Barcelona Testbericht

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Erfahrungsbericht von littlewitch80

Eine Stadt die zu verzaubern weiß

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Bevor ich was über Barcelona schreibe, möchte ich noch gerne etwas über den Vorort Bardalona schreiben.

Es ist schon unglaublich wie sich ein Umgebung innerhalb weniger hundert Meter so dermaßen verändern kann. In Bardalona stehen nur Sozialwohnungen und mitten durch den Ort geht die Autobahn. Hängt man dort seine frisch gewaschene Wäsche zum trocknen draußen auf ,ist sie nach einer halben Stunde zwar trocken, aber inzwischen von den Abgasen wieder so schwarz das man sie gleich wieder waschen könnte. Aber noch extremer wird das alles wenn man mal auf die kleinen Berge sieht. Dort kann man dann tatsächlich Hütten artons, Wellblech oder sonstigen Geröll erkennen. Auf ungefähr 10 qm leben hier Obdachlose. Es ist ein altes, ungeschriebenes Gesetz, dass wer diese Berge bewirtschaftet (also zum Beispiel eine Kartoffel anbaut) und vor Fremden beschützt dort umsonst leben darf. Auf diese Weise hält sich die Regierung die Obdachlosen aus Barcelona fern. Ob das der richtige Weg ist, darüber lässt sich sicher streiten.

Aber nun zu Barcelona. Offiziell leben in Barcelona 3 Millionen Menschen, geschätzt wird die Zahl der tatsächlichen Einwohner aber doppelt so hoch. Damit gehört Barcelona zu den dichtbesiedeltesten Städten der Welt.
Die Vorfahrtsregeln sind dort auch sehr speziell: Zuerst Busse und LKW, dann Autos und Mopeds, dann Fußgänger. Geparkt werden darf eigentlich überall, auch mitten auf der Straße! Den Führerschein für ein Moped bekommt man hier mit 15 Jahren wenn man einen Test von 10 Fragen bestanden hat (die Fragen lauten etwa so: „Es sind Fußgänger auf der Straße, was mache ich? a) Gas geben b) bremsen c) auf den Gehweg ausweichen“) Ja ja, ein vereintes Europa. Oh man, ich bin ja so froh das ich in Barcelona nicht Autofahren muss.

Das erste das wir in Barcelona sahen war natürlich die Sagrada Familia. Diese Kirche ist schon ziemlich beeindrucken, auch wenn sie ja immer noch nicht fertig ist... Die Acht Türme wurden von Gaudi entworfen und sollen die Acht Aposteln symbolisieren (bei dieser Erklärung wurde ich etwas stutzig, ging ich doch immer davon aus, dass es eigentlich zwölf Aposteln sind,.. na ja). Auf der Rückseite der Kirche ist ein Hologramm von Jesus in die Wand eingehauen. Wo immer man auch steht, man hat das Gefühl er sieht einen direkt an.

Danach ging es weiter in den Gaudi Park (wie der richtig heißt weiß ich nicht mehr so ganz genau, und schon gar nicht weiß ich wie man den schreibt, deswegen ist das jetzt halt der Gaudi Park). Hier steht das Haus, das er selber erbaut hat und in dem er mit seinem „Lebensgefährten“ lebte (das sagt man aber besser nicht in Barcelona,... den er lebte dort ja nur mit einem guten Freund!!!!!). In diesem Park befindet sich auch der berühmte Salamander (ein Brunnen). Berührt man dessen Wasser so wird sich das Leben der Person verändern; trägt man mehr gutes in sich, so ist es ein positiver Wandel, trägt man aber mehr schlechtes in sich, so ist es ein negativer Wandel..... Wie haben lange, lange überlegt ob wir es wagen sollte. Wir berührten es dann doch und als folge davon wurde meine Freundin am Abend beklaut.... dabei glauben eigentlich nur strenge Katholiken daran und sie ist evangelisch und ich katholisch,.... vielleicht hat der Salamander da ja mal was verwechselt ;-).
Noch schnell was zum Ableben von Gaudi. Gaudi wurde von der ersten elektrischen Straßenbahn erfasst. Da er zu diesem Zeitpunkt in alten Klamotten rumlief, betrunken und nicht rasiert war kam er in ein Krankenhaus für arme. Seine Freunde suchten ihn natürlich in den Krankenhäusern für reiche, fanden ihn aber schließlich doch und wollten ihn umverlegen lassen. Doch Gaudi meinte er komme von den armen und werde dort auch sterben. Wie es dann wenige Wochen später auch passierte.

Nachdem wir uns dann etwas in dem Park erholt hatten ging es weiter zum Olympiastadion. Das wurde schon in den Dreißigern errichtet weil dort dann ja die Spiele stattfinden sollten,... die waren dann aber „dank“ Hitler in Berlin und nach Spanien kamen sie ja erst ewig später. Ich hätte mir eigentlich von einem Olympiastadion eigentlich auch mehr erwartet... es war einfach ein Stadion, dass noch nicht mal sonderlich groß ist.

Danach fuhren wir noch auf einen Aussichtspunkt um den Hafen sehen zu können. Auf dem Weg dorthin kamen wir auch am Friedhof vorbei. Dort werden die Toten auch übereinander gestapelt (wie bei einem jüdischen). Wollte man bis vor kurzem noch einen Platz dort haben, so musste man sich bei seiner Geburt den Platz reservieren lassen. Jetzt ist dort aber eh alles voll. Deswegen hat das Krematorium nun ziemlich viel zu tun. Etwas makaber dabei ist die Tatsache, dass das Krematorium gegenüber vom Kreissaal liegt und der Kreissaal seinen Strom durch die Energie des Krematoriums erhält. Nun ja. Ich würd mir vielleicht doch ein anderes Krankenhaus aussuchen.
Von den Aussichtspunkt konnte man ziemlich viel vom Hafen sehen. Ist halt so ein typischer Punkt, an dem die abgehetzten Touristen sich mal nen Augenblick erholen können, bevor die Tour weitergeht.

Schließlich fuhren wir in die direkt in die Stadt, wo wir dann auch vier Stunden Zeit hatten uns alles selber anzusehen.
Wir wurden aber ausdrücklich gewarnt nicht ins Rotlichtviertel zu gehen ;-) Besonders gefallen hat mit das gotische viertel. Dort fühlt man sich sofort so in das 15. Jahrhundert zurückversetzt. Schon allein die gotische Kirche ist klasse, aber das System von kleinen Gassen das sich anschließt ist einfach super.

Weniger schön war dann der Tiermarkt. Dort werden in den kleinsten Käfigen die jemals gesehen habe Kücken, Kaninchen, Vögel und sonstiges Kleingetier zusammengepfercht und zum Kauf angeboten. Dabei haben die Leute noch das breiteste Grinsen drauf. ich bin eigentlich kein sehr brutaler Mensch, aber ich hatte ziemlich stark das Bedürfnis mal genau in eine dieser Grinsenden Visagen reinzuschlagen. Mit dem Tierschutz haben es die Spanier ja eh nicht so, oder warum werden immer noch Stiere abgeschlachtet.... Wenn mir jetzt einer kommt,... ha ja die Tradition, dann wird ich zum Hirsch!!!

Gut, Themawechsel. Typisch für Barcelona ist auch, dass dort die ganze Zeit verkleidete Menschen rumstehen. Unter anderem auch die Simpsons. Da wir einen Professor an der uni haben der aussieht wie Montgomery, und wir jetzt ein Foto von ihm haben wie er da so durch Barcelona läuft könnte bald die ganze Uni etwas zu lachen haben,.... allerdings fehlt uns dann doch etwas die Courage, schließlich bewertet der Mann ja unsere Klausuren und da er eh zu den strengsten gehört und unter den letzten Klausuren meistens „Völlig missglückt“ oder so was stand, heben wir uns das für unsere Staatsexamensfeier auf!

Schließlich wanderten wir wieder völlig kaputt zu unserem Bus der uns nach Lloret de mar bringen sollte, wo wir eigentlich Urlaub machten. Es war zwar nur ein Tag den wir in Barcelona verbrachten und wir haben bei weitem nicht alles gesehen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt und ich werde mir die Stadt sicher noch einmal genauer ansehen.

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