Bauzeichner/in Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Einstellungschancen:  durchschnittlich
  • Aufstiegschancen:  gut
  • Verdienstmöglichkeiten:  durchschnittlich
  • Sozialleistungen:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von kitty2

Soll man das noch lernen?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Der Beruf Bauzeichner ist vom Aussterben betroht-so hieß es schon vor 10 Jahren.
Und so ist es leider auch.
Durch ein ständiges auf und ab in der Baubranche ist es schwierig einen Arbeitsplatz für eine lange Zeit zu behalten.

Aber schauen wir uns erst einmal das Berufsbild an:

Bauzeichner werden in 3 verschiedene Bereichne aufgeteilt:
Straßen - und Tiefbau
Ingenieurbau
Architektur

Straßen und Tiefbau
Hier werden Straßenpläne und Kanalleitungspläne erstellt.

Ingenieurbau
Der Bauzeichner erstellt anhand der Statik und den Architektenplänen die Schal- und Bewehrungspläne mit dazugehörigen Stahl- und Mattenlisten.

Architektur
Der einzige etwas kreative Bereich!
Der Architekturbauzeichner erstellt Entwürfe,Baugesuche,Werkpläne und Exposes.
Er errechnet Wohnflächen und den umbauten Raum aus.
Der Architekturbereich ist sehr vielfältig.

Die Umstiegschanchen zwischen den 3 Bereichen:

Ich habe im Ingenieurbau gelernt, was eigendlich das Beste ist was man machen kann.
Vor kurzem habe ich als Architekturbauzeichnerin eine Stelle angenommen.
Der Umstieg war nicht allzu schwer.
Schwieriger wird es, wenn man als Architekturbauzeichner in den Ingenieurbau wechseln möchte.(Die Bewehrung ist ein komplexer Bereich,der schwer in einem halben Jahr zu lernen ist.)
Straßen-und Tiefbau-Bauzeichner haben die schlechtesten Karten.Sie haben absolut keine Ahnung von den anderen 2 Bereichen. Sie hätten nur noch die Alternative in ein Vermessungsbüro zu wechseln.

Ich habe dieses Thema jetzt angesprochen, weil ich die Flexibilität in einem Beruf sehr wichtig finde.
Man kann aber mit viel Glück und Einsatz seine Chancen als Bauzeichner erweitern.
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.(Ich habe z.B. eine Zeit Wintergärten und Küchenarbeitsplatten gezeichnet.)

Die Ausbildung

Die Ausbildung in allen 3 Bereichen dauert 3 Jahre.
Die Lehrzeit kann auf 2,5 Jahre verkürzt werden.
Mit Abitur kann im 2. Lehrjahr eingestiegen werden.
(Mit Lehrzeitverkürzung hätte man die Lehre in 1,5 Jahren)
Die Ausbildungsvergütung liegt zwischen ca.380 € im 1. Lehrjahr und ca.670 @ im 3.Lehrjahr

Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten

Durch dieses ständige auf und ab der Baubranche hat der Arbeitnehmer natürlich nicht viele Möglichkeiten seinen Preis in die Höhe zu treiben.
Die meisten Bauzeichner sind tariflich unterbezahlt.
Ein Berufsanfänger steigt mit ca. 1480 € Brutto ein und kann nach 5 Jahren Berufserfahrung auf ca.1790 € Brutto hoffen.
Nun ja - ein Familienvater könnte damit nicht seine familie ernähren.

Die Aufstiegschancen sind auch eher Bescheiden.
Es besteht die Möglichkeit sich als Bautechniker weiterzubilden.(Der Bautechniker kann leichte Statik rechnen oder Bauleitung machen)
Leider besteht seitens Arbeitgeber hierfür keine Nachfrage.(ein zu teurer Bauzeichner)

Den Bauzeichner-Beruf könnte man aber prima als Sprungbrett für ein Architektur oder Ingenieurstudium benutzen.

Allgemeines

Der Zeichner arbeitet am Zeichenbrett(Anno 1800) auf Transparentpapier ( wichtigste Utensilien sind hierfür Tuschestifte,Schriftschablonen und die gehasste Rasierklinge)
und/ oder am CAD. ( die meistgenutzten CAD-Programmme sind hierfür Nemetschek, Glaser, Autocad oder RIB)

pro
@am Ende das gebaute Haus oder zu sehen macht sehr stolz
@ständiges dazulernen
@Heimarbeitsplatz möglich
contra
@teilweise wenig
Menschenkontakt
@Ändern ist das
halbe Leben eines Bauzeichners
@Auf und Ab der Baubranche und die damit verbundenen vielen Arbeitgeberwechsel.


Ich hoffe in meinem Bericht den Beruf des Bauzeichners objektiv genug dargestellt zu haben.
Eine Empfehlung für oder gegen diesen Beruf kann und möchte ich nicht geben.

Vielleicht noch eine kleine Lebensweißheit am Ende:
Mit dem Beruf,den man einst lernte geht man sowieso nicht in die Rente ...

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