Bewerbungstipps Testbericht

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Erfahrungsbericht von Sonnenblümchen

Assesment-Day: irgendwann erwischt es jeden mal

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Irgenwann hat es auch mich selber mal erwischt: Vor einem halben Jahr hab ich mich an einer privaten Uni für den etwas ausgefallenen Studiengang Tourismus-Betriebswirtschaft beworben. Keine stinknormale Uni oder ZVS-Bewerbung, sondern eine richtig Schöne mit liebevoll zusammengestelltem Lebenslauf, einem \"pfiffigem\" Bewerbungsanschreiben und dem obligatorischen Fragebogen-Ausfüllen zu meiner Person. Eigentlich dachte ich mir, müssen die mich doch jetzt auf jeden Fall nehmen. Nachdem ich mir stapelweise Bücher über Bewerbungsschreiben ausgeliehen, durchgelesen und dann letzten Endes auch noch ein ganz tolles Bewerbungsschreiben verfasst hatte. Aber nein, dass reicht heutzutage anscheinend nicht mehr. Etwas noch Besseres, ein noch ausgekügelteres Verfahren, noch mehr Hürden für (wie hatten die Autoren es noch in den zahlreichen Büchern genannt?:) meine \"erfolgreiche Bewerbung\" mußten her: der Assesment-Day.
Nachdem also ein Einladungsschreiben zu einem solchen Tag ins Haus getrudelt kam, fragte ich mich natürlich als allererstes mal, was zum Teufel das jetzt schon wieder sein könnte.
Und was macht der Schlaue Mensch, der sich in der örtlichen Stadtbücherei und auf den roten Sitzmöbeln der Mayerschen Buchhandlung inzwischen schon richtig heimisch fühlt (dank der Bewerbungsschreiben-Bücher...)? Richtig, er verbringt wieder Stunden um Stunden an diesen zwei wunderbaren Orten - diesesmal aber mit der Fragestellung: Was ist ein Assesment-Day?

Um dieser für mich damals mehr als spannenden Frage jetzt endlich auf den Grund zu gehn, hier eine kurze Zusammenfassung aus sämtlichen Büchern, die sich eingehend mit diesem Thema beschäftigen.
Die wörtliche Übersetzung für Assesment-Day lautet \"Beurteilungs- oder auch Einschätzungs-Tag\". Im Grunde genommen ist dieser Tag eine Veranstaltung, bei der mehrere Bewerber in verschieden Tests und schwierig zu meisternden Situationen von mehreren Beobachtern auf ihre Leistungsfähigkeit, ihr Können und ihre Persönlichkeit untersucht werden. Die Beobachter halten dabei alles schriftlich fest, um am Ende einen Gesamteindruck festellen zu können. Dieser Gesamteindruck soll dann das auschlaggebende Ergebnis darstellen.

Um jetzt einen genaueren Einblick in einen solchen AC zu bekommen, werde ich erstmal zusammenfassend beschreiben, was ich gelesen (nicht was ich erlebt) habe.
Ein Assesment KANN aus diesen Bereichen bestehen (wohl bemerkt, er KANN aber muss natürlich nicht daraus bestehn...):

Interviews
Einzel- oder Gruppenvorstellungen
Steckbrief
Gruppendiskussionen
Rollenspiele
kurze Vorträge zu bestimmten Themen
Referate und Präsentationen

und ein Bereich, der häufig gar nicht erwähnt wird, weil er anscheinend für selbstverständlich gehalten wird, aber dennoch einen großen Teil der Beurteilung ausmacht:

Intelligenztest
Leistungstest
Persönlichkeitstest
Psychotest
Konzentrationstest
Sprachtest

Für mich war gerade dieser Bereich der Entscheidende, da ich von meinem Wissen im Bereich der Allgemeinbildung überhaupt nicht überzeugt war. Was ich also jedem raten würde ist folgendes:

1. Kümmere dich um deine Allgemeinbildung. Lies das aktuelle Tagesgeschehen in der Zeitung, halt dich auf dem Laufenden im wirtschaft-politischen Bereich und kauf dir gute Bücher zur Allgemeinbildung. Im AC können durchaus Fragen dran kommen wie: Wer ist der aktuelle Außenminister? Wie heißt der erste Bundeskanzler? Welcher Kanzler gewann einen Nobelpreis? usw. Darauf muß man vorbereitet sein. Liess also Zeitung oder informier dich z.B. bei wissen.de, red mit Eltern oder Verwandten, die sich im politischen Geschehen auskennen. (\"Es gibt einfach Dinge, die muß man einfach wissen\", wurde mir vorgehalten, als ich eine diese Fragen nicht sofort beantworten konnte.)

Zwei Bücher, die mir dabei am meisten geholfen haben, sind:
\"Das grosse Testtraining der Allgemeinbildung - So erweitern Sie Ihr Wissen\" von Hesse/Schrader aus dem Eichborn-Verlag
und
\"Bildung - Alles, was man wissen muss\" von Dietrich Schwanitz.

Das erste Buch hab ich quasi auswendig gelernt. Es ist unterteilt in 23 verschiedene Themengebiete (Geschichte, Biologie, Erfindungen, berühmte Persönlichkeiten, Literatur usw.) mit jeweils 100 bis 150 Fragen und Antworten. Auf Karteikärtchen \"gehauen\" und ganz stupide auswendig gelernt. Im Nachhinein bin aber stolz über mein \"neues Wissen\": Wer schrieb Homo Faber? Wann fand die Oktoberrevolution statt? usw.---Dinge, die ich nie mehr vergessen werde...
Das zweite Buch von Schwanitz sollte man eigentlich kennen, wer es nicht kennt, dem fehlt ein Stückchen Allgemeinbildung---einfach mal lesen.

2. Besorg Dir irgendwoher Intelligenztests. Vielleicht kennt irgendjemand einen Arzt oder Psychologen, der dir einen Intelligenztest zur Verfügung stellt. Einfach nur, um schon mal zu wissen, was darin vorkommen könnte und um so einen Test vorher schon einmal gemacht zu haben. Es ist immer besser so etwas schon einmal ohne Zeitdruck gemacht zu haben. Die am häufigsten gebrauchten Tets sind der IST 2000 und der Harwig Test. Eine andere Möglichkeit ist es so etwas online zu machen, es gibt verschiedene Seiten, die solche Tests mit Auswertung anbieten.

3. Außer diesen Vorübungen kann man ansonsten nur noch sein Glück versuchen und eine wichtige Sache nicht vergessen: EHRLICH WÄHRT AM LÄNGSTEN! Heißt in den persönlichen Interviews einfach du selbst sein, sich am Betsen gar nicht auf irgendwelche Provokationen einlassen, die dich nur aus dem Gleichgewicht bringen sollen. Ehrlich zugeben, wenn man etwas nicht weiß oder kann. Möglichst schnell sagen, damit die Prüfer sich erst gar nicht lange an deinen Schwächen aufhalten und sie ausgiebig notieren.Sehr weichtig ist auch, dass man sich vorher eingehende Gedanken über sein Berufs- oder Studienziel macht, damit man in der Befragung nicht unorientiert und uninformiert oder sogar ziellos erscheint. Also: vorher alles mal aufschreiben, warum man etwas erreichen will. Die Prüfer werden auch nach Schwächen fragen. Diese ehrliche zugeben, aber durch mindestens zwei positive Seiten/Merkmale wieder gut machen.


Ganz zum Schluss kann ich nur sagen: Es ist zu schaffen---ich habs auch geschafft, obwohl ich einen Tag vorher überhaupt gar keine Lust mehr hatte, überhaupt am AC mitzumachen!!! Es ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert.
Ein Bekannter hat sogar inzwischen schon an mehr als 10 AC\'s teilgenommen-einfach nur um zu üben....auch ein Möglichkeit.
Wenn Ihr sonst noch fragen habt, schreibt mir!

Gruß Sonnenblume

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