Bewerbungstipps Testbericht
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Erfahrungsbericht von Sweetdyke
Jeder sei davor gewarnt!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Jeder hat sie mal – die Phase, in der man nicht weiß, was mit seinem Leben anzufangen. So sackten meine Noten ab und ich ging genauso wenig gern in die Schule, wie ich meinen Finger in eine Steckdose gesteckt hätte! So empfahl/drängte mir/mich meine gesamte Familie doch eine Ausbildung zu beginnen. Gesagt, getan.
Ich sah dies als ein Ausweg aus der Misere und begann fleißig Bewerbungen zu schreiben und zog das Berufsinformationszentrum mehrmals zu Rate. Mal abgesehen von den langen Wartezeiten kann man, meiner Meinung nach, das gesamte Institut auch ohne Menschen steuern. Die Mitarbeiter scheinen deine Probleme nicht sehr ernst zu nehmen, was natürlich auch an der Vielzahl der Hilfesuchenden liegen mag. Jedoch ist dies kein richtiger Grund, denn ohne diese „netten“ Damen und Herren und deren „Hilfe“ ist es oft sehr schwer die richtigen Adressen zu finden, bzw. überhaupt welche zu finden, da dich die Computer ( zuständig für die Schnellsuche einiger Adressen) bei den meisten Ausbildungsbetrieben ein vorangegangenes Gespräch mit einem Berater verlangen, bevor man die erwünschte Adresse bekommt. Quält man sich nun zur Anmeldung, wird man zum zigsten Mal nach Schulnoten und Adresse gefragt und zweifelt doch langsam am Systems des BIZ, weil doch klar sein müsste, dass man innerhalb von zwei Tagen keine anderen Noten haben, bzw. umgezogen sein, kann. Nun gut, zwei Stunden später darf man dann doch seinen kaffeetrinkenden, mit den Sekretärinnen rumalbernden Berater sehen, um dann dasselbe wie von der Sekretärin befragt zu werden (Noten, Adresse) und dann endlich zwei Adressen zu bekommen. Es versteht sich von selbst, dass man vorher noch blöd angemacht wird, was sich die Jugend heut so denkt, mit den Noten und der Moral eine Lehre zu wollen. Egal ob man nun gute oder schlechte Noten hat, freundlich oder das anscheinend typisch schlechte Bild eines Jugendlichen heute ist. Man bekommt seine Predigt und kann sich nun hoch motiviert an die Arbeit machen und seine Bewerbungen schreiben.
Mein Berater, zum Beispiel, gab mir bei meinem zweiten Besuch dann doch mal fünf Adressen, bei denen ich mich bewerben konnte *freu*! So versuchte ich mein Glück und wurde auch prompt zwei Tage später von einer Arzthelferin angerufen, deren Chefin von meiner Bewerbung begeistert war. Sie lud mich zu einem ersten Vorstellungsgespräch ein.
Es handelte sich hierbei um eine Praxisgemeinschaft. Hierbei teilen sich die Ärzte zwar die Praxisräume, sowie die Angestellten, jeder zahlt jedoch seine eigenen Kosten, nichts wird, wie bei einer Gemeinschaftspraxis, geteilt.
Die Schwester empfing mich sehr freundlich und bat mich noch einen Moment im Wartezimmer Platz zu nehmen, wo ich mit einer anderen Bewerberin Erfahrungen austauschte – so ganz unter „Schwestern“ mit dem selben Leidensweg übers BIZ. Nach einer halben Stunde kam ich nun an die Reihe, seltsam ruhig für mein erstes Bewerbungsgespräch, was ich allerdings nur als Vorteil für mich sah. So begann nun das Frage-und-Antwort-Spiel, aus dem ich unbedingt als Sieger hervorgehen wollte, denn (mal ganz unter uns) die Ärztin war kalt, wie eine Hundeschnauze!
Zwei Tage später sollte ich jedoch erfahren, dass ich großen Eindruck hinterlassen hatte und mich nun auch der Arzt kennen lernen wollte. Ich begab mich also wieder in die Praxis, diesmal jedoch mit großem Herzklopfen, weil mir doch endlich der Ernst der Lage bewusst wurde und ich erkannte, dass dies wohl meine letzte Chance war eine Lehre zu bekommen, da ich sonst nur Absagen einkassiert hatte. Der Arzt machte mit seinem Humor die ungemütliche Laune der Ärztin bei weitem wieder wett und ich ahnte, dass es eine Freude wäre mit ihm zu arbeiten!
Ich erhielt die Ausbildung, doch begannen jetzt erst die Rennereien. Zum Gesundheitsamt, weil ich noch minderjährig war, dann zu verschiedenen anderen Ärzten. Zur Ärztekammer, obwohl ich das gar nicht musste, wie sich dann herausstellte und schließlich zu Berufsschule, um mich dort anzumelden. Ich erfuhr im Nachhinein von der Ärztekammer, dass die beiden letzten Dinge nicht in meinen Aufgabenbereich fielen, sondern mein zukünftiger Chef das für mich hätte erledigen müssen..
Am 3.9.01 war dann mein erster Arbeitstag – Spätschicht! Natürlich konnte ich nicht viel tun, da ich ja erst lernen sollte, wie man was mit wem zu tun hatte. Aber schon nach drei Tagen wurde ich mit den schwierigsten Aufgaben betraut, welche ein Azubi nicht ohne Aufsicht erledigen durfte, was allerdings niemand zu kümmern schien. So durfte ich die Labordaten der Patienten in den Computer einlesen, ohne vorher genaue Anweisungen erhalten zu haben. Obwohl ich eine sehr schnelle Auffassungsgabe habe, war dies beim ersten Versuch nicht ohne einen kleinen Fehler zu bewältigen, wofür es von der ausbildenden Schwester erst mal eins auf den Hinterkopf gab! Einmal bat sie mich um Hilfe an der Rezeption. Ich hatte eine Hand in der Hosentasche. Diese wurde sofort herausgezerrt und vor den Patienten einmal kräftig draufgehauen.
Mal abgesehen von der „Schlägerbraut“, die ihre gierigen Finger immer nach mir ausstreckte, merkte ich schnell, dass die Arbeit als Arzthelferin mich nicht sehr befriedigen wird. Ich wollte immer in den medizinischen Bereich, um Menschen helfen zu können, was ich seit eh und je gern getan habe, aber mein Aufgabenbereich war einfach winzig und häufig langweilte ich mich. Natürlich kann man sich nach ein paar Wochen noch kein großes Urteil erlauben, doch von meiner Kollegin (Azubi im dritten Lehrjahr) und der Schule erfuhr ich, dass nicht mehr wirklich viel dazukäme. „Die Grundkenntnisse werden nur noch vertieft“, oder: „Sei doch zufrieden mit dem, was du tust“, waren die Antworten auf meine Verständnislosigkeit.
Tatsächlich ist es war, dass die Arzthelferinnen, außer zur Mittagspause, kaum etwas mit den Ärzten zu tun haben. Wenn sie denn eine Mittagspause haben. Ich durfte nämlich volle neun Stunden ohne Pause durcharbeiten, was gesetzwidrig ist, da ich damals noch minderjährig war. Außerdem gehören Impfungen, sowie Blutentnahmen auch nicht mehr zum Aufgabenfeld einer Arzthelferin. Man hat Glück, wenn es der Arzt einem beibringt, von den ausbildenden Schwester darf man es jedenfalls nicht lernen und wenn der Chef keine Lust hat, hat er eben keine Lust!
Langsam spitzte sich nun auch noch das Arbeitsklima zu, in dem ich nicht mehr nur geschlagen wurde, sondern auch stark unter Druck gestellt wurde und mir immer wieder gedroht wurde. Da kein Gespräch gegen die täglichen Stichelein mehr half, suchte ich meinen Schulleiter auf, der erschrocken über die Zustände in meiner Praxis war und mir als einzige Lösung, da ich trotz „Hilfe“ der Arztkammer und meiner Familie keinen anderen Ausbildungsplatz fand, wieder die Schule zu besuchen anbieten konnte. Hierbei handelt es sich um eine Berufsfachschule, die man ein Jahr besucht und auf die Lehrausbildung vorbereitet wird. Er kümmerte sich rührend um mich(musste hier einfach mal gesagt werden!). Am nächsten Tag konnte ich endlich kündigen. Natürlich wiesen die Ärzte, vor allem die nette Schwester, alle Anschuldigungen von sich, aber das war mir jetzt, wo ich einen sicheren Platz hatte, egal.
Von dem Schrecken habe ich mich nun endgültig erholt, jedoch weiß ich jetzt eines: beim nächsten Vorstellungsgespräch werde nicht nur ich mich prüfen lassen, sondern prüfe auch selbst, was allen anderen auch geraten sei, damit nicht noch jemand so schlechte Erfahrungen machen muss.
P.S: Nicht empfehlenswert, weil natürlich niemand so einer Lehre ausgeliefert werden sollte.
Und meine Sternbewertung bezieht sich auf auf die Erfahrung mit dem BIZ und dem Ausbildungsbetrieb.
Ich sah dies als ein Ausweg aus der Misere und begann fleißig Bewerbungen zu schreiben und zog das Berufsinformationszentrum mehrmals zu Rate. Mal abgesehen von den langen Wartezeiten kann man, meiner Meinung nach, das gesamte Institut auch ohne Menschen steuern. Die Mitarbeiter scheinen deine Probleme nicht sehr ernst zu nehmen, was natürlich auch an der Vielzahl der Hilfesuchenden liegen mag. Jedoch ist dies kein richtiger Grund, denn ohne diese „netten“ Damen und Herren und deren „Hilfe“ ist es oft sehr schwer die richtigen Adressen zu finden, bzw. überhaupt welche zu finden, da dich die Computer ( zuständig für die Schnellsuche einiger Adressen) bei den meisten Ausbildungsbetrieben ein vorangegangenes Gespräch mit einem Berater verlangen, bevor man die erwünschte Adresse bekommt. Quält man sich nun zur Anmeldung, wird man zum zigsten Mal nach Schulnoten und Adresse gefragt und zweifelt doch langsam am Systems des BIZ, weil doch klar sein müsste, dass man innerhalb von zwei Tagen keine anderen Noten haben, bzw. umgezogen sein, kann. Nun gut, zwei Stunden später darf man dann doch seinen kaffeetrinkenden, mit den Sekretärinnen rumalbernden Berater sehen, um dann dasselbe wie von der Sekretärin befragt zu werden (Noten, Adresse) und dann endlich zwei Adressen zu bekommen. Es versteht sich von selbst, dass man vorher noch blöd angemacht wird, was sich die Jugend heut so denkt, mit den Noten und der Moral eine Lehre zu wollen. Egal ob man nun gute oder schlechte Noten hat, freundlich oder das anscheinend typisch schlechte Bild eines Jugendlichen heute ist. Man bekommt seine Predigt und kann sich nun hoch motiviert an die Arbeit machen und seine Bewerbungen schreiben.
Mein Berater, zum Beispiel, gab mir bei meinem zweiten Besuch dann doch mal fünf Adressen, bei denen ich mich bewerben konnte *freu*! So versuchte ich mein Glück und wurde auch prompt zwei Tage später von einer Arzthelferin angerufen, deren Chefin von meiner Bewerbung begeistert war. Sie lud mich zu einem ersten Vorstellungsgespräch ein.
Es handelte sich hierbei um eine Praxisgemeinschaft. Hierbei teilen sich die Ärzte zwar die Praxisräume, sowie die Angestellten, jeder zahlt jedoch seine eigenen Kosten, nichts wird, wie bei einer Gemeinschaftspraxis, geteilt.
Die Schwester empfing mich sehr freundlich und bat mich noch einen Moment im Wartezimmer Platz zu nehmen, wo ich mit einer anderen Bewerberin Erfahrungen austauschte – so ganz unter „Schwestern“ mit dem selben Leidensweg übers BIZ. Nach einer halben Stunde kam ich nun an die Reihe, seltsam ruhig für mein erstes Bewerbungsgespräch, was ich allerdings nur als Vorteil für mich sah. So begann nun das Frage-und-Antwort-Spiel, aus dem ich unbedingt als Sieger hervorgehen wollte, denn (mal ganz unter uns) die Ärztin war kalt, wie eine Hundeschnauze!
Zwei Tage später sollte ich jedoch erfahren, dass ich großen Eindruck hinterlassen hatte und mich nun auch der Arzt kennen lernen wollte. Ich begab mich also wieder in die Praxis, diesmal jedoch mit großem Herzklopfen, weil mir doch endlich der Ernst der Lage bewusst wurde und ich erkannte, dass dies wohl meine letzte Chance war eine Lehre zu bekommen, da ich sonst nur Absagen einkassiert hatte. Der Arzt machte mit seinem Humor die ungemütliche Laune der Ärztin bei weitem wieder wett und ich ahnte, dass es eine Freude wäre mit ihm zu arbeiten!
Ich erhielt die Ausbildung, doch begannen jetzt erst die Rennereien. Zum Gesundheitsamt, weil ich noch minderjährig war, dann zu verschiedenen anderen Ärzten. Zur Ärztekammer, obwohl ich das gar nicht musste, wie sich dann herausstellte und schließlich zu Berufsschule, um mich dort anzumelden. Ich erfuhr im Nachhinein von der Ärztekammer, dass die beiden letzten Dinge nicht in meinen Aufgabenbereich fielen, sondern mein zukünftiger Chef das für mich hätte erledigen müssen..
Am 3.9.01 war dann mein erster Arbeitstag – Spätschicht! Natürlich konnte ich nicht viel tun, da ich ja erst lernen sollte, wie man was mit wem zu tun hatte. Aber schon nach drei Tagen wurde ich mit den schwierigsten Aufgaben betraut, welche ein Azubi nicht ohne Aufsicht erledigen durfte, was allerdings niemand zu kümmern schien. So durfte ich die Labordaten der Patienten in den Computer einlesen, ohne vorher genaue Anweisungen erhalten zu haben. Obwohl ich eine sehr schnelle Auffassungsgabe habe, war dies beim ersten Versuch nicht ohne einen kleinen Fehler zu bewältigen, wofür es von der ausbildenden Schwester erst mal eins auf den Hinterkopf gab! Einmal bat sie mich um Hilfe an der Rezeption. Ich hatte eine Hand in der Hosentasche. Diese wurde sofort herausgezerrt und vor den Patienten einmal kräftig draufgehauen.
Mal abgesehen von der „Schlägerbraut“, die ihre gierigen Finger immer nach mir ausstreckte, merkte ich schnell, dass die Arbeit als Arzthelferin mich nicht sehr befriedigen wird. Ich wollte immer in den medizinischen Bereich, um Menschen helfen zu können, was ich seit eh und je gern getan habe, aber mein Aufgabenbereich war einfach winzig und häufig langweilte ich mich. Natürlich kann man sich nach ein paar Wochen noch kein großes Urteil erlauben, doch von meiner Kollegin (Azubi im dritten Lehrjahr) und der Schule erfuhr ich, dass nicht mehr wirklich viel dazukäme. „Die Grundkenntnisse werden nur noch vertieft“, oder: „Sei doch zufrieden mit dem, was du tust“, waren die Antworten auf meine Verständnislosigkeit.
Tatsächlich ist es war, dass die Arzthelferinnen, außer zur Mittagspause, kaum etwas mit den Ärzten zu tun haben. Wenn sie denn eine Mittagspause haben. Ich durfte nämlich volle neun Stunden ohne Pause durcharbeiten, was gesetzwidrig ist, da ich damals noch minderjährig war. Außerdem gehören Impfungen, sowie Blutentnahmen auch nicht mehr zum Aufgabenfeld einer Arzthelferin. Man hat Glück, wenn es der Arzt einem beibringt, von den ausbildenden Schwester darf man es jedenfalls nicht lernen und wenn der Chef keine Lust hat, hat er eben keine Lust!
Langsam spitzte sich nun auch noch das Arbeitsklima zu, in dem ich nicht mehr nur geschlagen wurde, sondern auch stark unter Druck gestellt wurde und mir immer wieder gedroht wurde. Da kein Gespräch gegen die täglichen Stichelein mehr half, suchte ich meinen Schulleiter auf, der erschrocken über die Zustände in meiner Praxis war und mir als einzige Lösung, da ich trotz „Hilfe“ der Arztkammer und meiner Familie keinen anderen Ausbildungsplatz fand, wieder die Schule zu besuchen anbieten konnte. Hierbei handelt es sich um eine Berufsfachschule, die man ein Jahr besucht und auf die Lehrausbildung vorbereitet wird. Er kümmerte sich rührend um mich(musste hier einfach mal gesagt werden!). Am nächsten Tag konnte ich endlich kündigen. Natürlich wiesen die Ärzte, vor allem die nette Schwester, alle Anschuldigungen von sich, aber das war mir jetzt, wo ich einen sicheren Platz hatte, egal.
Von dem Schrecken habe ich mich nun endgültig erholt, jedoch weiß ich jetzt eines: beim nächsten Vorstellungsgespräch werde nicht nur ich mich prüfen lassen, sondern prüfe auch selbst, was allen anderen auch geraten sei, damit nicht noch jemand so schlechte Erfahrungen machen muss.
P.S: Nicht empfehlenswert, weil natürlich niemand so einer Lehre ausgeliefert werden sollte.
Und meine Sternbewertung bezieht sich auf auf die Erfahrung mit dem BIZ und dem Ausbildungsbetrieb.
19 Bewertungen, 1 Kommentar
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14.05.2002, 01:04 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreichDas sn bezieht sich auf den ausführlichen Bericht, wobei das was Du erlebt hast zwar sicher kein Einzelfall, aber trotzdem nicht allgemein gültig ist.
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