Believe In Nothing - Paradise Lost Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von downloth

Komm folge mir und entdecke das Paradies

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Einleitung:
Die britische Hard Rock Formation \"Paradise Lost\" haben in den Neunziger Jahren das Gothic Metal Genre geprägt, wie kaum eine andere Band zuvor. Im Jahr 1990 ging es mit dem sensationellen Debüt \"Lost Paradise\" los und ein Jahr später folgte mit \"Gothic\" ein weiterer genialer Streich. Meiner Ansicht nach erreichte die Band aus Halifax mit den beiden darauffolgenden Alben \"Shades of God\" und \"Icon\" ihren musikalischen, als auch kompositorischen Höhepunkt. Mit der E.P. \"Gothic\" und der legendären Aufnahme aus dem Jahr 1995 Draconian Times folgten zwei weitere Alben, die durchaus als Klassiker im Metal Genre angesehen werden können.
Die Aufnahmen aus dem Jahr 1997 und 1998 \"One Second\" und \"Reflection\" sind mir nach wie vor unbekannt und das allgemeine Medienecho über das Album \"Host\" war nicht gerade berauschend. Im Jahr 2001 folgte mit \"believe in nothing\" ein Album, von dem ich nach wie vor mehr als begeistert bin und über das auch gerne ein paar Zeilen verliere.



Der Opener \"I am nothing\" gleicht einem Kerzenmeer und doch bringt es der Text eher in nachdenklicher Art und Weise zum Ausdruck: \"...ich bin ein Nichts und doch bleibe ich gefangen in diesem menschlichen Sein; \"...slave to it all once again i fear...\" oder \"...i hope and pray, that i won´t stay around too long to stain, coz i am nothing...\"
Wir hören dennoch ein zutiefst warmherziges und freudiges Bekenntnis zum Leben, selbst wenn es hoffnungslos scheint an diesem Ort, entspannen wir uns und genießen den Empfang von Paradise Lost.

Mit \"mouth\" geht es kraftvoll und energiegeladen weiter und Paradise Lost erschaffen auch hier meiner Ansicht nach eine Blüte moderner Rockmusik, die wenngleich sie auch verblüht, scheint wie ein heller Stern am Himmel der Nacht. Die Liebe verkörpert einmal mehr den Halt; bis an den Tag, an dem unser aller Lebenslicht vergeht und sich in kosmischen Staub auflöst, als ob doch all das ein Teil von uns wäre, denn wir sind aus der Erde aus Gaia gemacht.

\"fader\" geleitet fast schon ins Dancefloor Regionen, aber dennoch meiner Meinung nach Musik, die sich frisch und herzergreifend anhört und mich erfüllt mit Freude. Der Text wirkt dennoch eher besinnlich \"...what´s my point of view...\", ja wenn ihr mich das fragt, was werde ich dann wohl antworten \"...fade away from the problems, fade away from the time and space..\". Die Musik als ein Teil der Realität oder ein wahrhaftiger Ausdruck für die Leidenschaft, die uns allen innewohnt, denn auch ich kann mich vor den Problemen dieser Welt nicht verschließen.

Bei \"look at me now\" steigen wir auf in electrofizierte Crunche Metal Regionen, angereichert mit einem kernigen und fetzigen Groove. Auch dieses Lied zeugt dennoch von einer gewissen Ausweglosigkeit, all den unerfüllten Träumen, aber geht es jemanden etwas an, oder will es gar jemand ändern, \"...so look at me now...\"

\"illumination\" bedeutet so viel wie Erleuchtung oder Aufklärung. Die Innovation unseres menschlichen Denkens, das Erkennen um die Dinge als der Schlüssel zum universellen und puren menschlichen Leben. Wir hören eine verspielte, romantische Ballade, \"...all das Chaos und die Krisen zehren von mir...\" Auch ich teile diesen Weltschmerz, doch lass das Böse nicht Besitz von deinem Herzen, oder gar deinen Gedanken ergreifen so die Kernaussage.

Mit \"something real\" steuert die Aufnahme einem wirklich orgiastischen Höhepunkt entgegen. Lass uns schwelgen im Rausch der Zeit und gemeinsam dahingleiten in die Ewigkeit zu dieser Fanfare der Liebe und einem Bekenntnis an die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit.
\"...i could offer honesty, if everday offers something real...\" Was ist real in diesem, so wahrhaftig wie die Liebe ?

\"divided\" ist einmal mehr ein sehr impulsives Lied mit klassischer Streicher Instrumentierung, \"...divided we stand...\"; uns trennt das Leben; melancholisch und verzweifelt, \"...maybe you are content, relying on religion...\" und doch bleiben wir uns fern.

\"sell it to the world\" empfängt uns in einer gewohnt düsteren Atmosphäre, das peitschende Schlagzeug und die immer wieder eingefächerten Gitarren schaffen den entsprechenden Rahmen; \"...sell it to myself, then sell it the world...\", wenn ich also dafür einstehen kann, dann können wir es auch der Welt verkaufen

\"never again\" wirkt auf mich etwas düster und schwerfällig, die Synthie Effkete schaffen dennoch einen durchaus vielschichtigen Klangraum. \"control\" kommt mit tieflastigen heftigen Bassgrooves und das Ganze wird dann mehr und mehr zu einem knüppelharten Doom Kracher. \"...we the subtle damned refuse to follow and we are determined to control...\" heißt es da

\"no reason\" ist ein weiteres deftiges Lied; \"...all over, you´re down by the water, it´s the same old show, go and find some reason to live...\", denn nur in uns selbst finden wir die Wahrheit, die Weisheit und die Wahrhaftigkeit, die uns das Leben eröffnet.

Zum Abschluss hören wir \"world pretending\" und dieses Lied ist zum Ende hin noch einmal ein absoluter Höhepunkt, Paradise von ihre melodischen, balldesken Seite komponieren hier einen Ausdruck der Liebe und der Freiheit. \"...Your world´s pretending...\", ja die Welt gibt es uns vor und doch ghlaube auch nicht an alles, was mir irgendwelche Leute vorgeben und dennoch glaube ich besitzt diese Musik all die Wahrhaftigkeit, die dem menschlichen Leben innewohnt.

Résumé:
Nach all den Jahren legen uns \"Paradise Lost\" mit dem Album \"believe in nothing\" meiner Meinung nach ein sensationelles Rockalbum vor. Es scheint, als ob ihnen etwas die rohe und ungezügelte Kraft, die ihnen einst innewohnte, verloren gegangen ist, dennoch gefällt mir diese Aufnahme wirklich gut. Ich kann auch die Fans der Gruppe verstehen, die mit diesem Album nicht so viel anfangen können.
Doch verkörpert \"believe in nothing\" vor allem eines für mich, die über allem stehende Harmonie, die Leidenschaft und die Liebe


Quellen:
http://www.paradiselost.co.uk/