Barcelona Testbericht




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Erfahrungsbericht von Alican
Barcelona, die wichtigste Stadt !!!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Barcelona ist die wichtigste Handels-, Industrie- und Hafenstadt Spaniens, die Hauptstadt der Region Katalonien, geistiger Mittelpunkt des Katalanentums, nördlich der Bewässerungsebene des Llobregat an flacher Küste, landeinwärts von steilen Hügeln umgeben, Barcelona hat ca. 1,5 Mio. Einwohner; unter anderem auch eine Universität und auch technische Hochschulen. Natürlich darf ein Kulturzentrum (Opernhaus Liceo, 1994 größtenteils abgebrannt)nich fehlen, gotische Kathedrale, zahlreiche andere Kirchen und Paläste. Diese grossartige Stadt besitzt auch ein großes Aquarium; berühmte, zum Weltkulturerbe erklärte Jugendstilarchitektur (Parc und Palau Güell, Casa Milà, Palau de la Musica Catalana, Hospital de Sant Pau); 1992 Austragungsort der Olympischen Sommerspiele; vielseitige Industrie (besonders Textilerzeugung, Eisenverarbeitung und Schiffbau, grafisches Gewerbe, Nahrungsmittel-, Leder- und Holzindustrie); der künstliche Hafen ist 300 ha groß; Einfuhr von Steinkohle, Getreide und Baumwolle, Ausfuhr von Wein, Olivenöl und Kork, daneben Fischerei; internationale Mustermesse; Flughafen Muntadas im Llobregatdelta.
Geschichte, Kunst und Kultur
Ein Grabfund im Carrer Muntaner ist Zeugnis für eine Besiedlung des Gebietes von Barcelona in der Steinzeit.
11.–5. Jh. v. Chr. Siedlungen der Iberer, die sich ab dem 7. Jh. mit von Norden eindringenden Kelten vermischen. Die sog. Keltiberer treffen um 500 v. Chr. mit phönizischen und griechischen Siedlern zusammen.
218 v. Chr. Der Legende nach gründet der Karthager Hamilcar Barca das antike Barcino, das spätere Barcelona.
133 v. Chr. Cornelius Scipio gründet die römische Kolonie ›Faventia Julia Augusta Pia Barcino‹, die zu der Provinz Hispania Citerior gehört, Hauptstadt ist Tarraco (heute: Tarragona).
2. Jh. n. Chr. Barcino hat mehr als 10 000 Einwohner und wird rasch christianisiert.
4. Jh. Die erste Stadtmauer wird angelegt (in Teilen heute noch erhalten).
415 Barcelona wird unter König Athaulf Hauptstadt des westgotischen Reiches. Mit der Verlagerung des westgotischen Hofes 534 nach Toledo verliert Barcelona jedoch seine hervorragende Bedeutung.
717/718 Besetzung durch die Mauren.
801 Eroberung durch die Franken unter Führung Ludwigs des Frommen. Barcelona wird Hauptstadt der Spanischen Mark, die von Pamplona über Barcelona bis zum oberen Ebro (Tortosa) reicht und die Grenze zwischen christlichem Europa und maurischem Spanien bildet.
879–897 Der fränkische Graf Wilfredo el Velloso (der Behaarte) begründet die selbstständige Dynastie der Grafen von Barcelona.
985 Maurische Truppen fallen unter Al-Mansur in die Stadt ein und hinterlassen zahlreiche Zerstörungen.
11. Jh. Berenguer Ramón I. (1018–35) und Ramón Berenguer I. el Viejo (der Alte) (1035–76) erringen die Oberherrschaft Barcelonas über die restlichen Grafschaften der Spanischen Mark, die in ihrer geographischen Ausdehnung etwa dem zukünftigen Katalonien entspricht.
1046–58 Unter Graf Ramón Berenguer el Viejo und seiner Gattin Almodis wird die romanische Kathedrale Barcelonas errichtet. Sie ist Zeichen der neuen Hauptstadtwürde. Barcelona hat zu dieser Zeit etwa 20 000 Einwohner und wächst über seine wieder hergestellten Mauern hinaus.
1137 Die Eheschließung zwischen Ramón Berenguer IV. (1131–62) und Petronella von Aragón, der Thronerbin des Nachbarstaates, begründet die Dynastie der Grafen von Barcelona und Könige von Aragón. Barcelona expandiert zu einer bedeutenden Mittelmeermacht, Genua und Venedig ebenbürtig. Die Katalanen betreiben im gesamten Mittelmeerraum schwungvollen Handel, ihr Einfluss erstreckt sich von Valencia über Sizilien, Sardinien und Korsika bis nach Griechenland.
1213–76 Unter Jaume I. el Conquistador (der Eroberer) werden die Balearen (1229, 1235) und Valencia (1238) unter dem Banner der Reconquista von den Mauren zurückerobert. Barcelona vergrößert sich sprunghaft, eine zweite Stadtmauer wird gebaut, die die Viertel um Sant Pere Mes Alt und Santa Maria del Mar einschließt, der Hafen wird angelegt. Barcelona erhält das Stadtrecht. Es beginnt eine Blütezeit, die bis zum Ende des 14. Jh. andauert und eine reiche Patrizierschicht hervorbringt.
1258 In Barcelona wird der erste Seehandelskodex formuliert. Er bewährt sich und wird später im ganzen Mittelmeerraum übernommen.
1276–85 Pere II. el Grande (der Große) rundet die mittelmeerischen Eroberungen der barcelonesischen Dynastie mit Sizilien (1282) ab, das bis zum 15. Jh. zu Barcelona gehört. Er veranlasst den Bau der heute noch erhaltenen Werft.
1291–1327 Höhepunkt der mittelalterlichen Kultur in Barcelona unter der Herrschaft von Jaume II. el Justo (der Gerechte). In dieser Zeit wird die Mehrzahl der großen gotischen Kirchen der Stadt begonnen.
1329 Alfons III. (1327–36) legt nach der Eroberung Sardiniens den Grundstein zu der Kirche Santa Maria del Mar.
1336–87 Pere IV. el Ceremonioso (der Zeremoniöse) führt die Eroberungspolitik zu Ende und erkämpft die Oberherrschaft über Griechenland. Er lässt den größten Teil des Palau Reial Major errichten (Salò Tinell), stellt die Reials Drassanes (Königliche Werft) fertig und umgibt die Stadt mit einer dritten Mauer, die das Viertel El Raval jenseits der Rambla mit einschließt.
1365 Barcelona hat fast 34 500 Einwohner. Gegen Ende des 14. Jh. führen die fortgesetzten Kriege mit Kastilien zum wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Es ist die Zeit der Judenpogrome, mit denen auch die Abwanderung vieler Händler beginnt. Kastilien erwirbt die wirtschaftliche Vormacht durch seinen Getreidereichtum und den Wollexport in die Niederlande.
1401 Martí I. el Humano (der Mitmenschliche) (1396–1410), letzter König aus der direkten Linie der Dynastie von Barcelona, legt den Grundstein zu dem Hospital de Santa Creu i Sant Pau (heute Staatsbibliothek).
1442 Alfons IV. el Magnánimo (der Großherzige) (1416–58) erobert Neapel. Unter seiner Herrschaft wird der Palau de la Generalitat (Katalanische Landesregierung) gebaut.
1450 Gründung der ersten Universität in Barcelona an den Rambles.
1469 Die Heirat zwischen Ferdinand von Aragón und Isabella von Kastilien, den Katholischen Königen, legt den Grundstein zu einer neuen politischen und wirtschaftlichen Kraft in Spanien, die das Reich, ›in dem die Sonne niemals untergeht‹, hervorbringt. Dies ist der erste Schritt zur Einverleibung Kataloniens in das kastilische Großreich.
1493 Das Königspaar empfängt Christoph Kolumbus bei seiner Rückkehr von der ersten Amerikareise.
16. Jh. Unter den Habsburgern wird Katalonien zu einer wirtschaftlichen Randzone Europas. 1518 werden ›Las Indias‹ zum Besitz der kastilischen Krone erklärt, wodurch Barcelona vom Handel mit der Neuen Welt ausgeschlossen wird. Brückenköpfe Spaniens für den Handel sind nun Sevilla und Cádiz.
1519 Karl V. betritt nach Jugendjahren in den Niederlanden Barcelona als erste Stadt seines spanischen Reiches.
1556–1621 Auch unter seinem Sohn Philipp II. und Enkel Philipp III. sind die Beziehungen zwischen Katalonien und Kastilien gut. Katalonien behält die Autonomie und seine eigenen Institutionen.
1640–53 Bei der ›Guerra de les Segadors‹ (Krieg der Schnitter), einem Aufstand gegen die kastilische Zentralregierung, wird der spanische Vizekönig ermordet. Als Antwort lässt Graf Olivares im Auftrag von Philipp IV. kastilische Truppen in Katalonien einmarschieren, die rasch gegen Barcelona vorrücken. Die Stadt bittet Frankreich um Hilfe. Ludwig XIII. wird zum Grafen von Barcelona ernannt. Die katalanisch-französischen Truppen siegen am 26. Januar 1641 in der Schlacht am Montjuïc. 1651 erobern kastilische Truppen Barcelona und beenden den Aufstand. Gegen eine Generalamnestie wird Katalonien 1653 der kastilischen Oberhoheit unterworfen.
1701–14 Im Spanischen Erbfolgekrieg stellt sich Barcelona auf die Seite des späteren Verlierers, Erzherzog Karl von Österreich, gegen Philipp V. von Bourbon. Nach 13-monatiger Belagerung erobert dieser die Stadt am 11. September 1714 (heute höchster nationaler Feiertag, La Diada). Als Strafe und zur Überwachung lässt er von Festungsbaumeister Prósper de Verboom die Zitadelle errichten, für die ein Stadtteil abgerissen wird.
1716 Katalonien sinkt zur spanischen Provinz ab, mit Ausnahme von Menorca (seit 1708 unter englischer Herrschaft).
1778 Karl III. (1759–88) beendet das Seehandelsmonopol Sevillas und befreit so Barcelona von der über 200 Jahre andauernden wirtschaftlichen Restriktion. Der neue amerikanische Markt lässt in Barcelona die Baumwoll- und Textilindustrie aufblühen.
1808–14 Der wirtschaftliche Aufschwung Kataloniens wird durch die Invasion Napoleons unterbrochen.
1812 Mit Ausrufung der ersten spanischen Verfassung in Cádiz verliert Katalonien seine letzten Freiheiten.
1835 Säkularisierung.
1843–68 Unter der Regierung Isabellas II. wächst die Prosperität des Bürgertums. Im Laufe des 19. Jh. entwickelt sich ein starkes katalanisches Nationalbewusstsein in allen Bevölkerungsschichten (Renaixença). Ausdrucksmittel sind Kunst, Literatur und Architektur.
1848 Die erste spanische Eisenbahn fährt zwischen Barcelona und Mataró.
1854 Die seit langem zu eng gewordenen Stadtmauern dürfen mit Zustimmung der spanischen Regierung abgerissen werden. An ihrer Stelle entstehen Rondas (Avenuen), die den Umfang des alten Barcelona gut am Stadtplan ablesen lassen.
1859 Die Stadt genehmigt die Ausführung eines Stadtentwicklungsplanes, an dem der Bauingenieur Ildefons Cerdà seit 1855 gearbeitet hatte. Auf Grundlage dieses Entwurfs wächst rasch eine Neustadt zwischen der Altstadt und dem Dorf Gràcia, die so genannte Eixample. Sie ist nicht nur stark vom Stil des Modernisme geprägt, sondern wird zum größten Jugendstilviertel Europas. Die drei bedeutendsten Architekten des Modernisme sind Antoni Gaudí (Sagrada Família, Casa Batlló, Casa Milà), Lluís Domènech i Montaner (Palau de la Música Catalana, Casa Lleó Morera) und Josep Puig i Cadafalch (Casa de les Punxes, Casa Amatller, Palau Baró Quadras). Anfang des 20. Jh. entstehen interessante Ansätze zu Planungen von Gartenstädten nach englischem Vorbild (Gaudí: Parc Güell; Domènech i Montaner:Hospital de Santa Creu i Sant Pau).
1887 Barcelona hat 500 000 Einwohner.
1888 Die erste Weltausstellung markiert die Entwicklung Barcelonas zur Großstadt. Sie findet auf dem Areal der 1868 abgetragenen Zitadelle statt, in einer großzügigen Parkanlage (Parc de la Ciutadella) mit interessanten modernistischen Ausstellungspavillons.
1893 Katalanische Anarchisten werfen eine Bombe ins Teatre del Liceu.
Anfang des 20. Jh. Organisation der Arbeiterbewegung in verschiedenen Gruppierungen: Sozialisten (UGT) und Anarchisten (CNT).
1909 Arbeiteraufstand.
1925 Die vermögendsten Geschäftsleute von Barcelona übereignen Alfonso XIII. (1902–31) den neu erbauten Palau Reial de Pedralbes als Geschenk.
1929 Für die zweite große Weltausstellung auf dem Montjuïc werden verschiedene Parks angelegt, Spanien errichtet ein pompöses Ausstellungsgebäude, das heute das weltberühmte Museu Nacional d’Art de Catalunya beherbergt. Den deutschen Pavillon entwirft Ludwig Mies van der Rohe.
1931 Die Linke setzt erstmals einen katalanischen Autonomiestatus und eine Regionalregierung (Generalitat) durch.
1936 Kirchensturm – zahlreiche Kirchen werden in Brand gesetzt und schwer beschädigt.
1936–39 Grausamer Bürgerkrieg. Barcelona ist Hochburg der Anarchisten, Sozialisten und Kommunisten. Eine Volkserhebung verhindert die rasche Eroberung durch die Faschisten.
1938 General Francisco Franco marschiert in Katalonien ein und erklärt die autonome Regierung für abgesetzt.
26. Januar 1939 Franco erobert Barcelona. Katalanische Kultur und (Schrift-) Sprache werden verboten. Nur die Mönche des Klosters Montserrat dürfen die Schriftsprache weiter benutzen, sie tradieren sie 40 Jahre lang.
Ende der 50er-Jahre Formierung der gewaltlosen katalanischen Autonomiebewegung (Künstler, Intellektuelle, Studenten; Protestlieder ›Nova Cancó‹).
1975 Tod Francos. Juan Carlos, der Enkel des 1931 abgedankten Königs Alfonso XIII., wird zum König ausgerufen.
29. September 1977 Die Generalitat wird wieder als Landesregierung eingesetzt, Barcelona ist erneut Regierungssitz der Autonomen Provinz Katalonien.
1979 Katalonien erhält (wie das Baskenland) ein Autonomiestatut : Recht auf eigenes Parlament, eigene Polizei, Justiz, TV- und Radiokanäle, Sprache, Erziehungswesen in eigener Verantwortung, beschränkte Finanzhoheit).
80er-Jahre Das inzwischen international anerkannte Projekt ›Neue Plätze und Parks‹ beginnt. In vernachlässigten Altstadtvierteln und gesichtslos gewachsenen Neubauvierteln werden städtebauliche Akzente gesetzt.
1992 Austragung der XXV. Olympischen Sommerspiele an verschiedenen Schauplätzen in und um Barcelona. Veranstaltungszentrum ist erneut der Montjuïc.
1997 Heirat der Infantin Cristina mit dem baskischen Sportler Iñaki Urdangarin in der Kathedrale von Barcelona.
1999/2000 Die erste Spielsaison des Gran Teatre de Liceu nach einem Brand 1994 und Wiederaufbau beginnt mit Giaccomo Pucchinis Oper ›Turandot‹.
Geschichte, Kunst und Kultur
Ein Grabfund im Carrer Muntaner ist Zeugnis für eine Besiedlung des Gebietes von Barcelona in der Steinzeit.
11.–5. Jh. v. Chr. Siedlungen der Iberer, die sich ab dem 7. Jh. mit von Norden eindringenden Kelten vermischen. Die sog. Keltiberer treffen um 500 v. Chr. mit phönizischen und griechischen Siedlern zusammen.
218 v. Chr. Der Legende nach gründet der Karthager Hamilcar Barca das antike Barcino, das spätere Barcelona.
133 v. Chr. Cornelius Scipio gründet die römische Kolonie ›Faventia Julia Augusta Pia Barcino‹, die zu der Provinz Hispania Citerior gehört, Hauptstadt ist Tarraco (heute: Tarragona).
2. Jh. n. Chr. Barcino hat mehr als 10 000 Einwohner und wird rasch christianisiert.
4. Jh. Die erste Stadtmauer wird angelegt (in Teilen heute noch erhalten).
415 Barcelona wird unter König Athaulf Hauptstadt des westgotischen Reiches. Mit der Verlagerung des westgotischen Hofes 534 nach Toledo verliert Barcelona jedoch seine hervorragende Bedeutung.
717/718 Besetzung durch die Mauren.
801 Eroberung durch die Franken unter Führung Ludwigs des Frommen. Barcelona wird Hauptstadt der Spanischen Mark, die von Pamplona über Barcelona bis zum oberen Ebro (Tortosa) reicht und die Grenze zwischen christlichem Europa und maurischem Spanien bildet.
879–897 Der fränkische Graf Wilfredo el Velloso (der Behaarte) begründet die selbstständige Dynastie der Grafen von Barcelona.
985 Maurische Truppen fallen unter Al-Mansur in die Stadt ein und hinterlassen zahlreiche Zerstörungen.
11. Jh. Berenguer Ramón I. (1018–35) und Ramón Berenguer I. el Viejo (der Alte) (1035–76) erringen die Oberherrschaft Barcelonas über die restlichen Grafschaften der Spanischen Mark, die in ihrer geographischen Ausdehnung etwa dem zukünftigen Katalonien entspricht.
1046–58 Unter Graf Ramón Berenguer el Viejo und seiner Gattin Almodis wird die romanische Kathedrale Barcelonas errichtet. Sie ist Zeichen der neuen Hauptstadtwürde. Barcelona hat zu dieser Zeit etwa 20 000 Einwohner und wächst über seine wieder hergestellten Mauern hinaus.
1137 Die Eheschließung zwischen Ramón Berenguer IV. (1131–62) und Petronella von Aragón, der Thronerbin des Nachbarstaates, begründet die Dynastie der Grafen von Barcelona und Könige von Aragón. Barcelona expandiert zu einer bedeutenden Mittelmeermacht, Genua und Venedig ebenbürtig. Die Katalanen betreiben im gesamten Mittelmeerraum schwungvollen Handel, ihr Einfluss erstreckt sich von Valencia über Sizilien, Sardinien und Korsika bis nach Griechenland.
1213–76 Unter Jaume I. el Conquistador (der Eroberer) werden die Balearen (1229, 1235) und Valencia (1238) unter dem Banner der Reconquista von den Mauren zurückerobert. Barcelona vergrößert sich sprunghaft, eine zweite Stadtmauer wird gebaut, die die Viertel um Sant Pere Mes Alt und Santa Maria del Mar einschließt, der Hafen wird angelegt. Barcelona erhält das Stadtrecht. Es beginnt eine Blütezeit, die bis zum Ende des 14. Jh. andauert und eine reiche Patrizierschicht hervorbringt.
1258 In Barcelona wird der erste Seehandelskodex formuliert. Er bewährt sich und wird später im ganzen Mittelmeerraum übernommen.
1276–85 Pere II. el Grande (der Große) rundet die mittelmeerischen Eroberungen der barcelonesischen Dynastie mit Sizilien (1282) ab, das bis zum 15. Jh. zu Barcelona gehört. Er veranlasst den Bau der heute noch erhaltenen Werft.
1291–1327 Höhepunkt der mittelalterlichen Kultur in Barcelona unter der Herrschaft von Jaume II. el Justo (der Gerechte). In dieser Zeit wird die Mehrzahl der großen gotischen Kirchen der Stadt begonnen.
1329 Alfons III. (1327–36) legt nach der Eroberung Sardiniens den Grundstein zu der Kirche Santa Maria del Mar.
1336–87 Pere IV. el Ceremonioso (der Zeremoniöse) führt die Eroberungspolitik zu Ende und erkämpft die Oberherrschaft über Griechenland. Er lässt den größten Teil des Palau Reial Major errichten (Salò Tinell), stellt die Reials Drassanes (Königliche Werft) fertig und umgibt die Stadt mit einer dritten Mauer, die das Viertel El Raval jenseits der Rambla mit einschließt.
1365 Barcelona hat fast 34 500 Einwohner. Gegen Ende des 14. Jh. führen die fortgesetzten Kriege mit Kastilien zum wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Es ist die Zeit der Judenpogrome, mit denen auch die Abwanderung vieler Händler beginnt. Kastilien erwirbt die wirtschaftliche Vormacht durch seinen Getreidereichtum und den Wollexport in die Niederlande.
1401 Martí I. el Humano (der Mitmenschliche) (1396–1410), letzter König aus der direkten Linie der Dynastie von Barcelona, legt den Grundstein zu dem Hospital de Santa Creu i Sant Pau (heute Staatsbibliothek).
1442 Alfons IV. el Magnánimo (der Großherzige) (1416–58) erobert Neapel. Unter seiner Herrschaft wird der Palau de la Generalitat (Katalanische Landesregierung) gebaut.
1450 Gründung der ersten Universität in Barcelona an den Rambles.
1469 Die Heirat zwischen Ferdinand von Aragón und Isabella von Kastilien, den Katholischen Königen, legt den Grundstein zu einer neuen politischen und wirtschaftlichen Kraft in Spanien, die das Reich, ›in dem die Sonne niemals untergeht‹, hervorbringt. Dies ist der erste Schritt zur Einverleibung Kataloniens in das kastilische Großreich.
1493 Das Königspaar empfängt Christoph Kolumbus bei seiner Rückkehr von der ersten Amerikareise.
16. Jh. Unter den Habsburgern wird Katalonien zu einer wirtschaftlichen Randzone Europas. 1518 werden ›Las Indias‹ zum Besitz der kastilischen Krone erklärt, wodurch Barcelona vom Handel mit der Neuen Welt ausgeschlossen wird. Brückenköpfe Spaniens für den Handel sind nun Sevilla und Cádiz.
1519 Karl V. betritt nach Jugendjahren in den Niederlanden Barcelona als erste Stadt seines spanischen Reiches.
1556–1621 Auch unter seinem Sohn Philipp II. und Enkel Philipp III. sind die Beziehungen zwischen Katalonien und Kastilien gut. Katalonien behält die Autonomie und seine eigenen Institutionen.
1640–53 Bei der ›Guerra de les Segadors‹ (Krieg der Schnitter), einem Aufstand gegen die kastilische Zentralregierung, wird der spanische Vizekönig ermordet. Als Antwort lässt Graf Olivares im Auftrag von Philipp IV. kastilische Truppen in Katalonien einmarschieren, die rasch gegen Barcelona vorrücken. Die Stadt bittet Frankreich um Hilfe. Ludwig XIII. wird zum Grafen von Barcelona ernannt. Die katalanisch-französischen Truppen siegen am 26. Januar 1641 in der Schlacht am Montjuïc. 1651 erobern kastilische Truppen Barcelona und beenden den Aufstand. Gegen eine Generalamnestie wird Katalonien 1653 der kastilischen Oberhoheit unterworfen.
1701–14 Im Spanischen Erbfolgekrieg stellt sich Barcelona auf die Seite des späteren Verlierers, Erzherzog Karl von Österreich, gegen Philipp V. von Bourbon. Nach 13-monatiger Belagerung erobert dieser die Stadt am 11. September 1714 (heute höchster nationaler Feiertag, La Diada). Als Strafe und zur Überwachung lässt er von Festungsbaumeister Prósper de Verboom die Zitadelle errichten, für die ein Stadtteil abgerissen wird.
1716 Katalonien sinkt zur spanischen Provinz ab, mit Ausnahme von Menorca (seit 1708 unter englischer Herrschaft).
1778 Karl III. (1759–88) beendet das Seehandelsmonopol Sevillas und befreit so Barcelona von der über 200 Jahre andauernden wirtschaftlichen Restriktion. Der neue amerikanische Markt lässt in Barcelona die Baumwoll- und Textilindustrie aufblühen.
1808–14 Der wirtschaftliche Aufschwung Kataloniens wird durch die Invasion Napoleons unterbrochen.
1812 Mit Ausrufung der ersten spanischen Verfassung in Cádiz verliert Katalonien seine letzten Freiheiten.
1835 Säkularisierung.
1843–68 Unter der Regierung Isabellas II. wächst die Prosperität des Bürgertums. Im Laufe des 19. Jh. entwickelt sich ein starkes katalanisches Nationalbewusstsein in allen Bevölkerungsschichten (Renaixença). Ausdrucksmittel sind Kunst, Literatur und Architektur.
1848 Die erste spanische Eisenbahn fährt zwischen Barcelona und Mataró.
1854 Die seit langem zu eng gewordenen Stadtmauern dürfen mit Zustimmung der spanischen Regierung abgerissen werden. An ihrer Stelle entstehen Rondas (Avenuen), die den Umfang des alten Barcelona gut am Stadtplan ablesen lassen.
1859 Die Stadt genehmigt die Ausführung eines Stadtentwicklungsplanes, an dem der Bauingenieur Ildefons Cerdà seit 1855 gearbeitet hatte. Auf Grundlage dieses Entwurfs wächst rasch eine Neustadt zwischen der Altstadt und dem Dorf Gràcia, die so genannte Eixample. Sie ist nicht nur stark vom Stil des Modernisme geprägt, sondern wird zum größten Jugendstilviertel Europas. Die drei bedeutendsten Architekten des Modernisme sind Antoni Gaudí (Sagrada Família, Casa Batlló, Casa Milà), Lluís Domènech i Montaner (Palau de la Música Catalana, Casa Lleó Morera) und Josep Puig i Cadafalch (Casa de les Punxes, Casa Amatller, Palau Baró Quadras). Anfang des 20. Jh. entstehen interessante Ansätze zu Planungen von Gartenstädten nach englischem Vorbild (Gaudí: Parc Güell; Domènech i Montaner:Hospital de Santa Creu i Sant Pau).
1887 Barcelona hat 500 000 Einwohner.
1888 Die erste Weltausstellung markiert die Entwicklung Barcelonas zur Großstadt. Sie findet auf dem Areal der 1868 abgetragenen Zitadelle statt, in einer großzügigen Parkanlage (Parc de la Ciutadella) mit interessanten modernistischen Ausstellungspavillons.
1893 Katalanische Anarchisten werfen eine Bombe ins Teatre del Liceu.
Anfang des 20. Jh. Organisation der Arbeiterbewegung in verschiedenen Gruppierungen: Sozialisten (UGT) und Anarchisten (CNT).
1909 Arbeiteraufstand.
1925 Die vermögendsten Geschäftsleute von Barcelona übereignen Alfonso XIII. (1902–31) den neu erbauten Palau Reial de Pedralbes als Geschenk.
1929 Für die zweite große Weltausstellung auf dem Montjuïc werden verschiedene Parks angelegt, Spanien errichtet ein pompöses Ausstellungsgebäude, das heute das weltberühmte Museu Nacional d’Art de Catalunya beherbergt. Den deutschen Pavillon entwirft Ludwig Mies van der Rohe.
1931 Die Linke setzt erstmals einen katalanischen Autonomiestatus und eine Regionalregierung (Generalitat) durch.
1936 Kirchensturm – zahlreiche Kirchen werden in Brand gesetzt und schwer beschädigt.
1936–39 Grausamer Bürgerkrieg. Barcelona ist Hochburg der Anarchisten, Sozialisten und Kommunisten. Eine Volkserhebung verhindert die rasche Eroberung durch die Faschisten.
1938 General Francisco Franco marschiert in Katalonien ein und erklärt die autonome Regierung für abgesetzt.
26. Januar 1939 Franco erobert Barcelona. Katalanische Kultur und (Schrift-) Sprache werden verboten. Nur die Mönche des Klosters Montserrat dürfen die Schriftsprache weiter benutzen, sie tradieren sie 40 Jahre lang.
Ende der 50er-Jahre Formierung der gewaltlosen katalanischen Autonomiebewegung (Künstler, Intellektuelle, Studenten; Protestlieder ›Nova Cancó‹).
1975 Tod Francos. Juan Carlos, der Enkel des 1931 abgedankten Königs Alfonso XIII., wird zum König ausgerufen.
29. September 1977 Die Generalitat wird wieder als Landesregierung eingesetzt, Barcelona ist erneut Regierungssitz der Autonomen Provinz Katalonien.
1979 Katalonien erhält (wie das Baskenland) ein Autonomiestatut : Recht auf eigenes Parlament, eigene Polizei, Justiz, TV- und Radiokanäle, Sprache, Erziehungswesen in eigener Verantwortung, beschränkte Finanzhoheit).
80er-Jahre Das inzwischen international anerkannte Projekt ›Neue Plätze und Parks‹ beginnt. In vernachlässigten Altstadtvierteln und gesichtslos gewachsenen Neubauvierteln werden städtebauliche Akzente gesetzt.
1992 Austragung der XXV. Olympischen Sommerspiele an verschiedenen Schauplätzen in und um Barcelona. Veranstaltungszentrum ist erneut der Montjuïc.
1997 Heirat der Infantin Cristina mit dem baskischen Sportler Iñaki Urdangarin in der Kathedrale von Barcelona.
1999/2000 Die erste Spielsaison des Gran Teatre de Liceu nach einem Brand 1994 und Wiederaufbau beginnt mit Giaccomo Pucchinis Oper ›Turandot‹.
20 Bewertungen, 1 Kommentar
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02.05.2002, 21:00 Uhr von Batzen
Bewertung: sehr hilfreichsupa ;o)
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