Billy Joel Testbericht

No-product-image
ab 14,75
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(6)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Dotab

Storm Front: It was always burning ..

Pro:

We didn't start the fire

Kontra:

leider nur 10 Songs

Empfehlung:

Ja

Nein, an mir verdient die Musikindustrie ganz sicher nicht, denn in meinem ganzen ( wenn auch relativ kurzem) Leben, habe ich mir erst 3 Alben gekauft: 3 Doors Down „The Better Life“, Texas „The Greatest Hits“ und Billy Joel „Storm Front“.

Eigentlich bin ich auch gar nicht so der CD-Typ. Wenn ich einen Song im Radio/Fernsehen höre, genieße ich ihn, und das war es dann auch.

Doch trotzdem gibt es einige Klassiker, welche absolut zeitlos sind. Geprägt wurde ich dadurch vor allem durch meinen Vater, der ein großer Fan von den 80ern (und älter) ist und so bin ich aufgewachsen mit Billy Idol, ZZ Top, Queen, Def Leppard, Falco und anderen.

Doch mein absoluter Lieblingssong war immer „We didn’t start the fire“. Zwar hatte ich keine Ahnung, von wem das Lied ist und um was es eigentlich geht, doch ich liebte diesen Song. Irgendwann fand ich dann heraus, dass der Interpret Billy Joel war. Und als ich dann das nächste Mal in einem CD-Megastore war, sah ich einfach mal nach, ob es denn ein Album dazu geben würde.

Und das gab es dann auch: es hieß Storm Front und erschien im Jahr 1989. Und da es nur 20 DM gekostet hatte, konnte ich es mir auch von meinem bescheidenen Taschengeld leisten.

Auf dem Album sind 10 Stücke (allerdings ohne Zeitangabe):
1. That’s not her style
2. We didn’t start the fire
3. The Downeaster “Alexa”
4. I go to extremes
5. Shameless
6. Storm front
7. Lenigrad
8. State of grace
9. When in Rome
10. And so it goes


That’s not her Style
Der Song erzählt die Geschichte „seiner Frau“, die sich angeblich merkwürdig Verhalten würde. Jedoch sind dies nur durch die Medien hochgepuschte Bunte-Geschichten, und der Sänger ist sich sicher, dass sie sich in Wirklichkeit nie so Verhalten würde.

„That’s not her style I can tell you Because I’m her man.”

Eine Mischung aus kräftig herben Piano-Akkorden und Schlagzeug begleitet Billy Joels Stimme, welche sehr laut ( für seine Verhältnisse) seine Meinung herausposaunt ( Refrain ist dabei lauter als die Strophen). Unterstützt wird er dabei von Keyboards, und Bässen, zum Ende hin übernimmt jedoch das Schlagzeug die musikalische Führung.

We didn’t Start the Fire
Ein absolut geniales Lied, ich liebe diesen Song. In ihm wird die Geschichte Amerikas ( aber auch der Welt) von Jahr 1949 (Joels Geburtsjahr) bis zum Jahr 1989 erzählt, wobei aber 1964-89 gerafft dargestellt werden. Wahrscheinlich erhält man nirgendwo anders einen so guten Überblick über Politik, Stars und Medien.

1949 : „Harry Truman, Doris Day, Red China, Johnnie Ray
South Pacific, Walter Mitchell, Joe DiMaggio”

Die Fakten und Daten werden einfach nur aufgezählt und jeder kann sich selber ein Urteil darüber bilden. Und nebenbei erhält man noch eine kleine Geschichtsstunde.

Der Song auf der CD wurde auf einem Live-Konzert aufgenommen, deshalb hört man noch das Ende vom letzten Lied und etwas Applaus, darauf folgt die Refrain-Melodie, gespielt mit Keyboard. Im Hintergrund hört man leichte Trommelwirbel, die das ganze Stück über andauern. Kurz darauf setzt ein Schlagzeug ein, dem der Gesang folgt. Die einzelnen Strophen werden wie in einer Art Rap einfach nur runter gesprochen, zwischen ihnen gibt es noch einen kurzen Keyboard-Refrain-Part. Der Refrain wird dagegen von einem Männer-Chor gesungen. Zum Schluss wird der Refrain noch mehrmals gesungen, u. a. auch durch einige Sängerinnen und Billy Joel persönlich, bis das Stück langsam ausklingt.

The Downeaster „Alexa“
Der Autor befindet sich auf einem Schiff namens Alexa und er erzählt davon, welche Probleme er hat, dass er Rechnungen bezahlen muss und er dafür aber erst einmal etwas fangen müsste.

„I’ve got bills to pay and children who need clothes“

Das Lied fängt gleich sehr depressiv an: Paukenschläge und Akkordion versetzen uns in eine Zeit, die bestimmt nicht leicht war. Die Stimme von Joel passt sich genau der Stimmung an. Zwischendurch gibt es einen Violinenpart, der irische Elemente enthält. Zwar wiederholen sich die einzelnen Melodien immer wieder, jedoch einen genauen Refrain gibt es nicht.

I go to Extremes
Man tut gerne dumme oder verrückte Ding, die eigene Stimmung ändert sich häufig, jedoch weiß man selber nicht genau, wieso.

„Call me a joker, call me a fool
(…)
Darling, I don’t know why I go to extremes”

Das Lied setzt mit einem Piano-Refrain ein, kurz darauf wird es unterstützt von monotonen Schlagzeugschlägen. Die Stimme von Joel wirkt ironisch, scherzhaft und etwas cool. Das ganze Lied soll wahrscheinlich als Scherz und dienen und das Leben einfach verschönern. Jedoch gibt es einige kurze Zwischenteile in denen die Stimme ernst wird und von den Gefahren dieser Leichtlebigkeit zeugt. Zum Abschluss übernimmt wieder ein Piano die Führung und klimpert passend zum Schlussgesang.

Shameless
Man ist schamlos, wenn man, wie der Autor, total verknallt ist, man würde alles für diese eine Person tun und sein ganzes geordnetes Leben aufgeben; und genau deswegen ist man eben „shameless“.

„Well I’m shameless when it comes to loving you
I’d do anything you want me to
I’d do anything at all”

Ein typischer Lovesong mit leiser Schlagzeug- und E-Gitarren-Begleitung. Zum Ende hin nimmt er aber immer mehr die Gestalt eines wahren Rock-Songs an ( Gitarren werden lauter), nach einer kurzen Besinnungsphase kommt es zum Rock-Höhepunkt.

Storm Front
Ein Segler befindet sich auf dem offenen Meer, obwohl er genau weiß, dass es eine Sturmwarnung gab. Er möchte die Naturgewalten genau erleben, doch er weiß, dass es sich eigentlich zu Hause befinden müsste.

„There’s a storm front coming (mood indigo)
(…)
but I should have known to stay tied up at home”

Ein relativ langsamer Song mit viel Schlagzeugeinsatz und Blechbläser/Saxophone im Hintergrund ( wirkt deshalb etwas nach Jazz). Eine sehr kräftige Stimme zeigt, dass es um ein ernstes und gefährliches Thema geht. Zwischendurch gibt es einen Sprechpart. Das Ende ist etwas durcheinander, die Instrument werden etwas verquer und abwechselt gespielt und den Schlussteil bildet ein Damenchor, der den Refrain singt.

Leningrad
Billy Joel vergleicht sein eigenes Leben mit dem von Victor, einem 5 Jahre älteren Freund aus Leningrad. Ihrer beider Leben war sehr hart und sie wurden wahre Freunde, da Clown Victor die Tochter von Joel zum Lachen bringen konnte.

„A Russian life was very sad
and such was life in Leningrad”

“We never knew what friends we had
Until we came to Leningrad”

Ein kräftiges, aber auch trauriges Piano leitet das Thema ein. Danach setzt die noch viel trauriger Stimme von Joel ein, ganz langsam und ernst klingt sie und wird von kurzen Schlagen begleitet. Es gibt keinen wirklichen Refrain, nur Melodiewiederholungen, das Lied wirkt wie ein Gesamtkunstwerk. Allerdings wird die letzte Strophe positiv ( in der er Victor kennen lernt) und der Song endet in einer glorreichen „alles-wird-gut-und-schön“ Stimmung

State of Grace
Hier trennt sich der Autor von seiner aktuellen Lebenspartnerin, die darauf in eine andere „Welt“ verschwindet, die so-called „State of Grace“. Es ist schmerzvoll, aber man kann leider nichts dran ändern, man sieht Sie nur langsam verschwinden.

„There, you go, slipping away into a state of grace”

Ein prunkvolles leichtes Piano-Geklimper geht nach der Einleitung in einen klassischen Rock-Song über. Wichtige Textzeilen werden mit einem kurzen Chor wiederholt. Zur Verstärkung des Sounds dient Schlagzeug und E-Gitarre. In einer Art Ruhepause setzt das Piano-Geklimper wieder ein, steigert sich langsam, nimmt wieder das Schlagzeug auf um dann wieder in den rockigen Teil überzugehen. Jedoch bleibt das Piano weiterhin im Hintergrund.

When in Rome
Die Welt ist allgemein grausam und man muss viel arbeiten um zu Leben. Doch wenn man zu Hause ist, soll man wieder „normal“ werden und nicht an die Arbeit denken, sondern sich ganz der Familie widmen. Man soll sich dem Lebensort anpassen und sich in der Umgebung ganz normal verhalten.

„But when in Rome, do as the Romans do“

Diesen Song finde ich einfach nur lustig, er könnte problemlos als Einleitung für eine amerikanische Sitcom herhalten. Ein lockerer Beat, verstärkt durch Schlagzeug, zieht sich durch das ganze Stück. An einigen Stellen, besonders auf einem Instrumental-Part, hört man ein jazz-artiges Saxophone. Einige Textstellen sind durch einen Chor verstärkt worden.

And so it Goes
In jedem Menschen gibt es eine Art Ort oder Platz (im spirituellen Sinn) in dem man allein ist und wo die Wunden verflossener Lieben geheilt werden. Nun tritt ein Sonderfall ein: man begegnet der einzigsten wahren großen Liebe und sie bekommt Eintritt in diesen Raum; und sie entscheidet jetzt selber, ob sie dieses offenliegende Herz nun brechen ( -> Trennung) wird oder es ganz lässt.

„In every heart there is a room
a sanctuary safe and strong
to heal the world from lovers past
until a new one comes along”

“And so it goes, and so it goes
And you’re the only one who knows”

Ein wunderschönes ruhiges, aber auch irgendwie trauriges Stück. Joel Stimme wird nur durch sein eigens Piano-Spiel begleitet, beides ergänzt sich optimal zueinander.
Dieses Stück gefällt mir neben „We didn’t start the fire“ am Besten. Es ist tiefromantisch und es wundert mich, dass ich es noch auf keiner Kuschelrock-CD zu finden war.



Billy Joel
Billy Joel wurde als William Martin Joel am 9. Mai 1949 in den Bronx/New York geboren. Sein Leben war arm, doch seine Familie kam über die Runden. Schon mit jungen Jahren wusste er, dass er Musiker werden wollte, und bis jetzt hat weit mehr als 10 Alben veröffentlicht. Bekannt ist er auch als Piano-Man, da eben das Klavier eine entscheidende Rolle in seiner Musik spielt.

Das Album Storm Front wurde 1989 bei Sony Music veröffentlicht und ihm folgte die Welttournee „Storm Front“. Der Song „We didn’t start the fire“ wurde mit Preisen nur so überschüttet.

Auf dem Cover sieht man eine rote Fahne aus der ein Stück herausgeschnitten wurde. Es soll wahrscheinlich verdeutlichen, dass man nicht auf Zeichen ( hier entfernte Sowjet-Zeichen) achten soll, sondern man muss auf seine Gefühle und eigene Erfahrungen achten ( Victor ist einer seiner besten Freunde).

Das Booklet enthält alle Songtexte sowie welche Instrumente von wem gespielt wurden, zudem noch den Mixer. Am Ende findet man Danksagungen, vor allem seiner Frau Christie, danach sind noch Dutzende andere Leute aufgezählt. Auffällig ist, dass der 1. Brian Adams ist ( weil er mit A anfängt), aber ich wusste zum Beispiel vorher nicht, dass die beiden sich kennen.

Ich kann diese CD für einen Fan des Genres wirklich nur empfehlen, das Album ist erstklassig und voller wunderbarer Lieder, auch wenn alle schon älter als 10 Jahre sind.

Ok, der Bericht ist etwas lang geworden, doch ich bin mir sicher, dass Billy Joel das Wert ist.