Bergbaumuseum - Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg Testbericht

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Erfahrungsbericht von bjlghs

Rammelsberg - Besucherbergwerk im Harz

Pro:

Interessante Bergwerksanlage auch für Kids

Kontra:

Kontra: keines

Empfehlung:

Ja

Interessantes Bergwerk auch für Mineralienfans

Im Herbst 2003 besuchten wir während eines Kurzurlaubs im Harz auch das museale Bergwerk am bzw. im Rammelsberg bei Goslar. Es ist wohl das meistbesuchteste Musueumsbergwerk der Region (gibt noch ein paar mehr davon, z.B. Clausthal-Zellerfeld), was zur Folge hat, dass man im Sommer auf einen nicht zu übersehenden und auch nicht zu überhörenden Massentourismus trifft. Wer kuschelige Nähe von fremden Besuchern liebt, sollte den Sommer wählen, wer aber mehr auf die inhaltlichen Vorzüge der Einrichtung Wert legt, ist im Frühjahr oder Herbst besser dran.

Das gesamte Gelände des ehemaligen Bergwerkes (geschichtliche Hintergründe sind über Internet leicht zu bekommen) wurde als Museumsgelände gestaltet. Alle früheren Gebäude sind erhalten und restauriert worden und werden zum Teil als Restaurant oder Kiosk für den Souvenir-Verkauf genutzt.

Das direkt am Fuße des Rammelsberges liegende Bergwerksgelände hat riesige Ausdehnung von mehreren hundert Metern in der Breite und der alte Föderturm überragt alle anderen Gebäude.

Die Führung durch einige ausgesuchte Stollen des alten Bergwerks ist zu Fuß oder mit einer für den Transport von Besuchern ausgebauten Lore möglich. Man sollte unbedingt festes, strapazierfähiges Schuhwerk tragen und sich auf alle Fälle mit einer regenresistenten Jacke versehen, denn es tropft immer wieder ein bisschen von den Wänden und der Boden ist an einigen Stellen durchaus matschig und feucht.

Und wer einigermaßen gut zu Fuß ist, sollte seine Füsse auch nutzen, denn man sieht mehr und ist einfach näher \"am Gestein\" dran. In den Stollen kann man sehr schön die noch Erz führenden Stellen sehen. Es gibt silbergrau und blauviolett schimmernde Stellen, an denen zum Beispiel Vitriol vorhanden ist und angestrahlt sehr schön leuchtet.

In den Schaustollen sind die alten Holzgestänge und die Zugseile noch vorhanden, mittels derer dereinst Signale weitergegeben wurden und die den Transport von Abbruchgesteinen ermöglichten. Auch die Vorrichtungen zum auch damals ständig notwendigen Auspumpen von einfließendem Wasser ist sehr eindruckvoll dokumentiert. Ingenieurskunst früherer Jahrhunderte läßt sich hier sehr gut nachvollziehen.

Nach dem feuchten und streckenweise kühlen Stollendurchgang kann man in den weiteren Gebäuden durch die stillgelegten Steinmühlen wandern und sich die Bearbeitungsgeräte der Bergleute betrachten. Für den Mineralienfan kommt aber das große Staunen erst im Gebäudeteil, in dem die besten Fundstücke aus vielen Jahrzehnten des Erzabbaus ausgestellt sind. Ich habe schon viele Mineralienausstellungen und Museen zu diesem Thema gesehen, aber das im Rammelsbergmuseum war eines der wirklich sehr schönen in der Art, Mineralien auszustellen und natürlich in der Auswahl der Exponate.

Die vielen kleineren Stücke (datunter auch ganz seltene) sind in Glasvirtrinen untergebracht und zeichnen sich durch eine exzellente Beleuchtung der Stücke aus. Farben und Kristallformen kommen so sehr gut zur Geltung. Diesen Teil sollten Mineralienfans unbedingt besuchen.

Wieder in der herbstlichen Sonne außerhalb der mancherorts sehr dunklen Gänge angelangt kann man, so man möchte, sehr ordentlich und recht preisgünstig speisen. Kleine Gerichte, Snacks oder Suppen werden in einem kleinen Selbstbedienungsrestaurant angeboten und auch mit drei Personen sind wir ausreichend versorgt mit 25 Euro ausgekommen. Insgesamt hat uns dieser Ausflug Kosten von rund 40 Euro bereitet inkl. des Essens.

Wer sich in der Eingangshalle mit ein paar Souvenirs versorgen will, kann allerdings schnell auf deutlich mehr kommen. Aber auch ein Reinschauen in diesen Souvenirshop lohnt sich aus meiner Sicht durchaus, denn es werden zum Beispiel auch ein paar kleine, durchaus interessante Mineralienstufen angeboten. Und da das Mineralien suchen im Harz heute nicht für jederman so leicht zu gestalten ist (da muß man schon vorher ein paar Fachbücher wälzen und die Stellen kennen, an denen man kaum erwischt werden kann - Im Harz ist das Betreten von Althalden untersagt), kann man das eine oder andere interessante Stück erwerben.

Rammelsberg und sein Bergwerksmuseum ist auch für die Kids interessant und für Familien immer einen Halb-Tagesausflug wert und erschwinglich.

14 Bewertungen, 1 Kommentar

  • anonym

    21.01.2005, 01:06 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wohne zwar direkt in der Nähe, war aber noch nie in diesem Museum...