Bittersweet Symphony - The Verve Testbericht
ab 4,46 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von McCoize
Ein Sommer der Liebe... ;-)
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Heute mal wieder eine Episode aus der Reihe „Jana erzählt aus ihrem unglaublich ereignisreichen Leben“ *g*...
Wir schreiben den Sommer im Jahre 1997, es ist Urlaubszeit, und ich bin mit meinen geschätzten Eltern in unserem Nachbarland Österreich zu Gast. Das Wetter ist traumhaft, die Landschaft atemberaubend und als wenn das alles nicht schon großartig genug wäre, gibt es noch etwas zu berichten: ich habe mich verliebt – und das gleich zweimal! ;-)
Die erste große Liebe ist ein junger, äußerst attraktiver Blondschopf namens Stefan – seines Zeichens Kellner in unserem Hotel.*g*
Die zweite große Liebe ist der Song „Bittersweet symphony“ der englischen Band „The Verve“.*g*
Von einer der beiden musste ich mich nach einer Woche wieder trennen, der anderen gehört bis heute noch mein Herz. Und nun ratet mal... *wart*... richtig: Stefan ließ ich in Österreich und „Bitter sweet symphony“ ist bis heute nicht aus meinem CD-Player wegzudenken.*lach*
>> Aber wer ist denn nun eigentlich diese Band, der ich den Vorrang gab, anstatt in Österreich zu bleiben und mit Stefan ein neues Leben zu beginnen? *lach* <<
Im Jahre 1991 gründeten die fünf Schulspezis Richard Ashcroft (Gesang/Gitarre), Simon Jones (Bass), Peter Salisbury (Schlagzeug) und Nick McCabe (Leadgitarre) in ihrem beschaulichen Heimatort Wigan (bei Manchester) die Band „Verve“. Nachdem sie bereits ein Jahr später ihre erste Single veröffentlichten, gab es schon das erste Problem: das gleichnamige Jazzlabel verlangte eine sofortige Namensänderung, fortan durften sich die Jungs nur noch „The Verve“ nennen.
Ihre erste LP „A storm in heaven“ erschien 1993 und wurde von der englischen Musikpresse begeistert aufgenommen. Doch schon nach dem zweiten Album „A northern soul“ der Jungs sah es nicht mehr ganz so rosig aus. Ständige Streitereien zwischen Nick McGabe und Richard Ashcroft führten schließlich zur (ersten) Trennung der Band.
Nach kurzer Zeit fanden sich Ashcroft, Jones und Salisbury wieder zusammen, Simon Tong (Gitarre/Keyboards) sollte der neue vierte Mann im Bunde sein. Doch wie das Leben so spielt, mussten die Jungs sehr schnell feststellen, dass den „neuen“ „The Verve“ etwas ganz Besonderes fehlte: Nick McCabe. Kurzerhand wurde er wieder in die Band geholt und siehe da, man verstand sich prächtig.;-)
1997 wurde schließlich das dritte Album „Urban hymns“ veröffentlicht, „The Verves“ größter kommerzieller Erfolg, der ihnen auch im Ausland einen größeren Bekanntheitsgrad verschaffte.
Doch wieder standen die Zeichen auf Sturm, erneut trennte sich die Band, dieses Mal allerdings (wohl) endgültig...
>> Cover- und Bookletgestaltung <<
Auf dem Cover sehen wir die fünf jungen Herren in einem Park auf einer Grünfläche sitzen und relaxen. Keiner der Fünf schaut in die Kamera, sondern scheinen irgendetwas Anderes ihre Beachtung zu schenken (eine gutaussehende junge Frau vielleicht?*g*).
Das Booklet wurde recht aufwendig gestaltet: eine Menge an Bandfotos in schwarz/weiß und Farbe; nicht näher definierbare (Nah-) Aufnahmen eines Hochhauses, eines atemberaubenden blauen Himmels, alle bisher erschienenen Plattencover der Gruppe, sowie kurze Textpassagen der 13 Titel des Albums.
>> Die Songs <<
01. BITTER SWEET SYMPHONY 5:58 mins
text: Richard Ashcroft
music: Mick Jagger + Keith Richards
Mein Lieblingssong. Wunderbare Streicher, und ein militärisch anmutendes Schlagzeugspiel. Das mag auf den ersten Blick vielleicht etwas befremdlich wirken, ich kann Euch aber sagen: ist es nicht, es passt unglaublich gut zusammen. Der schleppende Rhythmus und die herrlich verträumte, melancholische Melodie lassen einen nicht nur vom ersten Augenblick an dahinschmelzen, nein, sie bleibt einem auch noch sofort im Ohr und wird auch in den nächsten Wochen nicht verschwinden.;-)
Richard singt mit hingebungsvollem Gesang von seinem Dasein und seiner momentanen Stimmung...
> I am here in my mood
> But I’m a million different people from one day to the next
~~~
> Ich bin hier in dieser Stimmung
> Aber ich bin eine Million Menschen auf einmal, von einem Tag auf den anderen
...die Übergänge zwischen wehmütig und lebensbejahend sind bei diesem Song kaum auszumachen, das mag wohl auch der Grund sein, warum ich ihn so sehr liebe.;-)
02. SONNET 4:21 mins
music + text: Richard Ashcroft
“Ja, es gibt Liebe, wenn du es willst / yes there’s love if you want it)” heißt es im Refrain und genau darum geht es in diesem Stück auch: die Liebe, in all ihren Variationen.
Während Nick anfangs noch sanft auf der Akustikgitarre spielt, erwartet uns im weiteren Verlauf eine recht hingebungsvolle E-Gitarrenmelodie. Im Hintergrund erklingen dann zarte Streicher und Richard wartet mit eindringlicher Stimme auf. Dennoch ist es keine typische „Kuschelballade“, sondern mehr ein sommerlicher Radiosong mit einprägsamer Melodie, und verleitet einen sofort zum Träumen und in den blauen Himmel Starren.
03. THE ROLLING PEOPLE 7:01 mins
music + text: The Verve
Wer bis jetzt dachte, dass “The Verve” zur Gitarren-Kuschelrock-Fraktion gehört, dem sei gesagt: dem ist nicht so. Spätestens bei „The rolling people“ erfahren wir, welches Potential eigentlich in den fünf Musikern steckt, denn hier erwartet uns ein sieben-minütiger Rocksong, der es in sich hat!
Das Stück besticht hauptsächlich durch sein unglaublich abwechslungsreiches Gitarrenspiel. Mal sanft, mal hart, mal verträumt, mal eindringlich und dann setzt Nick plötzlich zu nem atemberaubenden Gitarrensolo an – wow! Kopnicken, fußauftippen, abrocken, umherspringen – dieser Song bietet eigentlich jedem Muskliebhaber etwas.
Passend zur Musik singt Richard bei diesem Lied recht kraftvoll und mitreißend. Inhaltlich geht es dabei um die Tatsache, das heutzutage alle Menschen ständig in Bewegung sind. Sie müssen sich geradezu bewegen, um wirklich sicherzustellen, dass sie noch am Leben sind und nicht schon längst tot.
04. THE DRUGS DON’T WORK 5:05 mins
music + text: Richard Ashcroft
Wie der Titel es schon verrät, handelt es sich bei diesem Lied um eine Art „Anti-Drogen-Song“, wobei man sich aber bis heute nicht wirklich sicher sein kann, ob Richard den Text nicht doch eher ironisch meint.;-)
Der Song kommt eher schwermütig daher, mit Akustikgitarren und zartem Streicherspiel. Wenn man es genau betrachtet ist es ein furchtbar melancholischer Song, der selbst einen sonst fröhlichen Menschen zu panischen Heulkrämpfen „verhilft“.;-) Hört sich jetzt bestimmt ziemlich melodramatisch an, aber auf mich hat dieser Song wirklich so eine Wirkung. Und wenn Richard dann schließlich noch so hingebungsvoll ins Mikro raunt, dass „die Drogen eh nicht funktionieren würden, sondern alles nur noch schlimmer machen“, tja, da kann man doch nur noch die Taschentücher rausholen und losheulen.;-)
Trotzdem mag ich das Lied irgendwie total gerne.*lach*
05. CATCHING THE BUTTERFLY 6:27 mins
music + text: The Verve
Mit “Catching the butterfly” komme ich nun zu einem Song, der mich irgendwie an die 60er Jahre Blumenkinder erinnert.
Richard hat im Text sehr viele interessante sinnbildliche Worte verwendet. Das „versuche weiter den Schmetterling zu fangen“ soll dabei für das „nach den Träumen greifen“ stehen. Merkwürdig, merkwürdig. Auf mich wirkt das eher, als wenn hier mit verbotenen Substanzen experimientiert wurde.*g* Okay, aber mal abgesehen vom eigenartigen Text ist der Song wirklich nicht von schlechten Eltern.
Emphatische Gitarren, die unter die Haut gehen und ein sanftes Schlagzeugspiel bestimmen den Song. Richards Gesang wirkt passend dazu sehr verspielt und beschwörend, fast wie ein Guru oder ein Hypnotiseur, der uns mit seiner Stimmung verzaubern will.
06. NEON WILDERNESS 2:37 mins
music + text: Nick McCabe + The Verve
“Neon wilderness” ist ein sehr merkwürdiges Stück. Es erklingen ein paar Gitarrenpassagen, ein stockendes Bassspiel und im Hintergrund scheint Richard schon fast den Text des Songs zu flüstern. Es sind auch nicht gerade zusammenhängende Sätze, die er da formuliert, sondern eher Fragmente („he was restless - escape loneliness - for a new address“), die in den Raum geworfen werden, in der Hoffnung, dass sie jemand auffängt und etwas damit anfangen kann.
Alles in allem ein äußerst interessantes Experiment, was die Jungs da geschaffen haben – aber mal ehrlich: mehr als 2 ½ Minuten erträgt man das nicht.;-)
07. SPACE AND TIME 5:36 mins
msuic + text: Richard Ashcroft
In diesem Song lässt Richard seine verflossene Liebe Revue passieren und muss schließlich feststellen, dass man außer der Existenz, nichts mehr miteinander teilt (“we have existance and that’s all we share“). Textlich gesehen, mag das sicherlich traurig wirken, aber musikalisch hat man hier doch einen richtig schönen Song gemacht. Richard singt mit zuckersüßer Stimme und wird dabei tatkräftig von den Gitarren unterstützt. Im Refrain wird es dann noch einen Tick süßer, das Gitarrenspiel scheint förmlich dahinzuschweben, um aber auch schon im nächsten Augenblick wieder ordentlich abzurocken.
Der Schlussteil besteht schließlich aus improvisiertem Gesang und zartem Akustikgitarrenspiel.
08. WEEPING WILLOW 4:50 mins
music + text: Richard Ashcroft
Noch so ein depressiv-großartiges Stück aus dem Hause „the Verve“. Im Gegensatz zu „The drugs don’t work“ ist „Weeping willow“ [Trauerweide] aber ein recht rockiges Stück.
Die Streicher unterstützen Richards Gesang, die kurzen Klaviereinspieler lockern das Stück hin und wieder auf und die vielen unterschiedlichen Gitarrenpassagen geben dem Stück den endgütigen Schliff.
Was mich bei diesem Song besonders beeindruckt, ist die Tatsache, dass sehr viel mit der Stimme von Richard gearbeitet wurde. Da werden schon mal drei Gesangsparts übereinandergelegt und trotzdem wirkt es keinesfalls verwirrend, sondern äußerst harmonisch und mitreißend.
09. LUCKY MAN 4:53 mins
music + text: Richard Ashcroft
Noch ein Stück aus dem Kapitel „Verliebte Männer schreiben Songs“.;-) Nachdem ich ja letzens schon Noel Gallagher von Oasis hatte, ist es dieses Mal Richard Ashcroft, der sein Glück besingt. Zwar tut er es nicht so offen wie Noel („She is love...“), aber wenn Mr Ashcroft ganz fröhlich herausposaunt, dass er ein „lucky man“ ist, na dann wissen wir doch alle Bescheid, oder?*g*
Anfangs wird da noch fröhlich auf der Akustikgitarre geklimpert, und im nächsten Augenblick schreien uns schon die E-Gitarren an. Dann setzen auch noch die Streicher ein, und schon schmilzt man wieder dahin. Richards Gesang wirkt dann auch fast wie eine Geschichte, in der er uns erzählt, wie gut es ihm nun ginge und wie sehr er die Freiheit und das Glück genieße.*träum*
10. ONE DAY 5:03 mins
music + text: Richard Ashcroft
Der Song beginnt mit einer langsamen Hammondorgelmelodie und leitet zu Richards zweistimmigem Gesang über. Es wirkt auf mich irgendwie traurig und herzzerreißend, da hier sehr viel mit Gitarreneffekten (Slides etc.) gearbeitet wurde, die diese Stimmung zum Ausdruck bringen. Hinzu kommt noch, das das Stück relativ langsam ist und das Schlagzeugspiel auch eher nur im Hintergrund dahinplätschert, ohne tiefer ins Geschehen einzugreifen.
Es ist Richards Gesang, der bei diesem Song ganz besonders zur Geltung kommt, da er, wie schon vorher erwähnt, zweistimmig singt und daher eine sehr merkwürdige, fast schon unheimliche Stimmung, erzeugt wird.
11. THIS TIME 3:51 mins
music + text: Richard Ashcroft
“This time“ ist nun fast eine Art Rückbesinnung auf all die schlechten Zeiten, die man in seinem Leben hatte und jetzt ist man an einem Punkt angekommen, wo man alles hinter sich lässt und von vorne anfängt („No time for sad lament“ – „Keine Zeit für trauriges Lamentieren“).
Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass das Stück geradezu locker, leicht und beschwingt daherkommt. Es scheint als würde die gute Laune diesen Song in bessere Zeiten davontragen.
Fröhlich und glücklich wirkt auch Richards Gesang, der vor Freude nur so übersprudeln zu scheint. Dabei wird er von den Gitarren unterstützt, die hier sehr zarte, aber beeindruckende Zwischenspiele abgeben und damit zum kollektiven Glücksgefühl beitragen.
Richards Gesang erinnrt mich bei diesem Song fast schon an einen R’n’B-Sänger, da er sehr viel improvisiert oder auch mal hier und da ein paar „aaahs“ einwirft. Außerdem wurde hier ein Schlagzeugspiel verwendet, was man normalerweise nicht unbedingt bei Rockbands, sondern eher bei HipHoppern findet – aber Respekt: es passt unglaublich gut zur Atmosphäre des Stücks.
12. VELVET MORNING 4:57 mins
music + text: Richard Ashcroft
Okay, kommen wir nun zum einzigen Song dieses Albums, den ich wirklich nicht sonderlich leiden kann. „Velvet morning“.
Der Song beginnt ganz beschwerlich und wirkt auf mich fast schon leiernd und nervend, was besonders durch Richards Gesang hervorgerufen wird.*grr* Im Mttelteil wird es dann zwar wieder etwas freundlicher und lockerer, aber irgendwie haut es mich trotzdem nicht vom Hocker.
Der Song wird hauptsächlich von den (plärrenden) Gitarren, einschläfernden Streichern und einem langweiligen Schlagzeugspiel getragen.
Zum Schluss wird es dann zwar nochmal etwas eindringlicher, aber das lässt mich aber dennoch nicht über die Enttäuschung hinwegtrösten.:-(
13. COME ON + HIDDEN TRACK (mit Pause) 15:15 mins
music + text: The Verve
6 ½ Minuten geballte Rock’n’Roll-Power erwartet uns hier! Besser kann man ein Album eigentlich gar nicht beenden. Anfangs wirkt es noch ein wenig ruhig und dahinplätschernd, und als man schon denkt, dass wohl gar nichts mehr gehen mag, kommt der Umschwung, und der Song ROCKT! Richards Gesang wechselt zwischen sanft, beharrlich, eindringlich und schreiend. „Come on let the spirit inside you“ heißt es da im Refrain, während im Hintergrund heftigst auf die Gitarren eingedroschen wird – herrlich. Einige Oasis-Fans behaupten, dass angeblich Liam Gallagher auf diesem Song die Backgroundvocals beisgesteuert hat, allerdings hab ich dafür keine wirklichen Beweise gefunden. Mit viel Phantasie könnte ich mir ausmalen, dass das „Come on“ im Schlussteil zwischen den Gitarrensoli von ihm sein könnte, aber ich will mich da jetzt nicht festlegen.
Auf jeden Fall leisten die Gitarristen bei diesem Stück wirklich glanzvolle Arbeit, auch Peter Salisbury an den Drums ist nicht verzichten: alle scheinen den besten Sound aus ihren Instrumenten herausbringen zu wollen, was ihnen auch wirklich ganz eindrucksvoll gelingt. - Das ist Rock pur - das ist „The Verve“!!!
Der Hidden Track ist dann ein Wirrwarr aus Babygeschrei, sanften Gitarren und atmosphärischen Keyboardklängen. Soll das etwa das Wunder der Geburt darstellen? Oder hab ich einfach nur zu viel „Schnulleralarm“ geguckt? *lach* Auf jeden Fall ist es ziemlich eigenartig, keine Ahnung, was sich dies Jungs dabei gedacht haben.*g*
FAZIT:
Anfangs gab es für mich nur “Bitter sweet symphony”, jetzt gibt es “Urban hymns”. Die Jungs haben hier wirklich ein sehr beeindruckendes Album abgeliefert. Schade, dass sie sich getrennt haben, davon hätte ich noch gerne mehr gehört. Aber besser sich mit so einem tollen Album zu verabschieben, als mit einem fuchtbar schrecklichen, doer was denkt Ihr?;-)
Rock, Balladen, Atmosphäre, Lebensfreude, Melancholie... abwechslungsreicher kann man ein Album eigentlich gar nicht gestalten. Für Freunde gepflegter britischer Gitarrenmusik ist diese Platte absolut empfehlenswert und den Anderen sei gesagt: wer dieses Album nicht besitzt, der hat wirklich was verpasst.;-)
Wir schreiben den Sommer im Jahre 1997, es ist Urlaubszeit, und ich bin mit meinen geschätzten Eltern in unserem Nachbarland Österreich zu Gast. Das Wetter ist traumhaft, die Landschaft atemberaubend und als wenn das alles nicht schon großartig genug wäre, gibt es noch etwas zu berichten: ich habe mich verliebt – und das gleich zweimal! ;-)
Die erste große Liebe ist ein junger, äußerst attraktiver Blondschopf namens Stefan – seines Zeichens Kellner in unserem Hotel.*g*
Die zweite große Liebe ist der Song „Bittersweet symphony“ der englischen Band „The Verve“.*g*
Von einer der beiden musste ich mich nach einer Woche wieder trennen, der anderen gehört bis heute noch mein Herz. Und nun ratet mal... *wart*... richtig: Stefan ließ ich in Österreich und „Bitter sweet symphony“ ist bis heute nicht aus meinem CD-Player wegzudenken.*lach*
>> Aber wer ist denn nun eigentlich diese Band, der ich den Vorrang gab, anstatt in Österreich zu bleiben und mit Stefan ein neues Leben zu beginnen? *lach* <<
Im Jahre 1991 gründeten die fünf Schulspezis Richard Ashcroft (Gesang/Gitarre), Simon Jones (Bass), Peter Salisbury (Schlagzeug) und Nick McCabe (Leadgitarre) in ihrem beschaulichen Heimatort Wigan (bei Manchester) die Band „Verve“. Nachdem sie bereits ein Jahr später ihre erste Single veröffentlichten, gab es schon das erste Problem: das gleichnamige Jazzlabel verlangte eine sofortige Namensänderung, fortan durften sich die Jungs nur noch „The Verve“ nennen.
Ihre erste LP „A storm in heaven“ erschien 1993 und wurde von der englischen Musikpresse begeistert aufgenommen. Doch schon nach dem zweiten Album „A northern soul“ der Jungs sah es nicht mehr ganz so rosig aus. Ständige Streitereien zwischen Nick McGabe und Richard Ashcroft führten schließlich zur (ersten) Trennung der Band.
Nach kurzer Zeit fanden sich Ashcroft, Jones und Salisbury wieder zusammen, Simon Tong (Gitarre/Keyboards) sollte der neue vierte Mann im Bunde sein. Doch wie das Leben so spielt, mussten die Jungs sehr schnell feststellen, dass den „neuen“ „The Verve“ etwas ganz Besonderes fehlte: Nick McCabe. Kurzerhand wurde er wieder in die Band geholt und siehe da, man verstand sich prächtig.;-)
1997 wurde schließlich das dritte Album „Urban hymns“ veröffentlicht, „The Verves“ größter kommerzieller Erfolg, der ihnen auch im Ausland einen größeren Bekanntheitsgrad verschaffte.
Doch wieder standen die Zeichen auf Sturm, erneut trennte sich die Band, dieses Mal allerdings (wohl) endgültig...
>> Cover- und Bookletgestaltung <<
Auf dem Cover sehen wir die fünf jungen Herren in einem Park auf einer Grünfläche sitzen und relaxen. Keiner der Fünf schaut in die Kamera, sondern scheinen irgendetwas Anderes ihre Beachtung zu schenken (eine gutaussehende junge Frau vielleicht?*g*).
Das Booklet wurde recht aufwendig gestaltet: eine Menge an Bandfotos in schwarz/weiß und Farbe; nicht näher definierbare (Nah-) Aufnahmen eines Hochhauses, eines atemberaubenden blauen Himmels, alle bisher erschienenen Plattencover der Gruppe, sowie kurze Textpassagen der 13 Titel des Albums.
>> Die Songs <<
01. BITTER SWEET SYMPHONY 5:58 mins
text: Richard Ashcroft
music: Mick Jagger + Keith Richards
Mein Lieblingssong. Wunderbare Streicher, und ein militärisch anmutendes Schlagzeugspiel. Das mag auf den ersten Blick vielleicht etwas befremdlich wirken, ich kann Euch aber sagen: ist es nicht, es passt unglaublich gut zusammen. Der schleppende Rhythmus und die herrlich verträumte, melancholische Melodie lassen einen nicht nur vom ersten Augenblick an dahinschmelzen, nein, sie bleibt einem auch noch sofort im Ohr und wird auch in den nächsten Wochen nicht verschwinden.;-)
Richard singt mit hingebungsvollem Gesang von seinem Dasein und seiner momentanen Stimmung...
> I am here in my mood
> But I’m a million different people from one day to the next
~~~
> Ich bin hier in dieser Stimmung
> Aber ich bin eine Million Menschen auf einmal, von einem Tag auf den anderen
...die Übergänge zwischen wehmütig und lebensbejahend sind bei diesem Song kaum auszumachen, das mag wohl auch der Grund sein, warum ich ihn so sehr liebe.;-)
02. SONNET 4:21 mins
music + text: Richard Ashcroft
“Ja, es gibt Liebe, wenn du es willst / yes there’s love if you want it)” heißt es im Refrain und genau darum geht es in diesem Stück auch: die Liebe, in all ihren Variationen.
Während Nick anfangs noch sanft auf der Akustikgitarre spielt, erwartet uns im weiteren Verlauf eine recht hingebungsvolle E-Gitarrenmelodie. Im Hintergrund erklingen dann zarte Streicher und Richard wartet mit eindringlicher Stimme auf. Dennoch ist es keine typische „Kuschelballade“, sondern mehr ein sommerlicher Radiosong mit einprägsamer Melodie, und verleitet einen sofort zum Träumen und in den blauen Himmel Starren.
03. THE ROLLING PEOPLE 7:01 mins
music + text: The Verve
Wer bis jetzt dachte, dass “The Verve” zur Gitarren-Kuschelrock-Fraktion gehört, dem sei gesagt: dem ist nicht so. Spätestens bei „The rolling people“ erfahren wir, welches Potential eigentlich in den fünf Musikern steckt, denn hier erwartet uns ein sieben-minütiger Rocksong, der es in sich hat!
Das Stück besticht hauptsächlich durch sein unglaublich abwechslungsreiches Gitarrenspiel. Mal sanft, mal hart, mal verträumt, mal eindringlich und dann setzt Nick plötzlich zu nem atemberaubenden Gitarrensolo an – wow! Kopnicken, fußauftippen, abrocken, umherspringen – dieser Song bietet eigentlich jedem Muskliebhaber etwas.
Passend zur Musik singt Richard bei diesem Lied recht kraftvoll und mitreißend. Inhaltlich geht es dabei um die Tatsache, das heutzutage alle Menschen ständig in Bewegung sind. Sie müssen sich geradezu bewegen, um wirklich sicherzustellen, dass sie noch am Leben sind und nicht schon längst tot.
04. THE DRUGS DON’T WORK 5:05 mins
music + text: Richard Ashcroft
Wie der Titel es schon verrät, handelt es sich bei diesem Lied um eine Art „Anti-Drogen-Song“, wobei man sich aber bis heute nicht wirklich sicher sein kann, ob Richard den Text nicht doch eher ironisch meint.;-)
Der Song kommt eher schwermütig daher, mit Akustikgitarren und zartem Streicherspiel. Wenn man es genau betrachtet ist es ein furchtbar melancholischer Song, der selbst einen sonst fröhlichen Menschen zu panischen Heulkrämpfen „verhilft“.;-) Hört sich jetzt bestimmt ziemlich melodramatisch an, aber auf mich hat dieser Song wirklich so eine Wirkung. Und wenn Richard dann schließlich noch so hingebungsvoll ins Mikro raunt, dass „die Drogen eh nicht funktionieren würden, sondern alles nur noch schlimmer machen“, tja, da kann man doch nur noch die Taschentücher rausholen und losheulen.;-)
Trotzdem mag ich das Lied irgendwie total gerne.*lach*
05. CATCHING THE BUTTERFLY 6:27 mins
music + text: The Verve
Mit “Catching the butterfly” komme ich nun zu einem Song, der mich irgendwie an die 60er Jahre Blumenkinder erinnert.
Richard hat im Text sehr viele interessante sinnbildliche Worte verwendet. Das „versuche weiter den Schmetterling zu fangen“ soll dabei für das „nach den Träumen greifen“ stehen. Merkwürdig, merkwürdig. Auf mich wirkt das eher, als wenn hier mit verbotenen Substanzen experimientiert wurde.*g* Okay, aber mal abgesehen vom eigenartigen Text ist der Song wirklich nicht von schlechten Eltern.
Emphatische Gitarren, die unter die Haut gehen und ein sanftes Schlagzeugspiel bestimmen den Song. Richards Gesang wirkt passend dazu sehr verspielt und beschwörend, fast wie ein Guru oder ein Hypnotiseur, der uns mit seiner Stimmung verzaubern will.
06. NEON WILDERNESS 2:37 mins
music + text: Nick McCabe + The Verve
“Neon wilderness” ist ein sehr merkwürdiges Stück. Es erklingen ein paar Gitarrenpassagen, ein stockendes Bassspiel und im Hintergrund scheint Richard schon fast den Text des Songs zu flüstern. Es sind auch nicht gerade zusammenhängende Sätze, die er da formuliert, sondern eher Fragmente („he was restless - escape loneliness - for a new address“), die in den Raum geworfen werden, in der Hoffnung, dass sie jemand auffängt und etwas damit anfangen kann.
Alles in allem ein äußerst interessantes Experiment, was die Jungs da geschaffen haben – aber mal ehrlich: mehr als 2 ½ Minuten erträgt man das nicht.;-)
07. SPACE AND TIME 5:36 mins
msuic + text: Richard Ashcroft
In diesem Song lässt Richard seine verflossene Liebe Revue passieren und muss schließlich feststellen, dass man außer der Existenz, nichts mehr miteinander teilt (“we have existance and that’s all we share“). Textlich gesehen, mag das sicherlich traurig wirken, aber musikalisch hat man hier doch einen richtig schönen Song gemacht. Richard singt mit zuckersüßer Stimme und wird dabei tatkräftig von den Gitarren unterstützt. Im Refrain wird es dann noch einen Tick süßer, das Gitarrenspiel scheint förmlich dahinzuschweben, um aber auch schon im nächsten Augenblick wieder ordentlich abzurocken.
Der Schlussteil besteht schließlich aus improvisiertem Gesang und zartem Akustikgitarrenspiel.
08. WEEPING WILLOW 4:50 mins
music + text: Richard Ashcroft
Noch so ein depressiv-großartiges Stück aus dem Hause „the Verve“. Im Gegensatz zu „The drugs don’t work“ ist „Weeping willow“ [Trauerweide] aber ein recht rockiges Stück.
Die Streicher unterstützen Richards Gesang, die kurzen Klaviereinspieler lockern das Stück hin und wieder auf und die vielen unterschiedlichen Gitarrenpassagen geben dem Stück den endgütigen Schliff.
Was mich bei diesem Song besonders beeindruckt, ist die Tatsache, dass sehr viel mit der Stimme von Richard gearbeitet wurde. Da werden schon mal drei Gesangsparts übereinandergelegt und trotzdem wirkt es keinesfalls verwirrend, sondern äußerst harmonisch und mitreißend.
09. LUCKY MAN 4:53 mins
music + text: Richard Ashcroft
Noch ein Stück aus dem Kapitel „Verliebte Männer schreiben Songs“.;-) Nachdem ich ja letzens schon Noel Gallagher von Oasis hatte, ist es dieses Mal Richard Ashcroft, der sein Glück besingt. Zwar tut er es nicht so offen wie Noel („She is love...“), aber wenn Mr Ashcroft ganz fröhlich herausposaunt, dass er ein „lucky man“ ist, na dann wissen wir doch alle Bescheid, oder?*g*
Anfangs wird da noch fröhlich auf der Akustikgitarre geklimpert, und im nächsten Augenblick schreien uns schon die E-Gitarren an. Dann setzen auch noch die Streicher ein, und schon schmilzt man wieder dahin. Richards Gesang wirkt dann auch fast wie eine Geschichte, in der er uns erzählt, wie gut es ihm nun ginge und wie sehr er die Freiheit und das Glück genieße.*träum*
10. ONE DAY 5:03 mins
music + text: Richard Ashcroft
Der Song beginnt mit einer langsamen Hammondorgelmelodie und leitet zu Richards zweistimmigem Gesang über. Es wirkt auf mich irgendwie traurig und herzzerreißend, da hier sehr viel mit Gitarreneffekten (Slides etc.) gearbeitet wurde, die diese Stimmung zum Ausdruck bringen. Hinzu kommt noch, das das Stück relativ langsam ist und das Schlagzeugspiel auch eher nur im Hintergrund dahinplätschert, ohne tiefer ins Geschehen einzugreifen.
Es ist Richards Gesang, der bei diesem Song ganz besonders zur Geltung kommt, da er, wie schon vorher erwähnt, zweistimmig singt und daher eine sehr merkwürdige, fast schon unheimliche Stimmung, erzeugt wird.
11. THIS TIME 3:51 mins
music + text: Richard Ashcroft
“This time“ ist nun fast eine Art Rückbesinnung auf all die schlechten Zeiten, die man in seinem Leben hatte und jetzt ist man an einem Punkt angekommen, wo man alles hinter sich lässt und von vorne anfängt („No time for sad lament“ – „Keine Zeit für trauriges Lamentieren“).
Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass das Stück geradezu locker, leicht und beschwingt daherkommt. Es scheint als würde die gute Laune diesen Song in bessere Zeiten davontragen.
Fröhlich und glücklich wirkt auch Richards Gesang, der vor Freude nur so übersprudeln zu scheint. Dabei wird er von den Gitarren unterstützt, die hier sehr zarte, aber beeindruckende Zwischenspiele abgeben und damit zum kollektiven Glücksgefühl beitragen.
Richards Gesang erinnrt mich bei diesem Song fast schon an einen R’n’B-Sänger, da er sehr viel improvisiert oder auch mal hier und da ein paar „aaahs“ einwirft. Außerdem wurde hier ein Schlagzeugspiel verwendet, was man normalerweise nicht unbedingt bei Rockbands, sondern eher bei HipHoppern findet – aber Respekt: es passt unglaublich gut zur Atmosphäre des Stücks.
12. VELVET MORNING 4:57 mins
music + text: Richard Ashcroft
Okay, kommen wir nun zum einzigen Song dieses Albums, den ich wirklich nicht sonderlich leiden kann. „Velvet morning“.
Der Song beginnt ganz beschwerlich und wirkt auf mich fast schon leiernd und nervend, was besonders durch Richards Gesang hervorgerufen wird.*grr* Im Mttelteil wird es dann zwar wieder etwas freundlicher und lockerer, aber irgendwie haut es mich trotzdem nicht vom Hocker.
Der Song wird hauptsächlich von den (plärrenden) Gitarren, einschläfernden Streichern und einem langweiligen Schlagzeugspiel getragen.
Zum Schluss wird es dann zwar nochmal etwas eindringlicher, aber das lässt mich aber dennoch nicht über die Enttäuschung hinwegtrösten.:-(
13. COME ON + HIDDEN TRACK (mit Pause) 15:15 mins
music + text: The Verve
6 ½ Minuten geballte Rock’n’Roll-Power erwartet uns hier! Besser kann man ein Album eigentlich gar nicht beenden. Anfangs wirkt es noch ein wenig ruhig und dahinplätschernd, und als man schon denkt, dass wohl gar nichts mehr gehen mag, kommt der Umschwung, und der Song ROCKT! Richards Gesang wechselt zwischen sanft, beharrlich, eindringlich und schreiend. „Come on let the spirit inside you“ heißt es da im Refrain, während im Hintergrund heftigst auf die Gitarren eingedroschen wird – herrlich. Einige Oasis-Fans behaupten, dass angeblich Liam Gallagher auf diesem Song die Backgroundvocals beisgesteuert hat, allerdings hab ich dafür keine wirklichen Beweise gefunden. Mit viel Phantasie könnte ich mir ausmalen, dass das „Come on“ im Schlussteil zwischen den Gitarrensoli von ihm sein könnte, aber ich will mich da jetzt nicht festlegen.
Auf jeden Fall leisten die Gitarristen bei diesem Stück wirklich glanzvolle Arbeit, auch Peter Salisbury an den Drums ist nicht verzichten: alle scheinen den besten Sound aus ihren Instrumenten herausbringen zu wollen, was ihnen auch wirklich ganz eindrucksvoll gelingt. - Das ist Rock pur - das ist „The Verve“!!!
Der Hidden Track ist dann ein Wirrwarr aus Babygeschrei, sanften Gitarren und atmosphärischen Keyboardklängen. Soll das etwa das Wunder der Geburt darstellen? Oder hab ich einfach nur zu viel „Schnulleralarm“ geguckt? *lach* Auf jeden Fall ist es ziemlich eigenartig, keine Ahnung, was sich dies Jungs dabei gedacht haben.*g*
FAZIT:
Anfangs gab es für mich nur “Bitter sweet symphony”, jetzt gibt es “Urban hymns”. Die Jungs haben hier wirklich ein sehr beeindruckendes Album abgeliefert. Schade, dass sie sich getrennt haben, davon hätte ich noch gerne mehr gehört. Aber besser sich mit so einem tollen Album zu verabschieben, als mit einem fuchtbar schrecklichen, doer was denkt Ihr?;-)
Rock, Balladen, Atmosphäre, Lebensfreude, Melancholie... abwechslungsreicher kann man ein Album eigentlich gar nicht gestalten. Für Freunde gepflegter britischer Gitarrenmusik ist diese Platte absolut empfehlenswert und den Anderen sei gesagt: wer dieses Album nicht besitzt, der hat wirklich was verpasst.;-)
Bewerten / Kommentar schreiben