Bestrafungen Testbericht

No-product-image
ab 44,32
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von sugips

Was du nicht willst, dass man dir tu ...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Irgendwie muß ich auch zum Thema Bestrafung von Kindern Stellung nehmen. Strafe geht auch fast jeden von uns an. Und noch immer halten sich Vorurteile und Traditionen, die weder zeitgemäß noch sinnvoll sind.

Es gibt ja höchstens ein Argument für Strafe: die Verhinderung der Wiederholung einer als ungerechtfertigt definierten Tat. Oder die Besserung des Untäters, was immer das heißen soll.

Also ich lerne nicht oder schlecht, daher bekomme ich Hausarrest, auf das ich in Zukunft immer brav lerne und ein besserer Schüler werde. So ein Blödsinn: entweder ich verstehe den Stoff nicht, dann gehört er mir erklärt; oder ich kann nicht lernen, weil ich andere Probleme habe, dann gehört mit mir gesprochen und die Probleme gelöst; oder ich bin pubertär oder aus sonst welchen Gründen faul, verliebt oder abgelenkt, dann nutzt mir auch der Hausarrest nichts, treibt höchstens die Telefonrechnung in die Höhe; oder der Lehrer ist schlecht oder vermittelt schlecht, dann gehört mit dem geredet; oder ich bin in der falschen Schule, dann gehört das geregelt.

Ein anderes Beispiel, einfach aber doch komplex: ich – rede jetzt eindeutig von mir – zerstöre den Lieblingsporzellanhund meiner Schwester, weil ich mich über sie ärgere. Strafe? Nein. Wiedergutmachung ja, also neuen Fuchs gekauft, Fuchs reparieren etc. Aggressionstraining, vielleicht. Aber Hausarrest oder gar Schläge, Liebesentzug etc. sicher nicht. Natürlich – das ist das komplexe – ist der Verzicht auf Taschengeld, wegen Ankaufs eines neuen Fuchses, Zeitverlust, wegen Dauer der Reparaturarbeiten, auch eine Strafe, aber wie ich meine, eine vernünftige, weil auf den Ausgleich der Tat gerichtete.

„Du hast bis 10 Uhr Ausgang“ klingt ja schon schlimm, ich komme um 11 Uhr. Daher hast du das nächste Mal nur bis 9 Uhr Ausgang. Ich komme um 11 Uhr. Jetzt hast du Hausarrest. Ich verwahrlose sozial, meine Kontakte reißen ab, die katholische Kirche hat einen Eremiten mehr. Lerne ich dadurch Pünktlichkeit?

Ja, aber, werden viele sagen. Wenn das Maß der Strafe so unangenehm ist, dass sie in keinem Verhältnis mehr steht zum Unfang des Vergehens, dann wird es sich mein Kind doch überlegen. Kommt mir so vor, als ob Sexualattentäter weniger Attentate begehen, wenn ihre Strafe härter wird. Mörder weniger morden, weil die Todesstrafe winkt. Ist alttestamentarische Rache: in Texas ist die Zahl der Morde trotz Höchstzahl an Todesstrafen nicht zurückgegangen. Also kann die höchste Weisheit nicht sein, wegen einer Viertelstunde Verspätung drei Jahre Hausarrest geben.

Probieren wir es anders. Loben wir unsere Kinder. Für alles, was sie tun und alles, was sie erreichen. Spornen wir sie an. Und wenn sie doch etwas anstellen? Versuchen wir, Ihnen zu zeigen, wie das für uns ist. Ich erinnere mich, als Belohnung für eine bestimmte Leistung einen Kinobesuch von meinem Vater versprochen bekommen zu haben. Das schulische schaffte ich gerade noch, mein Zeitgefühl verbesserte sich nicht. Den Kinobesuch gab es trotzdem, am letztmöglichen Tag, und wir fuhren so weg, dass wir nie und nimmer pünktlich sein konnten. Werbung war weg, Vorfilm war weg. Einstiegsdialog war weg. Ich sah den Rest. Und begriff ein wenig, was Unpünktlichkeit bedeutet.

Körperliche Strafe niemals. Da gibt es keine Ausreden. Seelische auch nicht. Kein Liebesentzug, keine Zärtlichkeit weniger. Reeden ja, Wiedergutmachen ja. Helfen ja. Verstehen ja.

Und das wichtigste Vorbild sein. Nichts verlangen, was wir als Eltern nicht auch bereit sind zu geben, Fantasie beweisen. Einfach gute Eltern sein.

22 Bewertungen