So weit die Füße tragen (gebundene Ausgabe) / Josef Martin Bauer Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Erfahrungsbericht von margy
so weit die füße tragen
Pro:
das Drama des Krieges wirkt lebendig
Kontra:
---
Empfehlung:
Ja
Das Buch umfasst 478 Seiten, erschien im Batei-Lübbe-Verlag unter der ISBN: 978-3404146666 und kostet neu 9 €.
Zum Autor:
Josef Martin Bauer wurde am 11.3.1901 in Taufkirchen an der Vilz geboren. Sein Buch wurde in 12 Sprachen übersetzt.
Inhalt:
Ein Mann in russischer Gefangenschaft, verurteilt zu 25 Jahren Zwangsarbeit, floh von Sibirien nach Deutschland.
Textausschnitt:
Das ist Sibirien, das gefürchtete Sibirien in einer gewalttätigen Pracht. Entsetzen zwar strahlt der winterliche Himmel, unter dem eben der winterliche Himmel, unter dem eben der verbindende Faden mit den letzten Menschen, wo sie zu einer Stadt vereinigt sind, abreißt und die Fahrtrichtung unbekannt und scheinbar richtungslos ins Weiße geht, aber ein Bild wie dieses hat kein Landstück der Erde so grandios zu zeigen.
Schreibstil:
Vorahnungen auf Unheilvolles braut sich in den Worten zu Beginn des Romans zusammen. Sehnsucht und Heimweh vermitteln die Zeilen. Sogar Gedanken an Selbstmord kommen ins Spiel. Flüssig zu lesen mit hoher Dramatik und Spannung wächst die Begeisterung für die Geschichte.
Meinung:
Dramatische, grausame Szenen von Anfang an mit Gedanken an den Tod, die Eiseskälte, das Wie des Überlebens brachten mir Entsetzen und Bestürzung. Die Maschinenpistole in den Händen der Soldaten gehörten zum Alltag. Sie sehnen sich nach einer warmen Mahlzeit. Resigniert ergeben sich die Männer ihrem harten Schicksal des Krieges, der Gefangenschaft und der Zwangsarbeit.
Clemens Forell, die Hauptfigur dieses Romans, flieht aus russischer Gefangenschaft 1949 und kehrt 1952 nach Deutschland zurück. Die Strapazen, diese Flucht auf sich zu nehmen, die länger als 3 Jahre in Anspruch nehmen sollte, davon erzählt der Autor.
Dem Tod und anderen unausweichlichen Gefahren in der Wildnis und den zu durchstreifenden verschiedenen Ländern ausgesetzt, sucht der Flüchtende Verstecke und Ausweichmöglichkeiten.
Zu Hause warten Frau und Kind. Sie sind der Meinung und der Überzeugung, Mann und Vater lebt nicht mehr, trauern und verzagen.
Zusammen mit 2000 anderen Gefangenen des Krieges zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, verbannt ins Bleibergwerk am Ostkap. Forell wusste, er würde sterben, bliebe er.
Verzweifelt, resigniert, Heimweh und Sehnsucht nach der Heimat mit dem sicheren Tod vor Augen, träte er nicht die Flucht an, verschwand er.
Ausgehungert, abgemagert, immer wieder Hilfe suchend, entfernte er sich immer mehr und weiter von Russland und näherte sich seiner Heimat.
Anhand dieses Soldaten empfand ich das Wüten und den Schrecken, das Entsetzen, die Qualen dieses flüchtenden Mannes mit. Tausende von Kilometer legte er über China zurück, um Deutschland zu erreichen, den Erinnerungen seiner Vergangenheit zu begegnen, seine Familie an Weihnachten wieder in den Arm zu schließen.
Nur die Sehnsucht und die Hoffnung hielten iham Leben, ließen ihn nicht ganz verzweifeln und aufgeben.
Gezeichnet von dem Erlittenen, geprägt von Gewalt und Macht und dadurch entrechtet und in die Knie gezwungen, eigentlich ein gebrochener Mann und ein Häufchen Elend, gab der Held sich nicht selbst auf.
Er suchte nach einem Ausweg und fand ihn trotz aller Hindernisse und Gefahren.
Ein großartiger Roman, der die Kontraste der Soldaten und deren Familienangehörigen, die voneinander getrennt leben, drastisch beschreibt.
Verzweiflung auf beiden Seiten, das Hoffen und die Ungewissheit, ob der Mann jemals aus dem Krieg zurückkehrt und die Bedenken der Soldaten, ihre Familie wiederzusehen und ihr Leben nicht zu verlieren.
Gefühle durchstreifen diese Geschichte, Trennungsschmerz und Tod haben ihren Platz.
Die Eiseskälte tobte also nicht nur in Sibirien, sondern in den Seelen aller Betroffenen.
Die Fragen des Kindes wirkten und hallten wie ein einziger Aufschrei.
Kein Brief oder ein Telefonat, kein Lebenszeichen machen allzu deutlich, was der Krieg bedeutet.
Jubel, Freude, Gewissheit bei der Heimkehr des Verschollenen bringen Ruhe und Frieden, Eintracht, Tränen nehmen ihren Lauf.
Festhalten und Klammern nach dieser unendlich langen Zeit der Trennung sind allzu verständlich. Der Krieg soll uns Mahnung und Warnung sein, nichts, was wir herausfordern sollten!
Eindringlich, einprägsam, nach eigenen Schilderungen des Soldaten, beschreibt der Autor dessen Erfahrungen und setzt diese auf die Bühne des Grauens.
Großartige Leistung, grandioser Schriftsteller. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
39 Bewertungen, 13 Kommentare
-
25.04.2010, 02:28 Uhr von technofreak1988
Bewertung: sehr hilfreichwürde mich über weitere gegenlesungen sehr freuen! lg andi
-
24.04.2010, 19:32 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichDas wurde leider durch Verfilmungen und Konsalik zu Tode geritten.
-
24.04.2010, 02:36 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß
-
24.04.2010, 00:26 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüße Sarah
-
23.04.2010, 23:26 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir ein schönes wochenende lg. petra
-
23.04.2010, 22:17 Uhr von bettie47
Bewertung: sehr hilfreichSuper Grü0e von Bettie47
-
23.04.2010, 19:46 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichdas buch hab ich schon oftmals gelesen, war ein geschenk von meinem papa. und ganz liebe grüße
-
23.04.2010, 18:02 Uhr von KnolliNicole
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht..schönes we und gruß Nicole
-
23.04.2010, 16:19 Uhr von Shirty1980
Bewertung: sehr hilfreichEin wirklich toller Bericht. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. Lg Shirty1980
-
23.04.2010, 15:59 Uhr von willma1984
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht! LG Nadine
-
23.04.2010, 15:36 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichSchön Berichtet...Lg Sigi
-
23.04.2010, 15:25 Uhr von rainbow90
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht. LG
-
23.04.2010, 15:14 Uhr von Typofee
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüße Typofee
Bewerten / Kommentar schreiben