Berufsschule allgemein Testbericht

No-product-image
ab 15,93
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 08/2003

Erfahrungsbericht von Jascherka

Schule: Manchmal sinnlos, aber für die Zukunft notwendig!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich möchte mich heute einmal hier bei Yopi so richtig über die Schule aussprechen, da ich sie mittlerweile 12 Jahre ertrage und noch 1 vor mir habe.

Da ich in Russland geboren wurde, musste ich die deutsche Sprache ganz neu erlernen, obwohl ich einige Vorkenntnisse hatte. Ich kam mitten in der 3. Klasse nach Deutschland.

Ich denke, es kann jeder verstehen, wenn ich ihm sage, dass es wirklich sehr schwierig ist, gleichzeitig die Sprache zu erlernen und für die Schule zu lernen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich diese Grundschulzeit gehasst.

Trotzdem habe ich mich so stark verbessert, dass ich die Wahl zwischen Gymnasium und Realschule hatte. Ich ging zur Real, weil sie zu Fuß zu erreichen war. In der Hinsicht dachte ich relativ praktisch.

So nach und nach arbeitete ich mich unbewusst zur Klassenbesten hoch, und das nahmen mir u.a. auch besonders die Lehrer übel, weil sie über meine Herkunft Bescheid wussten. Sie konnten es teilweise nicht ertragen, dass eine Aussiedlerin den Schulstoff besser beherrschte als Einheimische. (Ich kann das auch nicht ganz verstehen.) So wurde dann auch eine möglichst schlechtere Zensur gegeben.

Als die Zeit kam, wo ich mich an weiterführenden Schulen bewerben sollte, fing ich erst an darüber nachzudenken, was ich denn nach meinem Abitur machen wollte. Irgendetwas im kaufmännischen Bereich war die Antwort. Also war dafür das Berufskolleg mit dem Schwerpunkt Betriebswirtschaft bestens geeignet. Ich konnte Abitur machen und vorzeitig Kenntnisse über Wirtschaft gewinnen. Ich hatte damals eine Heidenangst, in BWL zu versagen, und hab es trotzdem gemacht.

In der Realschule wurde mir von meinen Lehrern vorgegaukelt, dass ich die freie Wahl zwischen den Abiturfächern hätte. Von wegen! Pustekuchen! Zu meinen Abiturfächern sollte unbedingt ein naturwissenschaftliches Fach gehören. Entweder Mathe oder Physik, und das war wirklich das letzte, was ich machen wollte. Soviel zu den Beratungen! Allein das war schon enttäuschend genug um mir den Start an der neuen Schule zu vermiesen.

Ich kann eigentlich nicht viel Gutes über das Berufskolleg sagen.

Die Zensuren hängen sehr stark von den Lehrern ab. Bei einigen kriegst du gute Noten fast geschenkt, und bei anderen legst du dich ins Zeug und erntest nur ein \"ausreichend\".
Das Einzige, was sich wirklich geändert hat, ist der Schwierigkeitsgrad in Mathe. Hier wird von einem einiges mehr verlangt als in einer Realschule! Mit den restlichen Fächern ist eigentlich ganz gut klarzukommen.

Das Verhältnis zw. Lehrern und Schülern ist ebenfalls vollkommen anders. Es läuft alles ziemlich viel lockerer ab, obwohl man viel mehr Stoff durchzunehmen hat. Die Lehrer sind nicht so rechthaberisch, sondern mehr kompromissbereit.
Man gewöhnt sich auch als Schüler an, sich nicht alles vom Lehrer gefallen zu lassen so wie ich, denn ich habe meine Schulpflicht geleistet und kann es mir erlauben, weil ich nicht mehr so stark auf die Lehrer angewiesen bin.

Was ich an dieser Schule gut finde, ist, dass man nicht mehr als Kind sondern als Erwachsenen angesehen und behandelt wird.

Ich war schon oft nah dran, alles zu schmeißen. Der einzige Grund, der mich davor zurückgehalten hat, war, dass ich die Schnauze voll von Sozialhilfe hatte. Ich wollte nie wieder davon abhängig sein. Ich will später einen einigermaßen gut bezahlten Job bekommen, damit ich mich nicht mehr mit dem Sozialamt abgeben muss.

Als ich mich bei meinem Vater über die Schule beklagt habe, sagte er nur: \"Willst du lieber putzen gehen?\"

Ich bin nun mal auf das Abitur angewiesen, denn weder ich noch Verwandte von mir haben das sogenannte Vitamin B. Keiner wird mir einen Ausbildungsplatz schenken.

Es liegt ein gewaltiger Druck auf mir, und ich weiß, dass ich es trotzdem schaffen werde. Und ich werde unglaublich froh sein, wenn ich endlich einen Job habe. Es soll mir keiner erzählen, dass Arbeit schwerer ist als Schule. Bei der Arbeit weiß man, was man zu tun hat. Es ist wesentlich schwerer Tag für Tag etwas Neues lernen zu müssen.

Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Schule, besonders die Klassen 11-13 manchmal ganz schön sinnlos ist, aber dennoch notwendig.

Für alle, die sich ähnlich fühlen wie ich: Haltet durch! Es wird sich später bestimmt auszahlen!

13 Bewertungen