Battle Royal Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2004
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von CiscoGianino
Erziehungsurblaub auf Japanisch
Pro:
gute Kombination aus Action und Anspruch, Darsteller
Kontra:
wiederholt sich streckenweise
Empfehlung:
Ja
Nach dem Jahrtausendwechsel geht es mit der anarchistischen Jugend immer weiter bergab. Um den notorischen Schulschwänzern und jugendlichen Delinquenten entgegenzuwirken, subventioniert die japanische Regierung das „Battle Royale“. Eine willkürlich ausgesuchte Schulklasse wird auf eine einsame Insel gebracht. Dort wird jeder von ihnen mit einer Waffe ausgestattet, dann haben sie drei Tage Zeit sich gegenseitig umzubringen bis nur noch einer übrig bleibt. Der Überlebende ist der Gewinner und darf wieder nach Hause. Die Investoren glauben, so bessere Menschen aus den Kids zu machen. Wenn am Ende mehr als einer überlebt, dann werden alle exekutiert.
Um zu vermeiden, dass die Kinder versuchen von der Insel zu fliehen, bekommen sie ein Halsband um, das ihnen den Kopf wegsprengt, sollten sie sich von der Insel entfernen. Unter der Leitung ihres sadistischen Lehrers Kitano (Takeshi Kitano) beginnt für die 42 Klassenkameraden der Überlebenskampf.
Der Film verfolgt hauptsächlich die Handlungen des zurückhaltenden Shuya Nanahara, der unter dem Selbstmord seines alleinerziehenden Vaters leidet und seines Schwarms Noriko Nakagawa. Die beiden versuchen entgegen des grausamen Reglements einen Weg zu finden um diesen Alptraum friedlich zu beenden.
Kinji Fukasakus „Battle Royale“ ist ein sehr anspruchsvoller Actionthriller, der voller Verweise auf die moderne Subkultur der Jugendlichen des neuen Jahrtausends steckt. Natürlich halten primär die unterkühlt-distanzierten Actionsequenzen bei Laune, aber Dank des phänomenalen Aufhängers der Geschichte kommen auch Spannung und Anspruch nicht zu kurz.
Abseits der harten, schnellen Kampfszenen präsentiert Fukasaku sehr eindrucksvoll die Sehnsüchte und Leiden der jungen Leute. Am deutlichsten wird dieses bei der eiskalten Mitsuko dargestellt, die gnadenlose ihre Freunde niedermetzelt und mit ihrer unglaublichen Blutrünstigkeit und Hinterhältigkeit schockiert. Das alles tut sie nur, weil sie nicht immer als Versager abgestempelt werden will: „Ich wollte einmal kein Verlierer sein.“, sind ihre letzten Worte bevor sie stirbt.
„Battle Royale“ ist ein sehr blutiger Film, so blutig, dass die deutsche Fassung von Kinowelt um acht Minuten gekürzt werden musste, was dem Film allerdings die Intensität nimmt: Die Gewaltexzesse sind nie zum Selbstzweck in Szene gesetzt, sondern zeigen die Veränderungen der Kids durch extremen Stress und Todesangst. Während einige ihre Aussichtslosigkeit im Suizid beenden, versuchen ihre Mitschüler gleich nach Minuten zu töten um selber zu überleben. Andere wiederum versuchen gemeinsam als Gruppe einen Ausweg zu finden, bis sie merken, dass die Gruppe unter dem enormen Druck zerreißt und sie sich gegenseitig abschlachten.
So wird am Ende von deutlich, worum es in „Battle Royale“ eigentlich geht – um die elementaren Dinge im Leben: Freundschaft, Vertrauen, Liebe. Der Operationsleiter Kitano ist ein gebrochener, alter Mann, der verbittert mit ansehen muss, dass die Jugend ihm ethisch und intellektuell überlegen ist.
Trotz all den tiefen Parabeln und bedeutungsschwangeren Dialogen gelingt es Regisseur Fukasaku („Yakuza Graveyard“) neben all den psychischen Offenbarungen einen wirklich packenden Actionfilm zu inszenieren.
Japans Superstar Takeshi Kitano („Brother“) gibt mal wieder eine geniale Performance als sadistisch-gewalttätiger Lehrer und auch die übrigen Darsteller spielen allesamt sehr überzeugend. Besonders Chiaki Kuriyama („Kill Bill“) gibt die mörderische Killer-Amazone sehr glaubwürdig und schockierend.
Im Januar dieses Jahres verstarb Kinji Fukasaku bei den Dreharbeiten zum zweiten Teil von „Battle Royale“. Sein Sohn führte sein Werk zu ende, das leider noch nicht auf DVD erhältlich ist.
Wer sich an perfekt inszenierter Action gepaart mit anspruchsvoller Thematik und eindringlicher Charakterstudie erfreuen kann, der wird hier bestens unterhalten. Fukasakus Geniestreich kann man mit Fug und Recht als einen der besten asiatischen Filme der letzten Jahre bezeichnen.
Battle Royale, Japan 2001
Regie: Kinji Fukasaku
Darsteller : Takeshi Kitano, Masanobu Ando, Tatsuya Fujiwara, Chiaki Kuriyama, Aki Maeda
Um zu vermeiden, dass die Kinder versuchen von der Insel zu fliehen, bekommen sie ein Halsband um, das ihnen den Kopf wegsprengt, sollten sie sich von der Insel entfernen. Unter der Leitung ihres sadistischen Lehrers Kitano (Takeshi Kitano) beginnt für die 42 Klassenkameraden der Überlebenskampf.
Der Film verfolgt hauptsächlich die Handlungen des zurückhaltenden Shuya Nanahara, der unter dem Selbstmord seines alleinerziehenden Vaters leidet und seines Schwarms Noriko Nakagawa. Die beiden versuchen entgegen des grausamen Reglements einen Weg zu finden um diesen Alptraum friedlich zu beenden.
Kinji Fukasakus „Battle Royale“ ist ein sehr anspruchsvoller Actionthriller, der voller Verweise auf die moderne Subkultur der Jugendlichen des neuen Jahrtausends steckt. Natürlich halten primär die unterkühlt-distanzierten Actionsequenzen bei Laune, aber Dank des phänomenalen Aufhängers der Geschichte kommen auch Spannung und Anspruch nicht zu kurz.
Abseits der harten, schnellen Kampfszenen präsentiert Fukasaku sehr eindrucksvoll die Sehnsüchte und Leiden der jungen Leute. Am deutlichsten wird dieses bei der eiskalten Mitsuko dargestellt, die gnadenlose ihre Freunde niedermetzelt und mit ihrer unglaublichen Blutrünstigkeit und Hinterhältigkeit schockiert. Das alles tut sie nur, weil sie nicht immer als Versager abgestempelt werden will: „Ich wollte einmal kein Verlierer sein.“, sind ihre letzten Worte bevor sie stirbt.
„Battle Royale“ ist ein sehr blutiger Film, so blutig, dass die deutsche Fassung von Kinowelt um acht Minuten gekürzt werden musste, was dem Film allerdings die Intensität nimmt: Die Gewaltexzesse sind nie zum Selbstzweck in Szene gesetzt, sondern zeigen die Veränderungen der Kids durch extremen Stress und Todesangst. Während einige ihre Aussichtslosigkeit im Suizid beenden, versuchen ihre Mitschüler gleich nach Minuten zu töten um selber zu überleben. Andere wiederum versuchen gemeinsam als Gruppe einen Ausweg zu finden, bis sie merken, dass die Gruppe unter dem enormen Druck zerreißt und sie sich gegenseitig abschlachten.
So wird am Ende von deutlich, worum es in „Battle Royale“ eigentlich geht – um die elementaren Dinge im Leben: Freundschaft, Vertrauen, Liebe. Der Operationsleiter Kitano ist ein gebrochener, alter Mann, der verbittert mit ansehen muss, dass die Jugend ihm ethisch und intellektuell überlegen ist.
Trotz all den tiefen Parabeln und bedeutungsschwangeren Dialogen gelingt es Regisseur Fukasaku („Yakuza Graveyard“) neben all den psychischen Offenbarungen einen wirklich packenden Actionfilm zu inszenieren.
Japans Superstar Takeshi Kitano („Brother“) gibt mal wieder eine geniale Performance als sadistisch-gewalttätiger Lehrer und auch die übrigen Darsteller spielen allesamt sehr überzeugend. Besonders Chiaki Kuriyama („Kill Bill“) gibt die mörderische Killer-Amazone sehr glaubwürdig und schockierend.
Im Januar dieses Jahres verstarb Kinji Fukasaku bei den Dreharbeiten zum zweiten Teil von „Battle Royale“. Sein Sohn führte sein Werk zu ende, das leider noch nicht auf DVD erhältlich ist.
Wer sich an perfekt inszenierter Action gepaart mit anspruchsvoller Thematik und eindringlicher Charakterstudie erfreuen kann, der wird hier bestens unterhalten. Fukasakus Geniestreich kann man mit Fug und Recht als einen der besten asiatischen Filme der letzten Jahre bezeichnen.
Battle Royale, Japan 2001
Regie: Kinji Fukasaku
Darsteller : Takeshi Kitano, Masanobu Ando, Tatsuya Fujiwara, Chiaki Kuriyama, Aki Maeda
10 Bewertungen, 1 Kommentar
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09.06.2004, 00:37 Uhr von Robocop2.
Bewertung: sehr hilfreichBattle Royale rules!!! MfG Dominic
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