Biographien Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von buchfee

Eine deutsch-ägyptische Tragödie

Pro:

einvollsam geschriebenes Buch, wirklichkeitsnah und sehr realistisch geschrieben

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Am 21.Ferbruar 1988 erschießt der Ägypter Amer nacheinander seine 3 Kinder und danach sich selbst. Diese Meldung erschütterte die Menschen in ganz Deutschland. Gabriele Mörsch, die Mutter und Ehefrau, setzt sich in Ihrem Buch noch einmal mit der Vergangenheit auseinander, um vielleicht diesen Schicksalsschlag nach mehr als 10 Jahren zu überwinden. Sie beschreibt in Ihrem Buch ihre Beziehung und spätere Ehe mit dem nubischen Ägypter , sowie die furchtbaren Geschehnisse und die schwere Zeit danach.

Die Autorin:

Gabriele Mörsch wurde 1952 in Köln geboren. Sie heiratete 1982 den Ägypter Amer und folgte ihm 1983 nach Ägypten, wo auch ihre erste Tochter Fatima geboren wurde. Nach einigen Jahren kehrt sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter nach Deutschland zurück. Dort werden auch die Zwillinge Gregor und Gloria geboren. Heute lebt Gabriele Mörsch in Spanien.

Das Buch:

Gabriele Mörsch verbringt ihren Urlaub 1981 in Ägypten. Dort lernt sie den nubischen Touristenführer kennen und es entwickelt sich daraus eine Urlaubsaffäre. Wieder zu Hause denkt sie viel an ihn und besucht ihn nochmals in Ägypten. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland stellt sie fest, dass sie schwanger ist.

Alle Versuche eine Besuchserlaubnis für Amer zu bekommen schlagen fehl und sie geht hochschwanger nach Ägypten. Dort kann sie sich nur schwer an das Leben gewöhnen. Vor allem das Rollenverständnis zwischen Mann und Frau bereitet ihr große Probleme. In der Familie Amers wird sie zwar herzlich aufgenommen und verschiedene Familienmitglieder versuchen ihr das Leben in Ägypten zu erleichtern
Nachdem Gabi erneut schwanger wird, geht die Familie nach Deutschland. Dort werden dann auch die Zwillinge Gregor und Gloria geboren. Die Ehe, die schon in Ägypten in einer Krise steckte, wird in Deutschland noch problematischer. Amer kann sich nicht mit der deutschen Mentalität und mit der deutschen Arbeitseinstellung abfinden. Auf der anderen Seite gibt er das Geld mit vollen Händen aus und vernachlässigt seine Familie immer mehr. Die Ehe wird für Gabriele Mörsch immer mehr zu Alptraum.

Für sie gibt nur noch eine Lösung; die Scheidung. Nach mehreren Versuchen schafft sie es endlich ihren Mann zu verlassen und die Scheidung einzureichen. Sie beantragt beim Familiengericht in Köln, dass Amer die Besuchserlaubnis für Ihre Kinder entzogen wird. Amer drohte mehrfach, dass er die Kinder nach Ägypten entführen wolle. Nach einer gewissen Zeit hat man den Eindruck, dass er sich mit der Situation abgefunden hat. Aber dies war wohl nur ein Eindruck.

An diesem verhängnisvollen Tag im Februar besucht Amer seine Frau und die Kinder bei den Großeltern. Während er mit den Kindern allein ist, erschießt er sie und danach richtet er sich selbst.

Im Anhang lässt Gabriele Mörsch noch verschiedene nahe Verwandte zu Wort kommen, und Ihre Gefühle und Emotionen kommen dort erst richtig zum Ausdruck.



Meine Meinung zu diesem Buch:
Der Autorin gelingt es, trotz dieser furchtbaren Tragödie Ihr Erlebtes sachlich zu beschreiben. Von Hass oder Verurteilung gegenüber ihrem Mann ist nichts zu spüren. Außerdem gelingt es ihr die Erfahrungen in Ägypten wirkungsvoll zu beschreiben. Sie beschreibt in lebendigen Bildern das Leben in Ägypten. Vor allem das tägliche Leben und die Stellung der Frau in diesem moslemischen Land werden gut vermittelt.
Ich bewundere diese Frau, dass sie dieses Buch schreiben konnte und nicht am Leben verzweifelt ist. Heute lebt Gabriele Mörsch mit ihren Eltern in Spanien.

Preis:
Ich habe dieses Taschenbuch 2001 für 14,90 DM , also heute 7,60 Euro gekauft.
ISBN-Nr. 3-548-35984-1

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