So weit die Füße tragen (gebundene Ausgabe) / Josef Martin Bauer Testbericht

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Erfahrungsbericht von margy

so weit die füße tragen

Pro:

das Drama des Krieges wirkt lebendig

Kontra:

---

Empfehlung:

Ja

Zum Buch:

Das Buch umfasst 478 Seiten, erschien im Batei-Lübbe-Verlag unter der ISBN: 978-3404146666 und kostet neu 9 €.

Zum Autor:

Josef Martin Bauer wurde am 11.3.1901 in Taufkirchen an der Vilz geboren. Sein Buch wurde in 12 Sprachen übersetzt.

Inhalt:

Ein Mann in russischer Gefangenschaft, verurteilt zu 25 Jahren Zwangsarbeit, floh von Sibirien nach Deutschland.

Textausschnitt:

Das ist Sibirien, das gefürchtete Sibirien in einer gewalttätigen Pracht. Entsetzen zwar strahlt der winterliche Himmel, unter dem eben der winterliche Himmel, unter dem eben der verbindende Faden mit den letzten Menschen, wo sie zu einer Stadt vereinigt sind, abreißt und die Fahrtrichtung unbekannt und scheinbar richtungslos ins Weiße geht, aber ein Bild wie dieses hat kein Landstück der Erde so grandios zu zeigen.

Schreibstil:

Vorahnungen auf Unheilvolles braut sich in den Worten zu Beginn des Romans zusammen. Sehnsucht und Heimweh vermitteln die Zeilen. Sogar Gedanken an Selbstmord kommen ins Spiel. Flüssig zu lesen mit hoher Dramatik und Spannung wächst die Begeisterung für die Geschichte.

Meinung:
Dramatische, grausame Szenen von Anfang an mit Gedanken an den Tod, die Eiseskälte, das Wie des Überlebens brachten mir Entsetzen und Bestürzung. Die Maschinenpistole in den Händen der Soldaten gehörten zum Alltag. Sie sehnen sich nach einer warmen Mahlzeit. Resigniert ergeben sich die Männer ihrem harten Schicksal des Krieges, der Gefangenschaft und der Zwangsarbeit.
Clemens Forell, die Hauptfigur dieses Romans, flieht aus russischer Gefangenschaft 1949 und kehrt 1952 nach Deutschland zurück. Die Strapazen, diese Flucht auf sich zu nehmen, die länger als 3 Jahre in Anspruch nehmen sollte, davon erzählt der Autor.
Dem Tod und anderen unausweichlichen Gefahren in der Wildnis und den zu durchstreifenden verschiedenen Ländern ausgesetzt, sucht der Flüchtende Verstecke und Ausweichmöglichkeiten.
Zu Hause warten Frau und Kind. Sie sind der Meinung und der Überzeugung, Mann und Vater lebt nicht mehr, trauern und verzagen.
Zusammen mit 2000 anderen Gefangenen des Krieges zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, verbannt ins Bleibergwerk am Ostkap. Forell wusste, er würde sterben, bliebe er.
Verzweifelt, resigniert, Heimweh und Sehnsucht nach der Heimat mit dem sicheren Tod vor Augen, träte er nicht die Flucht an, verschwand er.
Ausgehungert, abgemagert, immer wieder Hilfe suchend, entfernte er sich immer mehr und weiter von Russland und näherte sich seiner Heimat.
Anhand dieses Soldaten empfand ich das Wüten und den Schrecken, das Entsetzen, die Qualen dieses flüchtenden Mannes mit. Tausende von Kilometer legte er über China zurück, um Deutschland zu erreichen, den Erinnerungen seiner Vergangenheit zu begegnen, seine Familie an Weihnachten wieder in den Arm zu schließen.
Nur die Sehnsucht und die Hoffnung hielten iham Leben, ließen ihn nicht ganz verzweifeln und aufgeben.
Gezeichnet von dem Erlittenen, geprägt von Gewalt und Macht und dadurch entrechtet und in die Knie gezwungen, eigentlich ein gebrochener Mann und ein Häufchen Elend, gab der Held sich nicht selbst auf.
Er suchte nach einem Ausweg und fand ihn trotz aller Hindernisse und Gefahren.
Ein großartiger Roman, der die Kontraste der Soldaten und deren Familienangehörigen, die voneinander getrennt leben, drastisch beschreibt.
Verzweiflung auf beiden Seiten, das Hoffen und die Ungewissheit, ob der Mann jemals aus dem Krieg zurückkehrt und die Bedenken der Soldaten, ihre Familie wiederzusehen und ihr Leben nicht zu verlieren.
Gefühle durchstreifen diese Geschichte, Trennungsschmerz und Tod haben ihren Platz.
Die Eiseskälte tobte also nicht nur in Sibirien, sondern in den Seelen aller Betroffenen.
Die Fragen des Kindes wirkten und hallten wie ein einziger Aufschrei.
Kein Brief oder ein Telefonat, kein Lebenszeichen machen allzu deutlich, was der Krieg bedeutet.
Jubel, Freude, Gewissheit bei der Heimkehr des Verschollenen bringen Ruhe und Frieden, Eintracht, Tränen nehmen ihren Lauf.
Festhalten und Klammern nach dieser unendlich langen Zeit der Trennung sind allzu verständlich. Der Krieg soll uns Mahnung und Warnung sein, nichts, was wir herausfordern sollten!
Eindringlich, einprägsam, nach eigenen Schilderungen des Soldaten, beschreibt der Autor dessen Erfahrungen und setzt diese auf die Bühne des Grauens.
Großartige Leistung, grandioser Schriftsteller. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

39 Bewertungen, 13 Kommentare

  • technofreak1988

    25.04.2010, 02:28 Uhr von technofreak1988
    Bewertung: sehr hilfreich

    würde mich über weitere gegenlesungen sehr freuen! lg andi

  • topfmops

    24.04.2010, 19:32 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das wurde leider durch Verfilmungen und Konsalik zu Tode geritten.

  • Lale

    24.04.2010, 02:36 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß

  • hjid55

    24.04.2010, 00:26 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüße Sarah

  • morla

    23.04.2010, 23:26 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir ein schönes wochenende lg. petra

  • bettie47

    23.04.2010, 22:17 Uhr von bettie47
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Grü0e von Bettie47

  • XXLALF

    23.04.2010, 19:46 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    das buch hab ich schon oftmals gelesen, war ein geschenk von meinem papa. und ganz liebe grüße

  • KnolliNicole

    23.04.2010, 18:02 Uhr von KnolliNicole
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht..schönes we und gruß Nicole

  • Shirty1980

    23.04.2010, 16:19 Uhr von Shirty1980
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein wirklich toller Bericht. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. Lg Shirty1980

  • willma1984

    23.04.2010, 15:59 Uhr von willma1984
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht! LG Nadine

  • sigrid9979

    23.04.2010, 15:36 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schön Berichtet...Lg Sigi

  • rainbow90

    23.04.2010, 15:25 Uhr von rainbow90
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht. LG

  • Typofee

    23.04.2010, 15:14 Uhr von Typofee
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße Typofee