Westseite des Bahnhofes vor etwa zehn Jahren erbaute Parkhaus, welches für Bahnkunden mit Fernverkehrsfahrschein unentgeltlich benutzt werden kann. Dieses erreicht man, wenn man aus Richtung Stadt kommend der B49 Richtung Wetzlar-Limburg folgt und direkt nach der Eisenbahn-Unterführung an der Goetheschule links Richtung Hauptgebäude der Stadtwerke Gießen abzweigt.
Möchte man nur jemanden vom Bahnhof mit dem Auto abholen, kann man auch einen der wenigen Kurzparkplätze am Gießener Bahnhofsvorplatz nutzen, die aber auch spätabends und nachts eigentlich immer belegt sind. Am Wochenende sind diese aber auf Grund des vor einem Jahr neuerbauten nahegelegenen Szene-Bistros auch nur beschränkt nutzbar.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man den Bahnhof mit den Stadtbuslinien 2,5 und 24, welche alle auch vom Gießener Marktplatz im Stadtzentrum aus verkehren. Zudem verkehren zahlreiche Regionalbuslinien der Bahnbus-Gesellschaft RKH direkt vom Bahnhofsvorplatz aus in die umliegenden Gemeinden. Hierbei muss man allerdings beachten, dass die Stadtbusse nicht direkt von der Haltestelle vor dem Bahnhof (hier fahren nur die Regionalbusse) verkehren, sondern an der etwa 50 Meter weiter Richtung Stadt gelegenen Station wenden.
Vom Gießener Bahnhofs-Vorplatz gelangt man zudem mit mehrmals wöchentlich verkehrenden Europabus-Linien direkt bis nach Paris, Prag, Lissabon, Warschau oder in andere Metropolen Europas.
Zusätzlich findet man am Hauptausgang des Bahnhofes immer zahlreiche Taxen. Da die Taxis in Gießen allerdings eine verhältnismäßig hohe Fahrtgebühr verlangen, empfiehlt es sich, sich telefonisch ein Mini-Car zu bestellen, welche für eine Fahrt innerhalb Gießens einheitlich zwischen 4,50 Euro und 6 Euro verlangen.
4. Service-Einrichtungen der Bahn
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Das Empfangsgebäude des Gießener Bahnhofs ist täglich von 4.15 Uhr - 1.30 Uhr geöffnet.
Haupt-Anlaufpunkt für Bahnreisende ist das vor vier Jahren neu eröffnete DB-Reisezentrum im neuen "italienischen" Design. Dort erhält man alles rund um die Bahnreise, wie Fahrkarten, Reservierungen, Auskünfte, usw. Auch ist dort ein Reisebüro, welches ebenfalls von der Deutschen Bahn betrieben wird, zu finden.
Das DB-Reisezentrum ist Mo-Fr von 5.45 - 20.15 Uhr, Sa von 6.30 - 19.15 Uhr und So von 7.15 - 20.15 Uhr geöffnet. Das Reisebüro ist Mo-Fr von 9.00-12.30 und von 13.15-18.00 Uhr besetzt, Sa von 8.30-11.45 und von 12.30 bis 16.00 Uhr.
Zum Personal des DB-Reisezentrums im Bahnhof Gießen muss man leider sagen, dass es sich hier vielfach noch um sog. alte "Bundesbahn"-Bedienstete handelt, bei denen der Service-Gedanke der Deutschen Bahn noch nicht ganz angekommen ist. So wird man hier von vielen Angestellten leider oft sehr rauh bedient, was sehr zu bedauern ist.
Der Service-Point mitten im Bahnhof ist täglich während der gesamten Öffnungszeit des Bahnhofs Anlaufstelle bei Fragen und Informationen rund um seine Verbindung (keine Preisauskünfte) und bei Beschwerden und Verspätungen.
Auch sind im Bahnhof zahlreiche Fahrkarten-Automaten vorhanden. Zum einen handelt es sich hierbei um Automaten für den Verkauf von Fahrkarten für den Rhein-Main-Verkehrsverbund, welche leider nur Bargeld (Scheine bis 20 Euro) annehmen. Zum anderen sind hier auch die neuen Touch-Screen-Automaten für Fernverkehrs-Fahrscheine der Deutschen Bahn vorhanden, wo man hingegen wieder nur mit Kreditkarte, EC-Karte oder Geldkarte zahlen kann.
Desweiteren findet man in der Haupt-Verkehrszeit auch immer einen Service-Mitarbeiter der Bahn, welche sich meistens am Fernbahnsteig Gleis 2/3 aufhalten. In seinem Büro an Gleis 1 findet man während der gewöhnlichen Arbeitszeiten den Bahnhofsmanager und das Service-Team.
Schließfächer zur Gepäck-Aufbewahrung findet man beim Zugang von der Empfangshalle zu Gleis 11. An Gleis 11 befindet sich auch die Toilette, welche leider nur tagsüber geöffnet ist.
5. Einkaufsmöglichkeiten
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Betritt man den Bahnhof durch den Haupteingang, befindet sich linkerhand die von 6-20 Uhr geöffnete Bahnhofsbuchhandlung, wo der Reisende sich mit Presseerzeugnissen und sonstigem Lesestoff versorgen kann. Direkt daneben schließt sich ein Tabaklädchen sowie eine Art kleine Bierstube, wo man auch kleinere Snacks erhält, an.
Rechterhand vom Haupteingang hat vor wenigen Wochen eine Nebenstelle der Bahnhofsbuchhandlung, wo man Kalender und Kunstdrucke erhält, eröffnet. Gleich nebenan befindet sich an der Stelle der ehemaligen Fahrkartenausgabe, welche vor fünf Jahren verlegt wurde, seit wenigen Wochen auch eine Filiale der Schwälmer Bäckerei Viehmeyer, wo man sich mit belegten Brötchen, frischem Brot und Pizzabrötchen stärken kann.
Eine weitere und meiner Meinung nach beste Möglichkeit, seinen Hunger z.B. beim Umsteigen zu stillen, ist der sich an Gleis 1 befindene Imbisswagen, wo man Bratwürste,Pommes frites,belegte Brötchen und sonstige Snacks zu normalen Preisen (Bratwurst z.B. 1,70 Euro) erhält. Auch erhält man hier zumindest an Werktagen auch spät abends bis etwa 22 Uhr noch etwas zu essen. Den Besitzer dieses Imbiss-Wagens muss man wirklich sehr loben, da ich selten einen so netten Menschen beim Bratwurst-Verkauf erlebt habe.
Leider sind die sonstigen Einkaufsmöglichkeiten im Bahnhof recht spärlich. Insbesondere, wenn man abends nach 20 Uhr, in Gießen umsteigen muss oder von dort abreist, gibt es wenig Möglichkeiten, noch Reisebedarf einzukaufen. Ein kleiner Tipp ist hierfür noch die etwa fünf Gehminuten vom Bahnhof schon sichtbare ESSO-Tankstelle, welche man über die Brücke, welche über die Gleise 11-16 führt, erreicht und zudem für eine Tankstelle noch recht vernünftige Preise anbieten kann (Bier schon ab 0,39 Euro). Diese hat rund um die Uhr geöffnet. Tagsüber kann man auch den Döner-Imbiss oder die Bäckerei an der Stadtbus-Haltestelle in Erwägung ziehen.
6. Verbindungen
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Der Gießener Bahnhof ist wie schon in der Einleitung erwähnt auf Grund seiner geographisch günstigen Lage, auch wenn man die ICE-Strecke Ende der 80er-Jahre über Fulda und nicht über Gießen baute (angeblich verstand sich der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl halt gut mit dem Fuldaer Bischof), immer noch ein Verkehrsknotenpunkt nicht nur von regionaler Bedeutung.
Zwar hat man vor zwei Jahren Gießen seiner zweiten Fernverkehrsverbindung, dem InterRegio von Frankfurt am Main nach Münster und Norddeich über das Sauerland, beraubt, die InterRegio Linie Hamburg-Karlsruhe mit zwei täglichen Zugdurchläufen nach Konstanz ist jedoch erhalten geblieben und wird zum Fahrplanwechsel am 15.Dezember dieses Jahres sogar zur InterCity-Verbindung aufgewertet und im nördlichen Linienlauf sogar bis nach Stralsund und Binz verlängert. Es ist zwar so, dass der InterCity in Deutschland allgemein immer mehr die Aufgaben des InterRegio, der in zwei bis drei Jahren wohl endgültig abgeschafft werden soll, übernimmt. Dennoch ist es für einen Eisenbahn-Fan doch was Schönes, in seiner Heimatstadt nach über zehn Jahren, mal wieder einen InterCity sehen zu können.
Der Gießener Bahnhof ist ein Inselbahnhof, welcher sich zwischen dem "Hausbahnsteig" (Gleise 1-5) und dem "Oberhessischen Bahnsteig" (Gleise 11-16) befindet.
Folgende Züge verkehren vom Bahnhof Gießen:
Von Gleis 1 kommt man mit dem RE von Frankfurt am Main Richtung Siegen und mit der RegionalBahn nach Marburg,Kassel oder Dillenburg.
Die Gleise 2 und 3 sind die Fernbahnsteige des Bahnhofes mit dem größten Verkehr. Von Gleis 2 verkehren die Züge in Süd-Nord-Richtung (IR Konstanz/Karlsruhe - Hamburg, RE Frankfurt am Main - Marburg - Kassel), von Gleis 3 die Züge in Nord-Süd-Richtung und die RegionalExpress-Züge nach Siegen.
Gleis 4 und 5 sind dem Regionalverkehr nach Marburg, Kassel und Friedberg vorbehalten. Vereinzelt fahren von hier aus auch die RegionalExpress-Züge nach Köln und Krefeld, welche in Gießen wenden.
Der Oberhessische Bahnsteig (Gleise 11-16) ist vor allem für den Verkehr in die östlich Gießens gelegenen ländlichen Regionen vorgesehen. So verkehren von hier aus die RE- und RB-Züge in den Vogelsberg und nach Fulda sowie die Züge der privaten Eisenbahn BLE (Butzbach-Licher-Eisenbahn) nach Lich, Hungen, Nidda und Gelnhausen (nur Mo-Sa). Von Gleis 11 verkehren zudem die im Zwei-Stunden-Takt verkehrenden RE-Züge nach Köln und Krefeld.
Einen besonderen Status nimmt das Gleis 9, welches sich zwischen Gleis 1 und Gleis 11 als Kopfgleis befindet. Von hier aus fahren die NeiTech-RegionalExpresse nach Limburg und Koblenz.
7. Mein Eindruck
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Der Bahnhof Gießen macht von außen einen durchaus schönen Eindruck. Insbesondere auf Grund seiner Architektur zählt der Bahnhof zu den bedeutenderen Sehenswürdigkeiten der mittelhessischen Einkaufsstadt.
Interessant ist auch die Lage des Empfangsgebäudes zwischen den in unterschiedliche Richtungen führenden Bahnsteigen.
Leider machen die Unterführungen zwischen den Gleisen einen sehr schlechten Eindruck. Desöfteren habe ich hier unten schon Ratten entdecken sehen müssen, was mittlerweile dazu führte, dass man dort schon Rattenfallen aufgestellt hat. Auch die Überführung über die Gleise am nördlichen Bahnsteigende der Gleise 1 bis 5 und der Übergang zum Parkhaus sind insbesondere im Winter auf Grund der hohen Rutschgefahr nicht unbedingt zu empfehlen. Der dortige Aufzug wird durch seine Lage am äußersten Bahnsteigende leider auch sehr selten benutzt. Eines der wenigen positiven Aspekte hier ist das doch recht nette Parkhaus.
Auf dem Bahnhofsvorplatz wird man auch hier, wie an vielen Bahnhöfen, desöfteren von Obdachlosen oder Punks um ein wenig Kleingeld gebeten, was sich hier allerdings noch in Grenzen hält.
8. Fazit
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Der Bahnhof Gießen ist auf Grund seiner geographisch günstigen Lage ein vielbenutzter Umsteige- und Durchgangsbahnhof, welchen man allerdings durch die schon jahrelang geplanten Umbaumaßnahmen insbesondere in den Unterführungen und am Bahnhofsvorplatz noch attraktiver gestalten könnte.
Sehr negativ auszulegen sind auch die schlechten Shopping-Möglichkeiten für Umsteiger, die hier nur wenige Möglichkeiten zum Kauf von Reisebedarf finden. So fehlt z.B. vor allem ein Super- oder Drogeriemarkt. Abends ist hier abgesehen von der ESSO-Tankstelle (fünf Gehminuten entfernt) gar keine Einkaufsmöglichkeit gegeben. Sehr schön anzusehen ist hingegen die Architektur des Bahnhofes selbst.
1. Einleitung
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Der Bahnhof der mittelhessischen Stadt Gießen, 60 km nördlich von Frankfurt am Main, ist durch seine zahlreichen Strecken, die in alle Himmelsrichtungen von hier aus abgehen, ein Knotenpunkt und Umsteigebahnhof sowohl für den Regional- als auch bedingt für den Fernverkehr, auch wenn hier mittlerweile nur noch eine Fernverkehrs-Linie hindurchführt. Wie alle Bahnhöfe der Deutschen Bahn, wird er von DB Station&Service betrieben.
2. Geschichte
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Nachdem am 7.Dezember 1835 die erste Eisenbahnstrecke in Deutschland von Nürnberg nach Fürth feierlich eröffnet worden war, begann man nach und nach das Eisenbahnnetz in Deutschland auszubauen.
Auch in Mittelhessen begann man Ende der 1840er Jahre die Main-Weser-Bahn als Hauptbahn von Frankfurt am Main nach Kassel zu bauen. Im damals bei der Industrialisierung schon weit fortgeschrittenen Gießen stand man nun vor der Entscheidung, wo man den Bahnhof denn hinbauen sollte. Man hatte vor allem zwei Möglichkeiten ins Auge gefasst. Zum einen könnte man den Bahnhof recht nahe ans Stadtzentrum legen, zum anderen war der Bau auf einer südlich der Stadt gelegenen Erhöhung möglich.
Leider hatte Gießen damals einen nicht besonders von der Eisenbahn überzeugten "Stadtfürsten", der sich für die zweite Möglichkeit entschied, auch wenn dies für die Bürger der Stadt einen weiteren Weg bis zum Bahnhof bedeutete.
1850 wurde die Main-Weser-Bahn eröffnet. Dank seiner Lage in der Mitte Deutschlands wurde Gießen schnell zu einem Verkehrsknotenpunkt.
1900 erneuerte man das Bahnhofsgebäude komplett und errichtete vor allem den noch heute besonders charakteristischen Turm des Bahnhofes mit seiner großen Uhr. Die schönen Verzierungen, die man damals am Bahnhof anbrachte, wie Tierdarstellungen, Knospenornamente, usw. machen den Bahnhof heute zu einer der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Gießen, die am Nikolausabend 1944 im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerbombt worden war.
3. Erreichbarkeit
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Reist man mit dem Auto an, empfiehlt sich das auf der Westseite des Bahnhofes vor etwa zehn Jahren erbaute Parkhaus, welches für Bahnkunden mit Fernverkehrsfahrschein unentgeltlich benutzt werden kann. Dieses erreicht man, wenn man aus Richtung Stadt kommend der B49 Richtung Wetzlar-Limburg folgt und direkt nach der Eisenbahn-Unterführung an der Goetheschule links Richtung Hauptgebäude der Stadtwerke Gießen abzweigt.
Möchte man nur jemanden vom Bahnhof mit dem Auto abholen, kann man auch einen der wenigen Kurzparkplätze am Gießener Bahnhofsvorplatz nutzen, die aber auch spätabends und nachts eigentlich immer belegt sind. Am Wochenende sind diese aber auf Grund des vor einem Jahr neuerbauten nahegelegenen Szene-Bistros auch nur beschränkt nutzbar.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht man den Bahnhof mit den Stadtbuslinien 2,5 und 24, welche alle auch vom Gießener Marktplatz im Stadtzentrum aus verkehren. Zudem verkehren zahlreiche Regionalbuslinien der Bahnbus-Gesellschaft RKH direkt vom Bahnhofsvorplatz aus in die umliegenden Gemeinden. Hierbei muss man allerdings beachten, dass die Stadtbusse nicht direkt von der Haltestelle vor dem Bahnhof (hier fahren nur die Regionalbusse) verkehren, sondern an der etwa 50 Meter weiter Richtung Stadt gelegenen Station wenden.
Vom Gießener Bahnhofs-Vorplatz gelangt man zudem mit mehrmals wöchentlich verkehrenden Europabus-Linien direkt bis nach Paris, Prag, Lissabon, Warschau oder in andere Metropolen Europas.
Zusätzlich findet man am Hauptausgang des Bahnhofes immer zahlreiche Taxen. Da die Taxis in Gießen allerdings eine verhältnismäßig hohe Fahrtgebühr verlangen, empfiehlt es sich, sich telefonisch ein Mini-Car zu bestellen, welche für eine Fahrt innerhalb Gießens einheitlich zwischen 4,50 Euro und 6 Euro verlangen.
4. Service-Einrichtungen der Bahn
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Das Empfangsgebäude des Gießener Bahnhofs ist täglich von 4.15 Uhr - 1.30 Uhr geöffnet.
Haupt-Anlaufpunkt für Bahnreisende ist das vor vier Jahren neu eröffnete DB-Reisezentrum im neuen "italienischen" Design. Dort erhält man alles rund um die Bahnreise, wie Fahrkarten, Reservierungen, Auskünfte, usw. Auch ist dort ein Reisebüro, welches ebenfalls von der Deutschen Bahn betrieben wird, zu finden.
Das DB-Reisezentrum ist Mo-Fr von 5.45 - 20.15 Uhr, Sa von 6.30 - 19.15 Uhr und So von 7.15 - 20.15 Uhr geöffnet. Das Reisebüro ist Mo-Fr von 9.00-12.30 und von 13.15-18.00 Uhr besetzt, Sa von 8.30-11.45 und von 12.30 bis 16.00 Uhr.
Zum Personal des DB-Reisezentrums im Bahnhof Gießen muss man leider sagen, dass es sich hier vielfach noch um sog. alte "Bundesbahn"-Bedienstete handelt, bei denen der Service-Gedanke der Deutschen Bahn noch nicht ganz angekommen ist. So wird man hier von vielen Angestellten leider oft sehr rauh bedient, was sehr zu bedauern ist.
Der Service-Point mitten im Bahnhof ist täglich während der gesamten Öffnungszeit des Bahnhofs Anlaufstelle bei Fragen und Informationen rund um seine Verbindung (keine Preisauskünfte) und bei Beschwerden und Verspätungen.
Auch sind im Bahnhof zahlreiche Fahrkarten-Automaten vorhanden. Zum einen handelt es sich hierbei um Automaten für den Verkauf von Fahrkarten für den Rhein-Main-Verkehrsverbund, welche leider nur Bargeld (Scheine bis 20 Euro) annehmen. Zum anderen sind hier auch die neuen Touch-Screen-Automaten für Fernverkehrs-Fahrscheine der Deutschen Bahn vorhanden, wo man hingegen wieder nur mit Kreditkarte, EC-Karte oder Geldkarte zahlen kann.
Desweiteren findet man in der Haupt-Verkehrszeit auch immer einen Service-Mitarbeiter der Bahn, welche sich meistens am Fernbahnsteig Gleis 2/3 aufhalten. In seinem Büro an Gleis 1 findet man während der gewöhnlichen Arbeitszeiten den Bahnhofsmanager und das Service-Team.
Schließfächer zur Gepäck-Aufbewahrung findet man beim Zugang von der Empfangshalle zu Gleis 11. An Gleis 11 befindet sich auch die Toilette, welche leider nur tagsüber geöffnet ist.
5. Einkaufsmöglichkeiten
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Betritt man den Bahnhof durch den Haupteingang, befindet sich linkerhand die von 6-20 Uhr geöffnete Bahnhofsbuchhandlung, wo der Reisende sich mit Presseerzeugnissen und sonstigem Lesestoff versorgen kann. Direkt daneben schließt sich ein Tabaklädchen sowie eine Art kleine Bierstube, wo man auch kleinere Snacks erhält, an.
Rechterhand vom Haupteingang hat vor wenigen Wochen eine Nebenstelle der Bahnhofsbuchhandlung, wo man Kalender und Kunstdrucke erhält, eröffnet. Gleich nebenan befindet sich an der Stelle der ehemaligen Fahrkartenausgabe, welche vor fünf Jahren verlegt wurde, seit wenigen Wochen auch eine Filiale der Schwälmer Bäckerei Viehmeyer, wo man sich mit belegten Brötchen, frischem Brot und Pizzabrötchen stärken kann.
Eine weitere und meiner Meinung nach beste Möglichkeit, seinen Hunger z.B. beim Umsteigen zu stillen, ist der sich an Gleis 1 befindene Imbisswagen, wo man Bratwürste,Pommes frites,belegte Brötchen und sonstige Snacks zu normalen Preisen (Bratwurst z.B. 1,70 Euro) erhält. Auch erhält man hier zumindest an Werktagen auch spät abends bis etwa 22 Uhr noch etwas zu essen. Den Besitzer dieses Imbiss-Wagens muss man wirklich sehr loben, da ich selten einen so netten Menschen beim Bratwurst-Verkauf erlebt habe.
Leider sind die sonstigen Einkaufsmöglichkeiten im Bahnhof recht spärlich. Insbesondere, wenn man abends nach 20 Uhr, in Gießen umsteigen muss oder von dort abreist, gibt es wenig Möglichkeiten, noch Reisebedarf einzukaufen. Ein kleiner Tipp ist hierfür noch die etwa fünf Gehminuten vom Bahnhof schon sichtbare ESSO-Tankstelle, welche man über die Brücke, welche über die Gleise 11-16 führt, erreicht und zudem für eine Tankstelle noch recht vernünftige Preise anbieten kann (Bier schon ab 0,39 Euro). Diese hat rund um die Uhr geöffnet. Tagsüber kann man auch den Döner-Imbiss oder die Bäckerei an der Stadtbus-Haltestelle in Erwägung ziehen.
6. Verbindungen
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Der Gießener Bahnhof ist wie schon in der Einleitung erwähnt auf Grund seiner geographisch günstigen Lage, auch wenn man die ICE-Strecke Ende der 80er-Jahre über Fulda und nicht über Gießen baute (angeblich verstand sich der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl halt gut mit dem Fuldaer Bischof), immer noch ein Verkehrsknotenpunkt nicht nur von regionaler Bedeutung.
Zwar hat man vor zwei Jahren Gießen seiner zweiten Fernverkehrsverbindung, dem InterRegio von Frankfurt am Main nach Münster und Norddeich über das Sauerland, beraubt, die InterRegio Linie Hamburg-Karlsruhe mit zwei täglichen Zugdurchläufen nach Konstanz ist jedoch erhalten geblieben und wird zum Fahrplanwechsel am 15.Dezember dieses Jahres sogar zur InterCity-Verbindung aufgewertet und im nördlichen Linienlauf sogar bis nach Stralsund und Binz verlängert. Es ist zwar so, dass der InterCity in Deutschland allgemein immer mehr die Aufgaben des InterRegio, der in zwei bis drei Jahren wohl endgültig abgeschafft werden soll, übernimmt. Dennoch ist es für einen Eisenbahn-Fan doch was Schönes, in seiner Heimatstadt nach über zehn Jahren, mal wieder einen InterCity sehen zu können.
Der Gießener Bahnhof ist ein Inselbahnhof, welcher sich zwischen dem "Hausbahnsteig" (Gleise 1-5) und dem "Oberhessischen Bahnsteig" (Gleise 11-16) befindet.
Folgende Züge verkehren vom Bahnhof Gießen:
Von Gleis 1 kommt man mit dem RE von Frankfurt am Main Richtung Siegen und mit der RegionalBahn nach Marburg,Kassel oder Dillenburg.
Die Gleise 2 und 3 sind die Fernbahnsteige des Bahnhofes mit dem größten Verkehr. Von Gleis 2 verkehren die Züge in Süd-Nord-Richtung (IR Konstanz/Karlsruhe - Hamburg, RE Frankfurt am Main - Marburg - Kassel), von Gleis 3 die Züge in Nord-Süd-Richtung und die RegionalExpress-Züge nach Siegen.
Gleis 4 und 5 sind dem Regionalverkehr nach Marburg, Kassel und Friedberg vorbehalten. Vereinzelt fahren von hier aus auch die RegionalExpress-Züge nach Köln und Krefeld, welche in Gießen wenden.
Der Oberhessische Bahnsteig (Gleise 11-16) ist vor allem für den Verkehr in die östlich Gießens gelegenen ländlichen Regionen vorgesehen. So verkehren von hier aus die RE- und RB-Züge in den Vogelsberg und nach Fulda sowie die Züge der privaten Eisenbahn BLE (Butzbach-Licher-Eisenbahn) nach Lich, Hungen, Nidda und Gelnhausen (nur Mo-Sa). Von Gleis 11 verkehren zudem die im Zwei-Stunden-Takt verkehrenden RE-Züge nach Köln und Krefeld.
Einen besonderen Status nimmt das Gleis 9, welches sich zwischen Gleis 1 und Gleis 11 als Kopfgleis befindet. Von hier aus fahren die NeiTech-RegionalExpresse nach Limburg und Koblenz.
7. Mein Eindruck
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Der Bahnhof Gießen macht von außen einen durchaus schönen Eindruck. Insbesondere auf Grund seiner Architektur zählt der Bahnhof zu den bedeutenderen Sehenswürdigkeiten der mittelhessischen Einkaufsstadt.
Interessant ist auch die Lage des Empfangsgebäudes zwischen den in unterschiedliche Richtungen führenden Bahnsteigen.
Leider machen die Unterführungen zwischen den Gleisen einen sehr schlechten Eindruck. Desöfteren habe ich hier unten schon Ratten entdecken sehen müssen, was mittlerweile dazu führte, dass man dort schon Rattenfallen aufgestellt hat. Auch die Überführung über die Gleise am nördlichen Bahnsteigende der Gleise 1 bis 5 und der Übergang zum Parkhaus sind insbesondere im Winter auf Grund der hohen Rutschgefahr nicht unbedingt zu empfehlen. Der dortige Aufzug wird durch seine Lage am äußersten Bahnsteigende leider auch sehr selten benutzt. Eines der wenigen positiven Aspekte hier ist das doch recht nette Parkhaus.
Auf dem Bahnhofsvorplatz wird man auch hier, wie an vielen Bahnhöfen, desöfteren von Obdachlosen oder Punks um ein wenig Kleingeld gebeten, was sich hier allerdings noch in Grenzen hält.
8. Fazit
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Der Bahnhof Gießen ist auf Grund seiner geographisch günstigen Lage ein vielbenutzter Umsteige- und Durchgangsbahnhof, welchen man allerdings durch die schon jahrelang geplanten Umbaumaßnahmen insbesondere in den Unterführungen und am Bahnhofsvorplatz noch attraktiver gestalten könnte.
Sehr negativ auszulegen sind auch die schlechten Shopping-Möglichkeiten für Umsteiger, die hier nur wenige Möglichkeiten zum Kauf von Reisebedarf finden. So fehlt z.B. vor allem ein Super- oder Drogeriemarkt. Abends ist hier abgesehen von der ESSO-Tankstelle (fünf Gehminuten entfernt) gar keine Einkaufsmöglichkeit gegeben. Sehr schön anzusehen ist hingegen die Architektur des Bahnhofes selbst.
16 Bewertungen, 1 Kommentar
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24.04.2002, 17:13 Uhr von schweig
Bewertung: sehr hilfreichSehr guter bericht - aber wo liegt Gießen? Nein, kleiner Scherz. Viele Grüße aus der Hauptstadt
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