Bild am Sonntag Testbericht

Bild-am-sonntag
ab 22,22
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Summe aller Bewertungen
  • Informationsgehalt:  gut
  • Qualität der Artikel & Reportagen:  gut
  • Qualität der Bilder und Fotos:  gut
  • Unterhaltungswert:  gut

Erfahrungsbericht von InNomineLuce

BamS - Blöd am Sonntag?

1
  • Informationsgehalt:  schlecht
  • Qualität der Artikel & Reportagen:  schlecht
  • Qualität der Bilder und Fotos:  gut
  • Unterhaltungswert:  schlecht
  • Zielgruppe:  Alle

Pro:

Sportteil, TV - Programm, umfangreich . . .

Kontra:

. . . jedoch vollgepackt mit unwichtigen Berichten

Empfehlung:

Nein

Hallo Leser!

In meinem ersten Bericht beschäftige ich mich mit „Deutschlands schnellstem Magazin“, der „Bild am Sonntag“, oder kurz: „BamS“.

Ich habe meinen Bericht in folgende Teilbereiche gegliedert:


I. Allgemeines
II. Design
III. Inhalt + Beispiel: „BamS, 3. Oktober
2004\"
IV. Fazit




///// ALLGEMEINES \\\\\\\\\\


Die „Bild am Sonntag“ gehört, wie beispielsweise auch die „Bild-Zeitung“, zum Axel-Springer Verlag. Sie erscheint an jedem Sonntag (sagt ja der Name schon), kostet 1,30€ und ist Deutschlandweit und in einigen Urlaubsregionen an jedem Kiosk zu erwerben. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sie zu abonnieren. Dann bekommt der Abonnent sie jeden Sonntag in den Briefkasten geworfen und erhält einmalig eine „sensationelle“ Prämie. Ich bin der Auffassung, dass 1,30€ für eine wöchentliche Zeitung, die ca. 100 Seiten umfasst, nicht zu viel verlangt ist.
Chefredakteur ist zurzeit Claus Strunz, der einen Leserbrief pro Ausgabe persönlich beantwortet und auch das Sat 1 Magazin „Was erlauben Strunz“ moderiert.



///// DESIGN \\\\\\\\\\


Die „Bild am Sonntag“ ist ca. 100 Seiten stark und im DIN A3 Format. Allerdings ist das nicht so viel, wie man es sich vielleicht vorstellt, weil die Überschriften der Artikel und die Bilder 1/3-2/3 der gesamten Seite einnehmen. Hinzu kommt noch, dass bei jedem Artikel eine ziemlich große Schriftgröße gewählt wird. Zudem ist die Zeitung mit Anzeigen voll gepackt.
Die Titelseite ist folgendermaßen aufgebaut: Im linken, oberen Bereich der Seite befindet sich das Logo, eine rote Fläche, auf der „Bild am Sonntag“ geschrieben steht. ¼ der Seite nimmt eine „Top-Meldung“ aus dem Bereich Sport ein, der restliche freie Teil wird für weitere Meldungen genutzt, z.B. „Boris & Babs gehen wieder zusammen aus“ mit verweis auf die entsprechende Seite im inneren, „Seite 30“.
Für die Gestaltung der Überschriften werden viele Farben verwendet, hauptsächlich rot, was ich persönlich als störend empfinde. Meiner Meinung nach wirkt es unseriös, wenn wichtige politische Themen mit einer großen Vielfalt an Farben verunstaltet werden.
Auf der ersten Seite befindet sich immer das Inhaltsverzeichnis, auf welches ich später eingehen werde. In jeder „BamS“ befindet sich auch ein „praktischer Ratgeber“, sowie eine Ausgabe der „VIVA BamS“, eine Art Jugendmagazin über Musik und aktuelle Kinofilme (8 Seiten).



///// INHALT \\\\\\\\\\


Dem Inhaltsverzeichnis sind folgende Rubriken zu entnehmen:

Aktuelles – Umfasst Politik, Wirtschaft, aktuelle Nachrichten
Leute – Interviews und Society News
Leben/Wissen – Allgemeines, mehr kann ich dieser Rubrik leider nicht entnehmen
Service – Gesundheitstipps, aber auch das Internet betreffend, z.B. „Ebay“
Sportteil – Fußball, Basketball, Boxen, Formel 1…

Immer vorhanden sind:
- Horoskop
- Rätsel und Witze
- Leserforum
- Reise
- Impressum
- Auto
- Wetter

Ich möchte nun anhand dieser Ausgabe vom 3.10.2004 einige Rubriken vorstellen:

Auf der Titelseite nimmt eine Meldung die Hälfte der Seite ein. Daher sollte man ja davon ausgehen, dass es sich um ein wirklich wichtiges Thema handelt, welches viel Beachtung verdient und die Allgemeinheit betrifft. Und tatsächlich. Die Topmeldung lautet:
„Gottschalk will Schloss am Rhein“. Wie bitte? Ja, genau, die wohl wichtigste Meldung ist, dass Thomas Gottschalk, der bekannte und beliebte „Wetten Dass“ Moderator, wieder in Deutschland wohnen möchte. Dafür werden auch im Mittelteil 2, in Worten zwei, Seiten verwendet (verschwendet?). Ich habe nichts gegen Thomas Gottschalk, im Gegenteil, aber ist das wirklich so wichtig und interessant? Ich denke nicht.

Oberhalb der Titelseite wird ein Vergleich zwischen Ost- und Westdeutschland 14 Jahre nach dem Mauerfall angekündigt. Vier Sonderseiten. Ich schlage die erwähnten Seiten mal auf, um davon zu berichten: Zweimal lese ich in riesigen Buchstaben folgende Frage geschrieben: „SIND WIR EIN VOLK?“. Dazu finde ich Tabellen, in denen der Osten mit dem Westen verglichen wird. Darunter befinden sich Vergleiche wie z.B. die Arbeitslosenquote. Macht ja Sinn. Aber was denken die Redakteure, die vergleichen, ob im Osten oder im Westen länger der Fernseher läuft? Was hat man bitte von diesem Vergleich? Oder ist es wirklich von Bedeutung, dass Frauen aus dem Westen 0,5 Jahre länger leben?

Ich habe nun zwei Beispiele genannt, die zeigen sollen, dass dieses Magazin mit einer Zeitung nur wenig gemein hat. Ich denke, dass es nicht mehr nötig ist, „den Jungen mit den zwei Gesichtern“ zu erwähnen. Oder das der Bruder des Kanzlers ein Buch über denselben schreiben werde.



Gut, in Ordnung, man könne jetzt sagen: Ist ja nicht so schlimm. Mag sein, aber dass sämtliche Zeitschriften des Axel Springer Verlages, also auch die „BamS“ einfach so beschließen, zu alten Rechtschreibung zurückzukehren, halte ich schon für problematisch. Eine Zeitung ist etwas, wonach sich die Leser richten, sie hat also eine gewisse Vorbildfunktion. Dass z.B. „muss“ in dieser Zeitung wieder „muß“ heißt, ist für mich völlig unverständlich. Es kann doch nicht sein, dass jeder in Deutschland schreiben darf, wie er will! Und dann mit dieser dämlichen Begründung: „Die Rechtschreibreform ist eine Schlechtschreibreform“. Aber macht es denn Sinn, „dass“ wieder mit „ß“ zu schreiben? Nein! Die Regel lautet nämlich: nach kurzem Vokal „ss“. Also, was ist daran schlecht? Das ist nur ein Beispiel.

Nun äußere ich mich noch kurz zum Sportteil:
Der Sportteil ist gelungen. Zu jedem Bundesligaspiel erfährt der Leser viele Informationen. Gelungene Analysen und aussagekräftige Tabellen sind auch vorhanden. Aber auch andere Sportarten, wie z.B. Boxen und Formel 1 werden berücksichtigt. Wirklich informativ.



///// FAZIT \\\\\\\\\\


Ich komme nun zum Ende meines Berichts. Ich möchte nicht unsachlich werden, aber mir bleibt kaum eine andere Wahl: Diese Zeitung ist keine Zeitung, sondern die größte Lächerlichkeit, die mir spontan einfällt. Sie enthält genau genommen keinerlei Informationen und verwirrt den Leser mit der alten Rechtschreibung. Zudem noch immer diese Unsachlichkeiten wie „Schlechtschreibreform“. Soll das lustig sein? Also, ich persönlich habe schon mal mehr gelacht. Das ist, wenn überhaupt, unfreiwillig komisch.
Aber nicht einmal der Sportteil rettet dieses Blatt vor dem totalen Absturz.

Bereits veröffentlicht bei:

Ciao, 3. Oktober 2004
Dooyoo, 1. April 2005

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