Bleiwurz Testbericht

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Erfahrungsbericht von Corni

Auch die Heilige Hildegard von Bingen tat es...

Pro:

Unkomplizierter (fast) Dauerblüher

Kontra:

Überwinterungsplätzchen erforderlich

Empfehlung:

Ja

...nämlich Pflanzen aus südlichen Ländern in Kübeln halten. Und das war immerhin im Hochmittelalter, um 1150 etwa, da kamen nämlich die ersten Zitronen- und Orangenbäume über die Alpen. Das Pflegen von Kübelpflanzen hat also eine richtig lange Tradition.

In der Barockzeit, im 17. Jahrhundert, standen Kübel mit prächtigen Pflanzen in den Schlossgärten, man denke nur an Versailles (enthält heute noch die größte Sammlung an Kübelpflanzen) und natürlich Sanssouci. Da das anfangs vielfach wirklich nur Zitronen- und Orangenbäumchen waren, bekamen die Überwinterungsräume den Namen „Orangerie“.

Der Trend zu den Kübelpflanzen boomt wieder, denn sie verleihen Garten oder Balkon einen besonderen Reiz. Ich habe seit vielen Jahren die verschiedensten Kübelpflanzen und sehr viel Freude daran.

An der Pflanze, die ich euch heute vorstellen möchte, und an ihrem Blütenreichtum könnt Ihr Euch – bei richtiger Pflege - viele Jahre lang erfreuen.

Sie trägt den etwas merkwürdig anmutenden Namen

Bleiwurz, Plumbago auriculata

Beschreibung
Die Heimat des halbkletternden Strauches ist Südafrika. Der Bleiwurz blüht sehr schön himmelblau oder weiß in rispenförmigen fünfteiligen, tellerförmigen Blüten, die dicht an dicht an den Triebenden erscheinen. Der Bleiwurz blüht tatsächlich unermüdlich von Juni bis weit in den Spätherbst hinein. Ich selbst habe erlebt, dass er nach dem Einholen ins Haus noch fleißig weiterblühte. Es ist also ein richtig schöner robuster und zuverlässiger Dauerblüher.

Standort
Im Sommer sollte man den Bleiwurz warm und sonnig stellen, er braucht reichlich frische Luft, muss aber unbedingt gegen Wind geschützt sein!! Er steht sehr gern im Freien, verkraftet aber keinerlei Zugluft. Meine Pflanze gedeiht auf dem Balkon an einem windgeschützten Platz prächtig.
Ab September sollte der Bleiwurz ins Haus geholt werden, vor der Überwinterung werden die Pflanzen etwas eingekürzt.
Im Winter verliert sie die Blätter, das ist normal. Sie sollte möglichst hell bei 8 bis 12°C oder, wenn es nicht anders möglich ist, auch dunkel bei 5 bis 8°C. Die Pflanze sollte trocken bleiben, bitte auch nicht anfeuchten.
Umgetopft werden kann dann im Februar oder März. So habe ich es immer gehalten und damit gute Erfahrungen gemacht.
Ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen, kann sie nach draußen.

Gießen
Im Sommer ist der Bleiwurz eine sehr durstige Pflanze und braucht sehr regelmäßig Wasser, nur bei feuchtem und kühlem Wetter nicht zu häufig.

Erde
Mein Bleiwurz gedeiht in ganz normaler humoser Blumenerde sehr gut. Umgetopft wird alle 2 bis 3 Jahre im Frühjahr.

Düngen
In der Hauptwachstumszeit von April bis September sollte man wöchentlich mit Flüssigdünger düngen (zwei bis drei Gramm eines handelsüblichen Volldünger auf ein Liter Gießwasser). Bitte das Düngen nicht vergessen, die Pflanze dankt es mit reichlich Blüten.

Pflege
Bleiwurz kann als Pyramide, Stämmchen oder auch am Spalier gezogen werden, er wächst in Ampeln, Kübeln und Balkonkästen. Er benötigt dazu eine Kletterhilfe, an der er aber nur gelegentlich aufgebunden werden muss. Er wächst buschig und stark verzweigt
Nach dem Verblühen sollten die einzelnen Blüten abgeschnitten oder regelmäßig ausgezupft werden, da die ziemlich klebrigen Blüten nicht von alleine abfallen - danach bilden sich ganz schnell neue Blüten.

Schnitt
Plumbago kann eigentlich nach Bedarf gestutzt werden, meinem ergeht es zumindest so.
Erforderlich ist ein Rückschnitt im März; bei heller Überwinterung ist oft nur ein Auslichten nötig, so meine Erfahrung.
Bei dunkler Überwinterung entstehen lange Triebe, die unbedingt stark zurückgeschnitten werden müssen, wodurch sich allerdings die Blüte verzögert.

Pflanzenschutz
Am Bleiwurz treten keine nennenswerten Krankheiten und Schädlinge auf, auch wenn Nachbarpflanzen befallen sind – er steckt sich kaum an.

Anzucht
Die Bleiwurz lässt sich im Frühjahr durch Aussaat zu vermehren, die schwarzbraunen Samen (vorsichtig sein, sie sind leicht zerbrechlich) werden gleichmäßig ausgesät und etwas abgedeckt. Bei einer Temperatur von 22 Grad Celsius keimen die Samen in etwa drei Wochen.
Auch eine Vermehrung im Frühjahr oder im August durch Stecklinge, die um 20°C Bodenwärme leicht bewurzeln, ist möglich

Sorten
Plumbago „Aauriculata“ ist die weit verbreitete himmelblau blühende Sorte, „Caerulea“ ist seltener, sie hat eine tiefblauer Blüte, die Sorte \\\'Alba\\\' hat edle reinweiße Blüten.
Ich selbst besitze den himmelblauen Bleiwurz, liebäugele aber schon mit den anderen Sorten.

Fazit
Das findet Ihr bei mir – wie immer – bei den einzelnen Punkten.
Abschließend möchte ich aber nicht versäumen, noch einmal auf die Unkompliziertheit dieser hübschen und attraktiven Pflanze hinzuweisen, die bei der Erfüllung ihrer fast schon bescheidenen Wünsche Nachbars Neid hervorrufen kann.

Dass das auch gelingt wünscht Euch die
Corni

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